Songtutorial mit Horst Keller
Cocaine auf der Gitarre: Riff, Groove und Eric-Clapton-Licks
Ein scheinbar schlichtes Powerchord-Riff wird hier zur Schule für Timing, präzise Stopps und musikalische Fills. Du zerlegst die Rhythmusspuren, verbindest die fünf Positionen der E-Moll-Pentatonik und baust aus Claptons Sprache eine eigene Version.
Rhythmusfundament
Das Riff lebt von den Lücken
Die Griffbilder sind schnell gelernt. Entscheidend ist, ob der Klang kontrolliert beginnt und endet. Horst spielt die Powerchords mit konsequenten Abschlägen. Dadurch bekommt der Groove Gewicht. Der Stopp entsteht nicht durch hektisches Wegziehen, sondern durch eine koordinierte Bewegung beider Hände.
Übe zunächst so langsam, dass jeder Stopp reproduzierbar ist. Danach näherst du dich den 107 BPM. Mehr Tempo darf die Noten nicht verlängern. Eine Aufnahme mit dem Smartphone zeigt sofort, ob deine Pausen gleichmäßig sind.
Ein guter Kontrolllauf besteht aus drei Stufen. Spiele das Riff zuerst ohne Verzerrung, damit du Berührungsgeräusche klar hörst. Nimm danach deinen Crunch-Sound und achte darauf, ob der Ton in den Pausen nachschwingt. Im dritten Durchgang zählst du die Achtel laut mit. Bleiben Anschlag, Stopp und Zählzeit zusammen, ist die technische Bewegung stabil genug für die Form.
Form und Arrangement
Vier Gitarrenspuren, ein hypnotisches Riff
Rhythmus 1
Die erste Spur hält das E/D-Riff stabil und trägt die Form. Diese Spur muss allein funktionieren, bevor weitere Details sinnvoll sind.
Rhythmus 2
Die zweite Spur ergänzt kleine Akkordumkehrungen, Slides und Fills. Horst zeigt dafür Hendrix-artige Dreiklänge in höheren Lagen.
Solo 1 und 2
Zwei Solospuren verteilen die melodische Arbeit. Bends, Double Stops und Wiederholungslicks bauen Spannung auf, ohne den Groove zu verdecken.
Im lokalen Guitar-Pro-Quellbestand sind alle vier Gitarrenspuren zusammen mit Bass, Gesang und Schlagzeug angelegt. Die Form umfasst 89 Takte. Das Riff kehrt in Blöcken wieder, während Fills und Solophrasen darüber wechselnde Akzente setzen. So bleibt die Begleitung erkennbar, ohne statisch zu wirken.
Der Abstieg über C und H markiert einen wichtigen Formpunkt. Höre nicht nur auf den Akkordnamen, sondern auf den Übergang zurück zum Hauptriff. Wenn du an dieser Stelle sicher landest, bleibt die Form auch beim Improvisieren stabil. Zum Vergleich kannst du dir die verlinkte Eric-Clapton-Aufnahme anhören.
Markiere beim Hören drei Ebenen getrennt: die konstante Hauptspur, die Antworten der zweiten Rhythmusgitarre und die längeren Solophrasen. Summe zunächst nur die Hauptspur mit. Ergänze danach einzelne Antworten. Diese Trennung verhindert, dass du rhythmische und solistische Aufgaben gleichzeitig lösen willst. Sie macht außerdem hörbar, wie wenig Zusatzmaterial nötig ist, wenn die Platzierung stimmt.
Fills und Solo
Aus fünf Pentatonikpositionen eine Sprache bauen
Rhythmusfills
Die Fills kommen aus der E-Moll-Pentatonik. Triller, Hammer-ons, kleine Slides und Dreiklangsumkehrungen verbinden die Akkordschläge. Nimm zuerst vier oder fünf Bausteine. Setze sie nur dort ein, wo der Stopp des Hauptriffs erhalten bleibt.
Spiele jeden kleinen Baustein mit verschiedenen Fingern. Das ist keine Fingerakrobatik, sondern Vorbereitung auf die Live-Situation. Was mechanisch sicher ist, steht später musikalisch zur Verfügung.
Solosprache
Das Solo startet in der vierten Position der E-Moll-Pentatonik und wechselt später in weitere Lagen. Unisono-Bending, Sechzehntel innerhalb der Achtelbewegung, Double Stops und wiederholte Motive prägen die Sprache.
Kontrolliere bei jedem Bending zuerst den Zielton. Für die Verbindung der Positionen nutzt Horst kleine Ganztonschritte. So werden fünf Griffbilder zu einer durchgehenden Landkarte.
Die vollständige Transkription ist umfangreich. Dein Ziel ist deshalb nicht, jede Nuance sofort zu kopieren. Wähle Material, das du rhythmisch beherrschst, und forme daraus eine glaubwürdige eigene Version.
Für die Positionswechsel spielst du zunächst nur die beiden Töne an der Übergangsstelle. Der Zielton der alten Lage wird zum Startpunkt der neuen. Danach setzt du einen Ton vor und einen Ton hinter die Verbindung. Auf diese Weise wächst eine Phrase kontrolliert über das Griffbrett, ohne dass du im Solo nach einem kompletten Griffbild suchen musst.
