VIP-GUITAR Newsletter WO.03/2026
Liebe Gitarrenfreunde, liebe VIP-Guitar Community,
manche Songs altern nicht. Sie verlieren nichts an Wirkung, nichts an Tiefe – im Gegenteil: Je länger man Gitarre spielt, desto mehr beginnt man zu verstehen, warum sie funktionieren. Genau so ein Song steht diese Woche im Mittelpunkt.
Am kommenden Donnerstag widmen wir uns It Ain’t Over ’Til It’s Over von Lenny Kravitz. Ein Stück Musik, das auf den ersten Blick entspannt, fast beiläufig wirkt – und gerade deshalb so gnadenlos ehrlich ist. Kein Platz für Effekthascherei, kein Verstecken hinter Lautstärke oder Tempo. Hier zählen Groove, Timing, Kontrolle und musikalisches Bewusstsein.
Ich erinnere mich gut daran, wie viele Gitarristen diesen Song unterschätzen. „Der ist doch einfach“, heißt es oft. Und genau da liegt der Denkfehler. Einfach klingend heißt nicht einfach spielbar. Dieser Song verlangt ein sauberes inneres Timing, ein gutes Gefühl für Harmonie und die Fähigkeit, Spannung über lange Strecken zu halten. Fähigkeiten, die im Bandkontext und beim Solospiel entscheidend sind – und die man nicht mit isolierten Trockenübungen lernt, sondern mit genau solchen Stücken.
Die durchgehende Akkordfolge ist ein ideales Trainingsfeld: Sie lässt sich hervorragend mit Dreiklängen und Vierklängen strukturieren, öffnen und variieren. Wer hier sauber arbeitet, schult nicht nur die Greifhand, sondern vor allem das Hören. Dazu kommt ein motivgetragenes Solo, das bewusst nicht überfordert. Es ist spielbar, logisch aufgebaut und musikalisch sinnvoll – perfekt, um Phrasierung, Tonlängen, Vibrato und Ausdruck gezielt zu üben. Genau die Dinge, die am Ende den Unterschied machen zwischen „richtig gespielt“ und „gut klingend“.
Parallel dazu laufen im Hintergrund die Vorbereitungen für die Workshops 2026. In den nächsten zwei Wochen gebe ich euch alle Themen und Termine bekannt. Auch hier bleibt die Linie klar: kein Aktionismus, keine Showformate, sondern Inhalte, die euch langfristig weiterbringen – spielerisch, musikalisch und mental.
Unten im Newsletter findest du wie gewohnt das aktuelle Livevideo, neue Lerninhalte und ein Klassikvideo, das perfekt zu diesem Ansatz passt. Nimm dir Zeit dafür, hör genau hin – und dann sehen wir uns Donnerstag um 17:00 Uhr live.
Ich freue mich auf euch.
Horst Keller
PS: Nutze unsere einzigartige neue KI-Suche, um gezielt genau das zu finden, was dich interessiert: 👉 VIP-Guitar KI Suche
Nächstes Livevideo: Donnerstag, 15.01. um 17:00 Uhr: It Ain’t Over ‚til It’s Over – Lenny Kravitz – Gitarre (Rhythmus und Solo)

It Ain’t Over ’til It’s Over – ein Paradebeispiel für den eleganten Soul-Rock-Sound der frühen 90er. Ein Song, der auf entspannt macht, aber musikalisch höchste Präzision verlangt: Timing, Feel und Kontrolle sind hier alles. Genau deshalb eignet sich dieser Titel perfekt, um Groove, Rhythmusarbeit und ein geschmackvolles Solo-Spiel auf ein neues Niveau zu bringen. In diesem Tutorial zeige ich dir, wie du sowohl Rhythmus- als auch Solo-Gitarre stilgerecht umsetzt.
Die Trainingsvorteile dieses Liedes sind enorm. Eine durchgehende Akkordfolge, die man in Dreiklängen und Vierklängen spielen kann, und ein entspanntes, motivgetragenes Solo, das spielbar ist und sich sehr gut üben lässt.
Letztes Livevideo:

