VIP-GUITAR Newsletter WO.08/2026
Liebe Gitarrenfreunde, liebe VIP-Guitar Community,
letzte Woche hat mich jemand gefragt: „Horst, was würdest du jemandem raten, der nach 20 Jahren Gitarre spielen das Gefühl hat, auf der Stelle zu treten?“ Meine Antwort war kürzer als erwartet: Hör auf, das zu üben, was du schon kannst.
Klingt brutal? Ist es auch. Aber es ist ehrlich. Und Ehrlichkeit ist das Einzige, was am Ende wirklich weiterbringt.
Ich sehe das ständig – bei Workshopteilnehmern, in Mails, in den Livestreams. Da sitzt jemand, der seit Jahren spielt, der dutzende Songs draufhat, der technisch gar nicht schlecht ist. Aber irgendetwas fehlt. Das Gefühl, dass es weitergeht. Dass sich etwas entwickelt. Dass der nächste Ton nicht nur richtig ist, sondern richtig klingt.
Das Problem ist fast nie fehlendes Talent. Es ist die Komfortzone. Wir spielen das, was sich gut anfühlt. Den Lick, der immer funktioniert. Die Pentatonik-Box, die wir im Schlaf finden. Den Lieblingssong, bei dem jeder Handgriff sitzt. Das fühlt sich an wie Üben – ist es aber nicht.
Echtes Üben beginnt genau da, wo es unangenehm wird. Da, wo die Finger nicht automatisch hinwollen. Da, wo du nachdenken musst, statt einfach loszuspielen. Da, wo du dich fragst, ob du das jemals hinkriegen wirst. Genau dieser Moment – dieses kurze Zögern zwischen „Ich kann das nicht“ und „Noch nicht“ – ist der Moment, in dem du besser wirst. Alles andere ist Aufwärmen.
Ich sage das nicht, um irgendjemanden runterzumachen. Ich sage das, weil ich selbst auch schon in genau dieser Falle gesessen habe. Weil ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man jeden Tag spielt und trotzdem das Gefühl hat, nicht vom Fleck zu kommen. Die Lösung war jedes Mal dieselbe: etwas tun, das ich noch nicht konnte. Nicht irgendwann. Jetzt! Sofort.
Und genau darum geht es auch diese Woche wieder bei VIP-Guitar.
Die Workshops 2026 – Jetzt anmelden!
🎸 02./03. Mai 2026 – „Spielen wie Jimi – Das Hendrix-Prinzip“ In diesem Workshop entschlüsseln wir das Hendrix-Prinzip: die Bausteine, aus denen sein einzigartiger Sound entstanden ist. Du lernst, wie du mit Hammer-Ons, Pull-Offs, Akkordumkehrungen und kleinen melodischen Einwürfen jeden Akkord interessanter machst. Wie man die Pentatonik zum Klingen bringt – unabhängig von deinem aktuellen Spielniveau.
🎸 04./05. Juli 2026 – Gitarrencamp 2026: Dein Wochenende für echten Fortschritt Das Gitarrencamp ist mehr als ein Workshop – es ist ein intensives Wochenende, das dich musikalisch und persönlich weiterbringt. Zwei erfahrene Lehrer und volle Konzentration auf dein Spiel. Das ist intensiver als Monate alleine üben. Du gehst mit konkreten Antworten auf deine Fragen nach Hause, mit neuen Impulsen für dein Spiel und mit dem Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein, die deine Leidenschaft teilt.
🎸 12./13. September 2026 – Rock-Klassiker Live: Lerne sie, spiele sie mit Band Zwei Rockklassiker lernen ist eine Sache. Sie mit einer echten Band zu spielen – das ist ein Erlebnis, das dein Spiel verändert. In diesem Workshop arbeiten wir intensiv an zwei Meilensteinen der Rockgeschichte: „Hey Joe“ (Jimi Hendrix) und „Sunshine of Your Love“ (Cream).
Keep on playing und halte die Gitarre am Leben!
Horst
Nächstes Livevideo: Donnerstag, 19.02. um 17:00 Uhr: Spiele wie Jimi Hendrix – Riffs & Licks (Teil 3)

Weiter geht es mit Teil 3 unserer Jimi Hendrix Serie. Eine weitere Variante eines groovigen Rhythmusbeispiels in einem klassischen 12-Takter Blues. Sei live dabei, übe und lerne.
Spiele wie Jimi Hendrix – Riffs & Licks (Teil 2)
In der zweiten Folge unserer fünfteiligen Serie über den Meister der E-Gitarre gehen wir einen entscheidenden Schritt weiter. Nachdem wir im ersten Teil das Fundament gelegt haben, konzentrieren wir uns heute auf den rhythmischen Herzschlag und die rechte Hand.
