VIP-Guitar Solo-Tutorial | Jimi Hendrix
Little Wing Solo lernen: Bend, Vibrato und Timing
Du kannst beim Little-Wing-Solo jede richtige Note spielen und das Solo trotzdem verfehlen. In diesem Tutorial zeigt Horst Keller, wie sauber getroffene Bendings, ein kontrolliertes Vibrato, Timing und Pausen aus der Hendrix-Linie eine musikalische Aussage machen.
Der komplette Livestream
Die Töne sind nicht das Problem
Das Solo wirkt nicht deshalb so stark, weil es besonders viele Noten enthält. Seine Wirkung entsteht aus der Art, wie die Töne erreicht, gehalten, bewegt und wieder losgelassen werden. Horst zerlegt die zentrale Linie in verständliche musikalische Sätze und zeigt, warum ein korrekter Griff allein noch keine überzeugende Phrase ergibt.
Arbeite zunächst mit dem vollständigen Video. Die Kapitelübersicht weiter unten dient danach als präziser Rücksprung zu einzelnen Techniken.
Die drei musikalischen Entscheidungen
Ein Solo spricht erst, wenn Zielton, Vibrato und Pause zusammenarbeiten
Beim Üben trennt Horst diese Aufgaben bewusst. Beim Spielen führt er sie wieder zusammen. Dadurch hörst du sofort, ob eine Phrase trägt oder nur korrekt abgespielt wird.
Die Tonhöhe braucht eine Adresse
Spiele den Zielton zuerst normal und merke dir seine Höhe. Erst danach bendest du aus dem tieferen Ton genau dorthin. Der Zielton entscheidet, nicht das Kraftgefühl in der Hand.
Erst stabil, dann lebendig
Halte den erreichten Ton zunächst ruhig. Setze das Vibrato erst ein, wenn die Tonhöhe wirklich steht. Die Bewegung kommt kontrolliert aus dem Handgelenk und folgt einem hörbaren Puls.
Der Ton braucht Raum
Eine Pause ist kein Loch. Sie gibt dem vorherigen Ton Bedeutung. Höre, wie die Begleitung antwortet, bevor du die nächste Phrase beginnst.
„Der Amp verlängert den Ton. Er erzeugt nicht seine musikalische Absicht.“
Pentatonik und Akkordbezug
Die Skala liefert das Material. Der Akkord gibt dem Ton Bedeutung.
Die E-Moll-Pentatonik bildet das Gerüst. Entscheidend ist jedoch, wie die Linie auf die wechselnden Akkorde reagiert. Im Tutorial zeigt Horst, wie die zentrale Hendrix-Phrase aus diesem Gerüst herauswächst und wie kleine Verzierungen den melodischen Zusammenhang hörbar machen.
Double-Stops über G-Dur und F-Dur sowie Dreiklangsbewegungen über C und D verbinden das Solo mit der Begleitung. Dadurch klingt die Linie nicht wie eine Skala über einem Backingtrack, sondern wie ein Teil der Harmonie.
Übe diese Stellen zunächst ohne zusätzliche Verzierungen. Wenn die Akkordbewegung und die Zielnoten sicher sind, ergänzt du Hammer-Ons, Pull-Offs, Slides und rhythmische Verschiebungen.
„Die Skala sagt dir, welche Töne möglich sind. Der Akkord sagt dir, welcher Ton jetzt Bedeutung hat.“
Üben in klar getrennten Durchgängen
Vier Schritte von der Vorlage zur eigenen Phrase
Versuche nicht, Technik, Ton, Timing und Ausdruck gleichzeitig zu reparieren. Isoliere die Aufgaben und bringe sie erst im letzten Durchgang wieder zusammen.
Linie hören und singen
Höre eine kurze Phrase und singe oder summe ihre Richtung. Wenn die Linie innerlich nicht klar ist, wiederholt die Hand nur Griffbilder.
Mechanik kontrollieren
Spiele langsam und zunächst mit wenig Effekt. Prüfe Zielhöhe, Saitendämpfung und die Stütze der Greifhand. Halte ein Bending ungefähr zwei Sekunden stabil.
Phrasierung formen
Setze Vibrato, Slides und Pausen bewusst ein. Höre auf den Puls und darauf, ob der letzte Ton genügend Raum erhält.
Musik daraus machen
Spiele die Phrase über Looper oder Backingtrack. Verändere anschließend genau ein Detail, etwa eine Pause, einen Slide oder die Länge eines Tons. So wird aus der Vorlage deine eigene Aussage.
„Beim Üben trenne ich die Aufgaben. Beim Spielen bringe ich sie wieder zusammen.“
Kapitel im Video
Direkt zu den entscheidenden Lernstellen
Die Kapitel öffnen das Originalvideo an der gewählten Stelle. Für den musikalischen Zusammenhang lohnt sich anschließend immer der Blick auf die vollständige Phrase.
04:48Ton in den Fingern: Klang vor dem Effekt
05:44Hendrix-Linie: Die zentrale Melodiephrase
09:13Bend and Release: Zielhöhe kontrolliert treffen
12:44Phrasierung: Hammer-Ons, Slides und Vibrato
16:50Double-Stops: G-Dur und F-Dur als Umkehrungen
20:49Schlussteil: Dreiklänge über C und D
27:02Harmonie: Akkordfolge und Hendrix-Akkorde
30:41Looper-Praxis: Skalen für eigene Varianten
32:25Zwei-Sekunden-Regel: Bending und Vibrato kontrollieren
35:20Greifhand: Saiten dämpfen und Finger stützen
46:38Drei Erkenntnisse: Zielton, Pause und Vibrato
Der vollständige Little-Wing-Lernweg
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