Deep Purple · Ritchie Blackmore · Steve Morse · Horst Keller
Black Night auf der Gitarre
Horst und Sebastian zerlegen den Song in drei klar getrennte Aufgaben: Hauptriff, Powerchord-Begleitung und freie Solosprache in E. Du lernst die D-E-Bewegung, die Figuren über A und G sowie einen kontrollierten Weg von der E-Moll-Pentatonik zu Tremolohebel, Chromatik und String Skipping.
Lerne zuerst den Puls und die Rückkehr nach E. Die Sololicks funktionieren erst dann zuverlässig, wenn die Begleitung ohne Suchbewegung durchläuft.
Die vollständige Gitarrenstunde
Riff, Begleitung und Solo in einer Lektion
Horst und Sebastian spielen die Form gemeinsam, zeigen die Griffe in Nahaufnahme und trennen Ritchie-Blackmore- und Steve-Morse-Bausteine in spielbare Bewegungen.
Der Groove trägt die Freiheit
Das Riff ist sofort erkennbar, aber die eigentliche Übung liegt in Timing, Dämpfung und den kurzen Pausen zwischen den Figuren.
Halte Begleitung und Solo zunächst getrennt. Eine belastbare Rhythmusspur gibt dir später den Raum für freie Phrasen.
Das Hauptthema
Die D-E-Bewegung bleibt kompakt
Horst zeigt das Thema langsam und führt die Bewegung immer wieder in die E-Position zurück. Entscheidend sind die kleinen Wege und die leicht verzögerten letzten Töne der Figur.
Hammer-On
Beginne auf D im fünften Bund der A-Saite und hämmere auf E. Die Bewegung bleibt in einer Handposition.
Grundpuls
Die leere tiefe E-Saite hält den Bezug zum tonalen Zentrum. Dämpfe sie kontrolliert und gleichmäßig.
Zwischenfigur
Die Slides führen zurück in die E-Position. Der Zielton muss im Puls landen, nicht erst danach.
Timing
Die letzten drei Töne wirken leicht verzögert. Horst warnt davor, die Stelle zu abgehackt zu spielen.
Die separate Partitur dokumentiert das Arrangement in 114 Takten bei 135 BPM. Das Tempo ist kein Startwert. Nimm zuerst die Bewegungsfolge aus der Lektion und erhöhe erst, wenn Hammer-On, Slide und Pause zusammen grooven.
Die Akkordbewegung
A, G und E formen die Begleitung
Auf A wechselt die Figur zwischen Grundton und Oktave. Danach führt sie über G zurück nach E. Horst zeigt zwei kurze gedämpfte E-Anschläge, alternativ kann die E-Note in der gegriffenen Lage stehen bleiben.
Im letzten Durchgang erscheint H im zweiten Bund der A-Saite, bevor das Hauptthema wieder beginnt. Die Akkorde bleiben als Powerchords offen für Dur- und Mollfarben im Solo.
Variiere erst, wenn die Form hörbar bleibt. Eine Oktave oder ein Pinched Harmonic darf Farbe geben, aber nicht den Puls ersetzen.
Fünf Formkontrollen
- Landet der Hammer-On klar auf E?
- Bleibt die tiefe E-Saite sauber gedämpft?
- Sitzt der Wechsel von A nach G im Puls?
- Führt die Figur ohne Pause zurück nach E?
- Erkennst du den letzten Durchgang mit H?
Ritchie-Blackmore-Sprache
Blueslicks und Tremolohebel rhythmisch führen
Der erste Zugang kommt aus der E-Moll-Pentatonik und klingt fast wie ein klassisches Blueslick. Im Originalsolo wird die Linie durch starke Bewegungen mit dem Tremolohebel erweitert.
Horst hämmert einen Ton im 15. Bund auf und drückt den Hebel gleichzeitig abwärts. Der Hebel ist dabei kein freier Effekt. Seine Bewegung folgt einem klaren rhythmischen Muster.
Übe zuerst Ton und Rhythmus ohne Hebel. Ergänze danach eine einzige kontrollierte Abwärtsbewegung und prüfe, ob die Rückkehr zur Ausgangstonhöhe sauber bleibt.
Tremolohebel aufbauen
- Blueslick ohne Hebel spielen.
- Zielton im 15. Bund halten.
- Hebel einmal rhythmisch absenken.
- Tonhöhe kontrolliert zurückführen.
- Erst danach die Figur verbinden.
Steve-Morse-Sprache
Chromatik, String Skipping und Pedalton
Die moderne Solovariante erweitert die Pentatonik um Halbtöne, Blue Note und große Saitensprünge. Jede Idee bekommt eine eigene Bewegungsaufgabe.
12, 14, 15
Drei benachbarte Töne verbinden Pentatonik, Blue Note und chromatische Farbe.
String Skipping
Nach der Dreiergruppe springt die Hand zur dünnen E-Saite. Der Pickweg bleibt klein.
12, 13, 14
Die reine Halbtonfolge trainiert gleichmäßige Fingerabstände und saubere Saitenwechsel.
Pedalton
Eine feste Rückkehrnote wechselt mit Tönen auf tieferen Saiten und erzeugt ein Repeating Lick.
