Thema: Metalgitarre, Galopp und Downstrokes

Kurs Rhythmusgitarre Folge 5

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Von Jimmy Page über Iron Maiden zu Metallica: In dieser Folge geht es um die rechte Hand. Sechs einfache Rhythmusübungen bereiten dich auf die Riffs vor. Entscheidend ist nicht, sofort das Originaltempo zu schaffen, sondern druckvoll zu spielen und dabei locker zu bleiben.

Folge 5 von 10 · Metalgitarre · 67 Minuten

Wenige Riffs, aber die richtig gut

Metalriffs machen unglaublich viel Spaß. Sie zeigen dir aber auch ziemlich ehrlich, wie gut deine rechte Hand trainiert ist. Bei „Master of Puppets“ reicht es nicht, die Töne zu kennen. Die Anschläge müssen gleichmäßig kommen, die Pausen sauber bleiben und die Hand muss das Tempo eine Weile durchhalten.

Ich habe mich vor dieser Gitarrenstunde selbst gründlich warmspielen müssen. Ein Riff kurz auf hohem Tempo zu spielen ist etwas anderes, als einen ganzen Song oder ein Konzert durchzuhalten. Lass dich deshalb nicht von den Geschwindigkeiten der Originale unter Druck setzen. Beginne langsam und bleib locker. Wenn du nur noch mit Kraft weiterkommst, nimm das Tempo zurück.

Mein Rat: Beschäftige dich lieber länger mit einem guten Riff, statt jeden Tag ein neues anzufangen. Mit den sechs Übungen und den Klassikern aus dieser Folge hast du genug Stoff, um deine Rhythmusgitarre über Wochen spürbar zu verbessern.

Die sechs Übungen für deine rechte Hand

Wir beginnen auf einer abgedämpften Saite. So kannst du dich ganz auf die Anschläge konzentrieren. Erst danach kommen die Powerchords dazu.

1

Triolen mit Abschlägen

Drei gleich lange Töne pro Zählzeit, alles mit Abschlägen. Betone den ersten Ton jeder Dreiergruppe. So hörst du, wo die nächste Zählzeit beginnt.

2

Gerade Sechzehntel

Vier gleichmäßige Töne pro Zählzeit im Wechselschlag: ab, auf, ab, auf. Die Hand bewegt sich klein und gleichmäßig. Die erste Note jeder Vierergruppe gibt dir die Orientierung.

3

Der Galopp

Eine Achtelnote und zwei Sechzehntel. Du hörst drei Anschläge, aber der erste Ton ist doppelt so lang. Das unterscheidet den Galopp von der Triole.

4

Der umgekehrte Galopp

Jetzt kommen zuerst die beiden kurzen Sechzehntel, danach die längere Achtelnote. Die gleichen Notenwerte in anderer Reihenfolge verändern den Groove deutlich.

5

Galopp nur mit Abschlägen

Der Rhythmus aus Übung 3 bleibt gleich. Du spielst ihn jetzt vollständig mit Abschlägen. Nimm dafür ein langsameres Tempo, damit die Bewegung locker bleibt.

6

Umgekehrter Galopp mit Abschlägen

Auch Übung 4 lässt sich mit reinen Abschlägen spielen. Das ist ein gutes Training für die Ausdauer, solange der Rhythmus sauber bleibt und du nicht verkrampfst.

Drei Anschläge sind nicht immer eine Triole

Beim Galopp liegt die Bewegung der rechten Hand auf dem Sechzehntelraster. Ein Aufschlag bleibt jeweils stumm. Genau das macht die beiden Varianten so griffig.

So laufen die Anschläge

Triole: drei gleich lange Töne
1 · 2 · 3
Alle drei Noten teilen eine Zählzeit gleichmäßig auf. In Übung 1 spielst du sie mit Abschlägen.

Galopp: lang, kurz, kurz
AB · (AUF) · AB · AUF
Den eingeklammerten Aufschlag lässt du aus: Die Hand geht an der Saite vorbei. Danach spielst du die beiden kurzen Noten mit Ab- und Aufschlag. Es klingen also ab, ab, auf. Die Bewegung bleibt im gleichmäßigen Sechzehntelraster.

Umgekehrter Galopp: kurz, kurz, lang
AB · AUF · AB · (AUF)
Du beginnst mit Ab- und Aufschlag für die beiden kurzen Noten. Dann folgt ein Abschlag für die lange Note, während der letzte Aufschlag an der Saite vorbeigeht.

Erst hören, dann beschleunigen

Spiel die Triole und den Galopp bei gleichem Tempo direkt nacheinander. Bei der Triole sind alle drei Töne gleich lang. Beim Galopp hörst du die lange Note deutlich. Erst wenn du diesen Unterschied sicher hörst und spielst, lohnt es sich, schneller zu werden.

Druck kommt nicht nur aus der Hand

Ein verzerrter Sound reagiert auf alles, was du anschlägst oder ungewollt mitklingen lässt. Übe deshalb auch mit dem Sound, den du später spielen möchtest. Du lernst dabei, die tiefen Saiten mit dem Handballen zu dämpfen und die übrigen Saiten ruhig zu halten.

