Songtutorial · Gary Moore · Bluesrock
Walking by Myself Gitarre: Shuffle und Gary-Moore-Licks
Der Song ist kurz, schnell und voller brauchbarer Bluesbausteine. Horst zerlegt Intro-Riff, E-Shuffle, Turnarounds, E7#9-Akkord und das komplette Solo. Du musst Gary Moore nicht kopieren. Du sollst erkennen, welche Begleitmuster und Licks dein eigenes Spiel weiterbringen.
Die vollständige Gitarrenstunde
Erst den Shuffle tragen, dann Garys Details ergänzen
Horst zeigt die komplette 48:14-Minuten-Lektion mit Partitur. Die Basis ist überschaubar: E-Powerchord, durchlaufender Shuffle und ein klarer 12-Takt-Blues. Anspruchsvoll wird es durch die Energie, die Stopps, die eingeschobenen Licks und das schnelle Solo.
Die Version verstehen, nicht abmalen
Gary Moore variiert die Begleitung ständig. Für die Studioaufnahme sind Rhythmus- und Sologitarre getrennt. Deine erste Aufgabe ist deshalb nicht jede Variation, sondern ein Shuffle, der ohne Lücke durchläuft.
Höre die Jimmy-Rogers-Fassung und die Gary-Moore-Version mit einer konkreten Frage: Was bleibt Bluesstandard, und wo verdichtet Gary Anschlag, Verzerrung und Licks?
Die Partitur läuft bei 128 BPM. Horst arbeitet häufig bei 50 Prozent, bei schwierigen Läufen notfalls bei 25 Prozent. Tempo ist hier das Ergebnis sauber verbundener Bewegungen, nicht der Ausgangspunkt.
Begleitung in vier Schritten
Baue den E-Shuffle vom Grundpuls aus
GP und GPX enthalten dieselbe 92-taktige Partitur. In der Gitarrenspur sind 396 Palm-Mute-Noten, 31 Bendings, 62 Hammer-on- oder Pull-off-Ursprünge und 35 Slides markiert. Diese Dichte erklärt, warum du zuerst das tragende Muster isolieren solltest.
E-Powerchord
Grundton und Quinte sauber greifen. Die tiefe E-Saite bleibt dein rhythmischer Anker.
Palm Mute
Mit der Handkante kurz vor der Brücke dämpfen, ohne den Ton vollständig abzuwürgen.
Shuffle tragen
Die Zweierbewegung gegen das triolische Gefühl stabil halten und auf die Snare hören.
Stopps setzen
Pausen und kurze Noten ernst nehmen. Die Stille gehört genauso zum Riff wie der Anschlag.
Riff, Akkorde und Form
Ein 12-Takt-Blues mit klaren Erkennungszeichen
Die Partitur bestätigt 92 Takte im 4/4-Takt, Standardstimmung und 128 BPM. Intro, Verse, vier Chorus-Durchgänge, Solo und Outro-Chorus sind markiert. Das Akkordblatt führt E, A und B sowie E7#9 als charakteristischen Übergang.
E-Moll-Pentatonik
Das Motiv sitzt in Horsts dritter Pentatonikposition. Powerchords und kurze Antwortlicks wechseln sich ab.
Pull-offs und E7#9
Die Pull-offs führen zurück zum Grundton. Der Hendrix-Akkord erscheint kurz und rhythmisch präzise.
Verse, Chorus, Solo, Outro
Die 12-Takt-Logik bleibt stabil. Gary verändert vor allem die Details zwischen den bekannten Stationen.
Der Basis-Shuffle arbeitet mit E-, A- und B-Powerchords. Horst zeigt für die B-Stufe eine leichtere Lage, falls der Stretch auf den tiefen Saiten noch nicht sauber funktioniert. Entscheidend bleibt die Dämpfung: Der Groove soll drücken, aber die einzelnen Saiten dürfen nicht ineinanderlaufen.
Solo und eigene Sprache
Nimm die spielbaren Licks, nicht den Leistungsdruck
Das Solo beginnt mit Frage und Antwort in der E-Moll-Pentatonik. Danach folgen triolische Repeating Patterns, Turnaround-Licks, Triller, Bendings und zwei extrem schnelle Läufe. Horst trennt klar zwischen Pflicht und Inspiration.
Lerne zuerst die klassischen Turnaround-Phrasen. Sie funktionieren auch in anderen E-Blues-Situationen. Die großen Gary-Moore-Läufe darfst du bei 25 oder 50 Prozent untersuchen, ohne sie sofort auf Originaltempo bringen zu müssen.
Drei-Halbton-Bendings in hoher Lage belasten Saite und Finger stark. Horst warnt ausdrücklich vor gerissenen Saiten und Blasen. Übe diese Stelle dosiert und ersetze sie im eigenen Solo, wenn Kontrolle und Intonation fehlen.
