Spiele wie Eric Clapton: Phrasierung, Laidback-Groove & ein komplettes 12-Takt-Blues-Solo (Teil 4)
In dieser Lektion nehmen wir den unverkennbaren Stil von Eric Clapton unter die Lupe. Wir zerlegen ein komplettes 12-Takt-Blues-Solo in A-Moll und schauen uns genau an, was diesen legendären Sound ausmacht: Es sind nicht die komplexen Skalen, sondern das Timing, das Feingefühl und die Phrasierung.
🎸 Die tragenden Säulen des Clapton-Stils
1. Das rhythmische Geheimnis: Laid-back spielen
Das wohl wichtigste Merkmal bei Clapton ist das bewusste „Hinter-dem-Beat“-Spielen. Viele Gitarristen neigen dazu, bei einem Solo nach vorne zu treiben und aufgeregt zu klingen. Clapton macht genau das Gegenteil: Er lehnt sich rhythmisch zurück. Das erfordert eine hohe Kontrolle über das eigene Timing, verleiht dem Blues aber erst diese tiefenentspannte, souveräne Note.
2. Phrasierung statt Tonleiter-Abspulen (Frage & Antwort)
Die Basis bildet die klassische A-Moll-Pentatonik. Der Unterschied zwischen einer langweiligen Tonleiter und einem packenden Solo liegt im Frage-Antwort-Prinzip.
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Die Frage: Ein musikalisches Motiv, das im Raum steht (Takt 1–2).
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Die Antwort: Die Auflösung dieses Motivs, die den Hörer wieder abholt (Takt 3–4).
Übungs-Tipp: Nutze gezielt den Lagentausch auf dem Griffbrett. Wenn du dieselbe Phrase in einer anderen Lage spielst, ändert sich die Klangfarbe und deine Improvisation gewinnt sofort an Tiefe.
3. Der Twist beim Akkordwechsel
In den Takten 5–8, wenn der Blues auf den Subdominant-Akkord (D7) wechselt, passen wir die Phrasen subtil an. Ein präzises Bending, ein sauberer Release und ein flüssiger Pull-Off sind hier das Handwerkszeug, um den Akkordwechsel im Solo spürbar zu machen, ohne die Begleitung zu übertönen.
🕒 Die wichtigsten Zeitmarken
Hier sind die einzelnen Abschnitte der Lektion im Überblick:
00:00 Intro & Begrüßung
01:26 Das 12-Takt-Blues-Solo im Komplettdurchgang
02:34 Die Begleitung & die Basis in der A-Moll-Pentatonik
03:33 Takt 1–4: Phrasierung, Feingefühl & Vibrato
04:54 Das Frage-Antwort-Thema & der Lagentausch beim Üben
07:44 Die typische Blues-Phrase (Bend, Release & Pull-Off)
11:14 Takt 5–8: Der Twist beim Akkordwechsel auf D7
13:43 Laidback-Spielen: Das rhythmische Geheimnis von Eric Clapton
32:04 Improvisation trainieren durch Nachspielen der Klassiker
34:00 Die Rhythmusgitarre: Begleit-Groove & percussive Elemente
36:44 Verabschiedung
💬 Rhythmus nicht vergessen
Ein gutes Solo funktioniert nur, wenn das Fundament steht. Schau dir am Ende des Videos unbedingt auch den Part zur Rhythmusgitarre an. Der percussive Begleit-Groove ist essenziell, um das richtige Feeling für die Solopassagen zu entwickeln.
- Nimm dir die Zeit, das Solo Takt für Takt zu üben. Es geht nicht um Geschwindigkeit, sondern um den Ton und das saubere Vibrato.
- Lass mir gerne dein Feedback im Kommentarbereich unter dem YouTube-Video da: Welche Passage fällt dir beim Laidback-Timing am schwersten?
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Weiterführende Inhalte & Workshops:
- Du hast Teil 1 verpasst? Hier geht es zum ersten Eric Clapton Tutorial
- Noch mehr Licks: 5 klassische Eric Clapton Blues Licks entdecken
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Horst Keller | VIP-Guitar
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