„Frag Horst S10 EP.01“ – Das große Jubiläumsjahr 2026!
Wahnsinn! Wir starten gemeinsam in die 10. Staffel von „Frag Horst“ und feiern gleichzeitig 20 Jahre VIP-Guitar. In dieser ersten Folge des neuen Jahres 2026 stehen eure Fragen wieder im absoluten Mittelpunkt. Wir haben eine riesige Bandbreite an Themen abgedeckt – von detaillierten Sound-Analysen im Helix über effektive Übestrategien bis hin zu technischem Fachwissen rund um die Gitarre.
Neuer Videokurs: Chord Knowledge – Sebastian Minet

Für wen ist dieser Kurs?
Dieser Kurs richtet sich an Gitarristen, die über die Grundakkorde hinauswachsen wollen. Er ist ideal für Musiker, die:
- Die Standardakkorde sicher beherrschen und mehr wollen
- Verstehen möchten, warum bestimmte Akkorde gut zusammen klingen
- Ihr Akkordvokabular systematisch erweitern wollen
- Interesse an Blues, Jazz, Funk, Soul oder anspruchsvoller Popmusik haben
- Nicht nur greifen, sondern auch verstehen wollen
Dies ist kein Anfängerkurs. Du solltest Barré-Akkorde greifen können und grundlegende Akkordwechsel beherrschen. Der Kurs baut auf diesem Fundament auf und führt dich in die Welt der erweiterten Akkorde ein.
Wenn du bereit bist, tiefer in die Harmonik einzutauchen, dein Akkordspiel zu verstehen und auf ein neues Level zu heben – dann findest du hier genau das, was du benötigst.
Klassikvideo der Woche:

Pentatonik für Fortgeschrittene – Teil 7: Seitliche Lagenwechsel durch alle Positionen
Diese Übung mag auf den ersten Blick einfach erscheinen, doch sie bietet enorme Vorteile, wenn es um die Orientierung in der Pentatonik geht. Sie trainiert gleich zwei entscheidende Aspekte des Solospiels: schnelle Lagenwechsel in der Horizontalen sowie die Präzision und das Timing in der Koordination beider Hände.
Warum ist diese Übung so wichtig? Ganz einfach: Sie legt das Fundament für saubere, ausdrucksstarke Gitarrensolos. Wer diese Technik beherrscht, ist in der Lage, sich mühelos durch die verschiedenen Positionen der Pentatonik zu bewegen – und das mit beeindruckender Geschwindigkeit und Genauigkeit.
Profi-Tipp: Achte darauf, die Bewegung bewusst und kontrolliert auszuführen. Konzentriere dich nicht nur auf das Tempo, sondern auch auf die Präzision und den Klang deiner Noten. Mit dieser Übung meisterst du nicht nur die Pentatonik, sondern hebst dein gesamtes Solospiel auf das nächste Level.