Der schnellste Lauf lebt von Hammer-ons, Pull-offs und einem Hammer-on aus dem Nichts. Seine Funktion im Tutorial ist nicht ein Tempowettbewerb. Er zeigt dir, wie weit eine gut trainierte linke Hand den Tonfluss tragen kann.
Der belastbare Soloweg
- E-Shuffle oder Backingtrack bei halbem Tempo starten.
- Soloanfang als Frage und Antwort spielen.
- Einen Turnaround-Lick bis zum Grundton führen.
- Triolen nur mit sauberer Dämpfung ergänzen.
- Den schnellen Lauf zuletzt und in kleinen Gruppen testen.
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20 direkte Kapitel
- 00:10 · EinstiegSong, Herkunft und Lernziel.
- 01:18 · Sound und EnergiePlexi-Klang und Anschlag.
- 01:54 · Was du lernen kannstShuffle, Licks und eigene Version.
- 02:35 · Guitar-Pro-PartiturTempo, Spuren und E-Moll-Pentatonik.
- 04:19 · Intro-RiffPowerchord und Antwortmotive.
- 07:07 · Turnaround und E7#9Pull-offs und Hendrix-Akkord.
- 08:44 · Tempo reduzieren70, 50 oder 25 Prozent.
- 09:44 · Basis-ShuffleSchlagzeug, Bass und Palm Mute.
- 14:11 · Chorus-TurnaroundPull-offs, Vibrato und Stopp.
- 18:02 · Zweitaktiger BlueslickViertelton-Bending und Triolen.
- 21:47 · Solo vorbereitenSpielbare Licks statt Druck.
- 23:29 · Solo-SoundPlexi, Tube Screamer und zusätzlicher Drive.
- 24:23 · SoloanfangFrage und Antwort in E-Moll.
- 25:34 · Repeating PatternTriolen und Palm Mute.
- 28:03 · TrillerlaufLinke Hand und Timing.
- 29:14 · Solo-TurnaroundBei 50 Prozent beginnen.
- 30:04 · Triplet-LickNur Abschläge für den Klang.
- 31:04 · Hohe BendingsDrei Halbtöne und Belastungsgrenze.
- 34:18 · Garys schneller LaufHammer-ons, Pull-offs und Gruppen.
- 46:04 · Horsts LernwegRiff, Shuffle, Soloauswahl und eigene Version.
Konkreter Übeplan
Sechs Einheiten vom Shuffle zum eigenen Solo
- Puls: E-Shuffle bei 50 Prozent ohne Variation durchspielen.
- Intro: Riff, Powerchord und kurze Stopps verbinden.
- Form: E-, A- und B-Stufe im 12-Takt-Ablauf markieren.
- Turnaround: Einen zweitaktigen Lick bis zur Eins führen.
- Solo: Frage und Antwort plus ein Repeating Pattern lernen.
- Transfer: Drei brauchbare Licks in ein eigenes E-Blues-Solo setzen.
Kurze Schleifen, klare Hörkriterien
Spiele vier Takte und prüfe nur drei Dinge: Bleibt der Shuffle im Puls, sind die Pausen wirklich still, und beginnt der nächste Takt gemeinsam mit der Snare? Erst wenn diese Basis trägt, lohnt sich die nächste Variation.
Der vollständig decodierte Backingtrack läuft 2:56 Minuten. Nutze ihn zunächst nur für Rhythmusgitarre. Wenn du im Wechsel auf A oder B die Orientierung verlierst, isoliere genau den Takt davor und danach.
Bei den Triolen wechselst du nicht automatisch zum Wechselschlag. Horst zeigt eine Phrase ausdrücklich nur mit Abschlägen, weil genau das den Sound prägt. Schreibe diese Anschlagentscheidung direkt in deine Notizen.
Ein schneller Lauf ist kein Tagesziel. Zerlege ihn in drei oder vier Töne, verbinde die Gruppen und erhöhe erst dann das Tempo. Im eigenen Solo darf eine einfachere, rhythmisch sichere Phrase die bessere Entscheidung sein.
Premium-Material
Notation, Akkordblatt, Guitar Pro und Backingtrack
Das bestehende Unterstützerpaket bleibt unverändert. Lokal geprüft sind die achtseitige Notation, das Akkordblatt, GP und GPX mit identischer 92-taktiger Partitur sowie der vollständig decodierte Backingtrack.
Noch kein Zugriff? Unterstützerstufen ansehen
Hinweis: Das Material ist zum persönlichen Lernen bestimmt. Rechte an Komposition und Originalaufnahme verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern.
Sound und Rollenverteilung
Plexi-Basis, Drive für das Solo, Kontrolle in der Hand
Horst orientiert sich an einem alten Marshall-Plexi-Sound. Für das Solo ergänzt er einen Tube-Screamer-artigen Drive und einen zweiten Verzerrer. Trotz Sustain soll der Klang klar bleiben. Die entscheidende Energie kommt aus Anschlag, Dämpfung und Phrasierung.
