Spider Murphy Gang · Rhythmusgitarre · Horst Keller

Skandal im Sperrbezirk auf der Gitarre

Wenige Akkorde, ein markanter E7#9 und ein Tempo von 186 BPM: Dieser Song prüft nicht deinen Tonvorrat, sondern Puls, Ausdauer, Dämpfung und die Kontrolle über jeden Akkordwechsel. Horst zeigt die elektrische Bandfassung, das Keyboardmotiv auf der Gitarre und eine eigenständige Akustikversion.

TonzentrumA-Dur
Tempo186 BPM
AlbumDolce Vita
Jahr1981

Die vollständige Gitarrenstunde

47 Minuten mit Horst Keller

Horst zerlegt Intro, Strophe, Refrain, Finale, E7#9, rechte Hand, Keyboardmotiv, Crunchsound und eine Akustikfassung. Der Lernkern endet vor dem abschliessenden Webseitenblock.

Dein Auftrag: Spiele A, G, D und E zuerst bei 120 BPM als gerade Achtel. Dämpfe direkt vor der Brücke, steige erst nach einem sauberen Durchgang um 10 BPM und wechsle bei Ermüdung kontrolliert zum Wechselschlag.

Ein einfacher Song mit harter rechter Hand

Die Harmonie ist überschaubar. Die musikalische Arbeit steckt in acht gleichmäßigen Anschlägen pro Takt, kurzen Tonenden und dem Wechsel zwischen enger Strophe und offenem Refrain.

186 BPM sind das Ziel, nicht der Startpunkt. Horst beginnt bei 120 BPM und erhöht in Zehnerschritten. So bleibt hörbar, ob der Puls wirklich stabil ist.

Downstrokes geben mehr Druck. Wechselschlag ist eine musikalisch brauchbare Entlastung, wenn Dämpfung und Betonung gleich bleiben.

Akkorde, Form und Funktion

Vier Songteile, vier klare Aufgaben

Horsts PDF und Lektion stimmen in der Grundform überein. Die Strophe bleibt in A, der Refrain öffnet sich, und das Finale baut aus vier Powerchords einen letzten Energieschub.

Intro

A · G · D · A / E7#9

Jeder Akkord bekommt in der Livefassung drei markante Anschläge. Der zweite Durchgang endet auf dem E7#9.

Strophe

A · G · D · E oder E7#9

Gerade Achtel, leichtes Palm Muting und kurze Akkorde tragen den Text. Das E muss an der richtigen Stelle bleiben.

Refrain

A · C · Bm · E

Die Akkorde werden offener gespielt. Bm ist der von Horst gezeigte Akkord, auch wenn manche Fassungen dort D notieren.

Finale

A · C5 · D5 · E5

Mehrere Durchgänge steigern die Spannung. Der letzte E-Akkord endet mit einem klaren gemeinsamen Stopp.

Der E7#9 wird mit den Griffpunkten A-Saite 7, D-Saite 6, G-Saite 7 und H-Saite 8 aufgebaut. Ein E-Powerchord ist die spielbare Vereinfachung, der E7#9 liefert die charakteristische Farbe.

Anschlag, Dämpfung und Tempo

Die rechte Hand macht aus Akkorden einen Groove

Acht Anschläge pro Takt müssen wie eine Einheit wirken. Die Greifhand setzt nur die Formen, die Anschlagshand bestimmt Druck, Länge und Bewegung.

Gerade Achtel

Zähle acht gleich große Impulse. Kein Shuffle und keine zufällige Beschleunigung beim Akkordwechsel.

Vor der Brücke dämpfen

Lege den Handballen nur so weit auf, dass der Ton kurz und druckvoll bleibt. Zu viel Druck nimmt ihm die Energie.

Downstrokes dosieren

Spiele einzelne Durchgänge nur abwärts. Wechsle bei Ermüdung zum Wechselschlag, ohne den Puls zu verändern.

Stopps gemeinsam setzen

Löse den Greifdruck und stoppe mit der Anschlagshand. Der Stopp vor dem Zwischenspiel und am Ende muss absichtlich klingen.

Tempo ist hier ein Ergebnis von Ökonomie. Kleine Anschlagbewegungen, lockerer Griff und kurze Arbeitsphasen bringen dich weiter als ein erzwungener Komplettdurchgang.

Keyboardmotiv und Bandrolle

Die Gitarre trägt den Puls und leiht sich eine Hook

Das Keyboardmotiv lässt sich mit kleinen Barres, Einzeltönen und Double-Stops auf die E-Gitarre übertragen. Horst startet in der 14. Lage, verschiebt das Material in die 12. und danach in die 7. Lage.

Spiele das Motiv offen, nicht palm-muted. Die mehrfach angeschlagenen Saiten sollen den lockeren Achtziger-Jahre-Charakter des Keyboards behalten.

Nach dem Motiv liegt der E7#9 griffbereit. Genau diese kurze Verbindung macht aus einer Zusatzidee einen sinnvollen Teil der Form.

