Joan Jett · E-Dur · Powerchords, Bending und Rock’n’Roll-Solo
I Love Rock ’n’ Roll auf der Gitarre: drei Akkorde, keine halben Pausen.
E5, A5 und B5 reichen für fast den ganzen Song. Überzeugend klingt er erst, wenn die Pausen scharf enden, die Dead Note trocken sitzt und der kleine Viertelton-Bend genau dosiert ist. Horst zeigt die komplette Rhythmusgitarre, das Solo und eine praktikable Lösung für die mehreren Gitarrenspuren der Studioaufnahme.
Komplette Videolektion
59 Minuten für Riff, Solo, Sound und die echte Studioarbeit.
Horst geht die vollständige Fassung mit 73 Takten und mehreren Gitarrenspuren durch. Du lernst Intro, Strophen, Pre-Chorus, Refrains, Solo und Outro. Besonders wertvoll ist sein Vergleich zwischen Notation, isolierter Gitarrenspur und dem, was eine einzelne Gitarre in einer Band tatsächlich leisten kann.
Der Song stammt ursprünglich von Arrows aus dem Jahr 1975. Im Tutorial steht Joan Jetts erfolgreiche Fassung im Mittelpunkt. Die Musik wirkt direkt, die Details sind präzise: Stops, Dead Notes, Bendings, Tremoloeffekte und klar getrennte Klangrollen.
Dein erster Auftrag: Spiele nur zweimal E5 und stoppe danach mit der Handkante vollständig. Ergänze erst dann die gedämpfte Note, den leicht nach unten gezogenen Ton im dritten Bund und den Wechsel zu A5.
Dein Hörtest: Ist zwischen den Powerchords wirklich Stille? Wenn noch Saiten nachklingen, brauchst du zuerst einen saubereren Stopp und noch kein höheres Tempo.
Das Hauptriff
Der Wiedererkennungswert steckt zwischen den Akkorden.
Das Grundgerüst ist schnell erklärt: E5, A5 und B5. Der charakteristische Ablauf entsteht aus zwei kurzen E5-Schlägen, der Pause, einer gedämpften Zwischennote und dem Viertelton-Bend im dritten Bund. Der Bend ist kein großer Effekt, sondern ein kurzer rauer Anstoß zum nächsten Akkord.
Pause aktiv spielen
Die Handkante beendet den Akkord sofort. Übe zwei Schläge und Stille als vollständige Einheit, bevor du weitere Töne ergänzt.
Bewegung ohne Tonhöhe
Die Greifhand liegt locker auf den Saiten, ohne zu drücken. Der kurze Schlag hält den Rhythmus in Bewegung und darf keinen erkennbaren Akkord erzeugen.
Nur leicht nach unten ziehen
Der Ton im dritten Bund kippt nur ein wenig. Spiele ihn einzeln, ziehe kurz und stoppe sofort. Zu viel Weg macht aus der rauen Farbe einen falschen Zielton.
Vier Bausteine für den ganzen Song
Rhythmusgitarre, Blueslick und Solo sprechen drei verschiedene Dialekte.
Das Stück steht in E-Dur. Horst nutzt im Hauptriff trotzdem einen bluesigen E-Moll-Pentatonik-Lick und wechselt im Solo in die E-Dur-Pentatonik. Genau dieser Kontrast gehört zum Rock’n’Roll-Vokabular und erklärt, warum das Solo heller und fast countryartig wirkt.
Powerchords
E5, A5 und B5 müssen kurz, gleichmäßig und sofort kontrollierbar sein. Große Lagensprünge werden separat geübt.
E-Moll-Lick
Ganzton-Bending, Rückweg und Pull-Off bilden eine fließende Bewegung. Der Lick darf über dem Dur-Zentrum bewusst bluesig reiben.
E-Dur-Solo
Slides, Double-Stops und kurze Töne bringen die helle Rock’n’Roll-Farbe. Die Dur-Terz muss beim Bending sauber getroffen werden.
