Jimi Hendrix · Akkordmelodie · Horst Keller und Sebastian Minet
Little Wing auf der Gitarre
Hendrix begleitet nicht einfach Akkorde. Er verbindet Bassnoten, Dreiklänge, Double Stops und kleine Melodien zu einer einzigen Stimme. Horst und Sebastian zerlegen das Intro, das Solo und die Improvisationsidee in einen klaren Lernweg.
Die vollständige Gitarrenstunde
52 Minuten vom Akkord zum bewegten Klangbild
Die Lektion beginnt mit Sound und Akkorden. Ab Minute 14:41 gehen Horst und Sebastian Takt für Takt durch das Intro. Danach folgen Solo, Improvisation und der Transfer auf andere Begleitungen.
Anspruchsvoll, aber nicht unteilbar
Horst nennt das Original ausdrücklich Champions League. Der sinnvolle Einstieg ist trotzdem einfach: Akkordfolge verstehen, Dreiklänge lokalisieren und einzelne Fills als wiederverwendbare Bausteine lernen.
Du musst nicht Hendrix kopieren. Die Lektion zeigt, wie du seine Logik erkennst und daraus eine spielbare eigene Version entwickelst.
Harmonie und Form
Die Akkordfolge ist die Landkarte
Die Begleitung bewegt sich durch E-Moll, G-Dur, A-Moll, E-Moll 7, H-Moll, B-Dur, C-Dur, Fadd9 und D-Dur. Horst bleibt im Tutorial in Standardstimmung. Für die Originalaufnahme weist er auf die um einen Halbton tiefere Stimmung hin.
E-Moll und G
Aus dem E-Moll-Klang entwickelt Hendrix sofort Bass, Hammer-On und obere Akkordtöne.
A-Moll und C
A-Moll wird mit C-Dur-Farbe verbunden. Die Umkehrung öffnet den Klang nach oben.
H-Moll, B und A-Moll
Der chromatische Bassweg ist kurz. Übe ihn getrennt von allen Verzierungen.
G, Fadd9, C und D
Bassnoten, offene Saiten und Dreiklänge tragen den Weg zurück nach E-Moll.
Spiele die Form zuerst in ganzen Akkorden. Danach ersetzt du jeden Griff durch eine kleine Umkehrung auf den hohen Saiten. So hörst du, welche Töne beim Wechsel liegen bleiben und welche sich melodisch bewegen.
Greifhand und Rhythmus
Der Akkord bleibt liegen, die Melodie bewegt sich
Hendrix greift Bassnoten häufig mit dem Daumen. Dadurch bleiben die übrigen Finger frei für Hammer-Ons, Triller, Double Stops und kleine Melodietöne. Horst betont zugleich, dass Handgröße und Beweglichkeit eine eigene Griffentscheidung verlangen.
Daumenbass
Lege nur die tiefe Bassnote und den oberen Dreiklang. Kein Druck, der die Hand blockiert.
Double Stops
Spiele zwei hohe Saiten gemeinsam und forme daraus kurze Antworten auf den Akkord.
Hammer-Ons
Lass den Grundgriff stehen. Ergänze einen Ton, ohne den übrigen Akkord abzuwürgen.
Offene Saiten
Nutze offene Töne als Verbindung, aber kontrolliere, welche Saiten weiterklingen dürfen.
Die Rhythmik entscheidet. Eine korrekt gegriffene Figur klingt noch nicht nach Hendrix. Erst Akzente, Pausen, Swinggefühl und lockeres Nachfedern verbinden die Töne.
Wenn der Daumen zu viel Spannung erzeugt, reduziere den Griff. Bassnote und zwei obere Akkordtöne reichen für den Anfang. Horst entwickelt bewusst eine eigene Version, statt eine für seine Hand unnatürliche Bewegung zu erzwingen.
Vergleichen und improvisieren
Drei bestehende Hörwege bleiben erhalten
Der Ausgangsbeitrag verknüpfte einen langen Backingtrack sowie Interpretationen von Stevie Ray Vaughan und Marcus Deml. Diese drei Wege bleiben als Hör- und Improvisationshilfe erhalten.
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20 direkte Kapitel
- 00:09 · BegrüßungLittle Wing und das Lernziel.
- 02:40 · SoundideeZwischenposition, Uni-Vibe und Leslie-Charakter.
- 04:30 · Amp und EffekteMarshall, Greenback, Kompressor und Federhall.
- 08:10 · Aufbau der LektionAkkorde, Intro und Solo einordnen.
- 10:54 · AkkordfolgeE-Moll bis D-Dur als Grundgerüst.
- 13:09 · Einfache BegleitungDie Form ohne Verzierungen spielen.
- 13:30 · StimmungOriginaltiefe und Standardstimmung trennen.
- 14:41 · Intro beginntGhost Notes, Slide und Bassnote.
- 16:43 · DaumentechnikBass und Akkord mit freier Greifhand verbinden.
