I Love Rock 'n' Roll - Joan Jett

Joan Jett · E-Dur · Powerchords, Bending und Rock’n’Roll-Solo

I Love Rock ’n’ Roll auf der Gitarre: drei Akkorde, keine halben Pausen.

E5, A5 und B5 reichen für fast den ganzen Song. Überzeugend klingt er erst, wenn die Pausen scharf enden, die Dead Note trocken sitzt und der kleine Viertelton-Bend genau dosiert ist. Horst zeigt die komplette Rhythmusgitarre, das Solo und eine praktikable Lösung für die mehreren Gitarrenspuren der Studioaufnahme.

VersionJoan Jett and the Blackhearts, 1981
Tonales ZentrumE-Dur, Lick auch in E-Moll
Tempo95 bis 96 BPM
Metrum und Stimmung4/4, Standardstimmung

Komplette Videolektion

59 Minuten für Riff, Solo, Sound und die echte Studioarbeit.

Horst geht die vollständige Fassung mit 73 Takten und mehreren Gitarrenspuren durch. Du lernst Intro, Strophen, Pre-Chorus, Refrains, Solo und Outro. Besonders wertvoll ist sein Vergleich zwischen Notation, isolierter Gitarrenspur und dem, was eine einzelne Gitarre in einer Band tatsächlich leisten kann.

Der Song stammt ursprünglich von Arrows aus dem Jahr 1975. Im Tutorial steht Joan Jetts erfolgreiche Fassung im Mittelpunkt. Die Musik wirkt direkt, die Details sind präzise: Stops, Dead Notes, Bendings, Tremoloeffekte und klar getrennte Klangrollen.

Dein erster Auftrag: Spiele nur zweimal E5 und stoppe danach mit der Handkante vollständig. Ergänze erst dann die gedämpfte Note, den leicht nach unten gezogenen Ton im dritten Bund und den Wechsel zu A5.

Dein Hörtest: Ist zwischen den Powerchords wirklich Stille? Wenn noch Saiten nachklingen, brauchst du zuerst einen saubereren Stopp und noch kein höheres Tempo.

Das Hauptriff

Der Wiedererkennungswert steckt zwischen den Akkorden.

Das Grundgerüst ist schnell erklärt: E5, A5 und B5. Der charakteristische Ablauf entsteht aus zwei kurzen E5-Schlägen, der Pause, einer gedämpften Zwischennote und dem Viertelton-Bend im dritten Bund. Der Bend ist kein großer Effekt, sondern ein kurzer rauer Anstoß zum nächsten Akkord.

Stopp

Pause aktiv spielen

Die Handkante beendet den Akkord sofort. Übe zwei Schläge und Stille als vollständige Einheit, bevor du weitere Töne ergänzt.

Dead Note

Bewegung ohne Tonhöhe

Die Greifhand liegt locker auf den Saiten, ohne zu drücken. Der kurze Schlag hält den Rhythmus in Bewegung und darf keinen erkennbaren Akkord erzeugen.

Viertelton

Nur leicht nach unten ziehen

Der Ton im dritten Bund kippt nur ein wenig. Spiele ihn einzeln, ziehe kurz und stoppe sofort. Zu viel Weg macht aus der rauen Farbe einen falschen Zielton.

Vier Bausteine für den ganzen Song

Rhythmusgitarre, Blueslick und Solo sprechen drei verschiedene Dialekte.

Das Stück steht in E-Dur. Horst nutzt im Hauptriff trotzdem einen bluesigen E-Moll-Pentatonik-Lick und wechselt im Solo in die E-Dur-Pentatonik. Genau dieser Kontrast gehört zum Rock’n’Roll-Vokabular und erklärt, warum das Solo heller und fast countryartig wirkt.

Powerchords

E5, A5 und B5 müssen kurz, gleichmäßig und sofort kontrollierbar sein. Große Lagensprünge werden separat geübt.

E-Moll-Lick

Ganzton-Bending, Rückweg und Pull-Off bilden eine fließende Bewegung. Der Lick darf über dem Dur-Zentrum bewusst bluesig reiben.

E-Dur-Solo

Slides, Double-Stops und kurze Töne bringen die helle Rock’n’Roll-Farbe. Die Dur-Terz muss beim Bending sauber getroffen werden.

Zweite Gitarre

Im Outro legt die zusätzliche Spur hohe Sechzehntel über das Riff. Mit einer Gitarre priorisierst du den tragenden Rhythmuspart.

Originalaufnahme und Arrangement

Die Studiofassung ist voller kleiner Übergaben.

Die offizielle Aufnahme zeigt, wie knapp das Arrangement gebaut ist. Strophe und Refrain leben vom Hauptriff. Vor dem Solo setzt die Rhythmusgitarre Akzente, während die Solospur E-Dur-Pentatonik, Double-Stops und einen absteigenden Lauf übernimmt. Im letzten Refrain kommt eine hohe Gitarrenfigur hinzu.

Horst hört die isolierten Spuren im Tutorial vollständig durch. Seine praktische Entscheidung ist klar: Eine Live-Gitarre kann nicht jede Studioüberlagerung gleichzeitig abbilden. Riff, Pausen und Form bleiben deshalb wichtiger als eine erzwungene Kopie jeder Nebenspur.

Beobachtungsauftrag: Höre zuerst nur auf die Pausen des Hauptriffs. Konzentriere dich danach auf den Beginn des Solos und zuletzt auf die hohe zweite Gitarrenstimme im Outro. Entscheide dann, welche Stimme du mit einer Gitarre tragen willst.

