Ed Sheeran · As-Dur · 12/8-Puls, sieben Gitarrenspuren und Looper

Perfect auf der Gitarre: Vom Begleitpattern zum Mehrspur-Arrangement.

Vier vertraute Akkorde reichen für die einfache Begleitung. Die Studioaufnahme geht jedoch viel weiter: Horst zerlegt sieben Gitarrenspuren, zweistimmige Melodien, Dreiklänge, hohe Capo-Lagen und mehrere Looperübungen. Du entscheidest selbst, ob du den Song nur sicher begleiten oder Schicht für Schicht verstehen willst.

VeröffentlichungEd Sheeran, 2017
TonartAs-Dur, gelernt mit G-Dur-Formen und Capo 1
Tempo95 BPM
Metrum und Stimmung12/8, Standardstimmung

Komplette Videolektion

81 Minuten für Begleitung, sieben Spuren und drei Looperwege.

Horst beginnt mit der Version, die Ed Sheeran live allein begleitet. Danach öffnet er das Studioarrangement: vier Akustikgitarren, drei E-Gitarren, hohe Dreiklänge, zweistimmige Sololinien und eine zusätzliche Lage mit Capo im achten Bund.

Die sechs Notations-PDFs bestätigen 68 Takte, 95 BPM und Standardstimmung. Der Song ist einfach zugänglich, aber nicht oberflächlich. Eine stabile G-Dur-Begleitung ist das Fundament. Alles Weitere wird als eigene Spur darübergelegt.

Dein erster Auftrag: Setze den Capo in den ersten Bund. Spiele G, Em7, Cadd9 und D im gleichmäßigen 12/8-Puls. Betone immer die erste von drei Achteln.

Dein Hörtest: Bleibt der Puls stabil, wenn beim D-Akkord der kleine Finger für Dsus4 hinzukommt? Wenn die Bewegung stockt, übe nur D und Dsus4.

Vier Akkorde und ein Puls

G-Dur-Formen klingen mit Capo im ersten Bund in As-Dur.

Die Grundfolge besteht aus G, Em7, Cadd9 beziehungsweise Csus2 und D. Der Capo verschiebt diese Formen einen Halbton nach oben. Live spielt Ed Sheeran den Song laut Horsts Analyse häufig ohne Capo in G-Dur. Für die Studiofassung bleibt der erste Bund die passende Ausgangslage. Entscheidend ist das Zupfmuster: Basston und drei obere Saiten bilden zwölf Achtel pro Takt.

Rechte Hand

Bass und Dreiergruppe

Der Daumen spielt den Basston. Die oberen Saiten folgen als Dreiergruppe. Zähle vier Gruppen pro Takt und betone jeweils ihren Beginn.

Übergänge

H im Bass führt zu C

Vor Cadd9 erscheint ein kurzer Basston H. Im Outro führt D/Fis weiter zu Em und D. Spiele solche Basswege zuerst ohne oberen Akkord.

Sus-Farbe

D und Dsus4 wechseln

Der kleine Finger ergänzt im dritten Bund die Sus4-Farbe. Die Bewegung muss im Puls liegen und darf den Akkordwechsel nicht verzögern.

Vier Gitarrenrollen im Arrangement

Jede zusätzliche Spur erfüllt nur eine klare Aufgabe.

Die Hauptgitarre hält den Puls. Eine weitere Akustikgitarre ergänzt percussive Schläge und Hammer-ons. Zwei akustische Spuren spielen hohe Dreiklänge und das Solo zweistimmig. Die E-Gitarren liefern Terzlinien, lange Dreiklänge und eine hohe Capo-Lage. Die Dichte entsteht durch Rollenverteilung, nicht durch vollere Einzelspuren.

Hauptpuls

Zupfmuster und Bassnoten tragen den ganzen Song. Diese Spur muss ohne Hilfe eines Loops stabil sein.

Percussion

Ein gedämpfter Schlag markiert den Backbeat. Hammer-ons beleben C und D, ohne den Puls zu überladen.

Melodie

Zwei Akustikgitarren führen das Solo in verschiedenen Lagen. Slides und Pull-offs verbinden die Stimmen.

Farbe

Terzen, gehaltene Dreiklänge und Capo 8 öffnen den Klang nach oben. Sie bleiben leise und ergänzen nur.

Form und Originalaufnahme

Das Arrangement steigert sich, obwohl die Akkordbasis gleich bleibt.

Die 68 Takte gliedern sich in Strophen, Pre-Chorusse, drei Refrains, Solo und Outro. Zu Beginn trägt eine einzige Gitarrenspur den 12/8-Puls. Später kommen Bass, Backbeat, Streicher, Piano, Backgroundstimmen und zusätzliche Gitarren nacheinander hinzu.

Horsts Zwiebelvergleich trifft die Arbeitsweise: Jede Schicht verändert die Wahrnehmung, ohne die vier Grundakkorde zu ersetzen. Höre zuerst nur den Backbeat, dann die hohe Terzlinie und zuletzt die gezupfte Akustikgitarre.

Beobachtungsauftrag: Höre einen Durchgang nur auf die erste Gitarrenspur. Suche danach die hohen Terzen im zweiten Vers. Im dritten Durchgang konzentrierst du dich auf den Wechsel von dünner zu dichter Besetzung.

Zweistimmige Melodien und hohe Dreiklänge

Das Solo gewinnt durch die zweite Stimme, nicht durch mehr Noten.

Die erste Akustikstimme beginnt mit Hammer-on, Slide und Pull-off in der offenen Lage. Die zweite Stimme liegt höher und übernimmt dieselbe melodische Richtung. Horst spielt beide Spuren einzeln, reduziert das Tempo und legt sie anschließend im Looper übereinander.

