Spiele wie Jimi Hendrix – Riffs & Licks (Teil 3)

In der dritten Folge unserer Hendrix-Serie gehen wir einen Schritt weiter und schlagen die Brücke zu einem weiteren Giganten der Blues-Gitarre: Stevie Ray Vaughan. Während wir uns in den ersten Teilen das Fundament erarbeitet haben, tauchen wir heute tief in einen klassischen 12-Takt-Blues-Groove ein.

Dieser Teil ist rhythmisch anspruchsvoller, zeigt aber perfekt, wie Jimi Hendrix (und später Stevie Ray) Begleitung und kleine solistische Einwürfe zu einer untrennbaren Einheit verwoben haben. Es geht um das intuitive Verständnis von Rhythmus – weg von starren Schlagmustern, hin zu einem lebendigen Groove, der atmet.

Ein Blick zurück: Die Wurzeln des Hendrix-Sounds

Oft wird Jimi Hendrix als reiner Autodidakt dargestellt, doch sein Spiel hatte ein solides theoretisches Fundament. Während seines Militärdienstes spielte er in der Big Band der Army in England. Diese Erfahrung prägte sein Verständnis für harmonische Zusammenhänge und komplexe Akkord-Strukturen (wie den berühmten E7#9).

Stevie Ray Vaughan nahm diesen „Hendrix-Voodoo“ Jahre später auf, fügte jedoch eine noch massivere rhythmische Wucht und Präzision hinzu. In diesem Workshop lernst du genau diese Schnittmenge kennen: Die harmonische Freiheit von Hendrix kombiniert mit dem unerbittlichen Drive von SRV.

Merkmal Jimi Hendrix Stevie Ray Vaughan
Solospiel Mutig, experimentell, oft jenseits der Skalen. Fokus auf Pentatonik, Blue Note und pure Kraft.
Rhythmus Sehr frei, fast schon schwebend und perkussiv. Extrem stabil, fast wie ein zweites Schlagzeug.
Technik Häufiger Einsatz des Daumens für Bassnoten. Massive Saitenstärke, aggressiver Anschlag.
Sound Fuzz, Uni-Vibe, Marshall Plexi. Tube Screamer, dezentere Chorus-Einsätze, Fender/Marshall-Mix.

Die Themen im Überblick:

Grundlagen & Rhythmus-Mechanik
01:21 Die drei Kernakkorde: E7#9, A7 und B7 (H7)
02:35 Takt 1: Die richtige rhythmische Struktur bei Tempo 80
03:11 Dead Notes: Rhythmus-Muster ohne Greifen intuitiv lernen
04:42 Warum Wechselschlag die einzige Basis für echten Groove ist
05:13 Intuitives Lernen vs. mechanische „Down-Up“-Krücken

Praxis & Zwischenspiele
06:36 Hendrix-Fills: Licks organisch in den Rhythmus integrieren
07:52 Das Ziel: Muskuläre Entspannung durch viele Wiederholungen
11:02 Wechsel auf den A7-Akkord und Beibehaltung des Grooves
12:13 Chromatische Übergänge: Der Weg zum B7 (H7)
15:44 Alle vier Takte im Zusammenhang üben und meistern

Sound & Q&A
18:32 Sound-Geheimnis: Die Kombination aus Plexi Marshall & Fender Twin
19:16 Der „Texas Sound“: Chorus-Einsatz im Stil von Stevie Ray Vaughan
23:54 Pentatonische Improvisation über den 12-Takt-Blues
25:35 Q&A: Akkorde mit Daumen-Bass statt Barré (Coolness-Faktor)
29:20 Background: Hendrix und sein Wissen aus der Army Big Band
31:17 Effizientes Üben: Die Vorteile der KI-Suche auf VIP-Guitar

Meine Top 12 Tipps für diesen Hendrix-Groove:

  1. Intuitiv statt mechanisch: Lerne Rhythmen durch Reinhören und Imitation, nicht durch Auswendiglernen von Schlagmustern.
  2. Wechselschlag-Gesetz: Ein flüssiger Groove ist ohne konstanten Wechselschlag der rechten Hand nicht möglich.
  3. Lüpfen für Dead Notes: Erzeuge die perkussiven „X“-Noten durch ganz leichtes Anheben der Greiffinger, ohne den Kontakt zur Saite zu verlieren.
  4. Trockenübung: Übe komplexe Rhythmen erst nur mit der Schlaghand auf abgedämpften Saiten, bevor du die Akkorde dazunimmst.
  5. Entspannung ist alles: Wenn du dich verspannst, wird der Sound hart. Wiederhole Parts so oft langsam, bis die Anspannung verschwindet.
  6. Fett durch Downstrokes: Spiele chromatische Übergänge und abschließende Akkorde mit Downstrokes für mehr Wucht.
  7. Keine Sklaverei: Sobald die Tabulatur sitzt, fang an, sie leicht abzuwandeln – genau das hat Hendrix in jedem Durchgang getan.
  8. SRV-Soundtrick: Nutze einen dezenten Chorus (Mix ca. 24 %), um deinem Clean-Sound die typische „Texas-Breite“ zu geben.
  9. Licks integrieren: Denke nicht in „Rhythmus ODER Solo“. Die Übergänge müssen fließend sein.
  10. Daumen-Einsatz: Nutze den Daumen für die Basssaite bei G- und A-Akkorden. Das gibt dir mehr Freiheit für Verzierungen mit den restlichen Fingern.
  11. Geometrie der Akkorde: Begreife die Verschiebbarkeit der Griffe (E7#9 zu A7), um das Griffbrett besser zu verstehen.
  12. Arbeite mit dem Looper: Nimm die 12 Takte auf und improvisiere in der E-Moll Pentatonik darüber, um dein Timing zu festigen.

🔗 Hilfreiche Ressourcen:

Viel Spaß beim Meistern dieses Grooves und viel Erfolg auf dem Weg zum nächsten Level!
Dein Horst Keller

#Gitarrelernen #JimiHendrix #StevieRayVaughan #BluesGitarre #Gitarrenriffs #VIPGuitar #HorstKeller #Gitarrenlicks

Zusatzmaterial für Unterstützer

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Sie müssen den Bedingungen zustimmen, um fortzufahren.