Songtutorial · Bruce Springsteen · E-Gitarre
I’m On Fire Gitarre: Picking, Palm Muting und vier Akkorde
Vier Akkorde, ein kurzes Stück und trotzdem eine echte Ausdaueraufgabe. Der Charakter entsteht durch ein siebenteiliges Pickingmuster, die leicht verlängerte Bassnote, kontrolliertes Palm Muting und entspannte Greifwechsel.
Die vollständige Gitarrenstunde
Das Muster muss durchlaufen, ohne steif zu werden
Horst zeigt zuerst die vier Akkorde und geht dann direkt an die rechte Hand. Das schnelle Muster läuft fast durch den ganzen Song. Seine besondere Wirkung entsteht durch die kurze Verzögerung nach der Bassnote.
Sieben Anschläge in einem Achtelraster
Die erste Note dauert länger. Danach folgen die übrigen Anschläge gleichmäßig. Horst beschreibt das als leichte Betonung mit sehr kurzer Pause. Spielst du alle acht möglichen Plätze durch, verschwindet der typische Zug.
Die von Horst bevorzugte Bewegung lautet: drei Abschläge, zwei Aufschläge, die A-Saite überspringen, Abschlag und Aufschlag. Der letzte Aufschlag bringt das Plektrum zurück in die Startposition.
Zum Singen vereinfacht Horst bewusst. Er verwendet eine Johnny-Cash-artige Begleitung aus Bass- und Akkordanschlägen. Das genaue Picking und eine sichere Gesangslinie gleichzeitig zu halten, bezeichnet er als extrem anspruchsvoll.
Picking in vier Schritten
Erst Bewegung, dann Tempo
Das Muster ist keine reine Geschwindigkeitsübung. Bassakzent, Anschlagsrichtung, Saitensprung und Abdämpfung müssen als eine entspannte Bewegung zusammenfinden.
Bassnote setzen
Beginne klar auf der tiefsten Saite des jeweiligen Griffes. Danach entsteht ein kurzer Abstand, kein vollständiger Stopp.
Richtung sichern
Drei Abschläge, zwei Aufschläge, Saitensprung, Abschlag, Aufschlag. Noch ohne Akkordwechsel.
Brücke finden
Lege die Handkante direkt vor der Brücke ab. Zu weit vorne erstickt der Ton, zu weit hinten bleibt er offen.
Griffe verbinden
Wechsle zunächst nur zwischen E und Cism. Jeder Akkord erhält genau einen vollständigen Musterzyklus.
Akkorde und Greifökonomie
Vier Akkorde, mehrere entlastende Varianten
E, A, H und Cism bilden die harmonische Grundlage. Horst zeigt kompakte Griffe, damit die Hand das gleichförmige Muster über die gesamte Songlänge durchhalten kann.
E als Powerchord
Der Griff konzentriert sich auf die tiefen vier Saiten. Der kleine Finger im vierten Bund auf der G-Saite ergänzt die prägende hohe Note.
Cism ohne volles Barré
Da nur vier Saiten gebraucht werden, reicht die kompakte Form ab dem vierten Bund. So bleibt die Greifhand länger locker.
A und H variabel greifen
Für beide Akkorde zeigt Horst Alternativen. Beim H kann der Ringfinger mehrere Saiten abdecken, bevor die Hand direkt zum E zurückkehrt.
Die Form bleibt übersichtlich: E und Cism bestimmen Intro und Zwischenspiele. In der Strophe kommen A und H hinzu. Gerade weil sich wenig ändert, werden Konstanz, Entspannung und saubere Übergänge sofort hörbar.
Horst empfiehlt, die komplette Akkordfolge nicht zu früh zu verbinden. Bleibe zunächst beim häufigen Wechsel zwischen E und Cism. Danach nimmst du A dazu und behandelst H als kurzen eigenen Übergang zurück zum E. So trainierst du genau die Stellen, an denen die Greifhand unter Tempo unnötig fest werden kann.
Palm Muting und Begleitung
Die Handkante formt den Groove
Die Hand liegt entspannt direkt vor der Brücke. Schon ein Millimeter verändert den Klang deutlich. Horst dreht die Handkante beim Wechsel zu den höheren Saiten leicht mit, damit auch dort die Länge der Töne kontrolliert bleibt.
Das Ziel ist ein kurzer, aber noch tonaler Klang. Zu viel Druck macht die Noten stumpf. Zu wenig Kontakt lässt sie offen ineinanderlaufen. Übe diese Position zunächst ohne Effekte.
Für eine singbare Ein-Gitarren-Fassung ersetzt Horst das Muster durch eine Country-Begleitung: zwei Bassanschläge, zwei Akkordanschläge, ebenfalls leicht gedämpft. Damit bleibt der Puls stabil und die Stimme bekommt Platz.
