Im Test: Angry Gorilla – Marcus Deml Signature Distortion
Ist es wirklich möglich, dass ein einziges Pedal jeden cleanen Amp zum Singen bringt?
Heute mache ich auf meinem Blog und im Video eine echte Ausnahme. Normalerweise bin ich zurückhaltend mit Einzeltests von Pedalen, aber hier musste ich einem Versprechen Folge leisten.
Der Auslöser war ein Interview mit Marcus Deml. Er stellte darin eine steile These auf: Sein Signature-Pedal, der „Angry Gorilla“, sei in der Lage, jeden noch so trockenen Clean-Amp in eine singende Lead-Maschine zu verwandeln. Für ihn sei es das wichtigste Werkzeug („Survival Kit“), wenn er auf Reisen ist, über fremde Backline spielen muss und nicht weiß, welcher Verstärker ihn vor Ort erwartet.
Die „Clean Amp Challenge“
Diese Aussage hat mich getriggert. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwer – ja fast schon unmöglich – es ist, ein Distortion-Pedal zu finden, das vor einem cleanen Amp wirklich gut klingt. Oft ist das Ergebnis kratzig, steril oder „sägend“. Die Dynamik bleibt meist auf der Strecke.
Genau deshalb wollte ich es wissen: Ist das nur gutes Marketing, oder haben wir hier tatsächlich den „Heiligen Gral“ für reisende Gitarristen gefunden?
Der Testaufbau: Helix Stadium & die Amp-Klassiker
Um diese Behauptung zu prüfen, habe ich den Angry Gorilla in den Effekt-Loop meines Line 6 Helix Stadium eingeschliffen. Das gab mir die Möglichkeit, das Pedal vor einer Vielzahl von virtuellen, aber extrem realistischen Amp-Klassikern zu testen – von Mesa Boogie über Fender bis hin zu Dumble-Style Amps.
Das Ziel: Wir prüfen, ob der Ton stabil bleibt, ob er „aufblüht“ wie bei einem aufgerissenen Röhrenamp, oder ob er plattgewalzt wird.
Was macht den „Angry Gorilla“ besonders?
Marcus Deml hatte eine klare Vision: Einen „musikalischen Ton“ in einem kraftvollen Verzerrer. Es ist ein Pedal für den „Working Musician“, handgefertigt und mit einem diskreten Signalfluss (True Bypass, Made in Germany).
Die Bedienung ist bewusst simpel gehalten, damit man auf der Bühne nicht lange schrauben muss:
- Gain: Ein enorm weiter Regelweg, der von leichtem Blues-Breakup bis zu fettem Heavy Metal reicht.
- Tone: Die größte Herausforderung in der Entwicklung – das Pedal liefert Wärme und Transparenz gleichzeitig.
- Volume: Das Pedal hat massive Reserven (+6 dB mehr als üblich) und kann so auch hervorragend als Booster genutzt werden.
Das Video zum Test
Im Video gehe ich alle Szenarien durch. Hier kannst du direkt zu den für dich interessanten Stellen springen:
- 00:00 – Intro: Die Vorgeschichte & das Interview mit Marcus Deml
- 04:30 – Das Setup: Verkabelung am Helix Stadium
- 05:43 – Der Härtetest 1: Mesa Boogie Mark IV (Referenz Clean Sound)
- 12:12 – Der Dynamik-Check: Wie reagiert das Pedal auf das Volume-Poti?
- 16:05 – Amp 2: Line 6 Aristocrat Dual (Boutique/Fender Style)
- 22:38 – Amp 3: Line 6 Clarity (High-Headroom Clean Amp)
- 30:57 – Vergleich: Warum Tube Screamer & Co. hier oft scheitern
- 33:23 – Amp 4: Brit Plexi & Fender Twin Mix (Texas Tone)
- 36:19 – Amp 5: Grammaticon (Dumble Style Sound)
- 40:35 – Amp 6: Marshall Bluesbreaker (Classic Rock & High Gain)
- 51:50 – Amp 8: Marshall Plexi (Jimmy Page Style)
- 55:30 – Mein Fazit: Für wen lohnt sich das Pedal?
Mein Fazit: wenn du schon ewig nach einem Pedal suchst, das deinen cleanen Kanal in einen echten Lead-Channel verwandelt, ohne dass du Dynamik verlierst, dann solltest du dir den Angry Gorilla unbedingt ansehen (und anhören). Es ist erstaunlich, wie „organic“ das Pedal auf die verschiedenen Amps reagiert.
Hast du schon ein Pedal gefunden, das vor einem cleanen Amp wirklich funktioniert? Schreib es mir gerne in die Kommentare unter das Video!
Links & Ressourcen
- 👉 Das Pedal direkt beim Hersteller: Triple Coil Music – Angry Gorilla
- 👉 VIP-Guitar Plektren: Zum Shop
- 👉 Meine Line 6 Helix Sounds & Presets: Zu den Presets
Viel Spaß beim Schauen und Testen!
Dein Horst Keller
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