Spiele wie Eric Clapton: Die besten Solo Licks & Phrasierung (Teil 1)
Eric Clapton ist für mich eines der besten Beispiele dafür, dass starkes Solospiel nicht kompliziert sein muss. Es geht nicht darum, möglichst viele Töne in einen Takt zu quetschen, sondern mit wenigen Tönen musikalisch wirklich etwas auszusagen.
In dieser neuen fünfteiligen Serie schauen wir uns genau an, warum dieser Mann auch mit über 80 Jahren noch weltweit die Hallen füllt und was wir von seinem Solospiel für unsere eigene Sprache auf der Gitarre lernen können. Heute starten wir mit Teil 1 und gehen direkt in die Tiefe der Phrasierung.
Qualität vor Quantität: Das Geheimnis der richtigen Töne
Heute geht es mir nicht einfach nur darum, dir ein paar Eric-Clapton-Licks zum Nachspielen zu zeigen. Es geht um etwas, das für dein gesamtes Solospiel entscheidend ist: Die Kunst, die richtigen Töne im richtigen Moment zu finden.
Was man bei Clapton par excellence lernen kann: Eine gute Phrase ist wie ein gesprochener Satz. Sie hat einen klaren Anfang, eine Richtung und eine logische Auflösung. Genau das fehlt vielen von uns, wenn wir zwar fleißig unsere Skalen üben, aber beim Improvisieren trotzdem keine echte Geschichte erzählen. Wir „schrubben“ dann oft nur die Pentatonik rauf und runter, ohne dass eine klare Aussage hängen bleibt.
Warum Eric Clapton als „Lehrer“ so wertvoll ist
Clapton erzeugt oft mit relativ wenig Material eine enorme Wirkung. Das ist eine gute Nachricht für dich: Du musst nicht dauernd neue, exotische Skalen oder hunderte neue Licks auswendig lernen. Viel wichtiger ist es, dass du ein einziges Lick wirklich verstehst, es sauber spielst und es musikalisch sicher einsetzen kannst.
Mein Rat an dich: Ein einziges, gut verstandenes Lick bringt dein Solospiel weiter als zehn halb gelernte und drei Viertel vergessene Tricks.
Technik ist nur das Werkzeug: Den Ton formen
Achte bei den Licks aus dem Video nicht nur auf die Tabulatur oder die reinen Notenwerte. Es kommt auf das „Dazwischen“ an:
- Der Anschlag & das Timing: Wie hart triffst du die Saite? Wo lässt du bewusst Pausen?
- Bending & Vibrato: Gerade im Blues und Bluesrock entscheidet oft nicht die Note selbst, sondern wie du diese eine Note formst. Ein sauberer Ganzton-Bend mit einem singenden Vibrato ist das Markenzeichen eines guten Spielers.
- Slides & Hammer-Ons: Diese Techniken machen dein Spiel sanglich und vokal.
In diesem ersten Teil schauen wir uns speziell an, wie Clapton die C-Dur-Pentatonik mit der C-Moll-Pentatonik verbindet. Dieser Wechsel ist der Schlüssel zu diesem typischen Blues-Rock-Sound, der gleichzeitig freundlich (Dur) und beißend (Moll) klingen kann.
Licks sind Bausteine, keine starren Muster
Bitte betrachte die Licks, die wir uns hier erarbeiten, nicht als kleine Tricks, die man einmal lernt und dann abhakt. Sie sind Bausteine für dein eigenes Spiel.
Der eigentliche Fortschritt beginnt nämlich nicht beim Nachspielen, sondern beim Weiterdenken. Wenn du einen Clapton-Lick gelernt hast, solltest du ihn in andere Tonarten übertragen (probier es mal in G oder E!), ihn rhythmisch leicht verändern und mit deinen eigenen Ideen verknüpfen. So wird aus einem „fremden“ Lick nach und nach deine ganz persönliche Sprache auf der Gitarre.
Die Video-Übersicht (Zeitmarken)
Hier findest du den strukturierten Ablauf des Tutorials:
### EINSTIEG & KONZEPT
00:00 Intro
00:29 Warum Eric Clapton zeitlos ist: Die Kunst der Phrasierung
02:27 Das Konzept: Wechsel zwischen Dur- & Moll-Pentatonik in C
22:26 Die Philosophie hinter Claptons Solospiel
### DEMONSTRATION & ANALYSE
03:15 Analyse der Spieltechniken (Bends, Vibrato, Slides)
03:47 Demonstration des Licks im vollen Tempo
17:21 Playthrough auf Tempo 70 & Originaltempo
### DER LICK: SCHRITT FÜR SCHRITT
05:06 Erster Lick: Hammer-Ons & kontrollierte Ganzton-Bends
06:50 Das Frage-Antwort-Motiv im Solo verstehen
07:13 Der Übergang: Von der Dur- in die Moll-Pentatonik
09:54 Detail-Check: C-Dur Pentatonik vs. A-Moll Lage
11:51 Verbleib in der Moll-Pentatonik & Double Stops
13:30 Zweite Lage der C-Moll Pentatonik nutzen
14:08 Das Finale: Abschluss in der Dur-Pentatonik (Quinte G)
### PRAXIS-TIPPS & ÜBUNGSSTRATEGIE
08:02 Die rhythmische Begleitung: Klassischer Blues-Shuffle
09:01 Übungstipp: Den Looper richtig einsetzen
16:22 Phrasierung & Tonbildung: Auf das „Dazwischen“ achten
18:26 Üben auf Tempo 50: Der richtige Einstieg
19:30 Licks als Bausteine: Integration ins eigene Spiel
20:35 Transfer-Übung: Den Lick in andere Tonarten (G & E) verschieben
### Q&A: PROBLEME BEIM ÜBEN LÖSEN
24:53 Was tun, wenn man bei einem Tempo feststeckt?
26:12 Die Pendelmethode beim Üben & Spannungen vermeiden
30:13 Motivation & Ausdauer: Warum sich das Durchbeißen lohnt
33:59 Ausblick auf Teil 2 & Verabschiedung
Fazit: Weniger spielen, mehr aussagen
Vielleicht ist das überhaupt die wichtigste Lektion heute: weniger spielen, aber dafür bewusster. Nicht einfach die Pentatonik rauf und runter, sondern mit Zielton, mit Spannung und mit einer klaren Aussage spielen. Dann klingt das Ganze sofort musikalischer.
Viel Freude und nachhaltigen Fortschritt beim Üben,
Horst Keller | VIP-Guitar
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