Spiele jede Gruppe zunächst in gleichmäßigen Achteln. Beim Saitensprung prüfst du nur zwei Dinge: Bleibt die nicht gespielte Saite stumm, und landet der Zielton ohne zusätzlichen Akzent? Tempo kommt erst nach Dämpfung und Trefferquote.
Dur, Moll und modale Farbe
Die Powerchords lassen harmonischen Raum
Über E beginnen Horst und Sebastian mit der E-Moll-Pentatonik und wechseln stellenweise in E-Dur. Über dem A-Powerchord demonstrieren sie außerdem Töne aus H-Moll als dorische Farbe.
Weil die Begleitung keine vollständigen Dur- oder Mollakkorde vorgibt, können diese Farben nebeneinander funktionieren. Entscheidend bleibt der Zielton: Eine H-Moll-Linie darf auf A landen, statt unkontrolliert auf H stehen zu bleiben.
Höre jede Farbe gegen einen einzelnen Begleitakkord. Spiele erst E-Moll-Pentatonik, dann E-Dur und danach die H-Moll-Idee über A. So hörst du die Funktion statt nur ein Pattern.
Drei Hörschritte
- E-Moll-Pentatonik über E.
- E-Dur-Farbe über E.
- H-Moll-Töne über A.
- Jede Linie auf einem Akkordton beenden.
- Erst danach frei zwischen Farben wechseln.
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20 direkte Kapitel
- 00:08 · EinführungBlack Night als gemeinsame Live-Lektion.
- 01:47 · Tonales ZentrumE und die erste E-Moll-Pentatonik.
- 02:28 · HauptbewegungD nach E und die tiefe E-Saite.
- 03:17 · Riff im ZusammenhangDas bekannte Thema mit Bandgefühl.
- 04:42 · Form und SoloBegleitung, Improvisation und Klangfarben.
- 06:38 · Thema langsamDas Riff ungefähr im halben Tempo.
- 07:17 · D-E-Hammer-OnGroove und Wiederholungsstruktur.
- 07:58 · Slides und RückkehrFingersatz und E-Position.
- 08:45 · Verzögerte TöneDie Schlussgruppe nicht abhacken.
- 09:02 · A-PowerchordGrundton, Oktave und freie Variation.
- 10:12 · A, G und ERückweg und gedämpfte E-Anschläge.
- 11:04 · SolobegleitungE als Basis für die Improvisation.
- 14:55 · Blackmore-LickBluesvokabular in der E-Moll-Pentatonik.
- 15:20 · TremolohebelStarke Tonhöhenbewegungen im Originalsolo.
- 17:08 · Hebel im RhythmusBewegung und Groove zusammenführen.
- 17:32 · Morse-ChromatikHalbtöne und Blue Note ergänzen.
- 18:09 · Dreiergruppen12, 14 und 15 als Ausgangspunkt.
- 20:04 · String SkippingDreiergruppe und Sprung zur E-Saite.
- 21:39 · Pedalton-LickFeste Rückkehrnote mit Saitensprüngen.
- 35:20 · ÜbeauftragRiff, Rhythmus und freie Improvisation.
Konkreter Übeplan
Sechs Einheiten vom Riff zur Improvisation
- Puls: Gedämpfte Achtel auf E gleichmäßig spielen.
- Riff: D-E-Hammer-On und Slides isolieren.
- Form: A, G, E und den letzten H-Ton verbinden.
- Blackmore: Blueslick und eine Hebelbewegung trennen.
- Morse: 12-14-15, String Skipping und Pedalton aufnehmen.
- Solo: Zwei Takte improvisieren und bewusst auf E landen.
Ein Baustein pro Durchgang
Nimm die Begleitung für 30 bis 60 Sekunden als Loop auf. Im ersten Durchgang spielst du nur zwei Pentatoniktöne. Im zweiten ergänzt du ein Bending, im dritten eine chromatische Dreiergruppe.
Wenn Timing oder Dämpfung kippen, gehst du sofort zur vorherigen Stufe zurück. So bleibt die Improvisation musikalisch und wird nicht zur Fingerübung ohne Bezug.
Der Kontrollpunkt lautet: Hörst du nach jedem Lick noch den geraden Puls der Begleitung?
Rocksound mit klarer Kontur
Verzerrung darf die Artikulation nicht verdecken
Marshall-artiger Crunch
Horst und Sebastian verwenden in der Lektion Marshall-Simulationen. Der Grundsound bleibt offen genug für Powerchords, Hammer-Ons und Slides.
Mehr Gain, wenig Echo
Für die Solodemonstration schaltet Horst zusätzliche Verzerrung dazu und lässt das Echo aus, damit Anschlag und Tonhöhenbewegung deutlich bleiben.
Stelle zuerst so wenig Gain ein, dass gedämpfte und offene Töne klar auseinanderbleiben. Ein Pinched Harmonic ist eine Artikulation, kein Ersatz für mehr Verzerrung.
Passende Vertiefung
Baue Morse-Technik und Blackmore-Phrasierung aus
Weitere Lektionen aus dem ursprünglichen Beitrag: Morse-Tonleiterpattern sowie Ritchie-Blackmore-Licks 1, 2, 3, 4 und 5.



