PRS SE CE 24 vs. S2 Mira 594: Lohnt sich der große Sprung?
Zwei PRS-Gitarren, ein vierfacher Preisunterschied und eine Frage, die man nicht mit dem Preisschild beantwortet: Was spürt man in der Hand, was hört man wirklich, und welche Gitarre inspiriert welchen Spielertyp?
Der komplette Livestream
Kein Labor-Test, sondern ein ehrlicher Gitarristen-Check
In diesem Livestream vergleicht Horst Keller zwei sehr unterschiedliche PRS-Gitarren direkt gegeneinander: die PRS SE CE 24 Standard Satin Vintage Cherry und die PRS S2 Mira 594 Satin Metallic Midnight. Beide tragen denselben Markennamen, beide sind Doublecut-Gitarren mit Humbuckern, aber sie beantworten unterschiedliche musikalische Fragen.
Genau deshalb ist der Test interessant. Nicht, weil man am Ende eine Siegergitarre küren muss, sondern weil man hört, wie Preis, Konstruktion, Gewicht, Mensur, Halsgefühl und Pickups zusammenwirken. Das Video zeigt keine sterile Tabellenübung, sondern eine echte Spielsituation: Clean, Crunch, High Gain, Lead, Coil-Sounds, Balance am Gurt und die Frage, welche Gitarre dich schneller zum Spielen bringt.
Warum dieser Vergleich spannend ist
Es geht nicht um billig gegen teuer.
Es geht um Zweck, Klang und Inspiration.
Auf dem Papier wirkt die Frage simpel: Eine PRS für unter 500 Euro gegen eine PRS aus der S2-Serie für knapp 2.000 Euro. Aber so hört und spielt kein Musiker. Eine Gitarre ist kein Datenblatt mit Preisetikett, sondern ein Werkzeug, das entweder sofort eine Idee auslöst oder eben nicht.
Die rote SE CE 24 steht für den modernen PRS-Einstieg: Indonesien-Fertigung, geschraubter Ahornhals, 24 Bünde, Tremolo und 85/15 „S“ Pickups. Die blaue S2 Mira 594 kommt aus Maryland, USA, setzt auf Mahagoni, geleimten Hals, kürzere 24,594-Zoll-Mensur, 22 Bünde, Stoptail und 58/15 LT Humbucker. Das sind nicht nur andere Spezifikationen, das ist ein anderes Spielgefühl.
Deshalb ist die wichtigste Frage nicht: Ist die Mira viermal so gut? Sondern: An welcher Stelle spürt man den Unterschied wirklich, und welcher Spieler profitiert davon?
Der Kern des VergleichsDie SE CE 24 ist die rational starke Gitarre. Die S2 Mira 594 ist die emotional feinere Gitarre. Beides kann richtig sein, aber nicht für denselben Spieler.
Eine gute Gitarre ist nicht automatisch die teuerste, sondern die, die dich inspiriert und am schnellsten dazu bringt, sie in die Hand zu nehmen.
Die beiden Instrumente
Zwei PRS-DNAs, zwei klare Aufgaben
Modern, direkt, erstaunlich stark fürs Geld
Mahagoni-Korpus, geschraubter Ahornhals, 25-Zoll-Mensur, 24 Bünde, 10-Zoll-Griffbrettradius, Wide-Thin-Halsprofil, PRS Tremolo, 85/15 „S“ Pickups und Push/Pull-Coil-Tap. Im Test wirkt sie spritziger, bissiger und moderner, mit viel Fundament und sehr guter Durchsetzung.
- starkes Preis-Leistungs-Verhältnis
- modernere Rock- und High-Gain-Richtung
- 24 Bünde und Tremolo als klare Praxisvorteile
- laut Horst professionell bühnentauglich
Leicht, warm, vintage-orientiert und sehr feinfühlig
Mahagoni-Korpus, Mahagoni-Hals, Set-Neck-Konstruktion, 24,594-Zoll-Mensur, 22 Bünde, PRS Stoptail mit Messingauflagen, 58/15 LT Humbucker und zwei Mini-Toggles für einzelne Coil-Tap-Varianten. Im Test zeigt sie mehr warme Mitten, Vintage-Charakter und dieses letzte Quäntchen Spielgefühl.
