Lenny Kravitz · Soul-Groove · Horst Keller

It Ain’t Over ’til It’s Over auf der Gitarre

Die Rhythmusgitarre wirkt unauffällig, verlangt aber präzises Timing, kurze Akkorde und Kontrolle über jede angeschlagene Saite. Das Solo antwortet mit Pausen, Slides, Bendings und einer fast bläserartigen Phrasierung. Horst macht aus beiden Rollen einen klaren Lernweg für fortgeschrittene Einsteiger und erfahrene Gitarristen.

TonzentrumCis-Dur
StimmungStandard
Tempo80 BPM
Partitur80 Takte, 9 Spuren

Die vollständige Gitarrenstunde

38 Minuten mit Horst Keller

Horst zeigt die durchgehende Begleitung als Drei-, Vier- und Vollgriff, erklärt den engen Anschlag auf den hohen Saiten und arbeitet das Solo mit sinnvollen Fingersätzen aus. Fragen aus dem Livechat und die abschließende Verabschiedung sind nicht Teil des Übekerns.

Dein Auftrag: Greife die Akkordfolge zunächst nur auf G-, H- und hoher E-Saite. Spiele sie bei reduziertem Tempo zwei Minuten durch. Jede Pause muss klar sein, und keine tiefe Saite darf versehentlich mitklingen.

Reduktion wird hörbar

Die Begleitung füllt nicht den gesamten Frequenzraum. Kleine Voicings lassen Platz für Bass, Streicher, Stimme und elektrische Sitar.

Die Schwierigkeit liegt nicht in der Zahl der Akkorde. Sie liegt im engen Bewegungsraum der rechten Hand und im exakten Öffnen der Greifhand.

GP und GPX bestätigen Standardstimmung, 80 BPM, 80 Takte und neun Spuren. Die Gitarrenspuren heißen dort Guitar 1 und Guitar 2.

Akkordfolge und Voicings

Fünf Farben in einer durchgehenden Schleife

Horst beginnt mit einem Cis-Dur-Dreiklang im vierten Bund und führt die Stimmen schrittweise durch die Folge. Das kleine Griffbild bleibt übersichtlich, während sich Dur-, Major-Seven- und Mollfarben abwechseln.

Cis-Dur

Start im 4. Bund

Die verschobene A-Dur-Form wird auf die drei hohen Saiten reduziert. So bleibt der Akkord hell und transparent.

Cis-Dur mit großer Septime

Eine Stimme senken

Die Major-Seven-Farbe entsteht durch eine kleine Bewegung innerhalb des Voicings, nicht durch einen großen Griffwechsel.

Gis-Moll

Kompakter Barré

Drei Töne im vierten Bund verbinden die Folge. Der Zeigefinger muss nur so viel Druck geben, wie die hohen Saiten brauchen.

Fis-Dur und Fis-Moll

Farbe gezielt wechseln

Dur öffnet den Anfang, Moll prägt die spätere Schleife. Entscheidend ist die hörbare Veränderung einer einzigen Akkordfarbe.

Lerne zuerst die Stimmführung, nicht die Griffsymbole. Spiele jeden Wechsel langsam und höre, welche einzelne Note sich bewegt. Erst danach setzt du den Originalrhythmus darunter.

Rechte und linke Hand

Nur drei hohe Saiten, aber keine Nebengeräusche

Der Anschlag bleibt dicht an den Saiten. Die Greifhand öffnet die Akkorde nur kurz genug, um klare rhythmische Lücken zu erzeugen.

Drei Saiten treffen

Beginne mit sehr kleinen Abwärts- und Aufwärtsbewegungen. Eine versehentlich angeschlagene tiefe Saite verfärbt den Akkord sofort.

Finger lüpfen

Nimm den Druck weg, ohne die Lage zu verlassen. Die Töne stoppen gemeinsam, während die Hand für den nächsten Akzent bereitbleibt.

Doppelt dämpfen

Die Greifhand beendet die Akkorde, die rechte Hand sichert die Pausen. Beide Hände arbeiten an derselben Kontur.

Drei Stufen üben

Spiele die Folge zuerst als Dreiklänge, danach als Vierklänge und zuletzt mit vollen Akkorden. Der Groove muss in jeder Stufe gleich bleiben.

Horst dreht das Volume-Poti leicht zurück. Das nimmt harte Spitzen aus dem Clean-Sound, ersetzt aber keine kontrollierte Anschlagbewegung.

Soul-Solo mit Pausen

Die Rhythmik trägt jede Phrase

Das Solo setzt verzögert ein und lässt zwischen vielen Motiven bewusst Raum. Horst vergleicht die Linien mit einem Bläsersolo: kurze Aussagen, deutliche Enden und eine nachvollziehbare melodische Richtung.

Tabulatur ist hier eine Kontrolle, kein Befehl. Horst verschiebt unnötige Sprünge zurück in eine spielbare Lage und gleicht Fingersatz, Video und Klang miteinander ab.

Zum Vokabular gehören Ganzton-Bendings, Slides, kurze Triller, chromatische Abgänge, gestoppte Noten und ein Schlussvibrato. Der Ton bleibt clean bis leicht angezerrt.

