VIP-GUITAR Newsletter WO.50/2025

Liebe Gitarrenfreunde, liebe VIP-Guitar Community,

der Helix Stadium ist inzwischen noch tiefer in meinem Alltag angekommen. Jeden Tag teste ich neue Kombinationen, probiere die Agoura-Amps in verschiedenen Backingtracks, Studio- und Livesituationen aus und feile an Details. Mein Ziel bleibt: Presets, die im Mix stehen, dynamisch reagieren und sowohl live als auch zu Hause sofort spielbar sind. Wenn alles so weiterläuft, sollten in etwa zwei Wochen die ersten Presets so weit sein, dass ich sie euch mit gutem Gewissen an die Hand geben kann.

In dieser Woche gibt es deshalb ausnahmsweise keinen Livestream – ich stecke bis über beide Ohren in der weiteren KI-Implementation für VIP-Guitar. Parallel arbeite ich am Interview mit Marcus Deml weiter; das Video ist fast fertig und wird eines der inhaltlich dichtesten Gespräche, die wir bisher auf dem Kanal hatten. Sebastian kommt außerdem ins Studio, damit wir seine Kurse finalisieren können – das wird eine intensive Arbeitswoche, aber genau die Art Arbeit, die sich für euch später auszahlen soll.

Nächste Woche Donnerstag bin ich dann wieder live für euch da: am 18.12. um 17:00 Uhr mit dem „VIP-Guitar Review 2025 – das Jahr im Rückblick“ zusammen mit Johannes Westermann. Wir schauen uns an, was dieses Jahr musikalisch passiert ist, welche Inhalte euch am meisten weitergebracht haben und wohin die Reise 2026 gehen soll. Hier kannst du dir schon jetzt die Erinnerung setzen: https://www.youtube.com/watch?v=Wje-FmbftkY

Weiter unten im Newsletter findest du dieses Mal einen ausführlichen Artikel über John Petrucci – einen Gitarristen, der wie kaum ein anderer für Disziplin, Technik und die konsequente Suche nach dem eigenen Ton steht. Wenn du wissen willst, wie man über Jahrzehnte auf Weltklasse-Niveau spielt, ohne die Leidenschaft zu verlieren, lies diesen Text in Ruhe durch; er ist als Inspiration gedacht, gerade für deine eigene Übepraxis.

Und weil wir mitten in der dunklen Jahreszeit stehen: Genau jetzt ist eine gute Zeit, es sich mit der Gitarre zu Hause bewusst gemütlich zu machen. Statt dem Licht hinterherzulaufen, kannst du dir ein paar feste Übeabende gönnen, an denen du in Ruhe an Phrasierung, Timing oder einem einzigen Solo arbeitest. Nimm den Druck raus, „alles“ vor Jahresende schaffen zu müssen – konzentriere dich lieber auf ein paar kleine, saubere Fortschritte. So wird aus den letzten Wochen des Jahres ein versöhnlicher Abschluss, an dem du spürst: Ich bin einen Schritt weitergekommen – mit Fokus, mit Ruhe und mit meinen geliebten sechs Saiten in der Hand.

Viel Erfolg!
Horst Keller

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Nächstes Livevideo: Donnerstag, 18.12. um 17:00 UhrVIP-Guitar Review 2025 – das Jahr im Rückblick zusammen mit Johannes Westermann.

Zum Jahresende gibt es ein besonderes Live-Event: Johannes Westermann und ich ziehen ein klares Resümee über 2025 – spielerisch, technisch und menschlich. Wir sprechen offen darüber, was wirklich funktioniert hat, welche Entwicklungen die Gitarrenwelt geprägt haben und welche Erkenntnisse dich 2026 spürbar weiterbringen werden.

Das erwartet dich:

• unser Review des Gitarrenjahres 2025
• die Top 5 Tipps des Jahres für nachhaltiges und effizientes Gitarrenlernen
• ein Blick auf die neue KI-Integration auf VIP-Guitar – was sie kann, wie sie dir hilft und wie wir sie weiter ausbauen
• ein Ausblick auf kommende Projekte, Kurse und Technik-Trends für 2026
• praktische Übungen, Soundbeispiele und musikalische Ideen
• ehrliche Einschätzungen und Antworten auf eure Fragen im Live-Chat

Wenn du deine Entwicklung gezielt vorantreiben willst, liefert dir dieser Livestream den roten Faden für das kommende Jahr. Klare Orientierung, motivierende Impulse und ein sauberer Fahrplan für dein Gitarrentraining 2026.


Video der letzten Woche: 

Gitarre live: „Frag Horst S9 EP.12“ – Das große Jahresfinale! 