- 17:54 · Tempo und Tabulatur70 BPM und Hören vor Ablesen.
- 19:35 · Fingersätze wählenTabulatur prüfen und positionsbezogen denken.
- 20:40 · G-Dur umspielenOffene Saite, Triller und Hammer-On.
- 22:13 · A-Moll-AbgangPentatonik als Verbindung nutzen.
- 23:51 · Rhythmik hörenGefühl und Akzente vor Griffbild.
- 25:02 · E-Moll 7Akkordtöne mit Triller bewegen.
- 28:51 · H-Moll zu A-MollChromatischen Übergang isolieren.
- 30:38 · C-UmkehrungDreiklänge als Begleitwerkzeug.
- 32:28 · G9 und F9Slides, Daumenbass und offene Saiten.
- 36:38 · SoloE-Moll-Pentatonik und Akkordziele.
- 47:55 · TransferDreiklänge und Improvisation zusammenführen.
Konkreter Übeplan
Sechs Einheiten vom Grundgriff zur freien Begleitung
- Form: Spiele die komplette Akkordfolge ohne Fill, Gesang und Backingtrack.
- Daumen: Halte E-Moll und G mit Daumenbass. Prüfe jede klingende Saite einzeln.
- Baustein: Wähle einen Hammer-On oder Double Stop und loope nur einen Takt.
- Verbindung: Übe H-Moll, B-Dur und A-Moll als eigenen chromatischen Weg.
- Dreiklänge: Begleite die Form nur mit kleinen Griffen auf den hohen Saiten.
- Aufnahme: Prüfe Akkordklang, Rhythmik, Nebensaiten, Lautstärke und Zieltöne getrennt.
Langsam ist nur dann hilfreich, wenn es musikalisch bleibt
Die Partitur liegt bei ungefähr 70 BPM. Horst reduziert im Tutorial auf 62 BPM und beschreibt auch 54 BPM als lyrische eigene Fassung.
Nutze ein langsameres Tempo, um Handstellung und Klangdauer zu sortieren. Kehre danach zu einem Tempo zurück, in dem die Figuren noch schwingen.
Ein sauberer Takt ist bereits Material. Übertrage ihn später auf andere E-Moll- oder Soul-Begleitungen, statt sofort das ganze Intro zu erzwingen.
Premium-Material
PDF, Guitar Pro und Backingtrack
Im Download findest du ein zweiseitiges PDF, Guitar-Pro-Fassungen von Hendrix und Stevie Ray Vaughan sowie einen Backingtrack. Nutze die Partitur für Form und Fingersatz, das Video für Rhythmik und Klang und den Backingtrack erst für den freien Transfer.
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Hinweis: Das Material ist zum persönlichen Lernen bestimmt. Rechte an Komposition, Text, Film und Originalaufnahmen verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern.
Klang und Dynamik
Vorne klar, hinten schwebend
Marshall und Greenback
Horst baut den Klang mit einem JTM-45-Modell, alter 4×12-Greenback-Box, Kompressor und Federhall auf. Die vordere Strat-Zwischenposition liefert die drahtige Kontur.
Uni-Vibe sparsam mischen
Der Modulationseffekt soll den Leslie-Charakter andeuten, nicht jede Akkordfarbe verdecken. Für das Solo kommt bei Bedarf ein Tube-Screamer hinzu.
Stelle zuerst einen klaren Grundsound ohne Modulation ein. Prüfe Bassnoten und Double Stops. Mische das Uni-Vibe erst danach so weit hinzu, dass die Bewegung hörbar bleibt, der Anschlag aber nicht hinter dem Effekt verschwindet.
Passender Stadium-Sound
Das aktuelle Preset „Jimi Hendrix HK“ ist eine sachlich passende Klangvertiefung für Helix Stadium.
Hörcheck
Höre zuerst den Akkord, dann die Verzierung
Im ersten Durchgang darf keine Bassnote oder offene Saite den folgenden Akkord verschmieren. Im zweiten prüfst du, ob Hammer-Ons und Double Stops leiser beginnen als die eigentliche Zielnote.
Im dritten Durchgang hörst du nur auf die Akkordwechsel. Jede melodische Figur muss rechtzeitig am nächsten harmonischen Ziel ankommen.
Vergleiche danach einen Durchgang mit voller Partitur und einen mit nur einem Fill pro Akkord. Die dünnere Fassung gewinnt, wenn Puls, Melodie und Harmonie dort deutlicher zusammenarbeiten.
Hörkontrolle
- Klingt der Grundakkord vollständig?
- Bleiben Rhythmik und Akzente locker?
- Landet die Improvisation auf einem Akkordton?
Passende nächste Schritte
Vertiefe Pentatonik, Dreiklänge und Akkordziele
Dein nächster Durchgang
Spiele die Akkordfolge einmal ohne jede Verzierung. Wähle danach genau einen Takt aus dem Intro und übertrage nur seine Bewegungslogik auf einen anderen Akkord.