Mit zwei Gitarren teilst du die Aufgaben sauber: Eine Gitarre spielt die vereinfachte Begleitung, die zweite hält das Picking. Diese Trennung entspricht Horsts musikalischer Empfehlung in der Lektion.
Die belastbare Reihenfolge
- Muster auf einem Akkord ohne Palm Muting lernen.
- Den Bassakzent mit kurzer Pause ergänzen.
- Handkante direkt vor der Brücke positionieren.
- E und Cism als Zweierwechsel verbinden.
- A und H erst danach in die Form einsetzen.
Direkt zu den Stellen
18 direkte Kapitel
- 00:10 · EinstiegVier Akkorde und die Aufgabe der rechten Hand.
- 02:10 · AkkordeE, A, H und Cism in E-Dur.
- 03:04 · Tempo und Palm MutingWarum das Muster Ausdauer braucht.
- 05:40 · E-PowerchordKompakte Form für die tiefen vier Saiten.
- 06:01 · SoundaufbauChorus, Slapback-Delay und Hall.
- 08:41 · IntroideeCountry-Farbe und zusätzlicher hoher Ton.
- 09:59 · PickingmusterAnschlagsrichtung und Saitensprung.
- 11:30 · AbdämpfenHandkante und kontrollierte Tonlänge.
- 12:18 · Cism vereinfachenOhne anstrengendes Vollbarré.
- 13:56 · FormstartE und Cism im Wechsel.
- 15:58 · GesangsbegleitungPicking vereinfachen, Stimme stabil halten.
- 18:48 · StropheJeder Akkord erhält einen Musterzyklus.
- 22:20 · Griffe in der StropheA, H und der schnelle Rückweg zu E.
- 24:53 · Wichtigster ÜbewegZweierwechsel statt kompletter Form.
- 27:25 · Kurze ÜbeblöckeTempoarbeit ohne Verkrampfung.
- 28:51 · Metronom und SchleifeEin Akkord bei 75 oder 50 Prozent.
- 31:40 · Bewegung verankernPause, Rückkehr und neuronale Festigung.
- 35:08 · Handkante im DetailPosition und kleine Rotation zu hohen Saiten.
Konkreter Übeplan
Sechs Einheiten bis zum stabilen Durchlauf
- Bewegung: Sieben Anschläge auf Cism sehr langsam ordnen.
- Akzent: Erste Bassnote verlängern, ohne den Puls zu verlieren.
- Dämpfung: Handkante vor der Brücke positionieren und Klang prüfen.
- Wechsel: E und Cism in kurzen Schleifen verbinden.
- Form: A und H ergänzen, zuerst unter Zieltempo.
- Ausdauer: Backingtrack komplett spielen und Griffdruck kontrollieren.
Der Backingtrack dauert 2:45 Minuten und wurde vollständig decodiert. Nutze ihn erst, wenn ein einzelner Akkord und der Wechsel E zu Cism ohne Verkrampfung funktionieren.
Kurze Blöcke, echte Pausen
Horst empfiehlt, einen Akkord oder vier gleiche Takte zu markieren und zunächst bei 75 Prozent zu üben. Zum Einlernen darfst du auf 50 Prozent zurückgehen. Sauberkeit und Entspannung entscheiden, wann du erhöhst.
Nach einigen Tagen kann eine Pause helfen. Horst beschreibt, dass sich die Bewegung nach einem freien Tag oft spürbar leichter anfühlt. Das ist sinnvoller, als mit fester Hand weiter Tempo zu erzwingen.
Beobachte den Griffdruck. Hebe die Finger zwischen Wiederholungen kurz an und prüfe, ob Schulter, Unterarm und Daumen locker bleiben. Die wenigen Akkorde dürfen nicht zu Dauerspannung führen.
Wenn das normale Tempo sicher ist, empfiehlt Horst kurze Läufe leicht darüber. Dadurch fühlt sich das Zieltempo anschließend freier an. Diese Stufe kommt zuletzt, nicht am Anfang.
Premium-Material
PDF und Backingtrack
Das bestehende Unterstützerpaket bleibt unverändert. Es enthält Horsts dreiseitiges Akkord- und Hintergrundblatt sowie den Backingtrack zum Üben der kompletten Form.
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Hinweis: Das Material ist zum persönlichen Lernen bestimmt. Rechte an Komposition und Originalaufnahme verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern.
Sound und Dynamik
Chorus, Slapback und ein klarer Anschlag
Horst baut den Klang aus einer hinteren Singlecoil-Zwischenposition, Dimension Chorus, kurzem Slapback-Delay und Plattenhall. Tele- oder Strat-artige Sounds passen, die Spielhand bleibt trotzdem der wichtigste Teil.
