Blueskurs für Fortgeschrittene · Tag 7 · mit Sebastian und Horst
Red House: Jimi Hendrix und dieser herrliche Blues
Ein ruhiger Puls, ein kräftig gezogener Ton auf der H-Saite und dieses wunderbare Vibrato: Red House macht einfach Lust aufs Spielen. Sebastian und ich zeigen dir die Begleitung, kleine Akkordgriffe und einige unserer liebsten Hendrix-Licks. Du brauchst nicht das ganze Solo nachzuspielen. Such dir eine Phrase, die dir gefällt, und spiel damit deinen eigenen Blues.
Hol die Gitarre dazu. Wir spielen Red House.
Wir stimmen für diese Stunde beide Gitarren einen Halbton tiefer. Wenn du direkt mitspielen möchtest, mach das bitte auch. Die Griffe nennen wir H7, E7 und Fis7. Sie klingen dadurch einen Halbton tiefer als auf der normal gestimmten Gitarre.
In englischen Akkordblättern steht B für unser deutsches H. Lass dich davon in den Unterlagen nicht irritieren. Wir besprechen zuerst die Begleitung und unseren Helix-Sound. Ab 24:18 nehmen wir uns das Intro und einzelne Solo-Ideen vor. Es geht um die typischen Licks und deine eigene Interpretation, nicht um eine vollständige Kopie des Hendrix-Solos.
Hör dir das Intro einmal an. Welche Stelle würdest du selbst gern spielen? Die Kapitel bringen dich direkt dorthin.
Die Kapitel unten öffnen die passende Stelle in unserem YouTube-Video.
Die zwölf Takte mit H7, E7 und Fis7
Spiel die Begleitung mit, bevor du dich um die schnellen Licks kümmerst. Dann hörst du auch beim Solieren, wann der nächste Akkord kommt. Unser Grundschema hat den frühen Wechsel zu E7 schon im zweiten Takt.
Takte 1 bis 4
H7 · E7 · H7 · H7. Jeder Akkord steht hier für einen ganzen Takt. Nach dem kurzen E7 bist du wieder bei H7.
Takte 5 bis 8
E7 · E7 · H7 · H7. Zwei Takte E7, dann zwei Takte H7. Hör im Video, wie die Melodie auf den Wechsel zu E7 abgestimmt ist.
Takte 9 bis 12
Fis7 · E7 · H7 · Fis7. Der letzte Fis7 führt in den nächsten Durchgang. Im Intro und in den verschiedenen Fassungen hörst du zusätzliche Akkordbewegungen.
Der langsame 12/8-Blues
Spür vier große Schläge im Takt. Jeder hat drei Unterteilungen. Zähle langsam: eins-und-a, zwei-und-a, drei-und-a, vier-und-a. Die drei kleinen Schläge müssen gleichmäßig bleiben.
Bleib zum Einstieg bei den drei Grundgriffen. Die kleinen Akkorde auf den hohen Saiten aus dem Intro kommen anschließend dazu. Im Video zeigen wir sie ab 24:18.
Zwei Hendrix-Licks, die du gleich ausprobieren kannst
Schon ein kurzer Lick klingt richtig gut, wenn das Bending stimmt und der letzte Ton ein schönes Vibrato bekommt. Nimm dir diese beiden Stellen einzeln vor. Spiel langsam und hör genau hin.
Spiel zuerst den 12. Bund auf der H-Saite und merk dir den Ton. Greif dann Bund 10 und zieh die Saite, bis du genau diesen Ton hörst. Das ist ein Ganzton–Bending. Im Video erklären wir es ab 26:24.
Schlag Bund 7 an und setz den nächsten Finger mit einem Hammer-on auf Bund 8. Du hörst den Wechsel von der Mollterz zur Durterz. So verbinden wir H-Moll-Pentatonik und H-Dur-Pentatonik. Schau dir die Stelle ab 30:29 an.
Ab 35:45 zeigen wir einen Lick mit Slides über E7. Hör dir an, wo die Töne im Akkord landen und wie der Schluss mit Vibrato klingt. Dann spiel die Stelle zur Begleitung, nicht nur allein.
Die sehr weiten Bendings später im Video sind etwas für geübte Hände. Für den Anfang reicht der sauber getroffene Ganzton völlig. Wenn du den Lick kannst, verändere den Rhythmus oder lass einen Ton weg. Du sollst mit diesen Ideen selbst Musik machen.
Unser Red-House-Sound im Helix
Wir vergleichen im Video die Effekte und spielen mit der Verzerrung. Viel wichtiger als eine lange Effektkette ist dabei, wie du die Gitarre anschlägst.
Brit J45 und Greenbacks
Für unseren Sound verwenden wir den Brit J45 mit einer 4×12-Box im Greenback-Stil. Stell nicht zu viel Verzerrung ein. Ein leiser Anschlag soll noch sauber klingen können.
