Deep Purple · Ritchie Blackmore · Steve Morse · Horst Keller

Black Night auf der Gitarre

Horst und Sebastian zerlegen den Song in drei klar getrennte Aufgaben: Hauptriff, Powerchord-Begleitung und freie Solosprache in E. Du lernst die D-E-Bewegung, die Figuren über A und G sowie einen kontrollierten Weg von der E-Moll-Pentatonik zu Tremolohebel, Chromatik und String Skipping.

Lerne zuerst den Puls und die Rückkehr nach E. Die Sololicks funktionieren erst dann zuverlässig, wenn die Begleitung ohne Suchbewegung durchläuft.

Tonales ZentrumE
BegleitungE · D · A · G
Partitur135 BPM
Lektion35:40 Minuten

Die vollständige Gitarrenstunde

Riff, Begleitung und Solo in einer Lektion

Horst und Sebastian spielen die Form gemeinsam, zeigen die Griffe in Nahaufnahme und trennen Ritchie-Blackmore- und Steve-Morse-Bausteine in spielbare Bewegungen.

Dein Auftrag: Spiele zunächst nur den geraden Puls auf E. Ergänze dann den Hammer-On von D nach E und die Rückkehr über A und G. Erst wenn diese Begleitung stabil läuft, improvisierst du mit zwei Tönen aus der E-Moll-Pentatonik darüber.

Der Groove trägt die Freiheit

Das Riff ist sofort erkennbar, aber die eigentliche Übung liegt in Timing, Dämpfung und den kurzen Pausen zwischen den Figuren.

Halte Begleitung und Solo zunächst getrennt. Eine belastbare Rhythmusspur gibt dir später den Raum für freie Phrasen.

Das Hauptthema

Die D-E-Bewegung bleibt kompakt

Horst zeigt das Thema langsam und führt die Bewegung immer wieder in die E-Position zurück. Entscheidend sind die kleinen Wege und die leicht verzögerten letzten Töne der Figur.

D nach E

Hammer-On

Beginne auf D im fünften Bund der A-Saite und hämmere auf E. Die Bewegung bleibt in einer Handposition.

E als Pedal

Grundpuls

Die leere tiefe E-Saite hält den Bezug zum tonalen Zentrum. Dämpfe sie kontrolliert und gleichmäßig.

Kurze Slides

Zwischenfigur

Die Slides führen zurück in die E-Position. Der Zielton muss im Puls landen, nicht erst danach.

Drei Schlusspunkte

Timing

Die letzten drei Töne wirken leicht verzögert. Horst warnt davor, die Stelle zu abgehackt zu spielen.

Die separate Partitur dokumentiert das Arrangement in 114 Takten bei 135 BPM. Das Tempo ist kein Startwert. Nimm zuerst die Bewegungsfolge aus der Lektion und erhöhe erst, wenn Hammer-On, Slide und Pause zusammen grooven.

Die Akkordbewegung

A, G und E formen die Begleitung

Auf A wechselt die Figur zwischen Grundton und Oktave. Danach führt sie über G zurück nach E. Horst zeigt zwei kurze gedämpfte E-Anschläge, alternativ kann die E-Note in der gegriffenen Lage stehen bleiben.

Im letzten Durchgang erscheint H im zweiten Bund der A-Saite, bevor das Hauptthema wieder beginnt. Die Akkorde bleiben als Powerchords offen für Dur- und Mollfarben im Solo.

Variiere erst, wenn die Form hörbar bleibt. Eine Oktave oder ein Pinched Harmonic darf Farbe geben, aber nicht den Puls ersetzen.

Fünf Formkontrollen

  1. Landet der Hammer-On klar auf E?
  2. Bleibt die tiefe E-Saite sauber gedämpft?
  3. Sitzt der Wechsel von A nach G im Puls?
  4. Führt die Figur ohne Pause zurück nach E?
  5. Erkennst du den letzten Durchgang mit H?

Ritchie-Blackmore-Sprache

Blueslicks und Tremolohebel rhythmisch führen

Der erste Zugang kommt aus der E-Moll-Pentatonik und klingt fast wie ein klassisches Blueslick. Im Originalsolo wird die Linie durch starke Bewegungen mit dem Tremolohebel erweitert.

Horst hämmert einen Ton im 15. Bund auf und drückt den Hebel gleichzeitig abwärts. Der Hebel ist dabei kein freier Effekt. Seine Bewegung folgt einem klaren rhythmischen Muster.

Übe zuerst Ton und Rhythmus ohne Hebel. Ergänze danach eine einzige kontrollierte Abwärtsbewegung und prüfe, ob die Rückkehr zur Ausgangstonhöhe sauber bleibt.

Tremolohebel aufbauen

  1. Blueslick ohne Hebel spielen.
  2. Zielton im 15. Bund halten.
  3. Hebel einmal rhythmisch absenken.
  4. Tonhöhe kontrolliert zurückführen.
  5. Erst danach die Figur verbinden.