Navigation
20 direkte Kapitel
Springe gezielt zu dem Arbeitsschritt, den du gerade brauchst. Die Reihenfolge folgt Horsts Lektion.
- 03:35 Überblick und Form
- 05:17 16-taktige Riffblöcke
- 05:26 Vier Gitarrenspuren
- 06:14 Groove und rechte Hand
- 06:39 Fills und Pentatonik
- 08:25 Powerchords und Stopps
- 10:32 Erster Fill und Triller
- 16:35 C/H-Abstieg
- 17:24 Hendrix-Umkehrungen
- 19:11 Zweite Rhythmusschicht
- 21:42 Fills in tiefer Lage
- 23:42 Rhythmus zusammenfassen
- 24:50 Einstieg in das Solo
- 26:31 Vierte Pentatonikposition
- 28:20 Erste Position und Unisono-Bending
- 32:09 Double Stops und Wiederholung
- 34:38 Zweites Solo und Lagenwechsel
- 38:01 Übeprinzipien
- 40:02 Positionen verbinden
- 42:08 Improvisation zum Backing
Konkreter Übeweg
Sechs Durchgänge statt einer Materialschlacht
- Riff isolieren. Zwei Takte E/D, nur Abschläge, keine Fills. Achte auf gleiche Notenlängen.
- Stopps prüfen. Greifhand lösen, Schlaghand dämpfen, Aufnahme abhören und Nebengeräusche entfernen.
- Form ergänzen. C/H-Abstieg einsetzen und den Rückweg zum Hauptriff ohne Zögern treffen.
- Vier Fills wählen. Je einen Triller, Slide, Dreiklang und Pentatoniklauf an festen Stellen einsetzen.
- Solo reduzieren. Ein Bending, ein Double Stop und ein Wiederholungslick rhythmisch sauber verbinden.
- Frei kombinieren. Zum Backing spielen, Lücken lassen und nach jedem Durchgang nur einen Punkt korrigieren.
Behalte den Groove als Messlatte. Wenn ein Fill den nächsten Akkord verschiebt oder der Stopp weich wird, war der Baustein für dieses Tempo noch zu groß. Reduziere ihn, bis er in die Form passt.
Plane für einen Durchgang fünf Minuten und mache danach eine kurze Pause. Im nächsten Durchgang bleibt das Tempo gleich, aber der Schwerpunkt wechselt. So vergleichst du Greifhand, Schlaghand, Form und Ausdruck unter denselben Bedingungen. Erst wenn zwei aufeinanderfolgende Aufnahmen dieselbe Stelle sauber zeigen, erhöhst du das Tempo oder ergänzt einen weiteren Fill.
Noten und Dateien
Arbeitsmaterial zum Tutorial
Im lokalen Quellbestand liegen eine zweiseitige Rhythmustranskription, eine zweiseitige Solotranskription sowie Guitar-Pro-Dateien mit 89 Takten und 107 BPM. Das vorhandene Unterstützerpaket bleibt über die bestehende Downloadroute unverändert eingebunden.
Der Download ist für VIP-Guitar Unterstützer vorgesehen. Arbeite zunächst mit dem Video und öffne die Transkription erst für die Passage, die du wirklich übst. So bleibt die Notation ein Werkzeug und wird nicht zum Ersatz für das Hören.
Sound
Mittiger Crunch, klarer Anschlag
Rhythmusbasis
Horst nutzt in der Lektion einen Marshall-Plexi-Grundsound mit Tube-Screamer-Charakter und wenig Hall. Stelle den Gain so ein, dass Powerchords kompakt bleiben und die Stopps nicht verschmieren.
Soloanhebung
Für das Solo darf ein zweiter Overdrive oder Fuzz mehr Sustain liefern. Hebe zuerst die Mitten an, bevor du mehr Verzerrung addierst. Das Bending muss tonal lesbar bleiben.
Der aktuelle Plexi 2026 Sound für Stadium ist eine moderne VIP-Guitar-Basis für diese Klangrichtung. Er ist keine Behauptung über Claptons exaktes Original-Setup. Passe Gain, Höhen und Ausgangspegel an deine Gitarre und Abhöre an.
Prüfe den Sound immer im musikalischen Zusammenhang. Ein allein gespielter Ton darf groß wirken, doch im Riff braucht er kurze Konturen. Drehe bei unsauberen Stopps zuerst Gain und Hall zurück. Fehlt danach Sustain für das Bending, erhöhe gezielt den Solopegel. So bleibt die Rhythmusspur trocken genug und die Solospur singt trotzdem.
Gezielt vertiefen
Die nächsten sinnvollen Bausteine
Wenn deine Dreiklangsumkehrungen noch unsicher sind, beginne mit Gitarre lernen, Tag 14. Der sinnvolle Weg bleibt: erst Orientierung, dann Ausdruck. Mehr Licks lösen kein Timingproblem.
Wo bricht dein Groove?
Beschreibe im Kommentar genau eine Stelle: Stopp, C/H-Abstieg, Fill, Lagenwechsel oder Bending. Eine konkrete Passage lässt sich besser lösen als ein allgemeines „Das Solo klappt nicht“.