Federhall und kurzes Echo
Ein wenig Federhall und ein kurzes analoges Echo geben dem Ton Raum. Hör besonders auf die Pausen: Zu viel Hall verwischt die nächste Phrase.
Tube Drive und Uni-Vibe
Wir schalten den Tube Drive für mehr Verzerrung dazu und probieren den Uni-Vibe. Vergleich die Beispiele mit und ohne Effekt. Du hörst schnell, welcher Sound dir beim Spielen gefällt.
Du brauchst keinen Helix, um die Licks zu lernen. Stelle an deinem Verstärker einen warmen, leicht anzerrenden Grundsound ein und achte auf Anschlag, Bending und Vibrato.
Direkt zu deiner Stelle im Video
- 00:43 · Die Gitarren einen Halbton tiefer stimmenSo kannst du mit unserer Aufnahme mitspielen.
- 05:12 · Die zwölf Takte mit H7, E7 und Fis7Die Begleitung und der frühe Wechsel zu E7.
- 16:42 · Unseren Helix-Sound vergleichenVerstärker und Effekte im direkten Hörvergleich.
- 17:11 · Federhall und kurzes EchoWie viel Effekt verträgt der langsame Blues?
- 19:00 · Tube Drive und Uni-VibeZusätzliche Verzerrung und ein anderer Klang.
- 24:18 · Das Intro mit kleinen AkkordgriffenJetzt gehen wir an die Gitarre und die einzelnen Phrasen.
- 26:24 · Das Ganzton-Bending im IntroAuf der H-Saite von Bund 10 zum Ton von Bund 12.
- 30:29 · Hammer-on vom 7. zum 8. BundDie Moll- und Durterz auf der G-Saite verbinden.
- 35:45 · Slides und eine Phrase über E7Die Melodie am Akkordwechsel orientieren.
- 42:53 · Dur, Moll und VibratoWeitere Ideen für deinen eigenen Blues.
- 52:26 · Einen einfacheren Blues spielenWenige Töne aus der Pentatonik zur Begleitung.
- 56:17 · Mit Sebastian und Horst improvisierenHör zu oder nimm die Gitarre dazu und spiel mit.
30 Minuten mit Red House
Lass die schnellen Passagen heute ruhig weg. Übe die Begleitung und eine kleine Phrase so, dass du sie sicher zur Musik spielen kannst.
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5 Minuten: Stimmen und begleiten
Stimm einen Halbton tiefer und spiel die zwölf Takte mit. Hör besonders auf den frühen E7 und den Fis7 am Schluss.
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10 Minuten: Ein sauberer Ganzton
Vergleiche auf der H-Saite immer wieder den gegriffenen 12. Bund mit dem Bending aus Bund 10. Erst den Zielton treffen, dann den kurzen Lick aus dem Video dazunehmen.
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10 Minuten: G-Saite 7 auf 8
Übe den Hammer-on langsam. Spiel die Phrase erst mehrmals wie im Video. Ändere dann eine Kleinigkeit im Rhythmus und hör, wie sie über H7 klingt.
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5 Minuten: Mitspielen
Nimm die einfachere Begleitung ab 52:26. Spiel deinen Lick, lass eine Pause und antworte mit wenigen Tönen. Ein langsamer Blues muss nicht vollgespielt sein.
Mach das morgen wieder. Kleine Stellen regelmäßig und geduldig zu üben bringt mehr, als heute einmal durch das ganze Solo zu hetzen.
Die Lernunterlagen zu Red House
VIP-Guitar · Blueskurs Tag 7
Hier findest du das einseitige Akkord- und Formblatt, das ausführliche Noten- und Tabulatur-PDF, mehrere Guitar-Pro-Arrangements sowie einen Backingtrack zum Üben. Lege dir zum Einstieg das Akkordblatt und die ersten Seiten mit dem Intro neben die Gitarre.
Die Unterlagen enthalten unterschiedliche Fassungen von Red House. Griffbilder, Abläufe und Tempo können deshalb voneinander abweichen. In englischen Akkordbezeichnungen bedeutet B unser H. Für das direkte Mitspielen mit unserer Stunde stimmst du einen Halbton tiefer.
Nach dem Anmelden öffnen sich die Dateien mit deinem passenden Zugang. Nutze für die einzelnen Erklärungen die Videokapitel oben.
Die Lernunterlagen sind für dein persönliches Üben bestimmt. Bitte gib sie nicht weiter und lade sie nicht öffentlich hoch.
Noch mehr Hendrix oder weiter mit Stevie Ray Vaughan?
Hör dir Red House auch von Hendrix selbst an. Achte auf seine Pausen, die Bendings und den Wechsel zwischen Begleitung und Solo. Unser Hey-Joe-Tutorial zeigt dir, wie du einen weiteren Hendrix-Klassiker mit der Gitarre begleiten kannst.
Wenn du unseren Helix-Sound oder die VIP-Guitar-Plektren suchst:








