ZZ Top · Bluesrock · Horst Keller, Hans Schwagerus und Jörg Noll

Just Got Paid auf der Gitarre

Ein Riff mit wenig Tonmaterial wird zum Härtetest für Timing, Dämpfung und Ton. Horst Keller, Hans Schwagerus und Jörg Noll zeigen dir, wie du den Billy-Gibbons-Groove, die Standard-Tuning-Begleitung und singende Slide-Linien in klare Arbeitsschritte zerlegst.

Tonales ZentrumE
Stimmung im TutorialStandard
Gezeigtes Tempo100 BPM
Lektion108 Minuten

Die vollständige Gitarrenstunde

108 Minuten mit Horst Keller, Hans Schwagerus und Jörg Noll

Hans spielt und erklärt die Gitarrenparts, Horst ordnet sie didaktisch ein, Jörg liefert Bass und Bandperspektive. Der Stream verbindet vollständige Performance, Riffanalyse, Rhythmusarbeit, Slide-Workshop und konkrete Livepraxis.

Dein Auftrag: Spiele zuerst nur das tiefe E als durchgehenden Stützton. Ergänze Hammer-On und kurze Antwortfigur, ohne das Tempo zu verändern. Stoppe nach jedem Durchgang und prüfe, ob ungewollte Saiten mitschwingen.

Wenig Material, keine Deckung

Das Hauptriff lebt von Sechzehnteln, einem wiederkehrenden tiefen E und kleinen Tönen aus der E-Moll-Pentatonik. Jede Unsauberkeit bleibt hörbar.

Standard-Tuning ist hier ein eigener, musikalisch sinnvoller Weg. Hans verschiebt einzelne Töne in eine bequemere Lage, statt einer Transkription blind zu folgen.

Der Song zeigt außerdem, wie eine einzelne Livegitarre zwischen Rhythmusmotiv, prägnanten Fills und Slide-Stimme entscheiden muss.

Stützton, Hammer-On und Pause

Der Hauptriff trägt einen großen Teil des Songs

E bleibt als tiefer Stützton zwischen den Melodietönen stehen. Die kleine Septime, der Grundton und die Mollterz liefern die Farbe. Entscheidend ist nicht die Anzahl der Noten, sondern ihre genaue Position im Puls.

Stützton

Das tiefe E bleibt die Achse

Die leere E-Saite erscheint immer wieder zwischen den gegriffenen Tönen. Sie hält Riff, Tonart und rechte Hand zusammen.

Hammer-On

Ein Anschlag, zwei Töne

Der gebundene Auftakt muss rhythmisch genauso genau sitzen wie ein angeschlagener Ton. Der zweite Ton darf nicht leiser verschwinden.

Alternative Lage

Das E im zweiten Bund

Hans greift einen Zielton auf der D-Saite. Dadurch bleibt die Hand näher an der Ausgangslage und gewinnt Zeit für den nächsten Riffbeginn.

Stopp

Pausen bewusst formen

Im zweiten Takt erscheint die Figur ohne durchgehende Leersaite. Die kurzen Stopps gehören zum Groove und müssen gemeinsam enden.

Eine offizielle Transkription ist kein Bewegungsbefehl. Wenn derselbe Ton in einer näheren Lage sauberer, entspannter und musikalisch gleichwertig erreichbar ist, prüfst du diese Lösung am Instrument.

Powerchords und rechte Hand

Der Strophen-Groove muss körperlich sitzen

Die Begleitung arbeitet vor allem mit E- und D-Powerchords. Später öffnen G und A den Ablauf. Horst empfiehlt für Rhythmusarbeit nur so weit zu verlangsamen, dass der musikalische Zusammenhang noch fühlbar bleibt.

Durchschwingen

Die Schlaghand hält eine gleichmäßige Bewegung. Gespielt werden nur die vorgesehenen Impulse, die Bewegung selbst bleibt im Puls.

Powerchord dämpfen

Der Griff wird so gewählt, dass Greifhand und Handkante die Nachbarsaiten zuverlässig stoppen können.

Absprung treffen

Nach dem D-Powerchord geht es ohne Suchpause zurück ins Hauptriff. Übe nur diesen Übergang als kurze Schleife.

Eigene Variante prüfen

Fingersatz und Lage dürfen sich ändern. Tonhöhe, Rhythmus, Artikulation und musikalische Wirkung bleiben die Kontrolle.

Spiele den Rhythmus zunächst bei ungefähr 80 Prozent des gezeigten Tempos. Wird der Groove dabei schon unkenntlich, gehst du nicht weiter herunter, sondern verkürzt die Schleife auf einen Takt.

Bottleneck, Intonation und Dämpfung

Slide im Standard-Tuning kontrollieren

Hans nutzt einen Glasslide am Ringfinger. Der Zeigefinger und bei Bedarf der Mittelfinger liegen leicht hinter dem Slide auf den Saiten. So werden Schwingungen zwischen Bottleneck und Sattel gedämpft.

Das Slide liegt über dem Bundstäbchen, nicht in der Bundmitte. Weil die Saite nicht auf das Griffbrett gedrückt wird, braucht die Zielhöhe eine feine Korrektur mit dem Ohr.

Eine normale Saitenlage kann funktionieren. Extrem flache Saitenlage erschwert die Kontrolle, weil das Bottleneck schnell auf die Bünde schlägt.

Vier Kontrollen pro Ton

  1. Anfahrt: Von leicht unterhalb in den Zielton gleiten.
  2. Position: Das Slide parallel zu den Bünden halten.
  3. Druck: Die Saite berühren, aber nicht auf den Bund drücken.
  4. Vibrato: Erst nach dem Treffen um die Zielhöhe schwingen.

Im Standard-Tuning funktionieren besonders Dreiklänge auf D-, G- und H-Saite. Im Solo wechselt Hans passend zur Begleitung zwischen A, D und E, statt eine einzige Pentatonikform über alles zu legen.

Direkt zu den Stellen

20 direkte Kapitel

Konkreter Übeplan

Sechs Einheiten für Riff, Groove und Slide

  1. Puls: Bei reduziertem Tempo Sechzehntel sprechen und das tiefe E an den vorgesehenen Stellen anschlagen.
  2. Riffkern: Hammer-On, Stützton und Melodie in Ein-Takt-Schleifen verbinden.
  3. Stopp: Den zweiten Takt ohne Leersaitenfluss spielen und alle Saiten gleichzeitig beenden.
  4. Strophe: E- und D-Powerchord mit durchlaufender Schlaghand üben, dann direkt ins Riff wechseln.
  5. Slide: Einen Dreiklang auf drei Saiten anfahren, Zielhöhe halten und erst danach Vibrato ergänzen.
  6. Aufnahme: Riff, Strophe und einen Slide-Zielton filmen und Timing, Nebengeräusche sowie Tonhöhe getrennt prüfen.

Nur eine Engstelle pro Durchgang

Wenn das Riff rhythmisch wackelt, arbeitest du nicht gleichzeitig an Sound oder Tempo. Erst bleibt der Puls acht Durchgänge stabil, dann kommt die nächste Variable.

Der Übergang ist eine eigene Übung. Spiele nur den letzten D-Powerchord und den ersten Ton des Hauptriffs. Wiederhole diese zwei Bewegungen, bis kein Suchmoment bleibt.

Beim Slide greifst du den Zielton zuerst normal und hörst ihn dir an. Danach fährst du dieselbe Höhe mit dem Bottleneck an. So bekommt das Ohr eine klare Referenz.

Erst wenn die Form sicher ist, improvisierst du wie Hans mit markanten Originalbausteinen und eigenen Antworten.

Lizenzierte Notation

Offizielles Guitar-Pro-Material

Horst und Hans arbeiten im Stream mit einer offiziellen mySongBook-Partitur. Sie zeigen die musikalische Logik, stellen das lizenzierte File aber nicht als Download bereit. Die verlinkte Guitar-Pro-Seite führt zur Fassung mit Gitarren, Bass und Backingtrack.

Anschlag, Gain und Bandraum

Der Druck kommt aus Kontrolle

Rhythmus

Erdig und trocken

Genug Verzerrung für Masse, aber nicht so viel, dass Stopps und Anschlag verschwimmen. Das tiefe E braucht Definition.

Slide

Sustain ohne Suchgeräusch

Ein tragender Ton hilft, ersetzt aber weder Intonation noch Greifhanddämpfung. Nebensaiten bleiben unter Kontrolle.

Plektrum und Anschlag vergleichen

Hans beschreibt im Stream ein festes Acrylplektrum mit klarer Kante. Prüfe selbst, wie Material, Stärke und Winkel Attack, Griff und Nebengeräusche verändern.

Plektren ansehen

Groove vor Notenmenge

Drei Fragen für den getrennten Kontrollpass

Höre den Durchgang einmal nur auf den Puls. Beim zweiten Mal achtest du nur auf das Ende der Töne. Erst beim dritten Durchgang kontrollierst du Slide-Intonation oder Klang.

Das tiefe E darf die Melodietöne nicht zudecken. Der Stützton trägt den Riff, er ist kein Dauerdröhnen.

Im Slide-Teil müssen Zielton und Vibrato zwei getrennte Ereignisse bleiben. Wer schon während der Anfahrt hektisch schwingt, versteckt die unsichere Tonhöhe.

Hörkontrolle

  1. Bleibt das Tempo beim Wechsel vom Powerchord ins Hauptriff unverändert?
  2. Enden die Stopps wirklich gemeinsam oder klingt eine Leersaite weiter?
  3. Trifft das Slide zuerst den Zielton, bevor das Vibrato beginnt?

Passende nächste Schritte

Vertiefe Phrasierung, Pentatonik und Originalmaterial

Wo sitzt deine Engstelle?

Schreibe im Kommentar, ob dich der Sechzehntelpuls, die Dämpfung, der Übergang ins Riff, die Songform oder die Slide-Intonation am meisten fordert.

Dein nächster Schritt

Ein Takt, acht saubere Durchgänge

Stelle das Tempo so ein, dass der Groove noch fühlbar bleibt. Spiele nur den ersten Rifftakt achtmal. Das tiefe E bleibt gleichmäßig, Hammer-On und Antwortfigur sitzen im Puls, jede ungewollte Saite bleibt stumm.

„Wichtig ist, dass du dich an den Rhythmus auditiv ranarbeitest und dann ein Feeling entwickelst.“Horst Keller, aus der Videolektion

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