Kurz und sparsam
Horst verwendet 115 Millisekunden, etwa 5 Prozent Feedback und 30 Prozent Mix. Das Echo verdichtet, ohne eine zweite rhythmische Ebene aufzubauen.
Breite ohne Unschärfe
Der Chorus liefert die 80er-Jahre-Farbe. Beim Üben darfst du alle Effekte ausschalten, damit Palm Muting und Anschläge unverdeckt hörbar bleiben.
Passende nächste Schritte
Vertiefe nur die drei Engpässe
Deine Erfahrung
Wo verliert das Muster seine Ruhe?
Ist es die Pause nach der Bassnote, der Saitensprung, das Palm Muting oder der Wechsel E zu Cism? Nenne genau eine Stelle. Das native Kommentarformular bleibt offen.


4 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort
Vielen Dank für diese umfangreiche und detaillierte Auskunft zu diesem Song und seinem Text. Habe nirgends anders so gute und nachvollziehbare Infos dazu gefunden.
Super!
Vielen Dank für dein Feedback, Markus! Es freut mich sehr, dass die Infos für dich hilfreich und nachvollziehbar waren. Genau das ist das Ziel – Songs und ihre Texte so zu erklären, dass man den tieferen Sinn und Hintergrund gut verstehen kann.
Liebe Grüße
Horst
Hallo Horst Keller,
gerade habe ich Tag 23 / 30 Tage – Kurs fertig geschaut und bin fleißig am üben. Bin ja schon 70 Jahre alt und das viele Wiederholen ist für mich sehr von Vorteil, um mir die Pentatoniken, Tonleitern usw. einzuprägen.
Nebenher lerne ich Songs. Von Deinem Tutorial über „But I still haven´t found…. U2 bin ich mega begeistert – das Lied ist gerade mein Lieblingslied – spiele es in einer einfachen Blues-Version.
Was ich gerne fragen möchte :
Ich spiele z.B. auch den Song „So far away“ / Dire straits und für meine Verhältnisse ganz gut. Aber das reicht mir jetzt nicht mehr. Ich würde gerne die so schönen Licks hie und da noch einspielen. Habe aber große Schwierigkeiten, alles zusammen, Gesang, Melodie/Akkorde, Licks an den richtigen Stellen, einzusetzen und wie kann ich das mit nur einer Gitarre alles zusammenbringen ?
Durch den 30 Tage Kurs – bin ja noch nicht fertig – hat sich mein Gitarrenspiel schon enorm verbessert und ich
bin gespannt, was noch alles vor mir liegt. Vielen Dank dafür.
Mit lieben Grüßen
Renate Neuffer
Hallo Renate,
vielen Dank für deine liebe Nachricht und das tolle Feedback! Es freut mich sehr, dass du so fleißig übst und dass der 30-Tage-Kurs dir schon jetzt hilft, dein Gitarrenspiel zu verbessern. Besonders schön zu hören, dass dir das U2-Tutorial so gut gefällt und du den Song in deiner eigenen Version spielst!
Zu deiner Frage: Es ist absolut verständlich, dass es eine Herausforderung ist, Gesang, Melodie, Akkorde und Licks zusammenzubringen, besonders wenn man nur eine Gitarre spielt. Hier sind ein paar Tipps, die dir vielleicht weiterhelfen können:
Teile den Song in Abschnitte: Versuche, den Song in kleinere Abschnitte aufzuteilen. Übe jeden Teil getrennt, damit du dich gezielt auf die Licks konzentrieren kannst, ohne gleichzeitig an den Gesang und die Akkorde denken zu müssen.
Licks als Übergänge nutzen: Anstatt zu versuchen, Licks über den gesamten Song zu verteilen, setze sie gezielt an Stellen ein, an denen sie als musikalischer Übergang zwischen Akkorden oder Gesangslinien dienen können. Das kann oft schon eine große Wirkung haben, ohne dass du den gesamten Song komplizierter machst.
Gesang und Gitarre separat üben: Übe erst den Gesang und die Akkorde separat, bevor du versuchst, alles zusammenzubringen. Wenn die Akkorde und der Rhythmus im „Autopilot“ laufen, fällt es leichter, die Licks an den richtigen Stellen einzusetzen.
Vereinfachte Licks: Wenn die Original-Licks zu schwierig erscheinen, kannst du versuchen, vereinfachte Versionen zu spielen, die dennoch den Charakter des Songs behalten. Das macht es oft leichter, alles zusammen zu integrieren.
Es freut mich riesig, dass du so motiviert bist und schon tolle Fortschritte machst. Bleib dran, und ich bin mir sicher, dass du es bald schaffst, die Licks in deine Songs einzubauen!
Mit herzlichen Grüßen und weiterhin viel Freude beim Üben
Horst
P.S.: Du hast noch einiges Spannendes im Kurs vor dir – es wird bestimmt weiter bergauf gehen!