Songtutorial · Black Sabbath · Tony Iommi

Paranoid auf der Gitarre: Druck entsteht durch Kontrolle

Das Riff wirkt roh, ist aber präzise gebaut. In Horsts kompletter Lektion lernst du den Intro-Hammer-on, die durchgehende Rhythmusgitarre, Chorus und Übergänge sowie Tony Iommis 16-taktiges Solo. Der rote Faden ist immer derselbe: anschlagen, stoppen, Nebengeräusche kontrollieren und erst dann Tempo aufbauen.

StimmungStandardstimmung
Tonales ZentrumE-Moll-Pentatonik
Taktart4/4-Takt
Lektion95:32 Minuten

Komplette Lektion und Referenz

Erst hören, dann die Bewegung festlegen

Horst arbeitet im Tutorial mit seinem Schüler Ronny. Dadurch siehst du nicht nur das fertige Ergebnis, sondern auch die echten Korrekturen: weniger Greifdruck, saubere Hammer-ons, kontrollierte Saiten und eine sinnvolle Aufteilung des Solos.

Dein Auftrag: Spiele beim ersten Durchgang noch nicht mit. Achte auf den Wechsel zwischen offenem Powerchord, Palm Mute und sofortigem Stopp. Markiere danach nur einen Abschnitt, den du heute sauber bekommen willst.
Hörauftrag: Konzentriere dich auf die kurzen Akkordenden, das Gewicht des E5 und die klare Trennung zwischen Rhythmusgitarre und Solo. Lauter und verzerrter ist nicht automatisch präziser.

Intro und Hauptriff

Der Klassiker beginnt mit zwei Saiten und einem klaren Hammer-on

Das Intro liegt im zwölften Bund. Horst greift E5 auf der tiefen E- und A-Saite als kleines Barré und hämmert den 14. Bund. Die folgenden Töne stammen aus der E-Moll-Pentatonik. Entscheidend ist nicht Kraft, sondern ein schneller, lockerer Impuls.

E5 im 12. Bund

Schlage nur die beiden tiefen Saiten an. Der Akkord muss sofort kompakt und ohne offene Nebensaiten stehen.

Hammer-on 12 zu 14

Der Zielton kommt aus der Greifhand. Hebe den Finger nicht unnötig hoch und vermeide eine langsame Druckbewegung.

Durchgehende Achtel

In der Strophe trägt E5 acht Anschläge pro Takt. Ein Teil bleibt palm-muted, einzelne Akzente öffnen den Sound.

G5, D5, E5

Der kurze Akkordlauf lebt von der punktierten Viertel und der Pause. Der Stopp gehört rhythmisch zur Figur.

Rhythmusgitarre

Wenig Material, aber keine ungenauen Enden

Die Begleitung wiederholt wenige Formen. Gerade deshalb hört man jede Unsauberkeit. Horst trennt die Aufgabe in Anschlag, Abdämpfen und Akkordwechsel. Der Song wird nicht durch mehr Gain stabil, sondern durch eindeutige Bewegungen.

Palm Mute

Direkt vor der Brücke

Lege den Handballen so auf, dass der Ton Druck behält. Zu weit vorne wird er stumpf, zu weit hinten bleibt er unkontrolliert offen.

Pausen

Stopp als eigener Schlag

Bei G5, D5 und E5 beendet die Greifhand den Ton. Übe den Moment der Stille genauso genau wie den Anschlag.

Chorus

E und D unterschiedlich färben

Powerchords wechseln mit volleren Griffen in hoher Lage. Der harmonische Inhalt bleibt schlicht, die Klangfarbe verändert die Fläche.

Songform und Notation

Die Struktur nimmt dir Arbeit ab

GP und GPX gliedern 112 Takte in Intro, fünf Strophen, Übergänge, Chorus, Instrumentalteil, 16-taktiges Gitarrensolo und Outro. Die Rhythmusgitarre bleibt auch unter dem Solo bei ihrem bekannten Muster. Du musst deshalb nicht jeden Takt als neue Information lernen.

Die beiden PDF-Dateien notieren 160 BPM, GP und GPX speichern 165 BPM. Fürs Üben ist dieser Quellenunterschied unwichtig: Horst startet langsamer und erhöht erst, wenn Rhythmus, Stopp und Saitenkontrolle stabil sind.

Die belastbare Reihenfolge

  1. Introfigur und Hammer-on isolieren.
  2. Strophengroove auf E5 und D5 festigen.
  3. Übergang mit E5, C5 und D5 verbinden.
  4. Chorus mit vollerem E- und D-Griff ergänzen.
  5. Erst danach das Solo in Vier-Takt-Blöcken lernen.

