The Beatles · Aerosmith · Rockbegleitung

Come Together auf der Gitarre: Riff, Groove und Barré-Akkorde

Das Riff ist sofort erkennbar. Die eigentliche Arbeit beginnt danach: gedämpfte D-Saite, D-Moll und C als kompakte Begleitung, A7 und G7 als Kontrast sowie ein Solo aus der D-Moll-Pentatonik. Horst baut daraus eine Fassung, die auch mit nur einer Gitarre trägt.

StimmungStandardstimmung, kein Drop D nötig
RiffkernGedämpfte D-Saite, Hammer-On, Doppelgriff
BegleitungD-Moll, C, A7 und G7
SoloD-Moll-Pentatonik mit Blue Note

Die vollständige Gitarrenstunde

49 Minuten vom Hauptthema bis zum eigenen Solo

Horst spielt die rockige Aerosmith-Fassung zunächst auf der Akustikgitarre mit. Danach zerlegt er Riff, Akkorde, Refrain und Solo. Der Livestream enthält außerdem eine ausführliche Passage über geduldiges, verletzungsfreies Üben.

Dein Auftrag: Spiele zuerst nur zwei gedämpfte Anschläge auf der leeren D-Saite und den anschließenden Hammer-On. Der Puls darf sich nicht verändern. Doppelgriff und Schlussnote kommen erst dazu, wenn dieser Kern ruhig sitzt.

Bandpart und Ein-Gitarren-Fassung

In der Band können mehrere Instrumente Rhythmus, Bass und Harmonie verteilen. Wenn du allein spielst, braucht die Gitarre mehr Zusammenhang. Horst ergänzt deshalb zum Hauptthema kompakte Akkordflächen und kleine Fills.

Die Lektion bleibt in Standardstimmung. Eine auf D abgesenkte tiefe E-Saite liefert zwar zusätzliches Fundament, ist für diesen Lernweg jedoch nicht erforderlich. Der Ausgangspunkt ist die offene D-Saite.

Der Song ist damit ein gutes Training für Rollenwechsel: Riff spielen, Harmonie stützen, den Gesang rhythmisch tragen und im Solo trotzdem in derselben Form bleiben.

Das Hauptthema

Vier Bewegungen, die wie ein einziges Riff klingen

Der Wiedererkennungswert kommt nicht aus vielen Noten. Entscheidend sind Dämpfung, Zeitabstand und das saubere Ende jeder kleinen Bewegung.

Schritt 1

Zwei gedämpfte D-Töne

Lege die Handkante leicht auf die Saitenauflage und spiele die offene D-Saite zweimal kurz. Der Ton bleibt hörbar, wird aber nicht lang.

Schritt 2

Hammer-On 10 auf 12

Auf der A-Saite verbindet der Hammer-On den zehnten mit dem zwölften Bund. Die Greifhand erzeugt den zweiten Ton ohne neuen Anschlag.

Schritt 3

Doppelgriff im zehnten Bund

D- und G-Saite erklingen gemeinsam im zehnten Bund. Schlage nur die beiden benötigten Saiten an und halte den Griff kompakt.

Schritt 4

Schlussnote D

Die Phrase endet auf dem D im zwölften Bund der D-Saite. Diese Zielnote schließt das Riff, bevor die nächste Wiederholung beginnt.

Horst beschreibt den Übergang als Dreierbewegung. Wenn die beiden offenen D-Töne zu lang werden oder der Hammer-On zu spät kommt, verliert das Riff seinen Zug. Übe deshalb zunächst ohne Akkorde und ohne Fills.

Harmonie für eine Gitarre

Vier Akkordrollen statt durchgehend voller Griffe

Die Akkorde sollen den Groove stützen. Horst greift sie als verschiebbare Formen, löst den Druck zwischen den Anschlägen und hält die Töne dadurch kurz.

D-Moll im fünften Bund

Die verschobene A-Moll-Form liefert den Grundklang der Strophe. Der Grundton D liegt auf der A-Saite im fünften Bund.

C als kompakte Fläche

Für den Wechsel nach C reichen die hohen Saiten im fünften Bund. Die kurze Form bewegt sich schnell und hält den Klang offen.

A7 als Spannung

Horst verwendet eine verschobene E7-Form mit Grundton A. Der Akkord darf klingen, ohne den folgenden Wechsel zu verdecken.

G7 als bluesiger Kontrast

Von A7 geht es chromatisch nach G7. Die kleine Lagebewegung ist leichter, wenn die linke Hand den Druck zwischendurch löst.

Offene Akkorde wären grundsätzlich möglich, doch die verschiebbaren Formen geben dir mehr Kontrolle über Länge und Stille. Das kurze Entspannen der Greifhand gehört zum Rhythmus. Dauerhafter Druck macht die Begleitung schwer und lässt die Akkorde ineinanderlaufen.

Strophe, Refrain und Soloteil

Die Form bleibt überschaubar, die Gitarrenrolle wechselt

Nach vier Riffdurchgängen beginnt die Strophe mit D-Moll und C. A7 und G7 bilden den markanten harmonischen Weg zurück zum Hauptthema. Im Refrain führt Horst H-Moll im siebten Bund über A nach G und wieder nach A.

Im Soloteil läuft die Strophenform weiter. Dadurch musst du keine neue Harmonie lernen. Du kannst den Begleitweg zuerst loopen und später dieselbe Form für die Improvisation verwenden.

Am Ende kehrt das Hauptthema als feste Klammer zurück. Kleine Fills sind erlaubt, solange Riffanfang, Akkordwechsel und gemeinsame Formpunkte klar bleiben.

