Songtutorial · Gary Moore · Studiofassung von 1978
Parisienne Walkways: Bending, Vibrato und Phrasierung
Das Tempo ist langsam, aber jede Note liegt offen. Dieses Tutorial zeigt dir, wie präzise Zielton-Bendings, ein kontrolliertes Vibrato, bewusste Pausen und ein einziger schneller Legato-Lauf den gesamten Spannungsbogen tragen.
Die vollständige Gitarrenstunde
Studio-Solo, Begleitung und Sound in 91 Minuten
Horst arbeitet die Studiofassung Takt für Takt durch. Die Begleitung, die zweimal variierte Hauptmelodie, die zweite Harmoniestimme, das freie Solo, der schnelle Signaturlauf und das Fade-out werden als getrennte Lernblöcke hörbar.
Langsam heißt nicht leicht
In einem schnellen Lauf kann eine ungenaue Note verschwinden. Hier hörst du sofort, ob ein Ganzton-Bending zu tief endet, ein Vibrato unruhig wird oder eine Pause zu früh geschlossen wird.
Horst nennt Timing und Phrasierung die größte Schwierigkeit. Deshalb empfiehlt er kleine Abschnitte statt eines pausenlosen Gesamtdurchlaufs.
Die ersten 16 Takte enthalten die Songmelodie in zwei Durchgängen mit kleinen Veränderungen. Ab Takt 17 beginnt der freiere Solobereich, bevor die zweite Strophe und der lange stehende Ton folgen.
Die Notation trennt Begleitgitarre, Leadgitarre und Harmoniestimme. Diese Rollenaufteilung ist auch dein Übeweg: erst Akkorde, dann Melodie, danach Ausdruck und Geschwindigkeit.
Begleitgitarre
Arpeggios geben der Leadgitarre Raum
Die dreiseitige Begleitnotation zeigt 49 Takte bei 60 BPM. Der harmonische Weg beginnt mit A-Moll und führt über Dm7, Dm7/G, Cmaj7, F, Bm7b5 und E7 zurück zum Tonzentrum.
Slide in die Lage
Der Slide auf der D-Saite führt direkt in die Arpeggio-Position. Lasse die anschließenden Töne klingen, ohne die Bassnoten zu verwischen.
Dm7 mit G im Bass
Der Griff bleibt fast gleich, während der Basston die Harmonie weiterführt. Höre den tiefen Ton als eigene Stimme.
Cmaj7 und F
Offene Saiten machen die Begleitung weit. Hebe nur den nötigen Finger und bewahre die klingende Oberstimme.
Bm7b5 und E7
Der verminderte Klang führt hörbar zum Dominantakkord. Übe diesen Übergang getrennt, bevor du das Picking ergänzt.
Die ersten 16 Takte
Eine Melodie, zwei Durchgänge, viele kleine Entscheidungen
Die Hauptmelodie wird nicht einfach kopiert. Im zweiten Durchgang verändern sich Notenlängen, Slides, kurze Akzente und die Enden einzelner Phrasen. Genau dort beginnt Gary Moores Sprache.
Zielton zuerst
Spiele den Zielton normal, merke dir seine Höhe und ziehe erst danach aus dem tieferen Bund hinein.
Vibrato später
Halte den gebendeten Ton zunächst stabil. Das Vibrato beginnt erst, wenn die Zielhöhe sicher steht.
Pausen stoppen
Beende kurze Töne und Phrasen mit der rechten Hand. Die Stille gehört rhythmisch zum Motiv.
Legato verbinden
Pull-Offs und Slides verbinden die Lagen. Der Anschlag markiert den Anfang, nicht jede einzelne Note.
Lerne zuerst acht Takte auswendig. Horst rät davon ab, den ohnehin langsamen Song nur immer weiter zu verlangsamen. Kleine, klar begrenzte Phrasen halten Timing und Ausdruck besser zusammen.
Freies Solo und Signaturlauf
A-Moll, Blue Note und kontrollierte Energie
Ab Takt 17 öffnet sich die Melodie. Rakes, Halbton- und Ganzton-Bendings, kurze Stopps und breite Vibrati schaffen den Kontrast zwischen gesanglichen Linien und explosiven Ausbrüchen.
Der lange GP- und GPX-Score bestätigt sechs Spuren, 156 Takte und 676 Leadnoten. In dieser erweiterten Fassung sind 88 Bendings, 53 Vibrato-Noten, 13 Hammer-On- oder Pull-Off-Ursprünge und zehn Slides notiert.
Der schnelle Lauf wird in Blöcke zerlegt. Horst arbeitet ihn zunächst bei 25 Prozent durch, steigert auf 50, 60, 70 und 80 Prozent und verbindet erst danach die komplette Linie.
Die schnelle Passage kombiniert A-Moll-Tonleiter, Pentatonik und Blue Note. Hammer-Ons und Pull-Offs nehmen Druck aus der rechten Hand, die Akzente bleiben trotzdem hörbar.
Vier Hörkontrollen
- Treffen Halbton- und Ganzton-Bendings ihre Zielhöhe?
- Bleibt das Vibrato bei jedem Greiffinger gleichmäßig?
- Enden kurze Noten exakt in der Pause?
- Klingen schnelle Blöcke auch bei halbem Tempo rhythmisch?
Prüfe diese vier Punkte zuerst ohne Delay. Der trockene Ton zeigt sofort, ob Intonation, Stopp und Verbindung wirklich tragen.
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20 direkte Kapitel
- 02:45 · Technische HürdenDynamik, Bending, Vibrato, Phrasierung und Legato.
- 04:31 · Akkorde und BegleitungDie Rollen vor dem Solo ordnen.
- 05:42 · Intro-ArpeggiosSlide, Dm7, Bassführung und offene Saiten.
