Die Toten Hosen · Tage wie diese · Teil 2

Tage wie diese Gitarre Teil 2: Riff, Refrain und Drop D

Das Intro wirkt leicht, solange man nur auf die linke Hand schaut. Der eigentliche Widerstand liegt im leisen Pendelanschlag, in der 6-6-4-Phrasierung und im sauberen Wechsel zwischen Clean-, Refrain- und Drop-D-Sound. Horst führt die Gitarrenstimmen einzeln auseinander: hohe Akkordlage, leichtere Fassung, Oktavmelodie, Powerchords und die tiefe Refrainfigur.

TonzentrumD-Dur
StimmenRiff, Oktaven, Powerchords
SoundClean, Distortion, Drop D
Lektion15:07 Minuten

Die vollständige Videolektion

Teil 2 verbindet Spielweise, Form und Sound

Die Lektion setzt direkt bei der hohen Riffposition aus Teil 1 ein. Danach zeigt Horst die leichtere Lage, beide Gitarren im Refrain, die tiefe Drop-D-Figur und einen vollständigen Durchgang mit allen Sounds.

Dein Auftrag: Spiele zunächst nur den ersten D-Riffbaustein. Zähle sechs, sechs und vier gleichmäßige Pendelbewegungen. Betone jeweils die erste Bewegung und stoppe sofort, sobald die rechte Hand zu picken beginnt.

Eine Bandfassung lässt sich nicht eins zu eins allein spielen

Horst trennt bewusst mehrere Ebenen. Eine Gitarre führt die hohe Melodie beziehungsweise Oktavlinie, eine zweite trägt Powerchords. Bass und tiefe Drop-D-Figur ergänzen weitere Töne.

Wähle für jede Passage eine klare Rolle. Wenn du allein spielst, ist ein stabiles Riff oder eine saubere Powerchordbegleitung sinnvoller als der Versuch, alle Studiostimmen gleichzeitig nachzubauen.

Teil 1 erklärt Soundbasis und Grundbewegung ausführlich. Teil 2 zeigt, wie daraus Refrain, Übergänge, Finale und ein spielbarer Gesamtablauf entstehen.

Das Intro als Bewegungsfolge

Sechs, sechs und vier statt hektischem Picking

Die linke Hand verändert einzelne Töne im D-Umfeld. Die rechte Hand bleibt klein, leise und pendelnd. Genau diese Trennung macht den Part kontrollierbar.

6 Bewegungen

Erster Klang

Halte die Hand locker und spiele die erste Gruppe gleichmäßig. Die Eins bekommt eine leichte Betonung, nicht mehr Kraft.

6 Bewegungen

Zweiter Klang

Ändere nur den gegriffenen Ton. Das Tempo und die Größe der rechten Bewegung bleiben unverändert.

4 Bewegungen

Dritte Gruppe

Die kurze Schlussgruppe führt zurück zum Anfang. Horst ergänzt an dieser Stelle einen kleinen Hammer-On.

Alternative

Leichtere Lage

In der tieferen Fassung pendelt die rechte Hand zwischen D- und G-Saite. Sie bildet die musikalische Funktion ab, ohne den großen Lagensprung.

Nebengeräusche werden vom Delay mitvergrößert. Dämpfe unbenutzte Saiten und übe zunächst trocken. Der Effekt kommt erst hinzu, wenn jede Bewegung bewusst endet.

Zwei Gitarren, zwei Aufgaben

Oktavmelodie und Powerchords getrennt lernen

Im Refrain hört Horst zwei klar unterscheidbare Stimmen. Die melodische Gitarre spielt Oktaven, die Begleitgitarre setzt verzerrte Powerchords dagegen.

Oktaven greifen

Zeigefinger und kleiner Finger greifen die beiden klingenden Töne. Die Saite dazwischen bleibt gedämpft.

Mittelsaite stumm

Kontrolliere jeden Anschlag langsam. Die gedämpfte Saite darf perkussiv reagieren, aber keine eigene Tonhöhe liefern.

Powerchords tragen

Die zweite Rolle liefert die breite Refrainfläche. Spiele sie rhythmisch geschlossen und lasse die Oktavmelodie weg.

Sound umschalten

Horst nimmt Kompressor und Echo heraus und fügt Distortion hinzu. So bleibt der Refrain klarer und direkter.

Nimm zuerst die Powerchordspur auf und spiele danach die Oktaven darüber. So hörst du sofort, ob beide Stimmen dieselbe Form und denselben Puls teilen.

Übergänge und Finale

Der Song lebt von klaren Zustandswechseln

Nach dem Refrain schaltet Horst die Verzerrung aus und kehrt zum ursprünglichen Clean-Thema zurück. Später folgt ein Refrain mit tieferer Gitarrenlage. Dafür stimmt er die tiefe E-Saite auf D und nutzt das zusätzliche tiefe D.

Vor dem letzten Durchlauf setzt die verzerrte Gitarre einen klaren A-Stopp. Der Ton endet gemeinsam mit der rechten Hand. Ein unsauberes Ausschwingen verwischt die Form.

Das Finale greift den Anfang wieder auf. Horst variiert den D-Klang mit dem kleinen Finger und führt anschließend erneut in die Refrainfigur.

Eine zusätzliche melodische Linie beschreibt Horst als mixolydische Farbe. Ohne Drop D beginnt sie auf der A-Saite und nutzt unter anderem Fis, D und C. Mit Drop D wird der tiefe Grundton auf der sechsten Saite gespielt.

