Joe Bonamassa · Rhythmusgitarre · Sebastian Minet
A New Day Yesterday: Riffs und Akkordbegleitung
Dieses Tutorial konzentriert sich auf die Rhythmusgitarre: Palm Muting, Powerchords, chromatische Verbindungen und ein klarer Wechsel zwischen Intro, Hauptriff und Strophe. Sebastian Minet zerlegt die Bonamassa-Fassung so, dass du jeden Baustein einzeln sichern und danach zusammensetzen kannst.
Die vollständige Videolektion
Vom gedämpften Intro zum treibenden Hauptriff
Sebastian spielt die Begleitung zunächst zusammenhängend vor. Danach erklärt er Griffbilder, Anschlagsmuster und Übergänge in kleinen Einheiten. Die Lektion behandelt bewusst die Rhythmusparts, nicht das vollständige Solo.
Ein Muster, vier Griffbilder
Das Intro lebt nicht von vielen verschiedenen Rhythmen. Der Anschlagsablauf bleibt gleich, nur der Akkord wechselt. Dadurch kannst du die rechte Hand stabilisieren, bevor die linke Hand mehr Arbeit bekommt.
Im Hauptriff ändert sich die Aufgabe. Powerchord, kurzer Einzeltönelick und chromatischer Aufgang müssen wie ein zusammenhängender Satz klingen.
Sebastian zeigt außerdem eine zweite E-Voicing-Variante. Wähle zunächst die bequemere Form. Entscheidend sind klare klingende Zieltöne und sauber gedämpfte Nachbarsaiten.
Intro und Akkordbewegung
G, A, C und E mit demselben Anschlagskern
Die Griffbilder werden als reduzierte Akkordformen gespielt. Tiefe Saiten liefern den Druck, die übrigen Saiten werden kontrolliert gedämpft.
A-Saite ruhig halten
Greife die G-Form und dämpfe die A-Saite mit der Fingerkuppe. Spiele den Bass kurz und trocken.
Muster beibehalten
Übertrage denselben Bass-plus-Akkord-Ablauf auf A. Die rechte Hand ändert ihr Bewegungsgefühl nicht.
Wechsel vorbereiten
Setze C rechtzeitig und kontrolliere, ob der Bass einzeln hörbar bleibt, bevor die höheren Saiten folgen.
Voicing wählen
Nutze entweder die reduzierte offene Form oder Sebastians alternative Griffweise mit Tönen auf D-, G- und H-Saite.
Palm Muting ist hier eine Lautstärkekontrolle, kein vollständiges Abwürgen. Der Bass bleibt definiert, der Akkord darf etwas breiter antworten.
Hauptriff
Powerchord, Einzeltöne und chromatischer Druck
Das Hauptriff verbindet drei unterschiedliche Bewegungen. Übe sie getrennt und setze sie erst danach ohne Pause zusammen.
E-Powerchord
Starte mit dem E-Powerchord am siebten Bund der A-Saite und lasse die Abwärtsbewegung als klaren Auftakt wirken.
Kurzer Lick
Verbinde leere E-Saite, siebten und fünften Bund auf der A-Saite mit dem Zielton im fünften Bund der D-Saite.
Chromatischer Aufgang
Spiele auf der tiefen E-Saite die Bünde fünf, sechs und sieben mit gleichmäßiger Artikulation.
Powerchord-Antwort
Führe D, D# und E als kompakte Powerchordbewegung zurück zum Ausgangspunkt.
Das Vibrato auf dem Zielton ist ein Abschlusszeichen. Setze es erst ein, wenn der Weg dorthin rhythmisch stabil ist.
Strophe und Chorus
Gedämpfter Puls unter kleinen Antworten
In der Strophe läuft ein gedämpfter Puls auf der tiefen E-Saite weiter. Dazwischen sitzt ein kurzer Lick mit Slide, leerer A-Saite, leichtem Bending und einem Zielton auf der D-Saite.
Nach vier Durchgängen öffnet sich die Begleitung. A, E, C9, G und wieder A werden breiter angeschlagen. Das Tempo darf sich beim Wechsel nicht beschleunigen.
Am Ende steht der E7#9-Klang, den Sebastian als Hendrix-Akkord erklärt. Er funktioniert als deutliches Schlusszeichen nach dem beschleunigten Riff.
Kontrollpunkte
- Puls: Die tiefe E-Saite bleibt auch zwischen den Licktönen gleichmäßig.
- Slide: Start und Ziel sind hörbar, ohne Nebensaiten.
- C9: Alle benötigten Saiten klingen, die Griffhand bleibt locker.
- Schluss: Der E7#9-Akkord kommt exakt nach der chromatischen Figur.
Direkt zu den Stellen
20 direkte Kapitel
- 00:09 · Begrüßung und SongSebastian nennt Stück und Ziel der Lektion.
- 00:22 · Bonamassa-FassungEinordnung der behandelten Version.
- 00:38 · RhythmusfokusRiffs und Begleitung statt vollständigem Solo.
- 01:06 · Komplette VorschauDie Lernstrecke im Zusammenhang hören.
- 03:27 · Erklärung beginntVom Gesamtbild in die einzelnen Bausteine.
- 03:35 · G-Form und DämpfungErster Griff und Kontrolle der A-Saite.
- 04:34 · Wechsel auf ADasselbe Muster auf dem nächsten Akkord.
- 05:30 · C-Dur-FormDritter Akkord des Introablaufs.
- 05:44 · Reduzierte E-FormOffene Variante mit gedämpfter G-Saite.
- 06:23 · Alternative E-VoicingBonamassa-typische Griffvariante aus der Lektion.
- 08:16 · HauptriffDer Wechsel in den zentralen Riffteil.
