Spielen ist kein Üben!

Üben ist das konzentrierte und gezielte Training eines Musikstückes. Spielen hingegen ist das Reproduzieren bereits geübter Musikstücke. 

Wer zum Beispiel pro Tag eine Stunde üben möchte, möge darauf achten, dass es auch tatsächlich ein Üben ist und kein Spielen. Ein Freund von mir, der ebenfalls Gitarrenunterricht hatte, erzählte mir:

- Ich übe jeden Tag mindestens eine Stunde, meistens sind es sogar zwei. Ich möchte später nämlich Musik studieren.

- Welche Stücke übst Du denn, fragte ich ihn. Er nannte mir die Titel seiner Stücke und es stellte sich heraus, dass es sich zum großen Teil um seine Lieblingsstücke handelte, die er schon bestens spielen konnte. Sein “Üben” war also überwiegend eine Freizeitbeschäftigung. Echt geübt hatte er nur etwa eine halbe Stunde am Tag.

Wenn man beginnt, ein Stück zu üben, muss man sich ziemlich konzentrieren. Man muss die Tabulatur/Noten richtig lesen, oft muss man linke und rechte Hand erst einmal getrennt spielen, usw. Aber nach und nach wird einem das Stück geläufig. Man spielt es immer besser, achtet verstärkt auf den musikalischen Vortrag bis man es irgendwann absolut einwandfrei spielen kann. Erst wenn dieses Niveau erreicht ist, wird aus dem Üben ein Spielen. Vorher bringt es dem Schüler immer noch etwas an Übungswirkung.

Der Weg bis zum absolut einwandfreien Vorspielen ist meistens länger, als man denkt. Selbst dann, wenn einem das Stück völlig geläufig ist, gibt es oft noch viele Details zu verbessern, ist oft noch an vielen Stellen “herum zu feilen”. Im Gitarrenunterricht wird der Musiklehrer daher schon vorher ein neues Stück zum Üben aufgeben, allerdings mit dem Hinweis, dass das soeben abgeschlossene Stück noch weiter geübt werden sollte.

Nun ist es ja nicht so, dass Spielen vermieden werden soll. Im Gegenteil, im Grunde ist es ja das Ziel des Übens, dass man ein Stück vorspielen kann. Nur muss man sich im Klaren darüber sein, dass Üben nicht das gleiche ist wie Spielen. Jeder Gitarrist/Musiker sollte zwischendurch seine Stücke spielen. Würde er sie nach der Übungsphase überhaupt nicht mehr anrühren, würde er sie wieder verlernen.



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