Bonus · Rockgitarre für Fortgeschrittene

E-Moll-Pentatonik über das ganze Griffbrett

Eine sichere Box ist noch kein freies Solospiel. In dieser Gitarrenstunde verbindest du die fünf Positionen der E-Moll-Pentatonik, trainierst den Wechselschlag und setzt die Bewegungen anschließend in Rocklicks und einem 80er-Backingtrack ein.

Horst beginnt in der offenen E-Moll-Lage. Von dort aus wird jede Position zu einem Teil derselben Landkarte. Der Maßstab bleibt ein Tempo, in dem die Töne sauber, entspannt und rhythmisch kontrolliert klingen.

TonvorratE-Moll-Pentatonik
Griffbrett5 Positionen
AnschlagWechselschlag
Lektionrund 70 Minuten

Die vollständige Gitarrenstunde

Aus fünf Positionen wird ein zusammenhängender Weg

Du lernst die Positionen nicht als fünf getrennte Diagramme. Horst zeigt Ankerpunkte, verbindet die Lagen und überführt die Bewegungen danach direkt in musikalische Patterns.

Dein Auftrag: Öffne ab 17:56 den Wellenlauf. Spiele ihn zunächst nur über zwei benachbarte Positionen. Erst wenn der Übergang ohne Pause gelingt, erweiterst du den Weg über das Griffbrett.

Bekannte Formen neu verorten

Wenn du die fünf Pentatonikformen bereits in A-Moll kennst, musst du keine neuen Griffbilder erfinden. Du setzt dieselben Formen an den passenden Stellen für E-Moll ein und lernst, ihre Grundtöne wiederzufinden.

Die offene tiefe E-Saite gibt dir zu Beginn einen klaren Bezug. Später führt derselbe Fingersatz eine Oktave höher weiter. So entsteht Orientierung, ohne dass du das Griffbrett als Folge isolierter Kästchen behandeln musst.

Vier Lernblöcke

Was du wirklich miteinander verbinden musst

Orientierung

Grundtöne finden

Markiere E in jeder Position. Diese Töne geben dir Halt, wenn du eine Lage verlässt und in der nächsten Phrase landen willst.

Bewegung

Positionen koppeln

Verbinde zunächst nur zwei benachbarte Lagen. Ein gemeinsamer Ton reicht, um den Übergang kontrolliert zu hören.

Technik

Wechselschlag

Kleine Bewegungen in beiden Händen halten den Puls stabil. Geschwindigkeit kommt erst nach einer entspannten, fehlerfreien Fassung.

Musik

Rocklicks formen

Die Patterns werden zu Vokabeln. Verändere Startton, Pause und Zielton, damit daraus eine eigene Phrase entsteht.

Vom Griffbild zur Linie

Der Übergang entscheidet, ob du frei klingst

Spiele eine Position aufwärts und verlasse sie nicht automatisch an ihrem höchsten Ton. Suche einen Ton, der zugleich in die nächste Lage führt. Bleibt die rechte Hand im Puls, wirkt der Wechsel wie eine zusammenhängende Phrase.

Der Wellenlauf im Video trainiert genau diese Orientierung. Du bewegst dich vor und zurück über das Griffbrett und merkst, ob die Fingersätze wirklich gespeichert sind.

Wenn der Lagenwechsel eine Denkpause braucht, ist die Verbindung noch nicht automatisiert.

Drei saubere Kontrollen

  1. Beide Positionen einzeln ohne Fehler spielen.
  2. Einen gemeinsamen Übergangston markieren.
  3. Vier Takte aufnehmen und nur auf Puls und Pausen hören.

Rockvokabular

Patterns in musikalische Aussagen verwandeln

Ab 23:34 wählt Horst bewusst Licks, die mehr Picking verlangen und über vertraute Standardwendungen hinausgehen. Einzelne Ideen erinnern an Michael Schenker, Gary Moore und klassische Blueslicks, die für Rockgitarre zugespitzt werden.

Startpunkt

Beginne dasselbe Pattern in einer anderen Position und höre, wie sich die Lage auf den Charakter auswirkt.

Rhythmus

Verschiebe die Pause. Ein identischer Tonvorrat wirkt sofort anders, wenn die Phrase später einsetzt.

Zielton

Beende die Linie bewusst auf E oder einem anderen stabilen Ton, statt nur am Ende des Fingersatzes anzuhalten.

Wiederholung

Ein Repeating Lick braucht gleichmäßige Akzente. Wiederhole erst kurz, dann setze eine klare Schlussnote.

Direkt zu den Stellen

15 Kapitel für Positionen, Licks und Anwendung

Konkreter Übeplan

Sechs Einheiten vom Fingersatz zur Improvisation

  1. Position 1: Von der offenen tiefen E-Saite aufwärts spielen und jeden Grundton benennen.
  2. Positionen 2 und 3: Beide einzeln sichern, danach über einen gemeinsamen Ton verbinden.
  3. Obere Lagen: Position 1 eine Oktave höher finden und ohne Blick auf ein Diagramm beginnen.
  4. Wellenlauf: Zuerst über zwei benachbarte Lagen, danach über das ganze Griffbrett vor und zurück spielen.
  5. Rocklicks: Drei Licks auswählen, fehlerfrei aufnehmen und in eine zweite Lage übertragen.
  6. Backingtrack: Vier Takte Phrase, vier Takte Pause. Startton und Zielton bei jedem Durchgang verändern.

Tempo ist ein Ergebnis

Horst reduziert das Tempo im Video so weit, dass die Bewegungen ohne Fehler bleiben. Genau dort beginnt das Training. Wenn ein Übergang stockt, verlangsamst du nur diesen Abschnitt und setzt ihn danach wieder in den Puls.

„Tempo ist nicht wichtig.“Horst Keller, aus der Videolektion

Erhöhe erst, wenn beide Hände klein und entspannt arbeiten.

Material zur Lektion

Zusatzmaterial für dein Training

Nutze das Übematerial zusammen mit der Videolektion und notiere dir drei Licks, die du wirklich in dein eigenes Spiel übernehmen willst.

Übematerial öffnen

Wenn der Download in deinem VIP-Guitar-Zugang freigeschaltet ist, kannst du ihn hier öffnen.

Anwendung statt Endlosschleife

Mit dem 80er-Backingtrack eigene Linien bauen

Der Backingtrack ist kein Test, wie viele Licks du hintereinander spielen kannst. Lass Raum. Spiele eine kurze Idee, höre auf die Antwort der Begleitung und beginne die nächste Phrase an einer anderen Stelle im Takt.

Horst beschreibt das Spiel mit einem guten Backingtrack als eine Form von Bandprobe. Genau so solltest du ihn behandeln: zuhören, reagieren und nicht jede Pause füllen.

Zurück in die Songreihe

Übertrage die Griffbrettverbindung auf echte Songs

Dein nächster Schritt

Verbinde heute genau zwei Positionen

Wähle einen Übergangston, spiele vier Takte und lass danach vier Takte frei. Wenn der Puls stehen bleibt, reduzierst du das Tempo. Wenn die Verbindung trägt, veränderst du Startton oder Zielton.

Welche Position fühlt sich für dich noch wie fremdes Gelände an?

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