Slow Blues in A7: 14 Takte für Phrasierung, Bending und Vibrato
Dieses Solo zeigt, wie aus der A-Moll-Pentatonik eine singende Blueslinie wird. Du lernst nicht nur die Töne, sondern auch Wiederholung, Pausen, Tonformung und den kontrollierten Weg zum Zielton.
Was dieses Slow-Blues-Solo dir wirklich beibringt
Das Tonmaterial ist überschaubar. Der musikalische Anspruch liegt in der Ausführung. Ein Viertelton-Bending muss nach Blues klingen, ein Ganzton-Bending muss exakt treffen und eine Pause muss bewusst stehen bleiben. Genau diese Details machen das Solo wertvoll.
Motive wiederholen
Kurze Figuren kehren wieder und werden am Ende leicht verändert. So entsteht Zusammenhang, ohne dass das Solo vorhersehbar wirkt.
Bendings intonieren
Ganzton- und Viertelton-Bendings erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Du trainierst Zielhöhe, Druck und ein kontrolliertes Zurückführen.
Pausen stehen lassen
Der Ton bekommt Bedeutung, weil danach Raum entsteht. Das ist besonders im langsamen Blues wichtiger als eine hohe Notendichte.
Den Ton formen
Slides, Vibrato, Triolen und Anschlagsdynamik verwandeln die erste Pentatonik-Position in eine persönliche Bluesstimme.
Das komplette Tutorial
Höre zuerst das Solo am Stück. Danach gehst du mit den Kapiteln gezielt zu Begleitung, Fingersatz, Bendings und den einzelnen Motivgruppen.
04:25 · BegleitungA7-Farbe und harmonischer Rahmen
07:20 · Start des LernteilsA-Moll-Pentatonik, Position 1
09:36 · Erstes MotivWiederholung mit verändertem Schluss
12:25 · Ganzton-BendingZielhöhe in Takt 6 kontrollieren
13:11 · Viertelton und PauseBlues-Reibung bewusst dosieren
16:12 · Mittlerer BlockSlides, Triolen und Wiederholung
18:25 · B.B.-King-VibratoBewegung aus der Hand entwickeln
19:49 · Bend and ReleaseSpannung aufbauen und sauber lösen
21:43 · SchlussmotivWiederholte Bendings und Auflösung
24:23 · Tempo reduzierenMit 45 oder 30 BPM kontrolliert üben
26:41 · Solo zum BackingtrackKompletter Durchgang ohne Vorlage
Der Lernweg für ein langsames Blues-Solo
Die Melodie zuerst hören
Höre das Solo mehrfach und singe die Motive mit. Wenn du die Linie innerlich nicht hörst, bleibt der Fingersatz eine mechanische Aufgabe.
Nur zwei Takte nehmen
Isoliere eine kleine Einheit. Spiele sie ohne Backingtrack, langsam und mit voller Aufmerksamkeit für Dämpfung, Tonlänge und Zielhöhe.
Bendings gegen den Zielton prüfen
Spiele den Zielton zuerst normal, merke dir seine Höhe und biege erst danach hinauf. Das Ohr entscheidet, nicht die Kraft im Finger.
Den Raum mitüben
Lass Pausen stehen und zähle weiter. Wer im langsamen Tempo innerlich aussteigt, setzt den nächsten Ton fast immer zu früh oder zu spät.
Der harmonische Rahmen
Das Solo bewegt sich über einen Slow Blues in A7. Als melodische Basis dient überwiegend die A-Moll-Pentatonik. Die Begleitung arbeitet mit typischen Dominantfarben und Erweiterungen. Dadurch können Moll-Pentatonik, Blue Notes und gebogene Zwischentöne gleichzeitig rau und schlüssig klingen.
Wichtig ist nicht, alle Akkordnamen sofort auswendig zu lernen. Höre, wie die Begleitung Spannung erzeugt und wie das Solo mit Pause, Wiederholung und Zielton darauf reagiert.
Das Solo in fünf musikalischen Bausteinen
Eröffnung
Slide, Triole und Wiederholung
Die erste Figur führt in die Pentatonik hinein, wiederholt ihre rhythmische Idee und verändert nur die Schlussnote. Genau diese kleine Abweichung hält das Motiv lebendig.
um Takt 6
Ganzton-Bending und Viertelton-Reibung
Das hohe Bending braucht einen klaren Zielton. Danach erzeugt ein kleines Viertelton-Bending Bluescharakter, bevor die Pause den Satz beendet.
Mittelteil
Slides auf der Zählzeit und singendes Vibrato
Die Linie beginnt rhythmisch eindeutig, wiederholt ihr Motiv und bekommt durch das breite B.B.-King-Vibrato eine vokale Qualität.
Spannung
Bend and Release
Der Ton wird hochgezogen und kontrolliert zurückgeführt. Pull-Off und Slide schließen direkt an. Die Nebensaiten müssen dabei mit beiden Händen ruhig bleiben.
Schluss
Wiederholte Bendings und klare Auflösung
Das Schlusslick steigert die Spannung durch Wiederholung. Eine kurze Triolenbewegung führt schließlich über E zurück zum tonalen Zentrum A.
Sound: Weniger Gain, mehr Kontrolle
Im Tutorial spielt Horst eine PRS mit Humbuckern über einen Line 6 HX Stomp und einen Marshall-Plexi-Sound mit Hall und leichtem Delay. Du brauchst dieses Setup nicht. Ein leicht angezerrter Ton mit guter Dynamik reicht. Auch Singlecoils funktionieren. Entscheidend ist, dass Anschlag, Vibrato und Nebengeräusche hörbar bleiben.
Zusatzmaterial für Unterstützer
Die Notation und Guitar-Pro-Dateien helfen dir, Fingersatz, Rhythmus und Wiederholungen genau nachzuvollziehen. Nutze das Material zusammen mit dem Video und nicht als Ersatz für dein Ohr.
Noten, Tabulatur und Guitar Pro
Das vollständige 14-Takt-Solo in Standardstimmung bei 69 BPM.
Dein Übeplan für die nächsten Einheiten
- Höre das Solo einmal komplett und markiere die Motive, die du bereits mitsingen kannst.
- Nimm zwei Takte und spiele sie ohne Begleitung bei 30 bis 45 BPM.
- Prüfe jedes Bending zuerst gegen seinen normal gegriffenen Zielton.
- Spiele die Phrase fünfmal sauber, einschließlich Pause und Tonende.
- Verbinde sie mit dem vorherigen Baustein und kontrolliere den Übergang.
- Spiele zum Backingtrack und nimm dich auf. Beurteile Timing, Intonation und Nebengeräusche getrennt.
Tempo-Regel: Erst erhöhen, wenn du die Phrase dreimal hintereinander sauber spielst. Bei einem Fehler gehst du nicht sofort schneller weiter, sondern korrigierst genau die betreffende Bewegung.
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