Spiele wie Jimi Hendrix – Riffs & Licks (Teil 4)

In der vierten Folge unserer Hendrix-Serie verlassen wir den perkussiven Blues-Groove und tauchen ein in die atmosphärische, fast schon zerbrechliche Welt seiner Balladen. Wenn Jimi Hendrix in E-Dur spielte, verwandelte er die Gitarre in ein Orchester. Es ist dieser fließende Stil, den wir von Klassikern wie „The Wind Cries Mary“ oder „Little Wing“ kennen, bei dem Akkorde und Melodielinien so organisch ineinandergreifen, dass man sie nicht mehr trennen kann.

Heute lernst du, wie du durch den gezielten Einsatz von Double Stops, Slides und Hammer-ons diese magische, singende Qualität in dein Spiel bringst. Es geht weniger um technische Schnelligkeit als vielmehr um das Bewusstsein für Phrasierung und den Mut zur Pause.

Ein Blick zurück: Die Einflüsse hinter dem Balladen-Stil

Jimi Hendrix war ein Meister darin, Einflüsse aus dem R&B und Soul zu transformieren. Sein Spiel in E-Dur wurde maßgeblich von Künstlern wie Curtis Mayfield beeinflusst. Mayfield nutzte oft Quarten und Terzen (Double Stops), um Akkorde zu verzieren, während er gleichzeitig den Rhythmus hielt.

Hendrix nahm diese Technik und fügte ihr seine typische Rock-Attitüde und eine Prise Psychedelik hinzu. Er nutzte die E-Dur Pentatonik nicht nur als Skala für Solos, sondern als harmonisches Gerüst, um Akkorde innerhalb des Griffs zu „umspielen“. In diesem Teil der Serie lernst du genau diese Verbindung: Die Eleganz des Soul kombiniert mit der Ausdruckskraft des Rock.

Die Hendrix-Balladen-Technik im Detail

Technik Wirkung Anwendung
Double Stops Erzeugt einen vollen, klavierähnlichen Sound. Meist auf den D-, G- und H-Saiten (Quarten & Terzen).
Slides & Glissandi Verbindet Lagen fließend und gesanglich. Gleiten zwischen den Pentatonik-Boxen in E-Dur.
Hammer-ons / Pull-offs Verleiht den Akkorden Bewegung (Flourish). Verzierungen innerhalb des E-Dur Barree-Griffs.
Dynamik Erzeugt Tiefe und Emotionalität. Sanfter Anschlag mit dem Daumen oder der Plektrumkante.

Die Themen im Überblick:

Einstieg & Sound-Check

[00:52] Stilistik & Aufbau: Warum der Balladen-Vibe in E-Dur so besonders ist.
[01:41] Demo-Performance: Das komplette Beispiel im Originaltempo zur Inspiration.
[02:26] Sound-Settings: So stellst du deinen Amp-Boost und die Effekte für diesen schwebenden Ton ein.

Die spieltechnische Analyse

[03:04] Takt 1: Der perfekte Auftakt mit gezielten Slides und Double Stops.
[03:29] Takt 2: Die typische Hendrix-Pull-off-Technik – das Geheimnis fließender Linien.
[05:33] Takt 3 & 4: Die E-Dur Pentatonik clever nutzen und melodische Abfolgen gestalten.
[06:58] Takt 5: Charakteristische Abgänge und Hammer-ons für den authentischen Vibe.
[09:13] Takt 6 & 7: Gleitende Double Stops und der Weg zum großen E-Dur Finale.

Praxis-Training & Coaching

[10:44] Gesamtdurchlauf: Wir trainieren gemeinsam bei 70 BPM und steigern uns zum Originaltempo.
[12:44] Profi-Tipp: Warum mentale und muskuläre Entspannung der wahre Schlüssel zu diesem Sound ist.
[16:30] Intensiv-Übung: Letztes gemeinsames Durchspielen bei Tempo 60 zur Festigung der Details.
[18:57] Verabschiedung & Ausblick auf das Finale der Serie.


Meine Top 12 Tipps für den Hendrix-Balladen-Stil:

  1. Denk wie ein Sänger: Versuche, die Licks mitzusingen. Das hilft dir, die Phrasierung natürlicher zu gestalten.
  2. Die Magie der Quarten: Nutze Double Stops (zwei Saiten gleichzeitig) statt voller Akkorde für einen luftigeren Sound.
  3. Slides als Bindeglied: Nutze Slides nicht nur als Effekt, sondern um elegant zwischen den Lagen der E-Dur Pentatonik zu wechseln.
  4. Dynamische Kontrolle: Spiele die leisen Stellen wirklich leise. Der Balladen-Stil lebt vom Kontrast.
  5. Saubere Hammer-ons: Achte darauf, dass die Verzierungen (Hammer-ons) genauso laut klingen wie der angeschlagene Ton.
  6. Lass es atmen: Hendrix hat oft kleine Pausen gelassen, damit der Ton des Amps (das Sustain) wirken kann.
  7. E-Dur Pentatonik: Lerne die Skala über das gesamte Griffbrett, um nicht an einer Stelle „festzukleben“.
  8. Greifhand-Winkel: Halte die Greifhand locker, damit die Pull-offs sauber abperlen können.
  9. Hybrid Picking: Experimentiere damit, die Bassnoten mit dem Plektrum und die Double Stops mit den Fingern zu zupfen.
  10. Effekt-Einsatz: Ein dezentes Delay oder ein Vibe-Effekt unterstützt die Atmosphäre, darf den Ton aber nicht „ertränken“.
  11. Geduld beim Üben: Diese fließenden Bewegungen brauchen Zeit. Übe extrem langsam (Tempo 60), bis es sich mühelos anfühlt.
  12. Visualisierung: Stell dir vor, wie die Akkordtöne in die Melodietöne übergehen – sie sind ein und dasselbe.

🔗 Hilfreiche Ressourcen:

Genieße die Reise in die melodische Seite von Hendrix. Wir sehen uns im nächsten Teil!

Viel Freude und nachhaltigen Fortschritt beim Üben
Dein Horst Keller
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