Popsong-Tutorial Vol. 3 · Nancy Zindler und Horst Keller

Leuchtturm und Heimat: Zwei Popsongs begleiten

Zwei deutschsprachige Songs, zwei völlig verschiedene Aufgaben: Heimat lebt von offenen Akkorden, Picking und Dynamik. Leuchtturm fordert einen schnellen, lockeren Rhythmus. Nancy und Horst zeigen beide Wege auf der Akustikgitarre.

HeimatCapo 3 · G-Griffe
LeuchtturmBm · G · D · A
Temporuhig und 176 BPM
LernkernPicking, Groove, Dynamik

Die vollständige Gitarrenstunde

73 Minuten mit Nancy und Horst

Die Lektion beginnt mit Heimat, erklärt danach Leuchtturm und zeigt an Nancys Spiel unmittelbar, wie eine steife Schlaghand in eine lockere Rhythmusbewegung findet.

Dein Auftrag: Entscheide dich zuerst für einen Song. Spiele bei Heimat nur Intro und erste Strophe. Bei Leuchtturm übst du zunächst ausschließlich die vier Akkorde in lockerem Zeitlupentempo.

Zwei Begleitrollen statt einer Universallösung

Heimat wird in der Lektion als Duo-Arrangement aufgebaut. Eine Gitarre trägt Picking oder Strumming, die zweite ergänzt Basswege, andere Voicings und kleine Antworten.

Leuchtturm reduziert ein dichtes Bandarrangement auf eine Akustikgitarre. Genau deshalb sind Kontrolle, Abdämpfen und Dynamik wichtiger als möglichst viele Schläge.

Beide Songs führen zum selben Grundsatz: Die Akkorde sind nur das Gerüst. Musikalisch wird die Begleitung durch Lautstärke, Artikulation, Pausen und eine rechte Hand, die im Puls bleibt.

Heimat von Johannes Oerding

Offene Akkorde, liegende Töne und ein klarer Bassweg

Mit Capo im dritten Bund greifst du vertraute G-Dur-Formen. Hörbar erklingt B-Dur. Die offenen Oberstimmen verbinden die Akkorde und geben dem Arrangement seine ruhige Farbe.

Intro

G · Am7 · G/H · Cadd9

Lass die gemeinsamen hohen Töne stehen. Das Picking bleibt gleichmäßig und trägt die ersten beiden Durchgänge.

Strophe

C nach D11 verschieben

Horst verschiebt den C-Griff zwei Bünde nach oben. So entsteht ein offener D-Klang ohne harten Wechsel.

Verzierung

Hammer-Ons dosieren

Auf C und Am7 werden einzelne Greiffinger kurz gelöst und wieder aufgesetzt. Die Verzierung muss im Rhythmus bleiben.

Bass

G über H nach Am7

Der Basston H verbindet C beziehungsweise G mit Am7. Höre den Weg als eigene kleine Linie.

Der D-Moll-Akkord im Refrain ist der Farbwechsel. Betone ihn nicht durch mehr Lautstärke. Lass den harmonischen Kontrast selbst wirken und führe anschließend ruhig nach Cadd9 zurück.

Picking, Strumming und Duo

Die Begleitung wächst mit der Form

Nancy beginnt mit Picking. In der Strophe bleiben Anschlag und Lautstärke zurückgenommen. Im Refrain wird die Bewegung größer, ohne dass die Ballade ihren Charakter verliert.

Horst setzt als zweite Rolle Daumen und Zeigefinger im Wechsel ein, ergänzt einzelne Töne und nutzt später gedämpfte Powerchords als Kontrast. Diese Ebene ist optional. Eine Gitarre muss zuerst den Puls und die Form tragen.

Stoppstellen gehören zum Arrangement. Wenn die Akkorde nicht ausklingen sollen, beendest du sie gemeinsam mit der Gesangsphrase. Das schafft mehr Wirkung als dauerhaftes Durchspielen.

Drei Stufen

  1. Solo: Picking und Akkordfolge ohne Verzierungen.
  2. Dynamik: Strophe leiser, Refrain breiter, Stoppstellen gemeinsam.
  3. Duo: Zweite Voicings, Basslinien oder eine sparsame melodische Antwort ergänzen.

Leuchtturm von Peter Maffay und Jennifer Weist

Vier Akkorde, aber kein einfacher Rhythmus

Folge

Bm, G, D und A tragen große Teile des Songs. Mit Capo im zweiten Bund erreichst du die Originalhöhe, in der Lektion wird tiefer ohne Capo gespielt.

Auftakt

Ein kurzer Vorschlag führt in den Hauptschlag. Horst setzt den markanten Akzent beim ersten und dritten Akkord der Folge.