- 08:34 · E-PowerchordStartgriff und Abwärtsbewegung.
- 09:01 · EinzeltönelickLeere Saite, A-Saite und Zielton verbinden.
- 09:51 · Chromatischer AufgangFünfter, sechster und siebter Bund.
- 11:05 · Letzte RiffvariationVerkürzung vor dem Übergang.
- 12:41 · StropheGedämpfter Puls und ergänzende Rhythmusspur.
- 13:08 · Downstrokes auf EDer gleichmäßige Untergrund der Strophe.
- 15:42 · Chorus-AkkordeA, E, C9 und G im offenen Anschlag.
- 17:55 · SchlussaufbauC9 stehen lassen und ins doppelte Rifftempo wechseln.
- 20:34 · Tempo-HinweisErst langsam sichern, dann beschleunigen.
Konkreter Übeplan
Sechs Einheiten für die komplette Begleitung
- Rechte Hand: Bass plus Dreisaiten-Antwort achtmal pro Akkord, noch ohne Wechsel.
- Intro: G, A, C und E bei ruhigem Tempo verbinden. Jede Dämpfung einzeln kontrollieren.
- Riffkern: E-Powerchord und kurzen Einzeltönelick als eine Schleife spielen.
- Chromatik: Fünf, sechs, sieben auf der E-Saite und D, D#, E als Powerchords anschließen.
- Strophe: Gedämpften E-Puls mit dem kurzen Antwortlick verbinden, ohne Tempoverlust.
- Form: Intro, Hauptriff, Strophe, Chorus und Schluss in einer Aufnahme zusammensetzen.
Tempo ist das letzte Bauteil
Sebastian warnt am Ende ausdrücklich vor dem zu frühen Beschleunigen. Spiele das Riff zuerst in einem Tempo, in dem jeder Akkordwechsel ohne Hektik sitzt.
Für den schnellen Schluss bleibt die Bewegung klein. Die linke Hand löst nur so weit wie nötig, die rechte Hand hält den Puls.
Nimm Einheit zwei, vier und sechs auf. Höre nur auf drei Dinge: gleichmäßiger Bass, saubere Stille zwischen den Teilen und kein Tempoanstieg vor den Übergängen.
Groove und Form
Erst stabil, dann doppeltes Rifftempo
Das Intro baut Spannung durch kontrolliertes Palm Muting auf. Das Hauptriff öffnet den Klang, die Strophe zieht ihn wieder auf einen gedämpften Grundpuls zurück.
Nach dem zweiten Chorus bleibt C9 stehen. Danach kehrt das Hauptriff schneller zurück. Diese Wirkung entsteht nur, wenn der vorherige Teil ruhig abgeschlossen wird.
Übe den Übergang als eigene Vier-Takt-Schleife. Letzter Chorus, ausklingender C9, kurze Orientierung und schneller Riffeinstieg.
Formsignale
- Gedämpftes Intro baut auf.
- Hauptriff setzt den Wiedererkennungswert.
- Strophe kombiniert Puls und Antwortlick.
- C9 und E7#9 markieren die Schlusswirkung.
Klang, Griffweise und Archivpartitur
Dämpfung vor Gain
Palm Muting dosieren
Lege den Handballen nah an der Brücke auf. Verschiebe ihn nur so weit, bis der Bass kurz, aber noch deutlich gestimmt klingt.
Nebensaiten kontrollieren
Bei den reduzierten G- und E-Formen gehört das Dämpfen zur Griffweise. Prüfe jede Saite einzeln, bevor du anschlägst.
Hinweis zur GP5-Archivquelle
Die vorhandene Guitar-Pro-Datei umfasst 150 Takte und drei Spuren bei 89 BPM. Ihre Gitarrenspur ist einen Halbton tiefer notiert. Im Tutorial erklärt Sebastian die Griffbilder mit den üblichen Akkordnamen. Richte dich beim Mitspielen deshalb nach der tatsächlich verwendeten Aufnahme und prüfe die klingende Stimmung mit dem Ohr.
Getrennter Kontrollpass
Drei Hördurchgänge vor dem nächsten Tempo
Im ersten Durchgang hörst du nur auf den Bass. Jeder Anschlag hat dieselbe Länge und dieselbe Lautstärke.
Im zweiten Durchgang prüfst du die Übergänge. Zwischen Akkord, Lick und Chromatik entstehen keine zusätzlichen Leersaiten oder Griffgeräusche.
Im dritten Durchgang zählt die Form. Intro, Riff, Strophe und Schluss müssen auch ohne Bild voneinander unterscheidbar sein.
Hörkontrolle
- Bleibt das Palm Muting über alle vier Introakkorde gleich?
- Landet der Rifflick sauber auf seinem Zielton?
- Beginnt das schnellere Schlussriff kontrolliert statt hektisch?
Passende nächste Schritte
Vertiefe Bonamassa-Riffs und Solosprache
Dein nächster Durchgang
Spiele das Intro einmal so leise wie möglich und einmal mit voller Rockdynamik. Griffbilder und Tempo bleiben identisch. Nur Anschlag und Dämpfung verändern die Wirkung.



1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort
Hallo lieber Sebastian, hallo lieber Horst, A New Day Yesterday, ein super Video, konnte nicht anderst, musste es sofort in meine Finger transponieren. Sebastian hat erwähnt, dass es noch ein Video zum Solo dieses Liedes geben soll,soweit ich das verstanden habe. Gibt es das schon und wo kann ich das finden? Ist auch schon Material (Tabulatur) dazu vorhanden?
Viele liebe Grüße aus dem sonnigen Freiburg und macht weiter so. Ihr seid das Beste was ein Gitarrist bekommen kann.
Axel Dreier