Zweite Gitarre
Im Outro legt die zusätzliche Spur hohe Sechzehntel über das Riff. Mit einer Gitarre priorisierst du den tragenden Rhythmuspart.
Originalaufnahme und Arrangement
Die Studiofassung ist voller kleiner Übergaben.
Die offizielle Aufnahme zeigt, wie knapp das Arrangement gebaut ist. Strophe und Refrain leben vom Hauptriff. Vor dem Solo setzt die Rhythmusgitarre Akzente, während die Solospur E-Dur-Pentatonik, Double-Stops und einen absteigenden Lauf übernimmt. Im letzten Refrain kommt eine hohe Gitarrenfigur hinzu.
Horst hört die isolierten Spuren im Tutorial vollständig durch. Seine praktische Entscheidung ist klar: Eine Live-Gitarre kann nicht jede Studioüberlagerung gleichzeitig abbilden. Riff, Pausen und Form bleiben deshalb wichtiger als eine erzwungene Kopie jeder Nebenspur.
Spieltechnischer Schwerpunkt
Das Solo bleibt kurz, verlangt aber echte Tonkontrolle.
Horst zerlegt das Solo in kleine Bewegungen. Die Schwierigkeit liegt weniger in der Geschwindigkeit als in sauberen Zielhöhen, kontrollierten Nachbarsaiten und dem Wechsel zwischen hartem Anschlag und singender Linie.
Zielton vorher hören
Spiele den Zielton zuerst normal. Ziehe danach die tiefere Note bis genau zu dieser Höhe. Halbton und Ganzton werden getrennt trainiert.
Plektrum extrem kurz halten
Die Saite berührt direkt nach dem Anschlag die Daumenkante. Stegtonabnehmer und Verzerrung helfen, der Treffpunkt zwischen den Pickups entscheidet über den Oberton.
Parallel zu den Saiten drücken
Der Hebel bewegt den Akkord nach unten und gibt ihn kontrolliert frei. Der Akkord bleibt sauber gegriffen, während die Tonhöhe kurz absinkt.
Direkte Kapitel im Tutorial
Springe genau zu dem Teil, den du heute trainierst.
- 00:04 · ÜberblickSong, drei Akkorde, Moll-Lick, Dur-Solo und Sound.
- 04:38 · HauptriffE5, Pause, Dead Note und Viertelton-Bend.
- 07:23 · Akkorde scharf stoppenHandkante, Pausenlänge und Nachklang.
- 08:20 · Dead Note und VierteltonGreifdruck, Aufschlag und kleiner Bend.
- 10:28 · Intro vollständigE5, A5, B5 und der Abschluss in hoher Lage.
- 12:45 · E-Moll-Pentatonik-LickGanzton-Bending, Pull-Off und Viertelton-Farbe.
- 15:35 · Strophe und LagensprungZwei Studiogitarren mit einer Hand organisieren.
- 18:13 · Tremolo auf A5Den Akkord parallel zu den Saiten absenken.
- 19:05 · Pre-ChorusB5, Palm Muting und der kurze Doppelschlag.
- 20:10 · Chorus-VarianteLeere E-Saite statt des bekannten Bendings.
- 23:25 · Grundsound und SolosoundSoldano, Overdrive, IR und Echo.
- 25:21 · Solo-EinstiegLeere E-Saite, Dead Notes und Tremolo-Dip.
- 27:18 · Pinch HarmonicsPlektrumhaltung, Daumenkante und Treffpunkt.
- 29:33 · E7 und E-Dur-PentatonikVom Tremolo-Akkord in die helle Sololage.
- 31:54 · Double-StopsCountryfarbe, Dur-Terz und langsamer Durchgang.
- 33:57 · Absteigender LaufPositionen merken und sauber auf A5 auflösen.
- 37:10 · Outro-ChorusHauptriff, Schlussform und zweite Gitarrenstimme.
