The Police · Andy Summers · Horst Keller
Message in a Bottle auf der Gitarre
Vier weit gegriffene Sus2-Voicings tragen den Song. Die Herausforderung liegt nicht in vielen Akkorden, sondern in Dehnung, gleichmäßigem Arpeggio, sauberem Dämpfen und einem Tempo von 150 BPM. Horst baut daraus einen klaren Weg vom Powerchord bis zum vollständigen Arrangement.
Die vollständige Gitarrenstunde
57 Minuten mit Horst Keller
Horst zeigt das Hauptmotiv, Powerchords und Refrain, die zweite Studiostimme, kurze Einwürfe in Cis-Moll-Pentatonik, Tapped Harmonics, eine akustische Begleitfassung und den Police-Sound.
Das Riff ist eine Fingerübung
Horst führt die Figur auf vier Sus2- beziehungsweise Nonen-Griffe zurück. Der große Abstand zum kleinen Finger macht sie zu einem täglichen Beweglichkeitstraining.
Beginne nicht im ersten Griffbild. Verschiebe das Muster einige Bünde nach oben, wenn die Spreizung dort leichter fällt. Erst wenn die Hand locker bleibt, wanderst du zurück.
Zehn kontrollierte Minuten bringen mehr als eine Stunde mit Druck. Newsletter und Lektion empfehlen das Motiv ausdrücklich als Aufwärmübung über mehrere Wochen.
Riff, Form und Harmonie
Vier Voicings, drei klare Songrollen
Das Hauptmotiv verbindet C♯sus2, Asus2, Bsus2 und F♯sus2. Horst spielt zwei Abschläge und einen Aufschlag oder nur Abschläge. Entscheidend ist, dass die letzte Note kurz klingt und der Wechsel sauber endet.
C♯sus2 · Asus2 · Bsus2 · F♯sus2
Drei Töne pro Griff, die None liegt unter dem kleinen Finger. Das Motiv trägt Intro, Strophen und große Teile des Outros.
A5 · D5 · E5 · F♯5
Gedämpfte Achtel und kurz offene Leersaiten verbinden die Powerchords. Der Puls bleibt gerade und druckvoll.
C♯m · A · F♯m7
Die Akkorde werden voll angeschlagen. Ein leichter Tremoloimpuls und mehr Raum unterscheiden den Refrain vom engen Riff.
Studiobreite statt neuer Form
Eine zusätzliche Gitarrenspur legt andere Nonen-Voicings über das Hauptmotiv. Live bleibt Andy Summers beim tragenden Riff.
Die Partitur bestätigt Standardstimmung, 150 BPM und 182 Takte. Das Riff ist technisch anspruchsvoll, harmonisch aber konsequent. Genau deshalb eignet es sich als wiederholbare Übung.
Anschlag, Dämpfung und Dehnung
Lockerheit entscheidet über Tempo
Die Greifhand hat genug zu tun. Die Anschlagshand bekommt deshalb ein einfaches, reproduzierbares Muster und kontrolliert gleichzeitig die Tonlänge.
Powerchord zuerst
Lerne Grundton, Quinte und Oktave. Verschiebe erst danach den kleinen Finger um einen Ganzton zur None.
Zwei ab, einen auf
Dieses Picking folgt dem Weg über drei Saiten. Nur Abschläge sind ebenfalls möglich, wenn sie locker und gleichmäßig bleiben.
Letzten Ton stoppen
Lass die oberste Note kurz sprechen und löse dann bewusst. Offene Saiten dürfen nicht in den nächsten Griff laufen.
Schmerz ist das Stoppsignal
Ziehen oder Schmerz bedeutet Pause. Massiere die Hand und kehre später für wenige Minuten zur Übung zurück.
Steigere nicht vom Originaltempo aus. Horst empfiehlt ungefähr halbes Tempo. Die Newsletter nennen 70 bis 80 BPM als praktikablen Startbereich.
Arrangement und zweite Gitarre
Ein Trio klingt groß, weil jede Rolle Platz hat
Bass und Schlagzeug ziehen rhythmisch gegen die ruhigere Gitarre. Diese Reibung erzeugt Energie. Die Gitarre muss den Raum deshalb nicht mit Daueranschlag füllen.
Im Studio liegen mindestens zwei Gitarren über dem Hauptmotiv. Die zweite Stimme verändert einzelne Nonen-Voicings und wird hart im Panorama verteilt. Live füllt Summers Lücken mit offenen Akkorden, Delay und kleinen dynamischen Varianten.
Eine weitere Spur setzt kurze Linien aus der Cis-Moll-Pentatonik. Tapped Harmonics im 21. Bund sind eine Fortgeschrittenenoption, nicht die Voraussetzung für den Song.
Vier Kontrollen
- Rolle: Kannst du das Hauptmotiv ohne Zusatzspur stabil halten?
- Puls: Bleiben die Powerchord-Achtel gleichmäßig?
- Raum: Enden Akkorde bewusst statt zufällig?
- Zusatz: Kommt eine Pentatonik-Füllung erst nach sicherer Begleitung?
Für eine akustische Ein-Gitarren-Fassung spielt Horst vereinfachte Akkorde und setzt das Riff nur in freie Zwischenräume. Singen und Originalriff gleichzeitig bleibt eine eigene, sehr hohe Koordinationsstufe.
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20 direkte Kapitel
- 00:14 · Einstieg und KlangideeSong, Band und Andy Summers‘ präziser Ansatz.
- 02:47 · Das Trio liveWarum die Police-Konzerte von 2008 als Arrangement-Lektion taugen.
- 05:26 · Vom Powerchord zur NoneGrundton, Quinte, Oktave und der verschobene kleine Finger.