Drei Formkontrollen

  1. Strophe: D-Moll und C bleiben rhythmisch kurz und beweglich.
  2. Refrain: H-Moll, A, G und A werden als eigener Wechselweg geübt.
  3. Solo: Die Strophenfolge trägt weiter, auf A bleibt die Form etwas länger.

D-Moll-Pentatonik

Erste Lage, zweite Lage und ein klares Ziel auf D

Horst startet in der ersten Position der D-Moll-Pentatonik. Für mehr Bewegung wechselt er kurz in die zweite Lage, nutzt kleine Tonschritte und beendet die Phrase wieder auf D.

Drei Solobausteine

  1. Erste Lage: wenige Töne und hörbare Pausen statt durchgehender Läufe.
  2. Zweite Lage: kleine Schritte verbinden die Positionen, ohne den Formbezug zu verlieren.
  3. Blue Note: als kurze Farbe einsetzen und anschließend auf einem stabilen Ton landen.

Begleitung zuerst, Solo danach

Nimm die Strophenfolge als Loop auf oder spiele sie mit einem Partner. Beginne mit einer einzigen Zwei-Takt-Phrase und wiederhole sie, bis ihr Anfang exakt auf derselben Zählzeit sitzt.

Das Ziel ist keine Kopie jedes Aerosmith-Licks. Die Lektion zeigt dir ein belastbares Tonmaterial und eine klare Form. Daraus entwickelst du eine eigene, stilistisch passende Antwort.

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20 direkte Kapitel

Konkreter Übeplan

Sechs Einheiten vom Riffkern bis zum Solodurchgang

  1. Puls: Spiele nur die zwei gedämpften D-Töne gleichmäßig.
  2. Riff: Ergänze Hammer-On, Doppelgriff und Schlussnote einzeln.
  3. Strophe: Wechsle D-Moll und C ohne Gesang und ohne Fills.
  4. Septakkorde: Übe A7 nach G7 als kurze chromatische Bewegung.
  5. Refrain: Verbinde H-Moll, A, G und A in einer eigenen Schleife.
  6. Solo: Spiele eine kurze Pentatonikphrase über die Strophenform.

Langsam genug ist schneller

Horsts längere Übepassage hat einen klaren Kern: ruhig beginnen, die Bewegung oft wiederholen und den Körper nicht überlasten. Eine angespannte Hand lernt keine bessere Version des Riffs.

Trenne Greifen und Dämpfen. Prüfe zuerst, ob jede Note klar liegt. Danach verkürzt du die Töne durch Handkante und gelösten Greifdruck. Beide Hände bekommen damit eine eigene Aufgabe.

Spiele einen Abschnitt mehrfach fehlerfrei, bevor du Tempo oder Länge erhöhst. Sobald die Schulter hochzieht, der Daumen presst oder der Hammer-On hart wird, pausierst du und setzt langsamer neu an.

Nimm am Ende einen Riffdurchgang und einen Akkorddurchgang auf. Höre nur auf Puls und Pausen. Erst im nächsten Schritt bewertest du Klang und Lautstärke.

Anschlag und Klang

Der Groove entsteht durch kurze Töne und klare Lautstärken

Akustikfassung

Transparenz vor Lautstärke

Auf Horsts Akustikgitarre hörst du Dämpfung und Griffwechsel besonders deutlich. Nutze diesen trockenen Klang als Kontrolle für Nebengeräusche und ungleichmäßige Anschläge.

Rockfassung

Druck ohne zugeschmierte Pausen

Mit verzerrtem Klang müssen die Stopps noch konsequenter sein. Gain ersetzt weder Palm Muting noch das kurze Lösen der Barré-Hand.

Noch ein Beatles-Song mit klar getrennten Gitarrenrollen

In A Hard Day’s Night lernst du Begleitung, Voicings und Solophrasen als eigene Aufgaben.

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Getrennter Hörpass

Puls, Tonlänge und Rollenwechsel prüfen

Höre im ersten Durchgang ausschließlich auf die beiden offenen D-Töne. Sind sie gleich lang und gleich laut? Im zweiten Durchgang beobachtest du den Übergang vom Riff zum D-Moll-Akkord.

Die Pausen müssen ebenso klar sein wie die Töne. Wenn Verzerrung oder offene Saiten den Raum füllen, reduziere Tempo und Anschlagsbreite.

Drei Fragen

  1. Bleibt der Puls bei Hammer-On und Doppelgriff unverändert?
  2. Enden D-Moll, C, A7 und G7 hörbar vor dem nächsten Anschlag?
  3. Landet die Solophrase bewusst auf D oder einem anderen stabilen Akkordton?

Passende nächste Schritte

Vertiefe Barré-Kontrolle, Pentatonik und Rhythmusgitarre

Wo sitzt dein größter Widerstand?

Schreibe im Kommentar, ob dir das gedämpfte Riff, der Wechsel D-Moll nach C, die Septakkorde oder der Einstieg ins Solo am meisten Arbeit macht.

Dein nächster Schritt

Heute nur das Riff, morgen erst die Akkorde

Spiele den Riffkern zehn Minuten lang in kurzen, entspannten Schleifen. Beende die Einheit, bevor die Bewegung hart wird. Die Begleitung kommt erst dazu, wenn Anfang und Ende der Phrase zuverlässig sitzen.

„Der Schlüssel ist, entspannt, ruhig, gelassen heranzugehen. Vor allen Dingen geduldig.“Horst Keller, aus der Videolektion

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