Plexi und Lautstärkepoti
Weniger Gitarrenlautstärke nimmt Verzerrung zurück. Palm Mute und offene Akzente erzeugen den Wechsel zwischen Druck und Luft.
Mehr Drive, nicht mehr Matsch
Zusätzlicher Overdrive liefert Sustain. Rechte Hand, Dämpfung und kontrollierte Pausen halten schnelle Läufe verständlich.
Verwandter Gary-Moore-Sound
Das The-Loner-Preset ist ein separates Gary-Moore-Klangbild und kein Walking-by-Myself-Preset. Es passt als nächste Soundstudie, wenn du Sustain, Mitten und singende Solotöne vergleichen möchtest.
Passende nächste Schritte
Vertiefe nur das, was der Song verlangt
Deine Erfahrung
Welcher Baustein fordert dich?
Ist es der E-Shuffle, der E7#9-Akkord, ein Turnaround, das Bending oder einer der schnellen Läufe? Beschreibe genau eine Stelle. Das native Kommentarformular und die vorhandene Diskussion bleiben offen.



8 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort
Hallo Admin,
Zusatzmaterial von Walking by Myself ist nicht erreichbar…
LG Peter
Hallo Peter, jetzt sollte es funktionieren. LG Thomas
oder mein Konto ?
Peter Dorra
Danke, funktioniert
Schönes Wochwnende…
Peter
hallo horst! es war mal wieder ein genuss das sie dieses video vorgeführt hast.ich bin sehr beeindruckt.
werde mich damit beschäftigen weil es schon ein profi klassiker ist. danke für dieses super vidio.
von mir die besten grüsse hans mfg und danke.
Hallo Hans,
vielen Dank für deine netten Worte! Es freut mich sehr zu hören, dass dir das Video gefallen hat und dass du beeindruckt bist. Dass es als Profi-Klassiker gilt, macht es umso spannender, sich damit zu beschäftigen, und ich bin überzeugt, dass es dir viel Freude beim Üben bereiten wird. Wenn du Fragen hast oder zusätzliche Tipps brauchst, zögere nicht, mich zu kontaktieren.
Danke dir für die Unterstützung und die besten Grüße zurück!
LG Horst
Hallo Horst,
diesen Song wollte ich Dir schon lange mal vorschlagen, hatte auch jahrelang die Weise als Übungsjam probiert. Nicht das ich diesen Song live spielen könnte aber ich bin daran wohl unmerklich gewachsen so dass ich mir das Video relativ schnell reinziehen konnte (etwa zweidrittel). Es fehlt mir mir nur noch Sitzfleisch für die schnellen Licks am Ende, aber es ist für mich zu einer art Kata zur Vervollkommnung von Fähigkeiten geworden. Live spiele ich lieber einfachere Sachen.
Was mich zu dem Gedanken bringt daß Songs, Gitarrenweisen oder auch nur Notenfolgen auf irgendwelchen Instrumenten nur ein Art Gerüst sein müssen aufgrund dessen Künstler Gefühle äußern können. Im besten Fall als Musik in unseren Ohren. Aufgrund dessen sollten wir die Weisen im Schlaf beherrschen um sie als souveränen Ausdruck unserer Gefühle zu benutzen. Aber genug gesülzt …
Was ich aber noch zum Gerüst anmerken wollte oder für mich entdeckt habe:
Im Vers (ab Takt14) steigert der Gary mit dem Anschlag die Distortion-Dynamik von abgedämpft bis HighGain. Cooler Effekt – Röhrenverstärkerspieler wissen was ich meine.
Im Solo hat er diese Triolen mit 4er Betonung eingebaut die ich länger geübt habe bis die Münze gefallen ist. Zum Glück halfen mir da Übungen aus der Flöten-Klassikmusik ab er ich denke so Mancher wird nicht gleich dahinter kommen warum es so klingt.
Das Solo beginne ich aus Bequemlichkeit im 7ten Bund, kann keinen Klangunterschied fest stellen, das ist auch da wo man das Triolenpattern abfeuern kann.
Aber auf jeden Fall ist es der Song auf der Platte welcher Gitarristen technisch sehr weit bringen kann.
Ganz vielen Dank für Deine Mühe, habe wieder neue Kleinigkeiten entdeckt die ich mir drauf schaffen sollte.
Hallo Feierabendklampfer,
beeindruckend, wie du dich an diesem Song abgearbeitet hast. Dein Ansatz, ihn als Übungsjam zu nutzen, um technisch zu wachsen, ist genau das, worum es geht.
Deine Beobachtungen zur Dynamik und den Triolen im Solo sind sehr gut. Es zeigt, wie wichtig es ist, die Technik zu beherrschen, um die Musik wirklich zu ‚fühlen‘ und auszudrücken.
Danke für deinen Austausch über diese technischen Feinheiten. Solche Einblicke sind immer wertvoll, sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Gitarristen.
Liebe Grüße
Horst
Weiter so!