Vier Kontrollen

  1. Puls: Bleibt die Rhythmusgitarre stabil, wenn Bass und Schlagzeug schieben?
  2. Tonlänge: Sind Strophenakkorde kurz und Refrainakkorde offener?
  3. Hook: Klingt das Keyboardmotiv leicht statt schwer?
  4. Rückweg: Landest du nach dem Motiv sicher auf E7#9?

Horsts Kernaussage lautet: rhythmische Disziplin ist wichtiger als virtuoses Solospiel. Der Song gewinnt durch Zusammenspiel, nicht durch zusätzliche Noten.

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20 direkte Kapitel

Konkreter Übeplan

Sechs Einheiten für Puls, Wechsel und Form

  1. Akkorde: A, G, D und E ohne Rhythmus in einer festen Reihenfolge wechseln.
  2. Puls: Einen Akkord bei 120 BPM achtmal pro Takt palm-muted anschlagen.
  3. Strophe: Vier Akkorde mit Wechselschlag verbinden und jeden Ton bewusst kurz halten.
  4. Downstrokes: Nur einen Strophendurchgang abwärts spielen, danach Hand ausschütteln.
  5. Form: Intro, Strophe, Refrain und Finale ohne Unterbrechung ansagen und spielen.
  6. Aufnahme: Zwei Minuten filmen und Puls, Stopps, Anschlaghöhe und Greifdruck prüfen.

Tempo ohne Hektik aufbauen

Beginne bei 120 BPM. Erst wenn ein kompletter Durchgang ohne Ziehen im Unterarm und ohne verrutschende Akkorde gelingt, erhöhst du auf 130 BPM.

Der Wechselschlag ist kein Rückschritt. Er gibt dir eine kontrollierte Zwischenstufe, auf der du Dämpfung und Form bereits im Zieltempo trainieren kannst.

Isoliere den Sprung zum E7#9. Vier saubere Wechsel reichen, bevor du wieder in die Strophe gehst.

Arbeite am Ende mit Aufnahme statt Gefühl. Das Video zeigt sofort, ob die Bewegung zu groß wird, sobald das Tempo steigt.

Premium-Material

Akkord- und Formblatt

Die bestehende Download-ID bleibt unverändert. Lokal geprüft wurde das einseitige PDF mit Intro, Strophen, Refrain, Synth-Zwischenspiel und Finale.

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Sound und Artikulation

Singlecoils, Crunch und Anschlag vor Effekten

Grundsound

Strat oder Tele in einen knappen Crunch

Horst nennt Singlecoils als Kern. Wenig Verzerrung, klare Mitten und ein direkter Anschlag lassen die Achtel trotz 186 BPM getrennt bleiben.

Raum

Trocken spielen, Echo gezielt ergänzen

Die Rhythmusgitarre braucht kaum Effekt. Für das Keyboardmotiv fügt Horst live ein Echo hinzu, ohne den Anschlag weichzuzeichnen.

Passender Spider-Murphy-Sound

Zum Tutorial existiert ein konkretes Helix-Preset für den Munich-Rock’n’Roll-Sound. Spielkontrolle und Bandpraxis kannst du außerdem in den VIP-Guitar Workshops vertiefen.

Helix-Preset ansehen

Elektrisch und akustisch

Die Energie bleibt, die Arbeit verteilt sich anders

In der Bandfassung teilt sich die Wirkung auf Gitarre, Bass, Schlagzeug und Keyboard. Die E-Gitarre kann deshalb trocken, kurz und rhythmisch eng bleiben.

Auf der Akustikgitarre musst du mehr Raum selbst füllen. Horst verbreitert den Anschlag, verbindet Akkorde mit Bewegung und zeigt zusätzlich eine Rock’n’Roll-Variante mit leichtem Shuffle-Gefühl.

Diese Akustikvariante ist eine eigene Begleitfassung. Für die Bandversion bleibt das Grundgefühl gerade.

Drei Fragen

  1. Bleibt die elektrische Strophe knapp und gleichmäßig?
  2. Öffnet sich der Refrain hörbar, ohne lauter zu werden?
  3. Erzeugt die Akustikfassung Energie durch Rhythmus statt durch mehr Gain?

Passende nächste Schritte

Vertiefe Downstrokes, Rockgroove und Muting

Wo bricht dein Groove?

Schreibe im Kommentar, ob dich das Zieltempo, der E7#9, die Palm-Mutes oder der Wechsel zwischen Downstrokes und Wechselschlag am meisten fordert.

Dein nächster Schritt

Ein Akkord, acht Anschläge, zwei Minuten

Stelle 120 BPM ein, greife A und spiele vier Takte gerade Achtel. Nimm dich auf. Wenn jeder Anschlag gleich lang und gleich laut ist, wechselst du zu G.

„Rhythmische Disziplin ist wichtiger als irgendein virtuoses Solospiel.“Horst Keller, aus der Videolektion

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