Stimme 1

Offene Lage und Blue-Note-Farbe

Hammer-ons, Slides und Pull-offs geben der kleinen Melodie ihren Gesangscharakter. Spiele jeden Übergang hörbar aus.

Stimme 2

Höhere Lage, gleiche Phrasierung

Die zweite Stimme beginnt im vierten Bund und bewegt sich bis in die neunte Lage. Übe sie getrennt, bevor du beide vergleichst.

Dreiklangweg

G, D/Fis, Em, D, C und D

Hohe Arpeggios verbinden Refrain und Outro. Der schwierigste Wechsel wird isoliert, nicht im ganzen Durchlauf versteckt.

Direkte Kapitel im Tutorial

Springe genau zu dem Teil, den du heute trainierst.

Konkreter Übeplan

Von zwei Takten zum vollständigen Mehrspur-Loop.

Horst empfiehlt, nicht sofort den ganzen Song durchzuspielen. Zuerst sitzt das Grundpattern. Danach nimmst du zwei oder vier Takte auf und ergänzt genau eine neue Spur. So hörst du, ob Einstieg, Ende und Akkordwechsel wirklich im Takt liegen.

Zähle die Dreiergruppen: Vier Gruppen ergeben einen Takt. Die Betonung liegt am Anfang jeder Gruppe. Bleibt sie klar, wirkt der 12/8-Puls ruhig.

Isoliere den schwersten Wechsel: Bei den hohen Arpeggios ist nicht die ganze Folge das Problem. Wiederhole nur den Griffwechsel, der den Puls unterbricht.

Loop mit Stoppkontrolle: Spiele zunächst zwei Takte. Stoppe exakt am Ende, höre die Aufnahme an und erweitere erst danach auf vier Takte.

  1. Grundpattern sichern: G, Em7, Cadd9 und D mit Capo 1 spielen. Die Dreierbetonung bleibt durchgehend gleich.
  2. Strophe bauen: Stopps und den Basston H vor C ergänzen. Erst danach den Pre-Chorus verbinden.
  3. Percussion ergänzen: Den gedämpften Schlag und die Hammer-ons auf einer zweiten Spur üben.
  4. Hohe Lage lernen: Den Arpeggioabgang bei 50 oder 60 Prozent Tempo spielen und den schwierigsten Wechsel isolieren.
  5. Solostimmen trennen: Jede Melodie einzeln lernen. Slides und Pull-offs müssen in beiden Lagen denselben Verlauf behalten.
  6. Looper zusammensetzen: Grundpattern, Terzlinie und eine Solostimme nacheinander aufnehmen. Nach jeder Spur Timing und Ende prüfen.

Für VIP-Guitar Premium-Member

Sechs Notationen und das vorhandene Übematerial

Der bestehende Premium-Download bleibt unverändert eingebunden. Enthalten sind Hauptgitarre, zwei Akustik-Solospuren, zwei E-Gitarren-Fillspuren sowie Songtext und Akkorde. Nutze die Dateien für Griffkontrolle, Stimmenvergleich und kurze Looperabschnitte. Liedtexte werden im öffentlichen Beitrag bewusst nicht wiedergegeben.

Wenn der Downloadlink nicht erscheint, melde dich mit deinem aktiven Premium-Konto an. Hinweise findest du auf der Premium-Member-Seite.

Sound aus der Lektion

Die Klangtrennung ist wichtiger als ein spektakulärer Einzelsound.

Horst nutzt in der Lektion Akustik- und E-Gitarrenmodelle der Variax. Die Hauptspur bleibt klar und rhythmisch. Die hohen Spuren sind heller und leiser. Ein Chorus kann die allein gespielte Begleitung etwas verbreitern, darf den 12/8-Puls aber nicht verwischen.

Hauptspur

Trocken und klar

Basston, obere Saiten und percussiver Schlag brauchen getrennte Konturen. Zu viel Hall macht die Dreiergruppen weich.

Hohe Spuren

Leise über dem Fundament

Terzen und Dreiklänge werden nicht lauter, sondern heller gesetzt. Sie sollen erst beim bewussten Hinhören auffallen.

Gezielt weiterlernen

Barré-Technik, Legato und das vollständige Übematerial.

Der Maßstab für diesen Song

Vier Akkorde sind der Anfang, nicht das Ende.

Wenn der Grundpuls sitzt, zeigt jede weitere Spur eine neue Aufgabe: Percussion, Terz, Arpeggio oder Gegenstimme. So bleibt der Looper ein Hörwerkzeug und wird nicht zur Wand aus Klang.

„Versuch über die normale Lagerfeuerbegleitung, die super funktioniert, einfach noch einen Schritt hinauszugehen und Spaß mit diesem Lied zu haben.“Horst Keller

Beginne heute mit zwei Takten. Wenn Einstieg und Ende stimmen, nimmst du vier. Danach kommt genau eine zweite Spur hinzu.

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2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Werner Fuß
    19. Juli 2022 17:13

    Hallo Horst, dass Songtutorial zu Ed Sheerons „Perfect“ hat mir sehr gut gefallen. Das „Sezieren“ des Songs eröffnet zumindest mir neue Türen beim Gitarrenspiel. Ich mag die Kombination des „einfachen“ Begleitens gespickt mit herausfordernden Elementen. Weiter so!

    Antworten
    • Horst Keller
      19. Juli 2022 17:26

      Vielen Dank lieber Werner für dein Feedback. Das freut mich sehr. Ich versuche in dieser Form weiterzumachen und die Balance zwischen gut zugänglich und herausfordernd zu verfeinern. Liebe Grüße Horst

      Antworten

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