Vier Kontrollen

  1. Einsatz: Beginnt das Motiv nach der vorgesehenen Pause?
  2. Stopp: Endet die Note mit der rechten Hand ohne Nachklang?
  3. Lage: Bleibst du in der warm klingenden, ergonomischen Position?
  4. Bend: Erreicht der Ganzton die gegriffene Zielnote?

Besonders der chromatische Abgang mit kurzen Trillern lohnt sich als eigene Schleife. Spiele ihn langsam, halte die Hand ruhig und erhöhe das Tempo erst, wenn jede Zwischenstufe gleich lang klingt.

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20 direkte Kapitel

Konkreter Übeplan

Sechs Einheiten für Groove und Solo

  1. Voicings: Cis-Dur, Major-Seven-Farbe, Gis-Moll, Fis-Dur und Fis-Moll ohne Rhythmus verbinden.
  2. Saitenziel: Jeden Akkord achtmal nur auf G-, H- und hoher E-Saite anschlagen.
  3. Pausen: Die Folge gedämpft spielen und nur die Akzente der rechten Hand hören.
  4. Groove: Zwei Minuten bei reduziertem Tempo durchhalten, ohne die Anschlagbreite zu vergrößern.
  5. Solo: Jeweils ein Motiv zwischen zwei Pausen isolieren, Zielton und Ende getrennt prüfen.
  6. Aufnahme: Einen kompletten Akkordumlauf und zwei Solophrasen aufnehmen, Timing und Nebengeräusche beurteilen.

Erst Kontrolle, dann Dauer

Spiele die Akkordfolge zunächst so langsam, dass du jeden falschen Saitentreffer bemerkst. Wenn du ihn nur überhörst, wird er bei höherem Tempo Teil deines Bewegungsmusters.

Die linke Hand stoppt den Ton, ohne weit abzuheben. So bleibt die nächste Form vorbereitet und der Groove wird nicht durch neue Suchbewegungen unterbrochen.

Beim Solo vergleichst du schwierige Stellen mit der klingenden Zielnote. Danach setzt du die Pause bewusst wieder ein. Sie ist Teil der Phrase, nicht der Platz zwischen zwei Übungen.

Den chromatischen Trillerabgang übst du in Fünfergruppen. Erst wenn alle fünf Schritte gleichmäßig sind, verbindest du ihn mit dem vorherigen Slide.

Premium-Material

GP, GPX und Übeaudios

Die bestehende Download-ID bleibt unverändert. Lokal geprüft wurden GP und GPX mit 80 Takten, neun Spuren und 80 BPM sowie eine isolierte Gitarrenspur und ein Backingtrack mit Gesang.

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Begleitung und Solo

Wärme ohne verwaschenen Anschlag

Begleitung

Clean, Mittelposition, wenig Bass

Horst nutzt einen cleanen Dumble-artigen Amp, reduziert Bass und Presence und dreht das Gitarren-Volume leicht zurück. Die Akkordkanten bleiben trotzdem deutlich.

Solo

Mid-Boost und kurzes Bandecho

Für das Solo kommt mehr Mittenwärme hinzu. Ein Bandecho mit ein bis zwei Wiederholungen gibt Tiefe, ohne die rhythmischen Pausen zu überdecken.

Voicings systematisch vertiefen

Der Kurs Chord Knowledge knüpft direkt an die Arbeit mit Dreiklängen, Vierklängen und harmonischer Stimmführung an.

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Groove und Phrasierung

Unscheinbar spielen heißt genau spielen

Die Begleitung trägt, weil ihre Akzente konstant bleiben und die Voicings Platz lassen. Das Solo wirkt, weil die Motive nicht ineinanderlaufen.

Beide Rollen werden durch ihre Enden definiert. Beim Akkord ist es das gemeinsame Öffnen der Greifhand. Beim Solo ist es der bewusst gestoppte Ton vor der nächsten Pause.

Vier Minuten kontrollierte Begleitung sind musikalisch wertvoller als ein schneller Durchgang, bei dem tiefe Saiten und offene Akkorde die Kontur verwischen.

Drei Hörfragen

  1. Bleiben die Akkorde kurz, aber nicht hektisch?
  2. Klingen Dur und Moll in der Fis-Farbe klar verschieden?
  3. Hat jede Solophrase ein hörbares Ende?

Passende nächste Schritte

Vertiefe Timing, Dreiklänge und Phrasierung

Wo sitzt deine Engstelle?

Schreibe im Kommentar, ob dich die drei hohen Saiten, das gemeinsame Stoppen, der chromatische Trillerabgang oder die Solo-Pausen am meisten fordern.

Dein nächster Schritt

Ein Umlauf ohne falsche Saite

Stelle das Tempo auf 60 bis 65 BPM. Spiele die komplette Akkordfolge nur als Dreiklänge und nimm einen Umlauf auf. Höre danach ausschließlich auf Anschlagbreite, Pausen und Nebengeräusche.

„Weniger greifen, besser klingen, wenn die Voicings stimmen.“Horst Keller, aus der Videolektion

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