Howard Carpendale · 1979 · Gitarre & Gesang
Nachts, wenn alles schläft: Vier Akkorde, Puls und echte Dynamik.
Horst begleitet den Song nicht mit einem starren Schlagmuster. Er beginnt weich mit dem Daumen, holt das im Mittelfinger geparkte Plektrum für das Crescendo hervor und nimmt nach dem Refrain sofort wieder Energie heraus. So wird aus wenigen Akkorden ein vollständiger Spannungsbogen.
Komplette Videolektion
29 Minuten über Capo, Daumenpuls, Plektrumwechsel und Lautstärkebögen.
Horst spielt den Song zunächst vollständig und erklärt danach seine persönliche Verbindung zu Howard Carpendales Musik. Die eigentliche Lektion zerlegt Capo-Griffbilder, H-Powerchord, Daumenbegleitung, Plektrumwechsel und den dynamischen Weg von Strophe über Refrain bis zum Finale.
Horsts eigener Bezug
Vier Akkorde, eine komplette Dramaturgie – und echte Bühnenerfahrung dahinter.
„Nachts, wenn alles schläft“ erschien 1979 auf Howard Carpendales Album Mein Weg zu dir. Für Horst ist das kein beliebig ausgewählter Schlager: Anfang der 1990er spielte er mehrere Jahre in einer Carpendale-Coverband und erlebte, wie stark diese Songs ein Publikum tragen können.
Drei Grundgriffe plus Zuleitung
Mit Capo verwendet Horst E, Fis-Moll und A; ein H-Powerchord baut vor dem Refrain Druck auf. Ohne Capo entsprechen dem F, G-Moll, B und C.
Einfachheit als Stärke
Wiedererkennbare Harmonie bindet Menschen unmittelbar ein. Die musikalische Qualität entsteht durch Gesang, Groove und eine Begleitung mit klaren Lautstärkebögen.
Professionelle Rollenverteilung
Horst verweist auf die live spielende Carpendale-Band als Beispiel dafür, wie wenige Akkorde durch präzise Musiker und dynamisches Zusammenspiel groß werden.
Die Begleittechnik
Die Gitarre als kleines Orchester: Daumen, Schlagzeugpuls und Plektrum.
In der Strophe schlägt der Daumen einen gleichmäßigen Puls. Das Plektrum steckt währenddessen im Mittelfinger. Vor dem Refrain wird es nach vorn geholt: Der Anschlag wird klarer und lauter, ohne gefühllos zu werden.
- Daumenpuls: Spiele Viertel und fühle dabei die Funktion von Bassdrum und Snare. Die Hand begleitet nicht nur Akkordsymbole, sondern bildet einen Groove ab.
- Plektrum parken: Halte das Pick sicher im Mittelfinger, während der Daumen spielt. Übe das zunächst ohne Akkordwechsel und ohne Tempo.
- H als Rampe: Auf „Oh Baby“ führt der H-Powerchord in ein Crescendo. Genau dort wandert das Plektrum in die normale Spielposition.
- Nach dem Refrain lösen: Energie und Lautstärke sofort herausnehmen. Die nächste Strophe gewinnt nur dann Nähe, wenn der Kontrast hörbar ist.
Lautstärkefalle
Das Plektrum ist mindestens doppelt so präsent
Horst warnt beim Wechsel ausdrücklich: Der Plektrumanschlag springt gegenüber dem Daumen deutlich nach vorn. Mehr Attack darf das Crescendo öffnen, aber den Gesang nicht erschlagen.
Form durch Kontrast
Strophe weich, Refrain kräftig, Finale maximal – ohne Flatline-Musik.
Nähe und Puls
Der Daumen hält den Song warm und direkt. Kleine Sus4-Farben dürfen die E-Form beleben, solange der Text im Mittelpunkt bleibt.
Attack und Weite
Plektrum und voller Anschlag öffnen die Fläche. Der rhythmische Schlagzeuggedanke bleibt identisch; nur Energie und Klangdichte wachsen.
Steigerung mit Reserve
Die größte Dynamik gehört ans Ende. Wer bereits in der ersten Strophe maximal spielt, nimmt dem Song seine dramaturgische Richtung.
