Songtutorial · Bon Jovi · Richie Sambora

It’s My Life auf der Gitarre: Powerchords, Talkbox-Sound und Solo

Dieser Stadionrock-Song wirkt groß, besteht für die Gitarre aber aus klaren Aufgaben. Horst zeigt in 53 Minuten die fetten Powerchord-Voicings, abgedämpften Zwischenschläge, den Refrain, die Rhythmusspur unter dem Solo und Samboras zugängliches C-Moll-Solo.

StimmungStandardstimmung
Tempo120 BPM
SolozentrumC-Moll-Pentatonik
Form112 Takte

Lektion, Studiofassung und Livebild

Höre erst den Groove, dann greife die Akkorde

Die Hauptlektion erklärt jede Gitarrenrolle. Das offizielle Video und der Live-Mitschnitt zeigen zusätzlich Samboras Anschlag, die Talkbox-Geste und den Unterschied zwischen Studioverdichtung und Bühnenenergie. Entscheidend ist nicht, drei Videos nebenbei laufen zu lassen. Vergleiche immer nur eine Aufgabe: Akkordende, Dead Notes, Filterbewegung oder den Eintritt des Solos.

Dein Auftrag: Höre im ersten Durchgang nur auf kurze Akkordenden und die zwei abgedämpften Zwischenschläge. Klopfe den Puls mit, bevor du die linke Hand dazunimmst.

Das rhythmische Fundament

Die zusätzliche Quinte macht den Akkord breit

Horst nennt Samboras Griff einen Metal-Powerchord. Zum Grundton, zur Quinte und zur Oktave kommt die tiefere Quinte hinzu. Bei C entsteht so von tief nach hoch die Folge G, C, G, C. Der Klang wird größer, die Greifhand muss sich aber erst an die ungewohnte Basslage gewöhnen. Horst greift alle vier Töne, zielt im Groove aber vor allem auf die tiefen drei Saiten. So bleibt der Anschlag kompakt, obwohl der Griff groß aussieht.

Griff bauen

Greife die vier Töne, kontrolliere jede Saite einzeln und spiele im Song vor allem die tiefen drei Saiten.

Kurz anschlagen

Spiele den Akkord zweimal und stoppe sofort mit der Handkante. Die Pause gehört zum Riff.

Dead Notes setzen

Löse den Druck, ohne die Hand abzuheben. GP und GPX notieren in Gitarre 1 insgesamt 288 Dead Notes.

Voicings wechseln

Verbinde Standard-Powerchords und die tiefe-Quinte-Form, ohne dass der Puls oder die Dämpfung abreißt.

Strophe, Refrain und Rhythmusspur

Wenig Material, präzise organisiert

Die Notationsdateien bestätigen 112 Takte im 4/4-Takt bei 120 BPM. Intro, zwei Strophen, drei Refrains, Interlude, Solo und Bridge greifen immer wieder auf dieselben Powerchordformen zurück. Der Lernaufwand bleibt überschaubar, wenn du jede Rolle getrennt behandelst. Gitarre 1 trägt den staccato gespielten Rockgroove. Gitarre 2 ergänzt Akkordflächen und übernimmt das kurze Solo. Bass, Gesang, Piano, Backing Vocals, Key und Drums erklären die vollständige Partitur, sind aber kein zusätzlicher Gitarrenlernauftrag.

Strophe

C als ruhender Mittelpunkt

Der C-Powerchord bleibt lange stehen. Kurze F-Akzente führen in den Refrain. Entscheidend sind Stoppzeitpunkt und Stille.

Refrain

Vier Akkorde in einer Schleife

C, As, Es und B werden mit abgedämpften Zwischenschlägen verbunden. Übe vier Takte, nicht gleich den ganzen Song.

Unter dem Solo

Die rechte Hand läuft weiter

Die Rhythmusgitarre setzt Offbeat-Akzente und wandert über As, B, F und C. Der gedämpfte Vorschlag bereitet jeden Akkord vor.

Samboras Soloweg

Acht Takte, ein klarer Spannungsbogen

Das Solo beginnt mit dem Wechsel zwischen fünftem und sechstem Bund auf der A-Saite. Der Filter reagiert auf den Anschlag und baut Spannung auf. Danach folgt ein klassischer Lauf aus der C-Moll-Pentatonik im achten Bund.

Horst isoliert den Ganzton-Bend im zehnten Bund, das Vibrato am Zielton, die kurze Abwärtsbewegung und den Slide zum Schlussakkord. Die zweite Gitarrenspur hält währenddessen den Song rhythmisch zusammen.

Beim Wechsel zwischen fünftem und sechstem Bund kannst du jeden Ton anschlagen oder den ersten Ton stehen lassen und die Bewegung binden. Beides kommt in der Lektion vor. Wähle zunächst die Variante, bei der Puls und Filteröffnung am gleichmäßigsten bleiben.

Der Schluss des Solos ist ebenfalls ein Timing-Test: Zwei Töne werden voll gedämpft, danach dürfen die folgenden Töne klingen. Markiere diesen Wechsel in der Notation, statt nur die Bundzahlen zu lernen.

Die belastbare Reihenfolge

  1. Wechsel im fünften und sechsten Bund gleichmäßig spielen.
  2. Zielton des Ganzton-Bendings normal greifen und hören.
  3. Bending dreimal kontrolliert hochziehen, zuletzt mit Vibrato.
  4. Pentatoniklauf ohne Filter und ohne Begleitung verbinden.
  5. Erst danach Filter, Backingtrack und Rhythmusgitarre ergänzen.