Dämpfung

Barré-Griffe lassen sich durch leichtes Lösen der Greifhand sofort stoppen. Offene Akkorde brauchen mehr Kontrolle der Schlaghand.

Bewegung

Die Hand arbeitet locker aus Handgelenk und Rotation. Ein steifer Unterarm wird bei hohem Tempo zum eigentlichen Hindernis.

176 BPM sind das Ziel, nicht der Start. Horst lässt Nancy zuerst nur auf einem Akkord schwingen, danach zwischen D und A wechseln und erst später die volle Folge spielen. Tempo entsteht aus einer kleinen, lockeren Bewegung.

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20 direkte Kapitel

Konkreter Übeplan

Sechs Einheiten für zwei Songs

  1. Heimat Intro: Vier Akkorde mit liegenden hohen Tönen langsam picken.
  2. Heimat Form: Strophe, Bridge und Refrain nur mit einfachen Anschlägen verbinden.
  3. Heimat Farbe: D-Moll, Hammer-Ons und G/H-Bassweg gezielt ergänzen.
  4. Leuchtturm Puls: Auf einem Akkord kleine Auf- und Abschläge aus dem Handgelenk spielen.
  5. Leuchtturm Wechsel: Erst D und A, danach Bm, G, D und A im langsamen Loop.
  6. Formlauf: Mit dem Video bei reduziertem Wiedergabetempo spielen und die Dynamik nachbilden.

Die Aufnahme ist dein Übepartner

Horst empfiehlt, die Songs oft anzuhören und direkt mitzuspielen. Die Wiedergabe kann auf 75 oder 80 Prozent reduziert werden, ohne dass sich die Tonhöhe ändert.

Bei Leuchtturm prüfst du zuerst die Lockerheit. Wird der Unterarm fest, gehst du zurück auf einen Akkord und verkleinerst die Bewegung.

Bei Heimat nimmst du dich nach jedem Formlauf auf. Höre, ob Picking und Strumming denselben Puls behalten und ob der Refrain wirklich größer, aber nicht hektischer wird.

Vereinfachte Griffe und Capo sind keine Abkürzung. Sie bringen den Song in eine singbare Lage und lassen mehr Aufmerksamkeit für Rhythmus und Ausdruck.

Premium-Material

Der geschützte Download bleibt erhalten

Die bestehende Download-ID bleibt unverändert. Im lokalen Archiv wurden ein dreiseitiges Heimat-Blatt mit Akkorden, Intro und Mundharmonika-Hinweisen sowie ein zweiseitiges Leuchtturm-Akkordblatt geprüft.

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Schlaghand und Plektrum

Locker halten, klar akzentuieren

Bewegung

Rotation statt steifer Unterarm

Horsts Bild ist ein Wassertropfen an der Plektrumspitze, den du aus dem Handgelenk abschüttelst. Die Bewegung bleibt klein und federnd.

Material

Zum Lernen darf es nachgeben

Ein dünneres Plektrum kann die ersten Strumming-Loops erleichtern. Später sorgt ein dickeres Plektrum bei lockerem Griff für mehr Kontrolle und Klangmasse.

Passend zur Akustikbegleitung

In der Lektion vergleicht Horst verschiedene Plektrumstärken und erklärt ihren Einfluss auf Anschlag, Lautstärke und Kontrolle.

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Getrennter Hörpass

Puls, Stille und Dynamik prüfen

Bei Heimat hörst du auf die Basslinie, gleichmäßiges Picking und den Wechsel zwischen leiser Strophe und breiterem Refrain. Bei Leuchtturm prüfst du, ob die Akkorde exakt enden und der Akzent im Loop an derselben Stelle bleibt.

Ein schneller Rhythmus ist nur dann fertig, wenn er locker klingt. Mehr Lautstärke oder mehr Schläge ersetzen keinen stabilen Puls.

Drei Fragen

  1. Bleiben Picking und Strumming im selben Tempo?
  2. Enden gedämpfte Akkorde wirklich gemeinsam?
  3. Wird der Refrain größer, ohne dass du schneller wirst?

Passende nächste Schritte

Vertiefe Rhythmus, Barrés und deutsche Popsongs

Welchen Song nimmst du zuerst?

Schreibe im Kommentar, ob du mit Heimat oder Leuchtturm startest und welche Begleitstelle dich am meisten fordert.

Dein nächster Schritt

Ein Song, ein klarer Loop

Spiele heute entweder das Heimat-Intro viermal sauber oder die Leuchtturm-Akkordfolge eine Minute lang locker. Erst danach kommt der nächste Baustein.

„Jedes Lied gehört dir. Du kannst es auf deinem Level und auf deine Art und Weise spielen.“Horst Keller, aus der Videolektion

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