In unserer letzten Q&A-Session des Jahres 2025 stehen eure Fragen noch einmal im absoluten Mittelpunkt! Es war eine intensive Runde mit tiefgehenden Themen – von der Überwindung alter Gewohnheiten beim Üben über Musiktheorie, die wirklich in der Praxis hilft, bis hin zu meinem aktuellen Setup mit dem neuen Helix.


11.2025 – 10 neue Helix Songpresets

Hol dir die besten Sounds: Line 6 Helix Presets


Die besten Plektren: 
VIP-Guitar Plektren


Klassikvideo der Woche: 

Pentatonik für Fortgeschrittene Teil 4 – Patterns, Verbindungen und diagonales Training 

Willkommen zu Teil 4 unserer intensiven Reise durch die Welt der Pentatonik! Diesmal erwartet dich ein Speedpicking-Lick, der nicht nur eine Herausforderung, sondern auch ein kraftvolles Trainingswerkzeug für beide Hände darstellt.

Was du in diesem Teil lernen wirst:

  • Speedpicking-Lick über 4 Lagen: Ein Lick, das dich durch vier Lagen der Pentatonik führt, wobei du fast durchgehend 16-tel spielst. Dies erfordert nicht nur Geschwindigkeit, sondern auch Präzision und Ausdauer.
  • Effizientes Training: Es ist entscheidend, sich genügend Zeit für das Erlernen und Trainieren dieser Phrasen und Licks zu nehmen. Übe konzentriert, aber entspannt – das hilft, die Bewegungen sauber und präzise auszuführen.
  • Wechselschlag: Spiele den gesamten Lick mit Wechselschlag. Diese Technik fördert die Koordination und sorgt für flüssige, gleichmäßige Läufe.
  • Rückwärts-Pattern: Besonders das 4-Pattern, wenn rückwärts gespielt, kann knifflig sein. Hab Geduld, denn die Beherrschung dieser Technik wird dein Spiel auf ein neues Level heben.
  • Transponieren in alle Lagen: Hast du den Lick einmal verinnerlicht, transponiere ihn in verschiedene Positionen auf dem Griffbrett. So stellst du sicher, dass du ihn in allen Lagen der Pentatonik flüssig spielen kannst.

Warum ist dieser Lick so wichtig?

Dieser Lick ist mehr als nur eine Übung – er ist ein „Superlick“, der die Basis für großartige Gitarrensolos legt. Durch die intensive Arbeit mit diesem Lick entwickelst du nicht nur deine Geschwindigkeit und Präzision, sondern lernst auch, wie du die Pentatonik kreativ auf dem gesamten Griffbrett einsetzen kannst. 

Ich wünsche dir viel Spaß beim Üben und viel Erfolg!



John Petrucci: Der Hohepriester der sechs Saiten (Link zu umfassendem PDF)

John Petrucci ist das genaue Gegenteil eines Rock’n’Roll-Klischees. Kein Alkohol, kein Drama, keine zerstörten Hotelzimmer – stattdessen Bodybuilding, Familienglück und ein Metronom als bester Freund. Der Mann aus Long Island hat mit Dream Theater bewiesen, dass Progressive Metal kein Widerspruch ist, sondern eine Kunstform. Mit einem Grammy im Schrank, über 15 Millionen verkauften Alben und einer Technik, die selbst Satriani und Vai Respekt abnötigt, steht Petrucci als lebender Beweis da: Disziplin schlägt Talent, wenn Talent nicht übt.

Die Bausatz-Prinzipien von John Petrucci:

1. Der 6-Stunden-Pakt – Disziplin als Superkraft (der Arbeiter): Als Teenager schloss Petrucci mit seinem Kumpel John Myung einen heiligen Pakt: Sechs Stunden Üben am Tag. Jeden Tag. Keine Ausnahmen. Während andere auf Partys gingen, saßen die beiden im Übungsraum. Das Ergebnis? Eine Technik, die so sauber ist, dass sie fast unmenschlich wirkt. Die Lektion: Es gibt keine Abkürzungen. Wenn du Meister werden willst, musst du die Stunden reinstecken. Nicht morgen, nicht nächste Woche – heute.

2. Das Maschinengewehr – Jede Note ein Treffer (der Präzisionist): Während andere Gitarristen Töne binden und legato spielen, schlägt Petrucci fast jede Note einzeln an. Wechselschlag, immer, erbarmungslos. Das Ergebnis ist ein perkussiver, aggressiver Sound, der auch bei 200 BPM glasklar bleibt. Der Trick? Minimale Bewegung aus dem Handgelenk, kleiner Finger als Anker auf dem Korpus, und ein leicht angewinkeltes Plektrum. Das lehrt uns: Präzision kommt vor Geschwindigkeit. Erst wenn jede Note sitzt, darfst du schneller werden.