- 09:22 · StrophenbegleitungPicking im 6/8-Takt und Akkordwechsel.
- 13:34 · Solo-GitarreLeadspur, Harmoniestimme und erster Durchlauf.
- 18:39 · Erste acht TakteMelodie, Zielton und kontrolliertes Vibrato.
- 22:27 · Slides und PhrasierungKurze Töne, Pausen und Lagenwechsel.
- 27:50 · Zweiter DurchgangKleine Variationen der Hauptmelodie.
- 34:05 · Zweite HarmoniestimmeDie Melodie als zweistimmige Fläche hören.
- 36:06 · Freies SoloAufgang, Bending und dynamische Steigerung.
- 40:55 · Rake und Bridge-PickupGedämpfter Anlauf und klarer Zielton.
- 41:45 · Gary-Moore-LaufDie schnelle A-Moll-Linie im Überblick.
- 44:28 · Lauf zerlegen25 und 50 Prozent, kleine Legato-Blöcke.
- 48:32 · Blue Note und AbgangSkalenmaterial und wiederholbare Teilfolge.
- 51:09 · Zweite StropheVolume-Swell, Fingeranschlag und leiser Ausdruck.
- 58:57 · Der lange TonSustain, später Vibratoeinsatz und Feedback.
- 62:13 · OutroPentatonik, kurze Töne und Fade-out.
- 68:00 · Erweiterte Live-FassungZusätzliche Läufe und horizontale Pentatonik.
- 79:30 · Vibrato übenHalbtöne, Ganztöne und alle Greiffinger.
- 82:36 · SoundaufbauSoldano, Box, EQ, Kompressor und Overdrive.
Konkreter Übeplan
Sechs Einheiten vom Akkordbett bis zum schnellen Lauf
- Begleitung: Intro und Strophe ohne Leadgitarre durchspielen.
- Zielton: Halbton- und Ganzton-Bendings gegen normal gegriffene Töne prüfen.
- Melodie: Die ersten acht Takte auswendig in kleinen Phrasen lernen.
- Variation: Den zweiten Durchgang mit seinen veränderten Enden ergänzen.
- Legato: Den schnellen Lauf in drei kurze Blöcke teilen und bei 25 Prozent beginnen.
- Form: Erst Studiofassung, danach einzelne Ideen der langen Fassung spielen.
Wochen statt eines langen Abends
Horst empfiehlt, sich für den Song Wochen Zeit zu lassen und täglich an einzelnen Teilen zu arbeiten. Begleitung und Melodie sind zugänglicher, der freie Soloteil verlangt deutlich mehr Geduld.
Nimm jede Phrase mit anschließender Pause auf. Höre zuerst nur auf Zielton und Ende. Im zweiten Durchlauf prüfst du Vibrato, Anschlag und Lautstärke.
Bei einem langsamen Song kann eine extreme Temporeduktion das Timing unübersichtlich machen. Für präzise Passagen nennt Horst 70 oder 80 Prozent als praktischen Bereich, beim schnellen Lauf beginnt er bewusst tiefer.
Trainiere Vibrato mit jedem Finger. Erst stabile Halbton- und Ganzton-Bendings, dann gleichmäßige Bewegung und schließlich die breitere Gary-Moore-Energie.
Premium-Material
Vier PDFs, Guitar Pro und drei Audiodateien
Der bestehende geschützte Download bleibt unverändert. Lokal geprüft sind Begleit-, Harmonie- und Sologitarren-Notation, Akkordblatt, GP und GPX der langen Fassung sowie Backingtrack, Guitar-Pro-Audio und leise Solospur.
Noch kein Zugriff? Unterstützerstufen ansehen
Hinweis: Das Material ist zum persönlichen Lernen bestimmt. Rechte an Komposition, Text und Originalaufnahme verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern.
Der Sound aus Horsts Lektion
Soldano-Basis und ein Booster für den langen Ton
Solo 100 Overdrive
Horst nutzt den Soldano-SLO-Kanal mit wenig Gain, hohem Master, 4×12-Vintage-30-Box und einem 87er Kondensatormikrofon in zwei Zoll Abstand.
Kompressor, EQ und Prince of Tone
Ein dezenter Deluxe-Kompressor und Simple EQ formen den Grundton. Vor dem langen Ton schiebt der Prince of Tone den Amp dichter in den Sustain.
Passender Helix-Sound
Horsts bestehendes Parisienne-Walkways-Preset ist für die klassische Helix-Plattform gedacht. Prüfe vor dem Kauf dein Gerät und das benötigte Dateiformat.
Hörkontrolle
Vier Fragen nach jeder Phrase
Ist das Bending auf der Zielhöhe? Beginnt das Vibrato erst nach dem stabilen Ton? Endet die Phrase sauber in der Pause? Bleibt der Lautstärkesprung zwischen zartem Anschlag und kräftigem Ausbruch kontrolliert?
Vergleiche nicht nur Noten. Höre Länge, Stopp, Dynamik und den Zeitpunkt des Vibratos. Genau diese Unterschiede machen zwei gleiche Tonfolgen musikalisch verschieden.
Studiofassung vor Live-Erweiterung
Lerne zuerst die kompakte Studioform. Die lange GP-Fassung liefert später zusätzliche Repeating-Licks und horizontale Pentatonikwege, ohne den ersten Lernschritt zu ersetzen.
Passende nächste Schritte
Vertiefe Tonhöhe, Bewegung und Gary-Moore-Sprache
Welche Stelle braucht deine meiste Geduld?
Schreibe im Kommentar, ob Begleitung, Zielton-Bendings, Vibrato, zweiter Melodiedurchgang oder der schnelle Legato-Lauf deine größte Baustelle sind.