Steve-Morse-Sprache

Chromatik, String Skipping und Pedalton

Die moderne Solovariante erweitert die Pentatonik um Halbtöne, Blue Note und große Saitensprünge. Jede Idee bekommt eine eigene Bewegungsaufgabe.

12, 14, 15

Drei benachbarte Töne verbinden Pentatonik, Blue Note und chromatische Farbe.

String Skipping

Nach der Dreiergruppe springt die Hand zur dünnen E-Saite. Der Pickweg bleibt klein.

12, 13, 14

Die reine Halbtonfolge trainiert gleichmäßige Fingerabstände und saubere Saitenwechsel.

Pedalton

Eine feste Rückkehrnote wechselt mit Tönen auf tieferen Saiten und erzeugt ein Repeating Lick.

Spiele jede Gruppe zunächst in gleichmäßigen Achteln. Beim Saitensprung prüfst du nur zwei Dinge: Bleibt die nicht gespielte Saite stumm, und landet der Zielton ohne zusätzlichen Akzent? Tempo kommt erst nach Dämpfung und Trefferquote.

Dur, Moll und modale Farbe

Die Powerchords lassen harmonischen Raum

Über E beginnen Horst und Sebastian mit der E-Moll-Pentatonik und wechseln stellenweise in E-Dur. Über dem A-Powerchord demonstrieren sie außerdem Töne aus H-Moll als dorische Farbe.

Weil die Begleitung keine vollständigen Dur- oder Mollakkorde vorgibt, können diese Farben nebeneinander funktionieren. Entscheidend bleibt der Zielton: Eine H-Moll-Linie darf auf A landen, statt unkontrolliert auf H stehen zu bleiben.

Höre jede Farbe gegen einen einzelnen Begleitakkord. Spiele erst E-Moll-Pentatonik, dann E-Dur und danach die H-Moll-Idee über A. So hörst du die Funktion statt nur ein Pattern.

Drei Hörschritte

  1. E-Moll-Pentatonik über E.
  2. E-Dur-Farbe über E.
  3. H-Moll-Töne über A.
  4. Jede Linie auf einem Akkordton beenden.
  5. Erst danach frei zwischen Farben wechseln.

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20 direkte Kapitel

Konkreter Übeplan

Sechs Einheiten vom Riff zur Improvisation

  1. Puls: Gedämpfte Achtel auf E gleichmäßig spielen.
  2. Riff: D-E-Hammer-On und Slides isolieren.
  3. Form: A, G, E und den letzten H-Ton verbinden.
  4. Blackmore: Blueslick und eine Hebelbewegung trennen.
  5. Morse: 12-14-15, String Skipping und Pedalton aufnehmen.
  6. Solo: Zwei Takte improvisieren und bewusst auf E landen.

Ein Baustein pro Durchgang

Nimm die Begleitung für 30 bis 60 Sekunden als Loop auf. Im ersten Durchgang spielst du nur zwei Pentatoniktöne. Im zweiten ergänzt du ein Bending, im dritten eine chromatische Dreiergruppe.

Wenn Timing oder Dämpfung kippen, gehst du sofort zur vorherigen Stufe zurück. So bleibt die Improvisation musikalisch und wird nicht zur Fingerübung ohne Bezug.

Der Kontrollpunkt lautet: Hörst du nach jedem Lick noch den geraden Puls der Begleitung?

Rocksound mit klarer Kontur

Verzerrung darf die Artikulation nicht verdecken

Begleitung

Marshall-artiger Crunch

Horst und Sebastian verwenden in der Lektion Marshall-Simulationen. Der Grundsound bleibt offen genug für Powerchords, Hammer-Ons und Slides.

Solo

Mehr Gain, wenig Echo

Für die Solodemonstration schaltet Horst zusätzliche Verzerrung dazu und lässt das Echo aus, damit Anschlag und Tonhöhenbewegung deutlich bleiben.

Stelle zuerst so wenig Gain ein, dass gedämpfte und offene Töne klar auseinanderbleiben. Ein Pinched Harmonic ist eine Artikulation, kein Ersatz für mehr Verzerrung.

Passende Vertiefung

Baue Morse-Technik und Blackmore-Phrasierung aus

Weitere Lektionen aus dem ursprünglichen Beitrag: Morse-Tonleiterpattern sowie Ritchie-Blackmore-Licks 1, 2, 3, 4 und 5.

Dein nächster Schritt

Loop die Begleitung, dann antworte

Spiele eine Minute lang nur E, A und G im geraden Puls. Danach antwortest du mit einem kurzen Pentatoniklick. Im nächsten Durchgang ergänzt du genau eine chromatische Dreiergruppe. Mehr Material brauchst du für den Anfang nicht.

„Nicht zu viel hinein interpretieren, den Riff lernen, den Rhythmus lernen und drauflos improvisieren.“Horst Keller, aus der Videolektion

Was fordert dich mehr: der Riff, die Tremolohebel-Bewegung oder das String Skipping?

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