3. Langsam ist das neue Schnell – Die Metronom-Religion (der Methodiker): Petruccis Geheimwaffe ist so unsexy wie effektiv: das Metronom. Er übt komplexe Passagen bei lächerlich langsamen Tempi – 60, 70 BPM – und steigert erst um fünf BPM, wenn er zehnmal hintereinander fehlerfrei gespielt hat. Fünf. Nicht zwanzig. „Ich sitze immer noch mit dem Metronom da“, sagt er nach 45 Jahren Gitarrenspiel. Wenn ein Grammy-Gewinner so übt, was ist deine Ausrede?

4. Der Körper als Instrument – Entspannung ist Geschwindigkeit (der Athlet): Petrucci dehnt seine Finger wie ein Yoga-Lehrer und wärmt sich auf wie ein Sprinter vor dem 100-Meter-Lauf. In den 90ern, als Rockgitarristen mit der Bierflasche auf die Bühne gingen, war das revolutionär. Sein Credo: „Wenn es weh tut, machst du was falsch.“ Verkrampfung ist der Feind der Geschwindigkeit. Wahre Schnelligkeit entsteht aus absoluter Entspannung.

Petruccis Lektionen für angehende Gitarristen:

Synchronisiere deine Hände: Die chromatische 1-2-3-4-Übung ist langweilig, aber sie ist das Fundament. Wenn linke und rechte Hand nicht exakt zusammenarbeiten, entsteht „Matsch“. Petrucci hasst Matsch.

Übe nach Ergebnis, nicht nach Zeit: Vergiss „20 Minuten Skalen“. Eine Passage ist fertig, wenn sie zehnmal fehlerfrei klappt – egal ob das 5 oder 50 Minuten dauert.

Investiere in gutes Equipment: Petrucci spielt Music Man Majesty und Mesa Boogie JP-2C – aber das muss nicht dein Budget sprengen. Ein Boss Katana mit dem „Brown“-Kanal kommt erstaunlich nah ran. Wichtiger als der Amp: Ein Delay für Soli (400-600ms). Petrucci spielt nie ohne.

Sei vielseitig: Er kann shredden wie Malmsteen und gefühlvoll spielen wie Gilmour. Beschränk dich nicht auf eine Rolle. Die besten Gitarristen können alles.

Einstiegspunkt: „Pull Me Under“ – der perfekte Einstieg

Dieser Song ist dein Tor zur Welt des John Petrucci. Das cleane Intro zeigt seine Präzision beim Picking, die Strophen-Riffs demonstrieren seine Powerchord-Technik, und das Solo beginnt melodisch, bevor es in kontrolliertes Chaos mündet. Nicht zu schwer, aber fordernd genug, um dich zu pushen. Wenn du „Pull Me Under“ sauber spielen kannst, hast du die Grundlagen verstanden. Und du wirst spüren, warum dieser Song 1992 zum MTV-Hit wurde – obwohl er über acht Minuten lang ist und Progressive Metal praktisch niemand kannte.

Die Essenz:

John Petrucci hat bewiesen, dass Technik und Seele keine Gegensätze sind. Seine Virtuosität dient der Musik, nicht dem Ego. Er hat uns gelehrt, dass die langweiligen Übungen – Chromatik, Metronom, langsames Tempo – der wahre Weg zur Freiheit sind. Wer seine Technik beherrscht, kann alles spielen, was ihm in den Kopf kommt. Das ist keine Einschränkung, das ist Befreiung.

Seine Botschaft: Nimm die Gitarre ernst, aber hab Spaß dabei. Setz dich hin, stell das Metronom an, und fang langsam an. Sehr langsam. Die Stadien kommen später.

„I play guitar because it lets me dream out loud.“ — John Petrucci

Viel Erfolg, übe mit dem Metronom (ja, wirklich!) und Keep on Shredding!

Für weiteren Input: https://soundcloud.com/horstkeller

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Ich wünsche dir, dass du jeden Tag ein klein bisschen #besser wirst.


Viel Freude mit der Gitarre
Horst Keller
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PS: Nutze die Gelegenheit und schreibe mir. Sende mir deine Fragen, Wünsche, Ideen, Anregungen hier.

Onlineshop:
NEU: 11.25 – Helix Songpresets VOL.2
NEU: 04.25 – Line 6 Helix TOP 10 Amps VOL.2
NEU: 12.24 – Pentatonic Mastery – Sebastian Minet

Unterstütze uns über die VIP-Guitar Webseite. Das Material, das ich dir biete, ist Arbeit aus tausenden Stunden, alles liegt weit über den Unterstützerbeiträgen. Es ist die Herzensarbeit von vielen Jahren, eine Arbeit, die sich aus über 45 Jahren des Gitarrenspiels zusammensetzt. 

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