Deine Formkarte

  1. Intro und Strophe: Clean, Kompressor und kurzes Echo.
  2. Refrain: Echo und Kompressor aus, Distortion an.
  3. Rückkehr: Verzerrung aus und Ausgangsriff wieder aufnehmen.
  4. Finale: Anfangsmotiv, tiefe Figur und sauberer Schluss.

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20 direkte Kapitel

Konkreter Übeplan

Sechs Einheiten vom Pendeln bis zur Form

  1. 6-6-4: Spiele nur den ersten D-Baustein und zähle zehn fehlerfreie Runden.
  2. Hammer-On: Ergänze die Verzierung, ohne die rechte Bewegung zu vergrößern.
  3. Leichte Lage: Pendle zwischen D- und G-Saite und betone jede neue Gruppe.
  4. Oktaven: Prüfe jeden Anschlag auf eine sicher gedämpfte Mittelsaite.
  5. Powerchords: Spiele den Refrain separat und setze den A-Stopp exakt.
  6. Form: Verbinde Clean, Distortion und Rückkehr zunächst ohne Drop D.

Übe Spielweise und Sound nicht gleichzeitig

Die Effekte lassen einen unsauberen Part größer wirken, aber nicht besser. Beginne trocken und leise. Erst wenn die rechte Hand gleichmäßig pendelt, schaltest du Kompressor und Delay dazu.

Ein Durchgang, eine Kontrollfrage. Höre zuerst nur auf die 6-6-4-Gruppen. Im nächsten Durchgang kontrollierst du Dämpfung und Nebengeräusche. Danach kommt die Form.

Nimm Refrainbegleitung und Oktavstimme getrennt auf. Beide Spuren müssen ohne gegenseitige Hilfe vollständig verständlich bleiben.

Klangaufbau aus Horsts Lektion

Clean zuerst, Effekte als Verstärker der Spielweise

Strophe und Intro

Kompressor plus kurzes Digitaldelay

Horst nutzt einen cleanen Grundsound, einen vorgeschalteten Kompressor und ein digitales Echo mit ungefähr 300 Millisekunden, ein bis zwei Wiederholungen und 40 Prozent Mix.

Refrain

Direkter verzerrter Klang

Für den Chorus nimmt Horst Echo und Kompressor heraus und schaltet eine Rat-artige Distortion hinzu. Der Stopp muss auch mit Gain klar enden.

Passendes Songpreset

Das Helix-Preset für Tage wie diese ist die sachlich direkte Klangoption zu dieser Lektion. Es ersetzt nicht die Pendelbewegung, Dämpfung und Pegelkontrolle der rechten Hand.

Teil 1 und Teil 2 verbinden

Erst Grundlage, dann kompletter Ablauf

Teil 1 erklärt den cleanen Grundsound, Kompressor, Echo, D5-Position und die entscheidende Pendelbewegung. Teil 2 setzt mitten in der Griffarbeit ein und baut daraus Refrain, Drop-D-Figur und Finale.

Wenn dir der Beginn von Teil 2 zu abrupt ist, starte mit Teil 1. Übe dort den Grundpuls und kehre erst danach zur oberen Lage und zu den Refrainrollen zurück.

Das historische Akkordblatt enthält die Begleitakkorde D, G, Hm, C, Em und A. Nutze es als Formübersicht. Die detaillierten Gitarrenstimmen stammen aus den beiden Videolektionen.

Dein Aufbau

  1. Grundsound und Pendelbewegung aus Teil 1.
  2. Hohe oder leichte Riffposition aus Teil 2.
  3. Eine Refrainrolle auswählen.
  4. Drop D erst als letzte Ebene ergänzen.

Zu Teil 1: Sound und Grundriff

Getrennter Kontrollpass

Drei Hördurchgänge mit klarer Aufgabe

Im ersten Durchgang hörst du nur auf den Puls. Bleiben die Gruppen sechs, sechs und vier gleich lang, oder beschleunigt die Hand vor dem Wechsel?

Im zweiten Durchgang kontrollierst du die Nebengeräusche. Delay und Distortion dürfen keine offenen Saiten oder ungewollten Griffwechsel verlängern.

Im dritten Durchgang zählt die Form. Clean, Refrain und Rückkehr müssen als drei klare Zustände hörbar sein. Der A-Stopp endet exakt, das Finale beginnt ohne Suchpause.

Hörkontrolle

  1. Pendelt die rechte Hand leise und gleichmäßig?
  2. Bleibt die Saite zwischen den Oktaven stumm?
  3. Endet jeder Stopp wirklich gemeinsam?

Passende nächste Schritte

Vertiefe Powerchords, Rhythmus und Timing

Dein nächster Durchgang

Spiele heute nur eine Clean-Runde und eine Refrainrolle. Wenn beide ohne Pause funktionieren, ergänzt du morgen Soundwechsel und A-Stopp.

Dein nächster Schritt

Stabilisiere zuerst die 6-6-4-Bewegung

Bleibe auf dem ersten D-Klang, spiele zehn gleichmäßige Runden und betone nur die Eins jeder Gruppe. Danach ergänzt du Hammer-On und Griffwechsel.

„Ich hoffe, ich konnte dir helfen, Tage wie diese zu verstehen in Bezug auf die Gitarre, in Bezug auf den Sound.“Horst Keller in der Videolektion

Was bremst dich noch: das Pendeln, die Oktaven oder der Wechsel zum Refrainsound?

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