Spieltechnischer Schwerpunkt

Das Solo bleibt kurz, verlangt aber echte Tonkontrolle.

Horst zerlegt das Solo in kleine Bewegungen. Die Schwierigkeit liegt weniger in der Geschwindigkeit als in sauberen Zielhöhen, kontrollierten Nachbarsaiten und dem Wechsel zwischen hartem Anschlag und singender Linie.

Bending

Zielton vorher hören

Spiele den Zielton zuerst normal. Ziehe danach die tiefere Note bis genau zu dieser Höhe. Halbton und Ganzton werden getrennt trainiert.

Pinch Harmonic

Plektrum extrem kurz halten

Die Saite berührt direkt nach dem Anschlag die Daumenkante. Stegtonabnehmer und Verzerrung helfen, der Treffpunkt zwischen den Pickups entscheidet über den Oberton.

Tremolo

Parallel zu den Saiten drücken

Der Hebel bewegt den Akkord nach unten und gibt ihn kontrolliert frei. Der Akkord bleibt sauber gegriffen, während die Tonhöhe kurz absinkt.

Direkte Kapitel im Tutorial

Springe genau zu dem Teil, den du heute trainierst.

Konkreter Übeplan

Vom Riff zur bandtauglichen Ein-Gitarren-Fassung.

Horst zeigt schwierige Stellen bei reduziertem Tempo und empfiehlt häufige Wiederholungen. Der sinnvolle Weg folgt der musikalischen Funktion: erst Rhythmus und Stops, danach der Blueslick, dann das Solo. Die Studioüberlagerungen kommen zuletzt.

Arbeite mit kurzen Schleifen: Zwei E5-Schläge, Pause, Dead Note, Viertelton und A5 bilden deine erste Einheit. Zehn saubere Wiederholungen sind mehr wert als ein kompletter unsauberer Durchlauf.

Nimm dich selbst auf: Spiele Riff und Akkordfolge auf einen Looper oder den Backingtrack. Höre danach nur auf Timing und Stille. Horst nennt das Spiel zu dir selbst ein besonders wertvolles Training.

Trenne Rhythmus und Solo: Baue das Solo in kleinen Phrasen auf. Erst wenn Bendings und Double-Stops ohne Suchbewegung sitzen, verbindest du sie mit der Songform.

  1. Powerchords kontrollieren: E5, A5 und B5 in beiden Lagen greifen, zweimal anschlagen und sofort vollständig stoppen.
  2. Riffkern isolieren: Dead Note und Viertelton-Bend einzeln üben, danach mit E5 und A5 verbinden.
  3. Blueslick sichern: Ganzton-Bending, Rückweg und Pull-Off langsam spielen und jeden Zielton prüfen.
  4. Form bauen: Strophe, Pre-Chorus und Chorus getrennt zum Backingtrack spielen. Große Lagensprünge vorher ohne Ton üben.
  5. Solo phrasiert lernen: Einstieg, Double-Stops und Abgang als drei Blöcke trainieren. Erst danach im Originaltempo verbinden.
  6. Ein-Gitarren-Fassung festlegen: Im Outro das Hauptriff tragen. Die hohe zweite Stimme nur ergänzen, wenn eine weitere Gitarre den Rhythmus übernimmt.

Für VIP-Guitar Premium-Member

Notation, Guitar Pro und Backing-Material zum Tutorial

Der bestehende Premium-Download bleibt unverändert eingebunden. Die Notation trennt Rhythmusgitarre und Solo. Die Guitar-Pro-Dateien enthalten die vollständige Mehrspurform, zusätzlich liegen Backingtrack sowie isolierte Gitarren- und Gesangsspuren vor. Nutze sie für Formkontrolle, Spurvergleich und eine eigene Ein-Gitarren-Lösung.

Wenn der Downloadlink nicht erscheint, melde dich mit deinem aktiven Premium-Konto an. Hinweise findest du auf der Premium-Member-Seite.

Sound aus der Lektion

Rauer Crunch für das Riff, mehr Fokus für das Solo.

Horst hört in der Originalaufnahme einen klassischen Marshall-orientierten Rocksound. Im damaligen Tutorial baut er die Arbeitsfassung mit einem Soldano SLO, Overdrive vor dem Amp und Stegtonabnehmer. Für das Solo kommen ein hellerer Boxencharakter, Echo und mehr Vordergrund hinzu.

Riff

Attack vor Sättigung

Der Overdrive formt den Eingang des Amps. Zu viel Verzerrung verwischt Dead Notes und Pausen. Der Anschlag muss auch ohne Effekte klar bleiben.

Breite

Pitchshifter sparsam dosieren

Horst mischt Oktaven nur leise hinzu und warnt vor künstlichem Klang. Etwa 15 bis 18 Prozent reichen in seinem Beispiel, um mehr Größe anzudeuten.

Gezielt weiterlernen

Bending, Dämpfung und der aktuelle Stadium-Sound.

Der Maßstab für diesen Song

Wenige Akkorde geben dir keine Ausrede für unsaubere Übergänge.

Wenn Stops, Dead Notes und Bendings stimmen, trägt das Riff den ganzen Song. Danach darf das Solo heller werden und die Studiofassung ihre zusätzlichen Farben zeigen.

„Es ist wenig in dem Lied und das gibt dir wieder die Chance, eine coole Nummer zu lernen.“Horst Keller

Beginne heute mit vier Takten. Spiele sie so oft, bis du weder die Greifhand noch die nächste Pause suchen musst.

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