Muddy Waters · Chicago Blues · Shuffle · Horst Keller

Hoochie Coochie Man auf der Gitarre

Dieser Blues steht und fällt mit einem kurzen Riff, einem klaren Stop und dem gleichmäßigen Shuffle-Puls dazwischen. Horst zeigt seine spielbare Mischung aus Muddy-Waters- und Clapton-Ideen, von A7, D7 und E7 bis zum Turnaround und zur Improvisation.

TonartA
AkkordeA7, D7, E7
GrooveShuffle und Stop-Time
Lektion53 Minuten

Die vollständige Gitarrenstunde

Erst den Herzschlag finden, dann verzieren

Horst baut die Begleitung in kleinen Stufen auf. Du lernst zuerst den Puls und die drei Akkordfunktionen. Danach kommen Riffvarianten, 9er-Klänge, Turnaround und Soloideen hinzu.

Dein Auftrag: Dämpfe die Basssaiten direkt hinter der Brücke ab und spiele nur den einfachen Shuffle auf A7. Wenn der Puls ohne Kraftaufwand läuft, wechselst du zu D7 und E7.

Die Lektion ist eine Privatstunde im Baukastenprinzip

Horst trennt Akkorde, Riff, Begleitung und Solo. Dadurch kannst du auf deinem Niveau einsteigen und genau eine Fassung wählen, die mit deinem Gesang oder deiner Band funktioniert.

Die Grundversion braucht keine komplizierten Griffe. Fortgeschrittene ergänzen 7/9-Klänge, Doppelgriffe und den längeren Clapton-Turnaround.

Der Shuffle bleibt in jeder Ausbaustufe die Kontrollspur.

Motiv und Stop-Time

Das Riff spricht, die Pause antwortet

Horst spielt das Motiv in A und erklärt zwei Gitarrenstimmen. Die erste setzt den markanten Ruf, die zweite kann ihn ergänzen, ohne denselben Tonraum zu besetzen.

Riffanfang

C, D und E

Spiele die Bewegung langsam und trenne jeden Ton sauber. Die Phrase darf nicht in den nächsten Akkord laufen.

Bluesfarbe

C leicht ziehen

Horst gibt dem C eine kleine Bluesbewegung. Es geht um Ausdruck, nicht um ein weites Bending.

Zielton

Auf A landen

Die kurze Phrase löst sich auf A. A- und D-Saite reichen für einen kräftigen Abschluss.

Zweitstimme

E, G und A

Eine zweite Gitarre kann höher antworten. Beide Stimmen bleiben rhythmisch zusammen.

Spiele das Riff zunächst ohne Gesang und ohne Begleitshuffle. Der Stop muss so klar sein wie der erste Ton.

Rechte Hand und Dämpfung

Der Shuffle ist der Herzschlag

Horst vergleicht den Groove ausdrücklich mit einem Herzschlag. Die Handkante liegt nahe an der Brücke, damit die Basssaiten kurz bleiben, aber ihre Tonhöhe behalten.

Dämpfpunkt suchen

Zu weit vorn klingt der Ton stumpf, zu weit hinten offen. Verschiebe die Handkante millimeterweise.

Zwei Schläge fühlen

Beginne mit dem einfachen Puls. Die Anschlaghand bleibt locker und gleichmäßig.

Greifhand ergänzen

Füge erst dann die Bewegung auf der A-, D- und E-Funktion hinzu.

Varianten dosieren

Slide, kleiner Finger und zusätzliche Akkordschläge sind Farben, keine neue Grundbewegung.

Nimm 30 Sekunden nur den Puls auf. Wenn einzelne Schläge lauter oder länger werden, korrigierst du die Dämpfung, bevor du weitere Noten ergänzt.

A7, D7, E7 und 9er-Klänge

Drei Funktionen, mehrere Griffbilder

A7 kannst du offen oder als Barréform im fünften Bund spielen. Für D7 und E7 zeigt Horst offene Formen, verschobene C7-Griffe und kompakte 7/9-Voicings.

Wähle pro Akkord zunächst genau ein Griffbild. Häufiges Wechseln zwischen Varianten erschwert den Groove und verschleiert die eigentliche Form.

Die beiden Archivpartituren dokumentieren unterschiedliche Arrangements. Horsts Lektion und die GP3-Partitur bleiben in A, die ältere Muddy-Waters-Fassung ist anders eingerichtet. Für diesen Übeweg gilt die A-Fassung der Videolektion.

Reihenfolge fürs Greifen

  1. A7 offen und als kompakte Begleitung.
  2. D7 mit derselben Anschlagidee.
  3. E7 offen oder in der höheren Lage.
  4. Erst danach D7/9 und E7/9 ergänzen.