Jimi Hendrix hat den Blues nicht nur gespielt, er hat ihn choreografiert. Sein Geheimnis liegt in der Unabhängigkeit der Schlaghand und der Fähigkeit, einen starren 12-Takt-Blues in ein lebendiges, atmendes Kunstwerk zu verwandeln. Wir schauen uns an, wie er den legendären „Hendrix-Akkord“ einsetzt und wie du durch Slides und gezielte Akzente diesen unverkennbaren Vibe in dein eigenes Spiel integrierst.
Sound-Design wie die Profis: Legendäre Gitarren-Sounds mit dem Line 6 Helix nachbauen
Hast du dich schon mal gefragt, warum deine Presets oft nicht so klingen wie auf deinen Lieblingsalben? Du hast den gleichen Amp-Typ gewählt, vielleicht sogar die Effekte – aber der „Magic Spark“ fehlt? In meiner aktuellen Live-Stunde sind wir tief in den Kaninchenbau des Sound-Designs abgetaucht. Mein Ziel: Weg von überladenen Presets, hin zum ehrlichen Ton. Wir haben uns zwei absolute Giganten vorgenommen: Den bluesigen „Nose-Sound“ von Stevie Ray Vaughan und das gnadenlose Metal-Grollen von Metallica.
Die Jagd nach dem Ton: Recherche ist alles: bevor wir am Helix drehen, müssen wir verstehen, was damals im Studio passiert ist. Ich zeige dir im Video, wie ich über Foren und „Song Facts“ das Original-Equipment analysiere. Ob Mesa Boogie Mark IV bei Metallica oder der Fender Tweed bei SRV – die Basis muss stimmen.
Carlos Santana – Der Mann, der die Gitarre singen lehrte – und Latin Rock erfand (umfangreiches PDF)
Er lernte Geige bei seinem Vater, einem Mariachi-Musiker in Mexiko, spielte als Kind in den Bars von Tijuana für Touristen – und stand 1969 bei Woodstock vor einer halben Million Menschen, ohne je ein Album veröffentlicht zu haben. Auf LSD. Mit einer billigen Gibson SG. Das Ergebnis: 11 Minuten „Soul Sacrifice“, die die Rockgeschichte veränderten. So funktioniert Carlos Santana – ein Mann, der mit einem einzigen Ton mehr sagt als andere mit tausend.
Carlos Augusto Santana Alves ist mehr als ein Gitarrist. Er ist der Erfinder des Latin Rock, ein Klangmystiker und ein musikalischer Botschafter zwischen Kulturen. Sein singender, durchdringend reiner Ton ist seit über fünf Jahrzehnten unverwechselbar. Rolling Stone setzte ihn 2023 auf Platz 11 der 250 größten Gitarristen aller Zeiten. „Supernatural“ gewann 1999 acht Grammys in einer Nacht – Rekord, gemeinsam mit Michael Jacksons „Thriller“. Über 100 Millionen verkaufte Alben, Rock and Roll Hall of Fame seit 1998, Kennedy Center Honors 2013. Und er gab dem Verstärker Mesa/Boogie seinen Namen: „Man, that little thing really Boogies!“
Die Prinzipien von Carlos Santana
Der Ton ist alles (der Sänger auf sechs Saiten): Santanas berühmtestes Zitat: „With one note people know me.“ Sein Ton kommt nicht aus dem Equipment – er kommt aus der Art, wie er eine Saite berührt. Lektion: Spiele einen einzigen Ton und halte ihn. Drei Sekunden ohne Vibrato, dann langsam Vibrato hinzufügen. Wenn dieser eine Ton nicht singt, helfen auch tausend schnelle Noten nicht.
Dorisch statt Pentatonik (der Grenzgänger): Während die meisten Gitarristen in der Moll-Pentatonik leben, spielt Santana bevorzugt im dorischen Modus – eine Mollskala mit erhöhter sechster Stufe. Das Ergebnis: Sein Spiel klingt gleichzeitig melancholisch und hoffnungsvoll. Lektion: Spiele A-Dorisch (A–B–C–D–E–F#–G) über einen Am7-Akkord. Betone bewusst das F# – diese eine Note verändert alles.
Rhythmus vor Geschwindigkeit (der Latin-Puls): Santana war nie ein Shredder. Seine Virtuosität liegt in der rhythmischen Komplexität – Noten fallen bewusst vor, auf oder hinter dem Beat. Lektion: Nimm eine einfache Vier-Noten-Phrase und spiele sie auf fünf verschiedene rhythmische Weisen. Gleiche Noten, völlig anderer Charakter. Das ist Santanas Geheimnis.