- sehr leichte 2,6 kg im Test
- wärmere Vintage-Mitten für Blues, Classic Rock und Hardrock
- USA-Fertigung mit liebevoller Detailwirkung
- perfekte Balance am Gurt
Die Bildstrecke hilft beim schnellen Erfassen der Bauart: Tremolo und 24 Bünde bei der SE, Stoptail, 22 Bünde und schlankere Vintage-Haltung bei der Mira.
Die Rock-Shop-Links sind als technische Referenz und zum Nachschlagen gedacht. Preise und Verfügbarkeit können sich ändern; entscheidend bleibt der Praxisvergleich im Video.
Was man im Test hört
Spritziger Biss gegen warme Vintage-Mitten
Im Clean-Bereich wird schnell klar, dass die SE CE 24 nicht einfach die günstigere Kopie einer teureren PRS ist. Sie hat Attack, Präsenz und diese moderne Direktheit, die sich in einer Band oft sehr gut durchsetzt. Die Mira 594 wirkt dagegen runder, holziger und mittiger. Sie will weniger glänzen und mehr tragen.
Bei Crunch und Classic Rock wird der Charakter noch deutlicher. Die SE geht kräftig nach vorne, die Mira sitzt mehr in dieser Mahagoni-Welt aus Blues, Garage, Classic Rock und SG-nahem Charakter, ohne eine Gibson nachzuahmen. Das ist kein besser oder schlechter, sondern eine andere Gewichtung: Biss gegen Wärme, moderne Straffheit gegen Vintage-Reaktion.
Die SE CE 24 zeigt mehr Attack und Präsenz. Die Mira 594 klingt weicher, mittiger und transparenter in ihrer eigenen Vintage-Logik. Besonders spannend wird es, wenn die Coil-Tap-Varianten nicht als Effekt, sondern als echte Klangfarben genutzt werden.
Die rote SE geht kräftig und modern nach vorne. Die Mira erinnert stärker an die Mahagoni-Welt aus Blues, Garage, Classic Rock und SG-nahem Charakter, ohne eine Gibson kopieren zu wollen.
Beide Gitarren funktionieren ernsthaft. Die SE hat mehr Biss und Durchsetzung für modernere Rockmusik. Die Mira bleibt wärmer, erwachsener und etwas vokaler im Mittenbild.
Der wichtigste Satz aus dem Vergleich: Höhen kann man über den Tonpoti zurücknehmen, aber nicht in eine Gitarre hineindrehen, wenn sie nicht vorhanden sind.
Horsts Praxisfazit
Ist die Mira viermal so gut? Nein. Ist sie trotzdem anders? Ja.
Die S2 Mira 594 ist nicht viermal so gut wie die SE CE 24. Alles, was man musikalisch auf der Mira spielen kann, lässt sich grundsätzlich auch auf der SE spielen. Aber die S2 bringt ein anderes Gefühl, mehr Vintage-Mitten, mehr Feinheit in der Hand und diese besondere Leichtigkeit mit.
Die SE CE 24 ist in ihrer Preisklasse ein beeindruckendes Arbeitsgerät. Horst sagt im Video sehr klar: Diese Gitarre kann ein Profi auf die Bühne nehmen, ohne dass jemand merkt, dass sie unter 500 Euro liegt. Bei der Mira bezahlt man nicht nur mehr Klang, sondern Herkunft, Detail, Haptik, Gewicht und dieses letzte Quäntchen instrumentaler Persönlichkeit.
Für Einsteiger, Aufsteiger und Spieler mit klarer Preisgrenze ist die SE die vernünftige und überraschend ernsthafte Wahl. Für Spieler, die bewusst weniger Gewicht, eine kürzere Mensur, wärmere Mitten und ein sehr organisches Ansprechverhalten suchen, kann die Mira genau der Schritt sein, der sich nicht in Prozenten, sondern in Spielzeit bezahlt macht.
Man muss sie hören, aber auch fühlen, um entscheiden zu können.
Kapitel im Video
Die wichtigsten Stellen im Video
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Danke, dass du dir die Zeit für diesen Vergleich genommen hast. Wenn du gerade selbst vor einer Gitarrenentscheidung stehst, nimm aus dem Test vor allem eines mit: Nicht das Logo, nicht der Preis und nicht die Herkunft entscheiden allein, sondern die Frage, ob ein Instrument deine Hände und deine Ohren in Bewegung bringt.
Schreib gerne unter dem Video, welche der beiden PRS-Gitarren dich mehr anspricht und warum. Genau aus solchen Rückmeldungen entstehen die nächsten ehrlichen Tests auf VIP-Guitar.