12 Takte und Turnaround

Die Form muss auch ohne Riff tragen

Im Soloteil beschreibt Horst den normalen 12-Takt-Ablauf: vier Takte A, zwei Takte D, zwei Takte A, danach E, D und der Rückweg zum Anfang.

Für den Turnaround zeigt er eine einfache Bassbewegung und eine längere Clapton-Variante. In der einfachen Fassung fällt die Linie schrittweise ab und führt über D, Dis und E zurück.

Spiele den Turnaround zuerst als eigene Schleife. Der letzte Ton ist erst richtig, wenn der folgende A7-Akkord pünktlich einsetzt.

Zähle die Form laut und markiere den Wechsel zu D mit einer etwas größeren Anschlagbewegung. So bleibt die Position im Ablauf auch dann klar, wenn du später ein Lick ergänzt oder kurz auf die Greifhand schauen musst.

Formkontrolle

  1. Vier Takte A.
  2. Zwei Takte D, zwei Takte A.
  3. Ein Takt E, ein Takt D.
  4. Turnaround und zurück auf A.

Moll, Dur und Akkordtöne

Die Improvisation folgt dem Akkordwechsel

A-Moll-Pentatonik mit Blue Note liefert das Grundvokabular. Horst erweitert es an ausgewählten Stellen um Dur-Pentatonik und Akkordtöne.

Grundsprache

A-Moll-Pentatonik

Beginne in einer Lage und formuliere kurze Motive. Ein sauberer Abschluss ist wichtiger als ein langer Lauf.

Farbwechsel

A-Dur-Pentatonik über D7

Horst nutzt die höhere Dur-Pentatonik-Farbe beim Wechsel zu D7 und kehrt danach wieder zur Mollsprache zurück.

Suche zusätzlich die Grundtöne A, D und E. Ein Solo wirkt klarer, wenn eine Phrase auf einem Ton des aktuellen Akkords endet.

Zwei Ergänzungen aus dem Originalbeitrag

Riff und Bassliniendoppelung getrennt vertiefen

Chicago-Blues-Lick

Nutze diese Ergänzung, wenn das Hauptriff steht und du eine zweite Muddy-Waters-Farbe suchst.

Basslinie doppeln

Hier trainierst du das Zusammenspiel von tiefer Linie und Akkordschlag, ohne den Puls zu verlieren.

Direkt zu den Stellen

20 direkte Kapitel

Konkreter Übeplan

Sechs Einheiten vom Puls zum Solo

  1. Puls: Spiele den gedämpften Shuffle auf A7, bis die Lautstärke gleichmäßig bleibt.
  2. Akkorde: Übertrage dieselbe rechte Hand auf D7 und E7.
  3. Riff: Übe C, D, E, die kleine Bluesbewegung und die Auflösung auf A getrennt.
  4. Form: Spiele den 12-Takt-Ablauf ohne Solo und zähle jeden Akkordwechsel.
  5. Turnaround: Wiederhole nur die letzten zwei Takte und den folgenden A7-Anfang.
  6. Solo: Antworte mit kurzen A-Moll-Pentatonik-Phrasen und lande bewusst auf A, D oder E.

Eine Variante genügt

Entscheide dich zunächst für eine Begleitform und einen Turnaround. Erst wenn diese Fassung durchläuft, vergleichst du sie mit der nächsten.

Nimm zwei Runden auf. In Runde eins hörst du nur auf den Shuffle, in Runde zwei nur auf die Akkordwechsel. So bleibt die Fehlerursache eindeutig.

Wenn das Solo den Puls stört, gehst du sofort zur Begleitung zurück.

Horsts Ziel ist keine Kopie, sondern eine Fassung, die zu deiner Stimme, deiner Technik und deiner Besetzung passt.

Material und nächste Schritte

Vertiefe Riff, Chicago-Groove und Basslinie

Geschütztes Originalmaterial

Die vorhandene Mitgliederdatei bleibt über ihre bestehende Schutzroute verknüpft. Nutze sie nach dem Hörtraining als Kontrolle für deine eigene Fassung.

Dein nächster Schritt

Halte den Puls und setze einen klaren Stop

Spiele den einfachen A7-Shuffle für 30 Sekunden. Danach setzt du einmal das Hauptriff, stoppst sauber und kehrst ohne Tempoänderung in den Herzschlag zurück.

„Immer diesen Puls. Es ist wie ein Herzschlag.“Horst Keller, aus der Videolektion

Was fordert dich mehr: die Dämpfung, der Turnaround oder der Wechsel zwischen Moll- und Dur-Pentatonik?

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