Kapitel im Video
Direkt zu den entscheidenden Unterrichtsstellen.
- 05:43 · Horsts Carpendale-GeschichteMehrere Jahre Coverband-Erfahrung Anfang der 1990er.
- 07:27 · Capo und vier AkkordeE, Fis-Moll, A und H als spielbare Songbasis.
- 09:26 · Daumen und verstecktes PlektrumPick im Mittelfinger, weicher Puls in der Strophe.
- 10:04 · Gitarre als OrchesterSchlagzeugfunktion und lebendige Viertelbegleitung.
- 12:12 · H-Powerchord und WechselCrescendo auf „Oh Baby“ und Plektrum nach vorn holen.
- 14:46 · Energie zurücknehmenVom kräftigen Refrain in die weiche nächste Strophe.
- 18:07 · Variante ohne CapoF, G-Moll, B und C sowie die ergonomische Abwägung.
- 19:26 · Dynamik statt FlatlineWarum wenige Akkorde professionelle Gestaltung verlangen.
Konkreter Übeplan
Puls, Wechsel, Kontrast – die Begleitung in fünf Schritten.
Die Akkorde sind schnell gelernt. Die eigentliche Übezeit gehört der rechten Hand und dem kontrollierten Lautstärkeunterschied zwischen den Songteilen.
- Daumen allein: Spiele E, Fis-Moll und A nur in Vierteln. Klopfe den Puls mit dem Fuß und halte ihn auch beim Wechsel stabil.
- Pick parken: Bewege das Plektrum zehnmal langsam zwischen Mittelfinger-Parkposition und normalem Griff, ohne es fallen zu lassen.
- Zuleitung bauen: Verbinde A, H-Powerchord und ersten Refrainakkord. Lautstärke wächst, Tempo bleibt unverändert.
- Kontrast aufnehmen: Spiele Strophe, Refrain und neue Strophe am Stück. Prüfe, ob der Pegel nach dem Refrain hörbar und sofort zurückgeht.
- Gesang ergänzen: Sprich zunächst nur die Texteinsätze über dem Puls. Erst wenn sie sicher sitzen, singst du mit vollständiger Dynamik.
Für VIP-Guitar Unterstützer
Zusatzmaterial zu Nachts, wenn alles schläft
Die Ausarbeitung bündelt Griffbilder, Capo- und Originaltonart, Textzuordnung sowie die dynamische Begleitstruktur als Ergänzung zur Videolektion.
Diese Dateien sind Horst Kellers Interpretation des Stücks und ausschließlich für privates Studium, Ausbildung oder Forschung bestimmt.
Passend zur Lektion
Werkzeug und Livesound für die dynamische Akustikbegleitung.
Im Video zeigt Horst ein 1,5-mm-Plektrum und erklärt, wie der Wechsel vom Daumen zum Pick die Dynamik öffnet. Das VIP-Guitar Plektrum M knüpft direkt an Stärke und Größenklasse an. Für die verstärkte Bühne ist „Akustikgitarre Live“ eine passende Stadium-Klangbasis – kein speziell für diesen Song gebautes Preset.
Akustik-Spielgefühl
Plektrum M · 1,5 mm
Ein aktuelles VIP-Guitar Plektrum für Akustikgitarre in der im Video genannten Stärke und der Medium-Größenklasse.
Akustik-Plektrum ansehenHelix Stadium
Akustikgitarre Live
Eine natürliche, bühnentaugliche Akustik-Klangbasis für Singer-Songwriter- und Akustiksets – kein speziell für „Nachts, wenn alles schläft“ gebautes Preset.
Stadium-Preset ansehenGemeinsam spielen
Einfachheit wird auf der Bühne groß.
Vier Akkorde zeigen ihre ganze Wirkung erst mit Gesang, Dynamik und anderen Menschen. Auf der Workshop-Seite findest du aktuelle Termine, Gitarrencamps und das jeweils aktuelle VIP-Guitar-Treffen – mit Unterricht, Austausch und gemeinsamen Sessions.
Weiterlernen




1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort
hollo hors vielen dank für die wunderbaren videos
mir gefällt ein lied von cliff richards do you wanna dance
kannst du das als tutorals bitte mal mit aufnehmen