John Mayer · Voicings · Horst Keller und Sebastian Minet

Slow Dancing in a Burning Room auf der Gitarre

Drei Akkorde werden zu einem vollständigen Gitarrenarrangement, wenn Bass, Melodie, Akkord und Groove ineinandergreifen. Horst Keller und Sebastian Minet zeigen, wie du John Mayers Daumentechnik, offene Voicings, Double-Stops und vokale Solophrasen in kontrollierbare Arbeitsschritte zerlegst.

Tonales FeldCis-Moll und E-Dur
StimmungStandard
Archivnotation68 BPM
Lektion57 Minuten

Die vollständige Gitarrenstunde

57 Minuten mit Horst Keller und Sebastian Minet

Sebastian erklärt die Griffökonomie und die Gitarrenrollen. Horst ordnet die Lernschritte ein, hört auf Phrasierung und zeigt, warum wenige exakt gespielte Bausteine mehr bringen als ein vorschneller Komplettdurchlauf.

Dein Auftrag: Greife nur Cis-Moll, A-Dur und E-Dur in Sebastians kompakten Voicings. Spiele Bass und Akkord zunächst als Viertel. Das Handgelenk bleibt gerade, jeder Akkord klingt frei und der Daumen drückt nur so stark wie nötig.

Meisterklasse aus einfachen Bausteinen

Die Harmonie ist überschaubar. Anspruchsvoll wird die Gleichzeitigkeit: Bassnote, Akkordfarbe, Melodie, Backbeat und Gesang liegen in einer Hand.

Die Musik bestimmt den Fingersatz. Deshalb suchen Horst und Sebastian nicht nach einer bequemen Standardform, sondern nach der Lage, in der Stimmführung und Artikulation funktionieren.

Der Song ist ein Langzeitprojekt. Intro und Strophenbegleitung können zuerst stehen. Terzstimme und Solodetails kommen später hinzu.

Daumen, Dreiklänge und offene Saiten

Voicings statt voller Barré-Akkorde

Die Grundfolge besteht aus Cis-Moll, A-Dur und E-Dur. John Mayers Griffweise lässt Töne weg, hält wichtige Stimmen nah beieinander und schafft freie Finger für Hammer-Ons und Melodiebewegungen.

Cis-Moll

Daumen als Bassfinger

Der Daumen greift das Cis auf der tiefen E-Saite. Zeige-, Mittel- und Ringfinger bilden darüber den kompakten Mollklang.

A-Dur

Platz für die Sekunde

Der volle Griff wird reduziert. Der freie Zeigefinger ergänzt das H und macht die typische Hendrix-Verzierung möglich.

E-Dur

C-Form in hoher Lage

Die Stimmen bleiben nahe am A-Voicing. Das verhindert einen groben Klangsprung und erhält die melodische Oberstimme.

H und Fis-Moll

Offene Saiten im Refrain

H-Dur erhält die offene hohe E-Saite. Fis-Moll-11 nutzt offene H- und E-Saite als weite, schwebende Farbe.

Die Finger stehen leicht schräg zu den Bünden. So bleibt das Handgelenk neutral. Wer den Daumen nicht entspannt über den Hals bekommt, nutzt eine alternative Basslage, ohne die Hand zu erzwingen.

Melodie, Akkord und Backbeat

Das Main-Riff als vollständiges Arrangement

Das Intro verbindet Cis-Moll-Pentatonik, Bassnote und Dreiklang. Ein perkussiver Schlag auf Zählzeit zwei hält den Groove zusammen, während Slides und Double-Stops die Melodie tragen.

In den Ton rutschen

Der erste Ganzton-Slide landet kontrolliert in der Cis-Moll-Pentatonik. Erst der Zielton, dann die Bassnote.

Akkord sauber setzen

Nach der Melodienote folgt der kompakte Cis-Moll-Dreiklang. Zupfen und Plektrum sind beide möglich, wenn keine Nachbarsaite mitschwingt.

Backbeat markieren

Der kurze Handkantenschlag sitzt auf zwei und vier. Er ist Teil des Pulses und darf den nächsten Einsatz nicht verzögern.

Legato ausspielen

Ein Anschlag trägt Hammer-On, Slide und Rückweg. Die Tonlänge bleibt erhalten, ohne dass die rechte Hand jede Note neu anstößt.

Sebastian bezeichnet die Legato-Verbindung als wahrscheinlich schwierigste Stelle. Übe nur zwei Töne, Slide und Rückweg, bis der Pegel gleich bleibt. Minimalismus macht jeden unsauberen Ton hörbar.

Zweite Gitarre und Chorus

Terzen, offene Saiten und vokale Linien

Auf der Studioaufnahme liegen mehrere Gitarren übereinander. Live übernimmt die zweite Gitarre häufig eine Terzstimme. Zwei Töne rutschen gemeinsam durch die E-Dur-Tonleiter und verdichten das Hauptmotiv, ohne die tiefe Lage zu füllen.

Slides sind hier kein Schmuck. Sie verbinden die Terzen zu einer singenden Gegenstimme. Sterben die Töne ab, schlägst du kontrolliert neu an, statt den Slide mit Kraft zu erzwingen.

Im Refrain entstehen breite Farben durch offene Saiten. Ein ungewöhnlicher doppelter Hammer-On bringt die melodische Idee in den Akkord. Horst weist darauf hin, dass selbst ein erfahrener Spieler diesen Fingersatz gezielt lernen muss.

