Eric Clapton · Fingerpicking · Horst Keller
Tears in Heaven auf der Gitarre
Die vielen Akkordsymbole sehen zuerst komplizierter aus, als sich die Gitarrenstimme anfühlt. Horst reduziert die Begleitung auf ein wiederkehrendes Intro, klare Basstöne und eine ruhige Bewegung von Daumen, Zeige- und Mittelfinger.
Der Lernwiderstand liegt nicht in einem einzelnen schweren Barrégriff. Du musst Bass, hohe Stimmen, Hammer-ons und Akkordwechsel so verbinden, dass die Figur weiterfließt. Deshalb beginnt der Übeweg mit der ersten Zeile. Sie kehrt durch fast den ganzen Song hindurch wieder.
Die vollständige Gitarrenstunde
Höre zuerst, wie alle Stimmen zusammenarbeiten
Horst spielt zu Beginn eine vollständige Fassung. Danach zerlegt er Intro, Strophe, Bridge, Solo, Schluss und die zusätzlichen Gitarrenfills.
Ein Arrangement aus mehreren Ebenen
Die tiefe und die hohe Stimme laufen fast durchgehend nebeneinander. Mal zupft Horst G- und H-Saite gemeinsam, mal streicht der Zeigefinger allein über die hohen Saiten. Der Unterschied ist klein, die Wirkung auf Ruhe und Klarheit deutlich.
Die Basstöne erklären die Harmonie. Wenn der Daumen unsicher wird, verliert die ganze Begleitung ihre Richtung. Übe deshalb erst Bass und Zielakkord, bevor du die hohen Stimmen ergänzt.
Die wiederkehrende Kernfigur
Das Intro ist zugleich dein wichtigster Übeblock
Die Figur startet mit der leeren E-Saite, einem Hammer-on zum Fis und der leeren A-Saite. Danach folgt die A-Dur-Fläche mit der kleinen Melodie auf den hohen Saiten.
E nach Fis
Spiele die leere E-Saite mit dem Daumen und hämmere im zweiten Bund auf Fis. Der Ton soll ohne zweiten Anschlag klar stehen.
Leere A-Saite
Der Daumen wechselt zur A-Saite. Halte den Puls ruhig und bereite gleichzeitig die A-Dur-Fläche vor.
Hammer-on und Pull-off
Die kleine Figur auf G- und H-Saite braucht gleiche Lautstärke. Horst empfiehlt, diesen Lick isoliert zu wiederholen.
Wieder auf die Eins
Beende die Verzierung nicht als Einzelübung. Verbinde sie sofort mit dem nächsten Basston und dem neuen Durchlauf.
Übe die Figur in Vierergruppen. Spiele vier saubere Wiederholungen, pausiere kurz und kontrolliere, ob Hammer-on, Pull-off und Zielakkord gleichmäßig geblieben sind.
Viele Namen, kleine Bewegungen
Vereinfachte Griffe halten die Stimmen in Bewegung
Horst zeigt E/Gis, Fis-Moll, Fis-Moll/E und D/Fis in kompakten Formen. Du musst nicht jedes vollständige Barrébild ausspielen. Oft reichen Basston und zwei hohe Stimmen, weil die übrigen Töne im Arrangement bereits vorhanden sind.
Bei E/Gis bleibt die Hand nahe am vierten Bund. Fis-Moll entsteht durch eine kleine Verschiebung in den zweiten Bund. D/Fis nutzt den Daumen für den Basston, während die hohen Stimmen weiterklingen.
Greife nur, was du wirklich anschlägst. Diese Reduktion ist kein Trick zum Ausweichen, sondern die Logik der Gitarrenstimme in Horsts Lektion.
Vier Kontrollen
- Der Daumen trifft E- oder A-Saite gezielt.
- G- und H-Saite bleiben klar getrennt.
- Gemeinsame Finger bleiben liegen.
- Der neue Griff landet vor dem nächsten Zupfmoment.
Strophe und wiederkehrende Kadenz
Die erste Zeile trägt einen großen Teil des Songs
Nach dem Intro folgt dieselbe Bass- und Akkordbewegung immer wieder. In der Zeile mit E, E6 und E7 verändert sich nur eine hohe Stimme. Der kleine Finger setzt E6, danach öffnet sich der Griff zu E7.
Beim Wechsel zupfen Daumen und Finger einmal gemeinsam. Zwischen den Wechseln läuft das Pedalieren weiter. Horst demonstriert beide Varianten: zwei Finger auf den hohen Saiten oder ein leichter Zug mit dem Zeigefinger.
Entscheide dich zunächst für eine Variante. Klangliche Feinheiten kommen später. Zuerst muss die Basslinie ohne Unterbrechung durch die Akkordwechsel führen.
Strophe in vier Schichten
- Nur die Basstöne spielen.
- Die hohen Doppeltöne ergänzen.
- E, E6 und E7 verbinden.
- Introfigur und Strophe ohne Pause koppeln.
Bridge, Solo und zweite Gitarre
Der Formwechsel verlangt neue Ohren, nicht mehr Kraft
Die Bridge führt über C, Bm7, Am, D7, G, D/Fis und D-Moll. Danach kehrt die bekannte Bewegung zurück. Im Solo und in den Fills entstehen zusätzliche Stimmen über dem vertrauten Fundament.
Bridge
Spiele die normalen Grundformen zuerst ohne Picking. Verbinde erst danach Bass und hohe Stimmen.
Solo
Horst beginnt im Bereich des neunten Bundes mit Triller, Sechsten und Slides. Die Begleitung muss darunter stabil bleiben.
Sechsten
Parallele und versetzte Doppelgriffe bewegen sich durch neunten, siebten und sechsten Bund.