Offen und abgedämpft müssen hörbar verschieden sein. Bei den Iron-Maiden-Beispielen öffnest du einzelne Anschläge und dämpfst die folgenden wieder ab. Dieses Wechselspiel gibt dem Riff seinen Charakter. Dafür musst du nicht brutal zuschlagen: Der Sound trägt einen großen Teil des Drucks.

Wenn die Hand müde wird, mach eine Pause und schüttle sie locker aus. Mehr Kraft ist dann nicht die Lösung. Saubere Wiederholungen auf einem passenden Tempo bringen dir mehr als ein schneller Durchgang, bei dem du dich festspielst.

Vier Klassiker zum Ausprobieren

Die Übungen stehen nicht für sich allein. In diesen Beispielen hörst du, was daraus musikalisch wird. Du musst nicht gleich jeden Song vollständig lernen.

Led Zeppelin: „Kashmir“

Jimmy Page zeigt, wie viel Spannung mit wenigen Tönen entstehen kann. Eine Stimme bleibt liegen, während die andere chromatisch wandert. Im Video spiele ich das Beispiel in DADGAD-Stimmung und zeige auch eine vereinfachte Möglichkeit in Standardstimmung.

Iron Maiden: „The Number of the Beast“

Hier trainierst du die Abschläge und das Wechselspiel zwischen offenen und gedämpften Anschlägen. Im Video reduzieren wir das Tempo auf 100 BPM. Nimm dir die Zeit, den Rhythmus sauber zu spielen und abzudämpfen, bevor du schneller wirst.

Iron Maiden: „Run to the Hills“

Der typische Galopp verbindet Powerchords mit abgedämpften tiefen Tönen. Hier kommt der Wechselschlag zum Einsatz. Wenn das Motiv sitzt, verschiebe es auf andere Powerchords und mach etwas Eigenes daraus.

Metallica: „Master of Puppets“

Die Genauigkeit von James Hetfields rechter Hand ist ein großartiges Vorbild. Im Video hörst du das Riff mit einem kräftigen Rhythmussound. Fang bei Bedarf mit halbem Tempo an. Die schnellen Abschläge sind ein langfristiges Training, kein Einstiegstest.

Hör nicht nur auf die Gitarren

Gerade bei Iron Maiden lohnt es sich, bewusst auf Steve Harris am Bass und Nicko McBrain am Schlagzeug zu hören. Dieser gemeinsame Puls macht die Riffs so stark. Wenn du die Songs oft hörst, bekommst du ein Gefühl für die Betonungen, bevor du sie selbst auf Tempo bringst.

So würde ich an deiner Stelle üben

Nimm dir zuerst die sechs Rhythmusübungen vor. Auf einer Saite merkst du schnell, ob die Anschläge gleichmäßig sind. Vergleiche vor allem die Triole mit dem Galopp. Danach überträgst du die Rhythmen auf einen Powerchord.

Such dir anschließend ein Riff aus, das du wirklich gern hörst. Reduziere das Tempo so weit, dass du den Rhythmus sauber spielen kannst. Bleib einige Zeit dabei und steigere erst, wenn sich die Bewegung sicher und locker anfühlt. Du musst nicht alle vier Beispiele gleichzeitig bearbeiten.

Wenn dir ein Motiv gefällt, probiere es mit anderen Powerchords aus. Genau das war auch einer der besten Ratschläge meines eigenen Gitarrenlehrers: Sei kreativ. Aus einer gelernten Idee darf etwas Eigenes werden.

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1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort

  • Hallo Horst,
    Habe durch deine Kurse eine Menge an Spielerfahrung gesammelt und dazu gelernt.
    Deine Videos sind sehr von hoher Qualität. Aber was ich sagen möchte:“ Jede Lexion die du von Rhytmus jetzt bringst ergibt jede Woche etwas neues. Trainieren jedoch (z.B abdämpfen der Powerchords, schnelligkeit) muss trainiert werden. Zu Hause man braucht einige Wochen um da hinzukommen das es auch gut klingt. Meine Erfahrung , ich trainiere jeden tag 1-2 Stunden und merke , das es immer besser wird. Ich nehme mir das Video der einzelnen Lexion nochmal zur Hand und gehe es Schritt für Schritt durch. Auch mache ich immer noch deine Fingerübungen und mein trätschen der Finger ist so schon sehr gut geworden. Ich schaffe jetzt sexten und Nonen schon sehr gut, muss aber vorher die Finger warm-spielen. Dadurch, dass ich in meinen Terminkalender von Mo- Sa. einen Eintrag von 2 Stunden habe, steht der Fernseher still und meine Telefone ruhen. So komme ich dem Ziel schon etwas näher. Was schön wäre zum Abschluss Rhytmus, mal ein ganzes Solostück eines Gitarristen zu lehren und es musikalich auseinander zunehmen. Solo nach Pentatoniken, Power chords mit einbauen und welche Dur und welche Akkorde.

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