Eric Clapton · Reggae-Groove · Horst Keller
I Shot the Sheriff auf der Gitarre
Der Offbeat ist schnell erklärt. Musikalisch wird die Begleitung erst, wenn Fuß, Schlaghand und Greifhand denselben Puls teilen. Horst baut den Reggae-Rhythmus von einzelnen Aufschlägen bis zur funkigen 16tel-Variante auf und zeigt dazu Akkorde, Riff und Klangfarben der Clapton-Fassung.
Die vollständige Gitarrenstunde
Vom einfachen Aufschlag zur Clapton-Begleitung
Horst beginnt mit dem kleinsten belastbaren Baustein: Der Fuß markiert den Grundpuls, der Akkord erklingt auf der angehobenen Fußbewegung. Erst wenn das sitzt, kommen Greifhandkontrolle, Strophenakkorde, Riff, 16tel und Akkordfarben hinzu.
Drei Bewegungen müssen zusammenfinden
Beim Reggae liegt der hörbare Anschlag zwischen den Grundschlägen. Horsts Bild dafür ist eine unsichtbare Schnur, die den Fuß anhebt und dabei den Aufschlag auslöst. So entsteht ein körperlich verständlicher Offbeat.
Die Greifhand arbeitet nicht statisch. Sie drückt und löst im richtigen Moment, damit der Akkord kurz und präzise bleibt. Die Schlaghand läuft währenddessen locker weiter.
Die funkige Ausbaustufe verdoppelt die Bewegungen im 16tel-Raster. Das klingt dichter, beruht aber weiterhin auf demselben Puls.
Der Reggae-Kern
Offbeat, Stopp und durchlaufende Schlaghand
Der Groove entsteht nicht durch komplizierte Akkorde. Entscheidend ist, dass jeder Anschlag an derselben rhythmischen Stelle sitzt und sofort wieder Platz lässt.
Grundpuls halten
Der Fuß markiert die Viertel. Er bleibt unabhängig davon stabil, wie dicht die Schlaghand später spielt.
In die Lücke spielen
Der Akkord erklingt, wenn der Fuß oben ist. Übe diese Kopplung zuerst ohne Akkordwechsel.
Drücken und lösen
Drücke nur für den Klangmoment. Das anschließende Lösen verkürzt den Akkord, ohne die Saiten loszulassen.
Locker durchlaufen
Die Hand pendelt weiter. Zusätzliche 16tel entstehen aus derselben Bewegung, nicht aus hektischen Einzelaktionen.
Der Stopp gehört zum Rhythmus. Wenn der Akkord zu lange klingt, verliert der Offbeat seine Kontur. Kontrolliere deshalb nicht nur den Anschlag, sondern auch das Ende jedes Tons.
Akkorde und Klangfarben
Von Grundgriffen zu Septim- und Sus-Farben
Horst zeigt zuerst die tragenden Moll- und Durformen. Danach erweitert er sie mit kleinen Griffänderungen, ohne den Groove aus den Augen zu verlieren.
G-Moll und Gm7
Der Barrégriff im dritten Bund bildet das tonale Zentrum. Durch Lösen des kleinen Fingers entsteht die blusigere Septimfarbe.
Cm7 und Gm7sus4
Die Septimform verkürzt den Griffweg. Auf Gm7 ergänzt die Sus4 eine bewegte Oberstimme.
Es-Dur und Esmaj7
Die verschobene A-Dur-Form sitzt im sechsten Bund. Eine abgesenkte Akkordnote erzeugt die Major-7-Farbe.
D-Moll, Dm7 und D7#9
Der Stufenakkord lässt sich schrittweise färben. Die 7#9-Variante setzt einen deutlich schärferen Bluesakzent.
Baue diese Varianten erst nach der einfachen Begleitung ein. Wenn die Greifhand während des Wechsels den Offbeat verschiebt, kehre für einige Durchgänge zu G-Moll, Es-Dur und D-Moll zurück.
Riff und Formkontrolle
Das Thema bleibt in der G-Moll-Pentatonik
Horst verlegt die bekannte erste Pentatoniklage von A-Moll nach G-Moll und zeigt daraus das Hauptthema. Die ersten vier Töne und die anschließende Dreiergruppe werden getrennt geübt.
Eine zweite Griffweise hält die Hand stärker in derselben Position und nutzt einen Slide. Beide Varianten führen zum selben melodischen Ziel. Wähle die Fassung, die im Rhythmus stabiler bleibt.
Riff und Begleitung gehören in denselben Puls. Übe den Wechsel deshalb nicht erst im kompletten Song, sondern als kurze Schleife: zwei Takte Akkord, einmal Thema, wieder zurück zum Akkord.
Kontrollpunkte
- Tonart: Die erste G-Moll-Pentatoniklage ist sicher auffindbar.
- Gruppen: Vierertöne und Dreiertöne bleiben rhythmisch unterscheidbar.
- Slide: Der Zielton kommt exakt im Puls an.
- Rückweg: Der nächste Offbeat beginnt ohne Suchpause.
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20 direkte Kapitel
- 00:18 · Version und LernzielRhythmus, Begleitung, Riff und Solokontext.
- 00:49 · Reggae-RhythmusDer erste Arbeitsauftrag der Lektion.
- 02:17 · GrundgriffeBeginn mit G-Moll und Griffposition.
- 03:05 · G-Moll-PentatonikErste Lage aus der A-Moll-Position verschieben.