Albert King – der Meister der singenden Gitarre (lesenswertes PDF)
Albert King spielte alles „falsch“ – und wurde damit zum Vorbild für Clapton, Gary Moore, Hendrix und Stevie Ray Vaughan. Linkshänder, Rechtshänder-Gitarre kopfüber, nie umbesaitet. Saiten nach unten gezogen statt nach oben. Kein Plektrum, Transistor-Amp statt Röhren. Das Ergebnis: ein Sound, den niemand kopieren konnte – obwohl es alle versuchten. Warren Haynes brachte es auf den Punkt: „Niemand spielte vor ihm so, und jeder spielte nach ihm so.“
Die Prinzipien von Albert King
1. Weniger ist mehr (der Minimalist): King konnte ein zehnminütiges Solo spielen, ohne über den 12. Bund hinauszugehen. Jede Note hatte einen Zweck, jede Pause sprach. Sein Rat an Gary Moore: „Spiel jede zweite Note.“ Lektion: Eine perfekte Note schlägt zehn mittelmäßige.
2. Die Gitarre als Stimme (der Sänger): King summte beim Spielen mit. Seine Linien waren Gesangsphrasen – mit Atempausen zwischen den Sätzen. Er nannte es „singing guitar“. Lektion: Sing deine Linie, bevor du sie spielst.
3. Bending als Ausdruck (der Emotionalist): Seine Bendings gingen bis zu zwei Ganztöne – nach unten gezogen, mit der Schwerkraft. Langsam, kontrolliert, dramatisch. Dann weites, schwebendes Vibrato. Lektion: Bend zur Zielnote, halte sie, dann Vibrato. Nie hetzen.
4. Position statt Bewegung (der Anker-Mann): King blieb in einer Position und holte alles aus vier Bünden. Bendings ersetzten Lagenwechsel. Beschränkung wurde zur Stärke. Lektion: Entwickle komplette Phrasen auf einer Saite.
5. Der Ton kommt aus den Fingern (der Autodidakt): leichte Saiten, tiefe Stimmung, Fingerspiel statt Plektrum, cleaner Amp. Sein Ton entstand aus Anschlag und Kontrolle – nicht aus Equipment. Lektion: Technik und Touch schlagen jedes Equipment-Upgrade.
Essenz für dein Spiel
- Lass Raum zwischen den Phrasen – wie ein Sänger, der atmet.
- Übe Bendings mit Stimmgerät – Zielnote exakt treffen.
- Experimentiere mit leichteren Saiten und tieferer Stimmung.
- Spiele gelegentlich ohne Plektrum – mehr Dynamik, anderer Anschlag.
- Frag dich bei jedem Lauf: Brauche ich das wirklich?
Einstieg: „Born Under a Bad Sign“
Der Titelsong seines Meisterwerks ist ein Lehrstück der Ökonomie. Zehn Takte statt zwölf, jede Phrase sitzt, jede Pause zählt. Wer diesen Song mit Geduld und Gefühl spielt – nicht mit Tempo –, versteht Albert King.
Fazit: Albert King bewies, dass Einschränkungen Stärken werden können. Falsche Gitarre, falsche Technik, falsches Equipment – aber der richtige Sound. Seine Botschaft: Hör auf, anderen nachzueifern. Finde deinen eigenen Weg. Die Musik kommt aus dir – nicht aus dem Gitarrenladen.
Unbedingt anschauen: Albert King & Stevie Ray Vaughan In Session 1983
Lernmaterial (Auswahl):
- Born Under a Bad Sign – Albert King / Eric Clapton
- EINSTEIGER BLUES – Albert King Lick Nr.1
- EINSTEIGER BLUES – Albert King Lick Nr.2
- Albert King – Signature Lick Nr.1
„Ich habe diesen Stil selbst gelernt. Und niemand kann ihn duplizieren, obwohl viele es versucht haben.“ — Albert King
Für weiteren Input: https://soundcloud.com/horstkeller
11.2025 – 10 neue Helix Songpresets:

Die besten Presets: Line 6 Helix Presets

Die besten Plektren: VIP-Guitar Plektren
===========================================================
Ich wünsche dir, dass du jeden Tag ein klein bisschen #besser wirst.

Viel Freude mit der Gitarre
Horst Keller
=============================================================
PS: Nutze die Gelegenheit und schreibe mir. Sende mir deine Fragen, Wünsche, Ideen, Anregungen hier.
Onlineshop:
NEU: 12.25 – Chord Knowledge – Sebastian Minet
NEU: 11.25 – Helix Songpresets VOL.2
NEU: 04.25 – Line 6 Helix TOP 10 Amps VOL.2
Unterstütze uns über die VIP-Guitar Webseite. Das Material, das ich dir biete, ist Arbeit aus tausenden Stunden, alles liegt weit über den Unterstützerbeiträgen. Es ist die Herzensarbeit von vielen Jahren, eine Arbeit, die sich aus über 45 Jahren des Gitarrenspiels zusammensetzt.
