Songtutorial · Black Sabbath · Tony Iommi
Paranoid auf der Gitarre: Druck entsteht durch Kontrolle
Das Riff wirkt roh, ist aber präzise gebaut. In Horsts kompletter Lektion lernst du den Intro-Hammer-on, die durchgehende Rhythmusgitarre, Chorus und Übergänge sowie Tony Iommis 16-taktiges Solo. Der rote Faden ist immer derselbe: anschlagen, stoppen, Nebengeräusche kontrollieren und erst dann Tempo aufbauen.
Komplette Lektion und Referenz
Erst hören, dann die Bewegung festlegen
Horst arbeitet im Tutorial mit seinem Schüler Ronny. Dadurch siehst du nicht nur das fertige Ergebnis, sondern auch die echten Korrekturen: weniger Greifdruck, saubere Hammer-ons, kontrollierte Saiten und eine sinnvolle Aufteilung des Solos.
Intro und Hauptriff
Der Klassiker beginnt mit zwei Saiten und einem klaren Hammer-on
Das Intro liegt im zwölften Bund. Horst greift E5 auf der tiefen E- und A-Saite als kleines Barré und hämmert den 14. Bund. Die folgenden Töne stammen aus der E-Moll-Pentatonik. Entscheidend ist nicht Kraft, sondern ein schneller, lockerer Impuls.
E5 im 12. Bund
Schlage nur die beiden tiefen Saiten an. Der Akkord muss sofort kompakt und ohne offene Nebensaiten stehen.
Hammer-on 12 zu 14
Der Zielton kommt aus der Greifhand. Hebe den Finger nicht unnötig hoch und vermeide eine langsame Druckbewegung.
Durchgehende Achtel
In der Strophe trägt E5 acht Anschläge pro Takt. Ein Teil bleibt palm-muted, einzelne Akzente öffnen den Sound.
G5, D5, E5
Der kurze Akkordlauf lebt von der punktierten Viertel und der Pause. Der Stopp gehört rhythmisch zur Figur.
Rhythmusgitarre
Wenig Material, aber keine ungenauen Enden
Die Begleitung wiederholt wenige Formen. Gerade deshalb hört man jede Unsauberkeit. Horst trennt die Aufgabe in Anschlag, Abdämpfen und Akkordwechsel. Der Song wird nicht durch mehr Gain stabil, sondern durch eindeutige Bewegungen.
Direkt vor der Brücke
Lege den Handballen so auf, dass der Ton Druck behält. Zu weit vorne wird er stumpf, zu weit hinten bleibt er unkontrolliert offen.
Stopp als eigener Schlag
Bei G5, D5 und E5 beendet die Greifhand den Ton. Übe den Moment der Stille genauso genau wie den Anschlag.
E und D unterschiedlich färben
Powerchords wechseln mit volleren Griffen in hoher Lage. Der harmonische Inhalt bleibt schlicht, die Klangfarbe verändert die Fläche.
Songform und Notation
Die Struktur nimmt dir Arbeit ab
GP und GPX gliedern 112 Takte in Intro, fünf Strophen, Übergänge, Chorus, Instrumentalteil, 16-taktiges Gitarrensolo und Outro. Die Rhythmusgitarre bleibt auch unter dem Solo bei ihrem bekannten Muster. Du musst deshalb nicht jeden Takt als neue Information lernen.
Die beiden PDF-Dateien notieren 160 BPM, GP und GPX speichern 165 BPM. Fürs Üben ist dieser Quellenunterschied unwichtig: Horst startet langsamer und erhöht erst, wenn Rhythmus, Stopp und Saitenkontrolle stabil sind.
Die belastbare Reihenfolge
- Introfigur und Hammer-on isolieren.
- Strophengroove auf E5 und D5 festigen.
- Übergang mit E5, C5 und D5 verbinden.
- Chorus mit vollerem E- und D-Griff ergänzen.
- Erst danach das Solo in Vier-Takt-Blöcken lernen.
Tony Iommis Solo
Positionen verbinden, statt blind Tabulatur abzulesen
Das Solo bleibt in der E-Moll-Pentatonik. Horst zeigt die lange Verbindung über mehrere Lagen, hört Frage und Antwort in Vier-Takt-Blöcken und vereinfacht Verzierungen, wenn sie im Original kaum wahrnehmbar sind. Das Ziel ist die musikalische Phrase, nicht das mechanische Abhaken jedes Zeichens.
Kleine Schritte über das Griffbrett
Die Long-Scale-Verbindung führt aus mehreren Pentatoniklagen durch wiederkehrende Ganztonschritte. Der passende Fingersatz bereitet den nächsten Lagenwechsel vor.
Hammer-ons und Pull-offs sauber beenden
Die rechte Hand dämpft tiefere Saiten, die Greifhand berührt höhere Saiten. So bleiben schnelle Legatolicks klar.
Erst Zielton, dann Ausdruck
Ganzton-, Release- und Viertelton-Bendings brauchen ein hörbares Ziel. Mehrere Finger bilden einen Block, während der Zeigefinger Nachbarsaiten kontrolliert.