Looper-Aufbau in drei Ebenen

  1. Ebene 1: Cis-Moll, A und E als gleichmäßige Begleitung aufnehmen.
  2. Ebene 2: Die erste Melodiestimme darüberlegen.
  3. Ebene 3: Nur die Terzstimme ergänzen und auf gemeinsame Slides achten.
  4. Kontrolle: Jede Ebene einzeln abhören, bevor alle drei zusammenlaufen.

Wenn beide Terztöne nicht gleichzeitig starten und enden, reduzierst du die Übung auf zwei benachbarte Positionen. Klang vor Geschwindigkeit.

Direkt zu den Stellen

20 direkte Kapitel

Konkreter Übeplan

Sechs Einheiten für Voicings und Groove

  1. Haltung: Gitarre und Greifhand so ausrichten, dass das Handgelenk beim Daumengriff neutral bleibt.
  2. Voicings: Cis-Moll, A-Dur und E-Dur ohne Rhythmus verbinden, jede Saite einzeln prüfen.
  3. Riffkern: Slide, Melodieton, Bass und Dreiklang als vier getrennte Stationen lernen.
  4. Backbeat: Das Riff langsam spielen und nur auf zwei und vier kurz perkussiv stoppen.
  5. Terzen: Zwei Positionen mit gemeinsamem Slide verbinden, dann die E-Dur-Tonleiter erweitern.
  6. Aufnahme: Einen Intro-Durchgang filmen und Tonlänge, Nebengeräusche, Puls und Handgelenk prüfen.

Erst eine Rolle, dann das Arrangement

Beginne mit einfachen Vierteln. Der Sinn der Voicings wird erst hörbar, wenn Bassnote und Oberstimme sauber bleiben. Ein komplizierter Rhythmus verdeckt am Anfang nur die Griffprobleme.

Die Legato-Verbindung bekommt eine eigene Schleife. Spiele Hammer-On und Slide mit einem Anschlag. Stoppt der Ton, verlangsamst du die Bewegung und verringerst den Greifdruck.

Nimm die Terzstimme erst hinzu, wenn das Main-Riff ohne Suchen läuft. Die zweite Rolle ist kein Ersatz für eine unsichere Begleitung.

Beim Solo lernst du eine Phrase als Vokabular: Hammer-On, Slide, Ganzton-Bending und Zielton. Erst danach verbindest du sie mit einer eigenen Antwort.

Premium-Material

Tabs und Guitar-Pro-Material

Die bestehende Download-ID bleibt unverändert. Zusätzlich geprüft wurden eine einseitige Archivnotation sowie GP und GPX zum fünftaktigen Riff in Standardstimmung bei 68 BPM.

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Dynamik und Artikulation

Der Ton beginnt in der Anschlagshand

Clean-Grundklang

Glockig, aber nicht dünn

Ein dynamischer Clean-Sound lässt kleine Anschlagunterschiede hörbar. Zu viel Gain verwischt Double-Stops, Backbeat und die Enden der Slides.

Solo

Sustain für lange Zielnoten

Leichte Anzerrung hilft dem Bending, ersetzt aber keine Intonation. Greife den Zielton zuerst normal und gleiche danach das gezogene Intervall an.

Pentatonik musikalisch verbinden

Der Kurs für Fortgeschrittene passt zur Arbeit an Double-Stops, Lagenverbindungen, Zielnoten und eigenen Antworten auf Mayers Solophrasen.

Pentatonik vertiefen

Phrasierung vor Geschwindigkeit

Jede Note braucht Anfang, Weg und Ende

Die Melodie wirkt vokal, weil Hammer-On, Slide und Bending nicht als einzelne Techniken nebeneinanderstehen. Sie bilden einen zusammenhängenden Tonweg.

Der perkussive Schlag darf den Fluss nicht zerbrechen. Er markiert den Backbeat und führt sofort in die nächste Phrase zurück.

Bei den Terzen hörst du nicht nur auf richtige Tonhöhen. Beide Stimmen müssen gemeinsam beginnen, gemeinsam rutschen und gemeinsam enden.

Drei Hörfragen

  1. Bleibt der Puls erhalten, während die Melodie zwischen Akkorden erscheint?
  2. Klingen Slides durchgehend oder verlieren sie auf halbem Weg den Ton?
  3. Erreicht jedes Bending die zuvor gegriffene Zielnote?

Passende nächste Schritte

Vertiefe Voicings, Phrasierung und Mayers Quellen

Wo sitzt deine Engstelle?

Schreibe im Kommentar, ob dich der Daumengriff, das Legato im Main-Riff, der Backbeat, die Terzstimme oder das Bending am meisten fordert.

Dein nächster Schritt

Drei Akkorde ohne Spannung

Richte Gitarre und Hals so aus, dass dein Handgelenk gerade bleibt. Greife Cis-Moll, A-Dur und E-Dur jeweils viermal, spiele jede Saite einzeln und wechsle erst danach in einen langsamen Viertelpuls.

„Das Lied ist Champions League, das kann man ganz, ganz offen sagen.“Horst Keller, aus der Videolektion

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2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Hallo Horst, ich wollte das Material dieses tollen Tutorails herunterladen. hat aber leider nicht funktioniert. Stattdessen bekam ich die Fehlermeldung:
    „404 Fehler Seite
    Huuuch, du hast das Internet gelöscht….
    Diese Seite sollte es eigentlich nicht geben, also klicke schnell wo anders hin.“

    Liebe Grüße Axel

    Antworten

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