Fills
Die zweite Gitarre antwortet mit kurzen Doppelgriffmotiven. Lerne sie erst, wenn die Hauptbegleitung sicher ist.
Horst weist beim Solo auf die Bedeutung von Bass und zweiter Gitarre hin. Die Solostimme allein erklärt nicht die gesamte Harmonie. Arbeite deshalb mit Begleitung oder Backingtrack und höre, wohin jeder Doppelgriff führt.
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20 direkte Kapitel
- 00:10 · EinführungZiel und Aufbau der Lektion.
- 00:47 · Komplette FassungBegleitung, Gesang, Solo und Schluss im Zusammenhang.
- 05:05 · TutorialstartDie Performance wird in spielbare Ebenen zerlegt.
- 05:49 · FingerpickingBass und hohe Stimmen getrennt verstehen.
- 06:34 · Rhythmus und BasstöneVereinfachte Akkorde durch den Bass erklären.
- 08:07 · Intro-LickLeersaiten, Hammer-on und Pull-off.
- 09:44 · E/GisDie kompakte Form im vierten Bund.
- 10:37 · Wiederholung als VorteilIntro und Zwischenspiel nutzen denselben Ablauf.
- 11:37 · Fis-MollVereinfachte Form und sichere Bassführung.
- 12:38 · D/Fis und ADaumengriff und hohe Stimmen verbinden.
- 13:11 · Intro komplettDie berühmte Figur im Zusammenhang.
- 14:12 · StrophenakkordeE, E6 und E7 als kleine Stimmbewegung.
- 16:48 · Picking beim WechselDaumen und Finger gezielt gemeinsam setzen.
- 17:55 · Zweiter StrophenteilFis-Moll, Cis und A7 vereinfacht greifen.
- 20:40 · Rückkehr zum LickFormteile sicher an die Kernfigur anschließen.
- 23:42 · Übergang zur BridgeDas Zwischenspiel führt in den neuen Formteil.
- 24:20 · BridgeC, Bm7, Am, D7 und G ordnen.
- 25:39 · SoloTriller, Sechsten und Slides im oberen Bereich.
- 31:15 · SchlusswiederholungLetzte Zeile und Abgang verbinden.
- 35:48 · Zweite GitarrenfillsDoppelgriffe und kurze Antwortmotive.
Konkreter Übeplan
Sechs Einheiten für ein fließendes Arrangement
- Bass: E, Fis und A mit dem Daumen gleichmäßig verbinden.
- Intro: Hammer-on, Pull-off und A-Dur-Fläche in Vierergruppen üben.
- Strophe: E, E6 und E7 ohne Unterbrechung in die Kernfigur einsetzen.
- Wechsel: Fis-Moll, D/Fis und A mit minimaler Fingerbewegung koppeln.
- Bridge: Die neuen Akkorde erst anschlagen, dann zupfen.
- Fills: Einen Doppelgriff auswählen und über eine stabile Begleitung setzen.
Prüfe den Daumen
Nimm 30 Sekunden nur mit Bass und hohen Doppeltönen auf. Höre, ob der Daumen beim Griffwechsel lauter, leiser oder schneller wird. Genau dort beginnt die Korrektur.
Danach ergänzt du pro Runde nur eine Sache: Introverzierung, E6-E7-Bewegung, Bridge oder Fill. So hörst du sofort, welche Ebene den Fluss stört.
Der Kontrollpunkt lautet: Bleibt die Bassführung ruhig, sobald die hohen Stimmen hinzukommen?
Material aus dem bestehenden Archiv
Notation und Begleitmaterial
Die vorhandene geschützte Downloadroute bleibt unverändert. Im lokalen VIP-Guitar-Archiv sind eine achtseitige Notation, eine GP3-Partitur mit 86 Takten und sieben Spuren, Akkordblätter, ein Backingtrack und Horsts Aufnahme mit Tabea Tritsch belegt.
Die GP3-Datei startet bei 78 BPM, die achtseitige Notation nennt 80 BPM. Nutze beide Werte als Orientierung für langsames Üben, nicht als Grund, die Bewegung zu erzwingen. Entscheidend bleiben gleichmäßige Bassnoten und klare hohe Stimmen.
Geschütztes Zusatzmaterial
Der bestehende Download bleibt Unterstützern vorbehalten und führt zur unveränderten Schutzroute.
Klang, Aufnahme und Zusammenspiel
Transparenz entsteht durch getrennte Stimmen
Bass und Höhen ausbalancieren
Der Daumen trägt die Richtung, soll die hohen Stimmen aber nicht verdecken. Spiele mit kleiner Bewegung und lasse gemeinsame Töne stehen.
Fills als Antworten
Doppelgriffe und Slides füllen Lücken. Sie funktionieren nur, wenn sie der Hauptbegleitung Platz lassen und nicht gleichzeitig jede Phrase besetzen.
Horsts eigene Aufnahme
In der verlinkten Fassung mit Tabea Tritsch hat Horst Gitarren, zusätzliche Stimmen und Bassnoten selbst arrangiert. Nutze sie als Hörbeispiel für das Zusammenspiel der Ebenen.
Passende Vertiefung
Übertrage Fingerpicking und Clapton-Phrasierung
Der rote Faden bleibt derselbe: Eine Gitarrenstimme wirkt, wenn Bass, Melodie und Zeit eine gemeinsame Richtung haben. Mehr Töne sind erst sinnvoll, wenn diese drei Ebenen stabil sind.


2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort
Hi Horst, Super erklärt ich danke Dir
Gruß Günter
Super lieber Günter! Viel Erfolg mit dem wunderschönen Lied. LG Horst