Vertikales Vibrato (der Geiger auf der E-Gitarre): Statt des üblichen Bending-Vibratos bewegt Santana den Finger parallel zum Hals – eine Technik aus seiner Geigenausbildung beim Vater. Lektion: Spiele eine Note auf der G-Saite, 7. Bund. Bewege den Finger parallel zum Hals statt senkrecht. Die Bewegung kommt aus dem Handgelenk. Du wirst einen feineren, singenderen Ton hören.
Latin-Triller als Signatur (der Verzierungskünstler): Carlos‘ typisches Ornament: ein blitzschneller Hammer-On von der kleinen Terz zum Grundton, dann Pull-Off zurück. In A-Moll: C nach A auf der G-Saite (5. Bund → 2. Bund). Lektion: Übe diesen Triller als Verzierung vor langen gehaltenen Noten. Er gibt jeder Phrase sofort Latin-Charakter.
Essenz für dein Spiel
Stelle deinen Verstärker auf Santana-Settings: Gain 5–6, Bass 2–3, Mitten 7–8, Höhen 5–6. Weniger Bass, mehr Mitten – das ist der Schlüssel zu seinem durchsetzungsfähigen Ton. Nutze den Hals-Pickup für Wärme. Übe die harmonische Molltonleiter neben der dorischen Skala – der übermäßige Sekundschritt zwischen sechster und siebter Stufe ist das Geheimnis hinter „Europa“ und „Samba Pa Ti“.
Experimentiere mit langem Sustain: Halte Noten bewusst aus, fülle nicht jede Lücke. Santana lässt seinen Noten Raum zum Atmen. Einstieg: „Samba Pa Ti“ – das perfekte Santana-Lehrstück. Eine schlichte Melodie in D-Moll/D-Dorisch, getragen von Sustain und Gefühl. Beginne ohne Effekte und konzentriere dich nur auf die Phrasierung. Dann füge leichten Crunch hinzu und höre, wie aus einer einfachen Melodie ein Gebet wird. Wer dieses Stück versteht, versteht Carlos Santana: Es klingt zutiefst emotional, ist aber im Kern radikal einfach.
Carlos Santana bewies, dass man kein Shredder sein muss, um 100 Millionen Alben zu verkaufen. Er ist der Mann, der mit einem Ton eine Hymne baut, der Latin-Rhythmen in den Rock brachte und der mit 77 Jahren nach einem gebrochenen Finger immer noch auf die Bühne zurückkehrt. Seine Botschaft: Finde deinen Ton. Spiele mit Seele. Diene der Musik. Und vergiss nie – manchmal sagt ein einziger gehaltener Ton mehr als das schnellste Solo der Welt.
Unbedingt anschauen:
- Santana – Soul Sacrifice (Woodstock 1969, Filmversion)
- Santana – Samba Pa Ti (Live)
- Santana – Europa (Live) 2011
Lernmaterial (Auswahl):
- „Oye como va“ – Carlos Santana – die Magie des Dorian Modes
- Carlos Santana – Signature Lick Nr.1
- Tipps zum melodischen Spiel in der Pentatonik
„My guitar is not a thing. It is an extension of myself. It is who I am.“ — Carlos Santana
Für weiteren Input: https://soundcloud.com/horstkeller
🎸 15. August 2026 – Save the Date: 7. VIP-Guitar Treffen
Das legendäre VIP-Guitar Treffen geht in die siebte Runde! Musik, Jam-Sessions, gute Gespräche und die einzigartige Atmosphäre, die dieses Event jedes Jahr zu einem Highlight macht. Den Termin solltest du dir jetzt schon freihalten! Anmeldungen direkt bei Jörg Noll.
11.2025 – 10 neue Helix Songpresets:

Die besten Presets: Line 6 Helix Presets

Die besten Plektren: VIP-Guitar Plektren
Aktueller Kurs: Chord Knowledge – Sebastian Minet
Wenn du bereit bist, tiefer in die Harmonik einzutauchen, das Akkordspiel zu verstehen und auf ein neues Level zu heben – dann findest du hier genau das, was du benötigst.
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Ich wünsche dir, dass du jeden Tag ein klein bisschen #besser wirst.

Viel Freude mit der Gitarre
Horst Keller
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PS: Nutze die Gelegenheit und schreibe mir. Sende mir deine Fragen, Wünsche, Ideen, Anregungen hier.
Onlineshop:
NEU: 12.25 – Chord Knowledge – Sebastian Minet
NEU: 11.25 – Helix Songpresets VOL.2
NEU: 04.25 – Line 6 Helix TOP 10 Amps VOL.2
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