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20 Kapitel für deinen Übeweg

Konkreter Übeplan

Sechs Einheiten vom Stopp zum ganzen Song

  1. Voicing: C5/G langsam aufbauen und jede Saite prüfen.
  2. Stopp: Zwei Akkordschläge spielen, sofort mit der Handkante beenden.
  3. Dead Notes: Druck lösen und zwei gedämpfte Schläge im Puls setzen.
  4. Refrain: Vier Takte bei halbem Tempo als Schleife aufnehmen.
  5. Solo: Zielton, Ganzton-Bending, Vibrato und Lauf separat sichern.
  6. Songform: Mit dem Backingtrack spielen und jeden Übergang markieren.

Der Backingtrack läuft knapp vier Minuten. Nutze ihn erst, wenn du die Form ohne Horsts Gitarre halten kannst. Verlierst du den Einstieg, notiere die Taktgruppe, stoppe und übe genau diesen Übergang separat.

Die Pausen machen den Druck

Horst sagt mehrmals, dass die abgedämpften Zwischenschläge den Charme des Refrains ausmachen. Spiele deshalb nicht zuerst lauter oder verzerrter. Nimm vier Takte auf und prüfe, ob jeder Akkord wirklich endet.

Bei der tiefen Quinte darf die Greifhand langsam lernen. Wechsle zunächst nur zwischen C5/G und einem normalen Powerchord. Erst wenn der Griff ohne Suchen steht, nimmst du die vollständige Folge hinzu.

Beim Bending greifst du den Zielton vorher. Ziehe dann aus dem zehnten Bund exakt dorthin. Klangfarbe, Filter und Vibrato kommen erst nach sauberer Intonation.

Regelmäßigkeit schlägt den Wochenend-Marathon. Horst empfiehlt im Newsletter kurze tägliche Einheiten und ein klares Ziel pro Übestunde. Bleibe bei derselben Vier-Takt-Schleife, bis sie trägt.

Kontrolliere nach jedem Durchlauf nur einen Fehler und korrigiere ihn im nächsten Versuch. So bleibt die Einheit konkret, statt zum unscharfen Gesamtdurchlauf zu werden.

Premium-Material

Notation, Guitar Pro und Backingtrack

Das bestehende Unterstützerpaket bleibt unverändert. Enthalten sind zwei dreiseitige Gitarrennotationen, das Akkordblatt, GP und GPX sowie ein Backingtrack mit Gesang.

Noch kein Zugriff? Unterstützerstufen ansehen

Sound aus der Lektion

Rectifier-Druck plus anschlagdynamischer Filter

Horst nähert sich dem damaligen Gitarrensound mit einem California-Rectifier-Modell, wenig Amp-Gain, Overdrive, Simple EQ, etwas Hall und einem Autofilter. Der Filter simuliert den Talkbox-Charakter, reagiert aber stärker auf die Anschlagstärke.

Rhythmus

Wenig Gain, klarer Bass

Der Akkord soll fett sein, aber die Dead Notes müssen hörbar bleiben. Humbucker am Steg und kontrollierte Bässe geben die nötige Kontur.

Solo

Filter als Artikulationsverstärker

Der Effekt öffnet mit dem Anschlag. Gleichmäßiges Picking und sauberer Zielton entscheiden deshalb stärker als ein extremer Effektwert.

Aktuelles Helix-Stadium-Preset

Das heutige .hsp-Preset besitzt vier songbezogene Snapshots: TALKBOX, RHYTHM, CHORUS und SOLO. Es ist die aktuelle Stadium-Lösung, nicht der alte Helix-Sound aus dem Tutorial.

Preset ansehen

Passende nächste Schritte

Vertiefe nur das, was der Song verlangt

Deine Erfahrung

Wo sitzt dein Engpass?

Wähle in der Bandprobe eine Gitarrenrolle und halte sie durch. Ist dein Engpass die tiefe Quinte, der gedämpfte Zwischenschlag oder das Bending im Solo? Die zwei bestehenden Kommentare bleiben erhalten, das native Kommentarformular bleibt geöffnet.

Dein nächster Schritt

Vier Takte, klarer Stopp, dann erst der ganze Song

Baue heute den C5/G-Griff, setze die Dead Notes in den Puls und nimm vier Refrain-Takte auf. Wenn die Pausen tragen, klingt der Song schon nach It’s My Life.

„Man braucht eine Weile, bis man sich an diese Metal-Powerchords gewöhnt.“Horst Keller, aus der Videolektion

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2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Halllo Horst,
    was für ein tolles Tutorial , „It´sMy Live“. dieses Lied macht richtig Laune auf mehr. Erinnert mich an die schöne alte Zeit.
    Es würde einige VIPLER und auch mich sehr freuen, wenn du die Zeit finden könntest EUROPA von Santana als Tutorial anzubieten. Ansonsten sind deine Tutorials immer ein Genuß. Man lernt immer wieder etwas dabei.
    Bitte weiter so.
    Liebe Grüße Axel

    Antworten
    • Horst Keller
      28. Februar 2023 15:11

      Herzlichen Dank lieber Axel,

      Europa ist in der Mache. 🙂 Das wird ein weiteres Highlight.

      Liebe Grüße
      Horst

      Antworten

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