Tony Iommis Solo

Positionen verbinden, statt blind Tabulatur abzulesen

Das Solo bleibt in der E-Moll-Pentatonik. Horst zeigt die lange Verbindung über mehrere Lagen, hört Frage und Antwort in Vier-Takt-Blöcken und vereinfacht Verzierungen, wenn sie im Original kaum wahrnehmbar sind. Das Ziel ist die musikalische Phrase, nicht das mechanische Abhaken jedes Zeichens.

Positionen

Kleine Schritte über das Griffbrett

Die Long-Scale-Verbindung führt aus mehreren Pentatoniklagen durch wiederkehrende Ganztonschritte. Der passende Fingersatz bereitet den nächsten Lagenwechsel vor.

Legato

Hammer-ons und Pull-offs sauber beenden

Die rechte Hand dämpft tiefere Saiten, die Greifhand berührt höhere Saiten. So bleiben schnelle Legatolicks klar.

Bending

Erst Zielton, dann Ausdruck

Ganzton-, Release- und Viertelton-Bendings brauchen ein hörbares Ziel. Mehrere Finger bilden einen Block, während der Zeigefinger Nachbarsaiten kontrolliert.

Vier Takte reichen für einen Übetag. Horst erklärt, dass die nächsten vier Takte leichter werden, wenn Rhythmus und Bewegungsgefühl der ersten Phrase wirklich sitzen. Das ist schneller als ein 16-taktiges Solo nur oberflächlich auswendig zu lernen.

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24 Kapitel für deinen Übeweg

Konkreter Übeplan

Sechs Einheiten, eine klare Priorität

  1. Intro: E5 und Hammer-on zehnmal ohne Nebensaiten.
  2. Strophe: Achtel auf E5 und D5 mit gleichmäßigem Palm Mute.
  3. Stopp: G5, D5 und E5 samt Pause aufnehmen und zurückhören.
  4. Form: Intro, Strophe, Übergang und Chorus ohne Solo verbinden.
  5. Solo: Nur vier Takte auf 50 oder 60 Prozent stabilisieren.
  6. Transfer: Das Drei-Noten-Legatolick durch mehrere Pentatoniksaiten führen.

Arbeite dort, wo es sich noch nicht flüssig anfühlt

Horst lässt Ronny dieselbe Hammer-on-Idee in A-Moll und E-Moll spielen. Die höhere Lage fühlt sich schwerer an, weil sie weniger geübt wurde. Genau dort liegt der produktive Abschnitt. Bleibe zwei Minuten bei einer Bewegung, kontrolliere die Geräusche und ändere erst dann Tempo oder Position.

Wenn du über den Ablauf nachdenken musst, ist er noch nicht automatisiert. Wiederholung ist hier kein Selbstzweck. Sie gibt dir später die Freiheit, die Phrase musikalisch zu formen und etwas Eigenes daraus zu machen.

Premium-Material

Notation und Guitar-Pro-Dateien

Das bestehende Unterstützerpaket bleibt unverändert. Es enthält die Ausarbeitung für Rhythmusgitarre und Solo sowie die vorhandenen Guitar-Pro-Dateien.

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Sound aus der Lektion

Dreckige Kante, aber definierter Anschlag

Horst baut den Klang mit einem Plexi-Modell, 4×12-Greenback-Box, SM57, leichtem High Cut, Kompressor und Fuzz vor dem Amp. Im Solo kommt ein dezent gemischter Ringmodulator hinzu. Diese Kette ist die im Tutorial gezeigte Arbeitslösung, nicht die Behauptung eines aktuellen Presets.

Rhythmus

Fuzz vor dem Plexi

Der Fuzz gibt dem alten Marshall-Modell die raue Kante. Zu viel Gain würde Pausen, Palm Mutes und Akkordwechsel verdecken.

Solo

Ringmodulator sparsam mischen

Die Modulation liefert eine metallische Bewegung. Sie funktioniert als Farbe, nicht als Ersatz für Bending, Timing oder sauberes Abdämpfen.

Passende nächste Schritte

Vertiefe genau die Technik, die dich bremst

Du brauchst erst sichere Powerchords?

Der Grundkurs führt systematisch durch Powerchords, Picking, Rhythmus und erste Riffs. Das ist die passende Vorstufe, wenn Paranoids Begleitung noch zu viele gleichzeitige Baustellen öffnet.

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Dein nächster Schritt

Nimm heute vier Takte und mach sie belastbar

Spiele nicht durch Fehler hindurch. Höre auf den Zielton, stoppe Nebensaiten und lass die Pause stehen. Genau daraus entsteht der Druck dieses Songs.

„Jetzt wisst ihr, wie es geht. Seid kreativ und macht was Eigenes draus.“Horst Keller, aus der Videolektion

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