Vier Takte reichen für einen Übetag. Horst erklärt, dass die nächsten vier Takte leichter werden, wenn Rhythmus und Bewegungsgefühl der ersten Phrase wirklich sitzen. Das ist schneller als ein 16-taktiges Solo nur oberflächlich auswendig zu lernen.
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24 Kapitel für deinen Übeweg
- 00:06 · EinführungHorst und Ronny lernen Paranoid gemeinsam.
- 01:41 · SG und SetupGitarre, Plexi und Grundklang.
- 02:23 · Fuzz und RingmodulatorRhythmus- und Solosound getrennt.
- 05:00 · Guitar-Pro-ÜberblickRhythmusmotiv und Spuren.
- 06:53 · Intro-RiffE5 und Hammer-ons im zwölften Bund.
- 09:44 · Langsamer LoopTempo 60 und 70 als Arbeitsstufen.
- 12:28 · StrophengrooveE5, D5 und acht Anschläge pro Takt.
- 14:24 · G5, D5, E5Punktierung, Pause und sofortiger Stopp.
- 16:39 · ÜbergangE5, C5, D5 und durchgehende Achtel.
- 19:28 · ChorusPowerchords und volle Griffbilder.
- 23:07 · SongformBegleitung unter dem Solo.
- 24:38 · Long ScaleE-Moll-Pentatonik horizontal verbinden.
- 26:19 · NebengeräuscheRechte und linke Hand teilen die Dämpfarbeit.
- 30:00 · PositionswechselKleine Schritte in mehreren Lagen.
- 35:11 · Solo beginntErste Frage-Antwort-Phrase.
- 38:53 · Hören vor LesenVerzierung musikalisch vereinfachen.
- 40:05 · Tempo 60Pull-off, Hammer-on und Lagenwechsel.
- 43:06 · Vier-Takt-MethodeWarum kleine Blöcke schneller tragen.
- 47:00 · Zweitaktiger LaufSlide, Bending, Release und Pull-off.
- 54:36 · Großer LagensprungVom siebten in den 14. Bund.
- 56:56 · Viertelton-BendingBluesfarbe statt fester Halbton.
- 64:22 · Typisches Iommi-LickDrei Töne als technische Kernübung.
- 69:02 · Letzte SolotakteSlides, Pull-offs und Zielnote E.
- 75:50 · Solo komplettRückblick und persönliche Übeaufgaben.
Konkreter Übeplan
Sechs Einheiten, eine klare Priorität
- Intro: E5 und Hammer-on zehnmal ohne Nebensaiten.
- Strophe: Achtel auf E5 und D5 mit gleichmäßigem Palm Mute.
- Stopp: G5, D5 und E5 samt Pause aufnehmen und zurückhören.
- Form: Intro, Strophe, Übergang und Chorus ohne Solo verbinden.
- Solo: Nur vier Takte auf 50 oder 60 Prozent stabilisieren.
- Transfer: Das Drei-Noten-Legatolick durch mehrere Pentatoniksaiten führen.
Arbeite dort, wo es sich noch nicht flüssig anfühlt
Horst lässt Ronny dieselbe Hammer-on-Idee in A-Moll und E-Moll spielen. Die höhere Lage fühlt sich schwerer an, weil sie weniger geübt wurde. Genau dort liegt der produktive Abschnitt. Bleibe zwei Minuten bei einer Bewegung, kontrolliere die Geräusche und ändere erst dann Tempo oder Position.
Wenn du über den Ablauf nachdenken musst, ist er noch nicht automatisiert. Wiederholung ist hier kein Selbstzweck. Sie gibt dir später die Freiheit, die Phrase musikalisch zu formen und etwas Eigenes daraus zu machen.
Premium-Material
Notation und Guitar-Pro-Dateien
Das bestehende Unterstützerpaket bleibt unverändert. Es enthält die Ausarbeitung für Rhythmusgitarre und Solo sowie die vorhandenen Guitar-Pro-Dateien.
Noch kein Zugriff? Unterstützerstufen ansehen
Hinweis: Das Material ist zum persönlichen Lernen bestimmt. Rechte an Komposition und Originalaufnahme verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern.
Sound aus der Lektion
Dreckige Kante, aber definierter Anschlag
Horst baut den Klang mit einem Plexi-Modell, 4×12-Greenback-Box, SM57, leichtem High Cut, Kompressor und Fuzz vor dem Amp. Im Solo kommt ein dezent gemischter Ringmodulator hinzu. Diese Kette ist die im Tutorial gezeigte Arbeitslösung, nicht die Behauptung eines aktuellen Presets.
Fuzz vor dem Plexi
Der Fuzz gibt dem alten Marshall-Modell die raue Kante. Zu viel Gain würde Pausen, Palm Mutes und Akkordwechsel verdecken.
Ringmodulator sparsam mischen
Die Modulation liefert eine metallische Bewegung. Sie funktioniert als Farbe, nicht als Ersatz für Bending, Timing oder sauberes Abdämpfen.
Passende nächste Schritte
Vertiefe genau die Technik, die dich bremst
Du brauchst erst sichere Powerchords?
Der Grundkurs führt systematisch durch Powerchords, Picking, Rhythmus und erste Riffs. Das ist die passende Vorstufe, wenn Paranoids Begleitung noch zu viele gleichzeitige Baustellen öffnet.