- 03:47 · Offbeat verstehenFußbewegung und Anschlag in der Pause.
- 04:23 · GreifhandkontrolleAkkord nur für den Klangmoment drücken.
- 04:46 · KlangaufbauBlackface, JCM800, Pickupwahl und Lautstärke.
- 05:26 · Erste ÜbungG-Moll auf jedem angehobenen Fußschlag.
- 06:01 · StrophenakkordeÜbergang zu Es-Dur und D-Moll.
- 06:55 · Es-Dur isolierenZwei einfache Aufschläge ohne Zusatzrhythmus.
- 07:09 · D-MollVerschobene A-Moll-Form im fünften Bund.
- 07:50 · AkkordwechselEs-Dur, D-Moll und Rückkehr nach G-Moll.
- 08:50 · HauptthemaRiff in kleinen Tongruppen zerlegen.
- 10:05 · Alternative GriffweiseSlide und Spiel in derselben Pentatoniklage.
- 11:22 · 16tel-AusbaustufeDurchlaufende Hand und Auftaktbewegung.
- 12:58 · Clapton-GrooveSchläge verdoppeln und funkiger phrasieren.
- 14:29 · Linke Hand im GrooveRhythmus durch Drücken und Lösen erzeugen.
- 16:10 · SeptimakkordeGm7, Cm7 und erste Verschönerungen.
- 17:27 · Esmaj7 und Dm7Weitere Farben mit kleinen Griffänderungen.
- 18:31 · Double Stops und SchlusswegKurzes Fill, Originalnähe und abschließende Wiederholung.
Konkreter Übeplan
Sechs Einheiten für einen belastbaren Groove
- Fuß und Aufschlag: Acht Takte leere Saiten auf jedem Offbeat spielen.
- G-Moll-Stopp: Akkord kurz drücken, anschlagen und sofort lösen. Der Fuß bleibt gleichmäßig.
- Akkordweg: Es-Dur und D-Moll mit je zwei Aufschlägen verbinden, danach zu G-Moll zurückkehren.
- Riff: Vierertöne und Dreiertöne getrennt üben. Erst danach beide Gruppen verbinden.
- 16tel: Schlaghand ohne Akkord durchlaufen lassen, dann einzelne Klangmomente mit der Greifhand freigeben.
- Formtest: Begleitung, Thema und Rückweg aufnehmen. Nur den Übergang wiederholen, an dem der Puls kippt.
Locker bedeutet kontrolliert
Horst zeigt die verdichtete Fassung mit einer durchlaufenden Hand. Die Bewegung bleibt klein und locker, auch wenn mehr Anschläge hörbar werden.
Wenn dir diese Variante zu schwer ist, bleibt der einfache Aufschlag vollständig gültig. Die musikalische Priorität ist der stabile Offbeat, nicht die größtmögliche Schlagdichte.
Nimm zehn Sekunden nur mit gedämpften Saiten auf. So hörst du ohne Akkordfarbe, ob die Abstände gleichmäßig sind. Danach wiederholst du denselben Ablauf mit G-Moll.
Premium-Material
Akkordblatt zum Song
Für VIP-Guitar-Mitglieder
Akkorde und Ablauf
Der bestehende geschützte Download bleibt unverändert. Nutze das Blatt als Griff- und Formübersicht neben der Videolektion.
Der vorhandene Dateilink und seine Zuordnung bleiben unverändert.
Das Material ist für privates Studium und Unterricht bestimmt. Liedtext wird in diesem Beitrag nicht wiedergegeben. Rechte an Komposition, Text und Originalaufnahme verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern.
Klang und Anschlag
Heller Cleansound, weniger Pegel, klare Transienten
Blackface und cleaner JCM800
Horst kombiniert im damaligen POD-HD500-Setup einen Fender-Blackface-Typ mit einem cleanen JCM800 und spielt über den DT25.
Mittlere Pickup-Position
Die beiden Pickups seiner Music Man liefern gemeinsam den helleren Klang. Etwas zurückgenommene Lautstärke hält den Anschlag offen.
Der wichtigste Soundregler sitzt in der Greifhand
Mehr Höhen ersetzen keine rhythmische Kontur. Stelle zuerst sicher, dass jeder Akkord kurz beginnt und endet. Erst dann lohnt sich die Feinarbeit an Pickupwahl, Pegel und Amp.
Getrennter Kontrollpass
Drei Hördurchgänge mit klaren Aufgaben
Im ersten Durchgang hörst du nur auf den Fußpuls. Jeder Akkord muss exakt zwischen zwei Grundschlägen sitzen.
Im zweiten Durchgang kontrollierst du die Tonlänge. Die Akkorde bleiben kurz, das Riff darf dagegen melodisch verbunden klingen.
Der dritte Durchgang gilt der Verdichtung. Vergleiche einfachen Offbeat und 16tel-Fassung. Beide müssen dasselbe Tempo und dieselbe innere Ruhe behalten.
Hörkontrolle
- Bleibt der Fuß unabhängig von der Schlaghand stabil?
- Enden die Akkorde gemeinsam mit der Greifhandbewegung?
- Kommt das Riff ohne Pause zurück in den Groove?
Passende nächste Schritte
Vertiefe Solo, Reggae und Clapton-Sprache
Dein nächster Durchgang
Spiele acht Takte einfachen Offbeat, viermal das Hauptthema und danach wieder acht Takte Begleitung. Wenn der Fuß dabei unverändert bleibt, ist das rhythmische Fundament gesetzt.