- 06:45 · Griffwege vergleichenOriginalposition, Leersaite und Horsts spielbare Variante.
- 09:16 · Tempo 150Halbes Tempo, Dehnung und schrittweise Steigerung.
- 11:37 · Powerchord-BegleitungPre-Chorus, Palm Muting und offene Übergänge.
- 15:59 · Der RefrainVolle Akkorde, Tremoloimpuls und Livevarianten.
- 19:54 · Picking und TonlängeAbschläge oder zwei ab, einen auf.
- 20:44 · Die zweite GitarrenstimmeZusätzliche Nonen-Voicings über dem Hauptmotiv.
- 24:45 · Beide Spuren zusammenPanorama und harmonische Breite hören.
- 26:42 · SoloeinwürfeKurze Linien als zweite Bandrolle.
- 28:34 · Cis-Moll-PentatonikSpielbarer Tonvorrat für freie Füllungen.
- 29:48 · Tapped HarmonicsFortgeschrittene Obertöne im 21. Bund.
- 32:30 · SoundaufbauHelix-Kette, Modulation und Dynamik.
- 33:01 · Chorus einstellenDezenter Mix statt hörbarem Eiern.
- 34:27 · KompressorAusgleich am Anfang der Signalkette.
- 35:41 · Delay mit 380 msZwei Wiederholungen und tempoabhängiger Raum.
- 42:24 · Akustische FassungAkkorde, Picking und Riff in freien Stellen.
- 48:08 · Plexi-CleansoundDynamischer Amp, Chorus, Hall und später Overdrive.
- 51:11 · ZusammenfassungPowerchords, Looper, tägliche Dehnung und sichere Pausen.
Konkreter Übeplan
Sechs Einheiten für Hand, Timing und Form
- Greifen: Vier Powerchords ohne Arpeggio in einer bequemen Lage wechseln.
- Dehnen: Die Oktave zur None anheben und jeden Griff zehn Sekunden locker halten.
- Picking: Drei Töne mit zwei Abschlägen und einem Aufschlag bei 70 BPM spielen.
- Form: Hauptmotiv, Pre-Chorus und Refrain getrennt stabilisieren.
- Looper: Powerchords aufnehmen und das Sus2-Motiv darüber spielen.
- Aufnahme: Zwei Minuten filmen und Tonenden, Puls und Greifdruck prüfen.
Die Dehnung sicher aufbauen
Verschiebe das Griffbild zunächst in eine höhere Lage. Dort liegen die Bünde näher zusammen. Wandere erst nach unten, wenn der kleine Finger ohne Druck landet.
Halte die Hand nicht dauerhaft offen. Nach jedem Durchgang ausschütteln, Finger entspannen und die nächste Wiederholung neu aufbauen.
Wenn ein Akkordwechsel stockt, übst du nur die Bewegung zwischen diesen beiden Formen. Der ganze Song wartet.
Tempo entsteht erst, wenn Griff, Anschlag und Tonende denselben Puls teilen. Zehn Minuten täglich sind laut Horst ausreichend.
Premium-Material
Partitur, Lern-PDF und Audio
Zum Übematerial gehören die fünfseitige Songpartitur, Horsts ausführliches Andy-Summers-PDF, ein Akkordblatt sowie Backingtrack und isolierte Gitarrenspur.
Noch kein Zugriff? Unterstützerstufen ansehen
Hinweis: Das Material ist zum persönlichen Lernen bestimmt. Rechte an Komposition, Text, Film und Originalaufnahme verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern.
Sound und Artikulation
Kompression, Modulation und tempoabhängiger Raum
Chorus plus leichter Flanger
Horst nutzt einen dezenten Chorus mit 45 Prozent Mix und einen langsameren Flanger mit 39 Prozent Mix. Beide Effekte verbreitern, ohne das Picking zu verwischen.
Kompressor und 380 ms Delay
Der Kompressor sitzt am Anfang der Kette. Das Delay liefert ungefähr zwei Wiederholungen und verbindet sich bei 380 Millisekunden mit dem Songtempo.
Passende Police-Sounds
Für ältere Helix-Systeme und POD Go existieren konkrete Message-in-a-Bottle-Presets. Spielkontrolle und Bandpraxis kannst du außerdem in den VIP-Guitar Workshops vertiefen.
Getrennter Hörpass
Hauptmotiv, zweite Stimme und Trio-Groove trennen
Höre zuerst nur auf das Hauptarpeggio. Markiere den Moment, in dem die letzte Note endet und der nächste Grundton beginnt.
Im zweiten Durchgang suchst du die zusätzliche Studiostimme. Sie liegt nicht dauerhaft im Zentrum und verändert die harmonische Farbe, ohne die Form umzubauen.
Beim dritten Hören konzentrierst du dich auf Bass und Schlagzeug. Spüre, wie beide gegen die ruhigere Gitarre ziehen und damit Spannung erzeugen.
Drei Fragen
- Bleibt jede Arpeggio-Note gleich laut?
- Enden die Powerchords gemeinsam mit dem Puls?
- Füllt das Delay den Raum, ohne neue Unsauberkeit zu verdecken?
Passende nächste Schritte
Vertiefe Summers, Arpeggios und Muting
Wo sitzt deine Engstelle?
Schreibe im Kommentar, ob dich die Spreizung, der Griffwechsel, das Picking oder das Originaltempo am meisten fordert.
Rockgitarre für Fortgeschrittene · Tag 6 von 10
Diese Lektion gehört zur zehntägigen Songserie
Die Spreizgriffe und das gleichmäßige Picking schärfen deine Kontrolle, bevor Tag 7 Riff, Solo und Modulation verbindet.