- 42:30 · Pitchshifter-TrickOktaven sparsam zum Hauptsound mischen.
- 50:07 · Bendings trainierenZielton, Saitenstärke und geduldiger Aufbau.
- 53:59 · ZusammenfassungPowerchords, beide Pentatoniken und Übeprioritäten.
Konkreter Übeplan
Vom Riff zur bandtauglichen Ein-Gitarren-Fassung.
Horst zeigt schwierige Stellen bei reduziertem Tempo und empfiehlt häufige Wiederholungen. Der sinnvolle Weg folgt der musikalischen Funktion: erst Rhythmus und Stops, danach der Blueslick, dann das Solo. Die Studioüberlagerungen kommen zuletzt.
Arbeite mit kurzen Schleifen: Zwei E5-Schläge, Pause, Dead Note, Viertelton und A5 bilden deine erste Einheit. Zehn saubere Wiederholungen sind mehr wert als ein kompletter unsauberer Durchlauf.
Nimm dich selbst auf: Spiele Riff und Akkordfolge auf einen Looper oder den Backingtrack. Höre danach nur auf Timing und Stille. Horst nennt das Spiel zu dir selbst ein besonders wertvolles Training.
Trenne Rhythmus und Solo: Baue das Solo in kleinen Phrasen auf. Erst wenn Bendings und Double-Stops ohne Suchbewegung sitzen, verbindest du sie mit der Songform.
- Powerchords kontrollieren: E5, A5 und B5 in beiden Lagen greifen, zweimal anschlagen und sofort vollständig stoppen.
- Riffkern isolieren: Dead Note und Viertelton-Bend einzeln üben, danach mit E5 und A5 verbinden.
- Blueslick sichern: Ganzton-Bending, Rückweg und Pull-Off langsam spielen und jeden Zielton prüfen.
- Form bauen: Strophe, Pre-Chorus und Chorus getrennt zum Backingtrack spielen. Große Lagensprünge vorher ohne Ton üben.
- Solo phrasiert lernen: Einstieg, Double-Stops und Abgang als drei Blöcke trainieren. Erst danach im Originaltempo verbinden.
- Ein-Gitarren-Fassung festlegen: Im Outro das Hauptriff tragen. Die hohe zweite Stimme nur ergänzen, wenn eine weitere Gitarre den Rhythmus übernimmt.
Für VIP-Guitar Premium-Member
Notation, Guitar Pro und Backing-Material zum Tutorial
Der bestehende Premium-Download bleibt unverändert eingebunden. Die Notation trennt Rhythmusgitarre und Solo. Die Guitar-Pro-Dateien enthalten die vollständige Mehrspurform, zusätzlich liegen Backingtrack sowie isolierte Gitarren- und Gesangsspuren vor. Nutze sie für Formkontrolle, Spurvergleich und eine eigene Ein-Gitarren-Lösung.
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Diese Dateien sind Horst Kellers Interpretation des Stücks und ausschließlich für privates Studium, Ausbildung oder Forschung bestimmt.
Sound aus der Lektion
Rauer Crunch für das Riff, mehr Fokus für das Solo.
Horst hört in der Originalaufnahme einen klassischen Marshall-orientierten Rocksound. Im damaligen Tutorial baut er die Arbeitsfassung mit einem Soldano SLO, Overdrive vor dem Amp und Stegtonabnehmer. Für das Solo kommen ein hellerer Boxencharakter, Echo und mehr Vordergrund hinzu.
Attack vor Sättigung
Der Overdrive formt den Eingang des Amps. Zu viel Verzerrung verwischt Dead Notes und Pausen. Der Anschlag muss auch ohne Effekte klar bleiben.
Pitchshifter sparsam dosieren
Horst mischt Oktaven nur leise hinzu und warnt vor künstlichem Klang. Etwa 15 bis 18 Prozent reichen in seinem Beispiel, um mehr Größe anzudeuten.
Gezielt weiterlernen


