VIP-GUITAR Newsletter WO.23/2026
Liebe Gitarrenfreunde, liebe VIP-Guitar Community,
heute geht es nicht wieder um eine kleine Randnotiz aus der Gitarrenwelt. Am Donnerstag mache ich im Livevideo die zweite Runde zu meinem Video von vor zehn Tagen: Fender, das Düsseldorfer Urteil und die Frage, wie weit die Stratocaster-Form geschützt werden kann. Damals war die Sache schon brisant. Inzwischen ist sie noch interessanter geworden. Es gibt neue Berichte, neue Reaktionen und vor allem einen Namen, der das Thema auf eine andere Ebene hebt: PRS.
Ausgerechnet die Silver Sky steht jetzt im Raum. Also nicht irgendeine namenlose Billigkopie, sondern eine bewusst entwickelte, erfolgreiche Gitarre mit John-Mayer-Geschichte, PRS-Handschrift und natürlich einer klaren Heimat im Strat-Kosmos. Genau deshalb wird der Fall so spannend.
Wenn Fender sagt, es gehe nicht um jede S-Style-Gitarre, sondern um sehr enge Stratocaster-Kopien, dann wird die Silver Sky zum Prüfstein. Wo endet Inspiration? Wo beginnt Kopie? Und wem gehört eigentlich eine Form, die für Generationen von Gitarristen längst Teil ihrer Klangvorstellung geworden ist?
Ich werde am Donnerstag live nicht den Hobby-Juristen spielen. Mich interessiert, was diese Diskussion für uns Gitarristen bedeutet. Es geht auch um die Frage, wie viel musikalische Tradition man schützen kann, ohne die musikalische Weiterentwicklung abzuwürgen.
Das ist für mich der rote Faden dieser Woche: nicht kopieren, sondern eine eigene Sprache entwickeln.
Steve Morse: Vielseitigkeit mit Fundament
Und damit sind wir direkt bei Steve Morse.
Morse ist für mich eines der besten Beispiele dafür, dass Vielseitigkeit nicht bedeutet, möglichst viel Material anzusammeln. Bei ihm klingt ein Solo nicht deshalb reich, weil er alles hineinstopft, was er kann. Es klingt reich, weil hinter allem ein Fundament steht: sauberer Anschlag, klare Melodie, rhythmische Präzision und ein Ohr, das Klassik, Country, Bluegrass, Jazz, Fusion und Hard Rock nicht als getrennte Welten hört. Morse wechselt nicht ständig die Maske. Er spricht mehrere musikalische Sprachen fließend.
Das ist ein großer Unterschied. Viele Gitarristen sammeln Stile, Sounds, Licks und Techniken wie Werkzeug, das nie benutzt wird. Noch ein Video, noch ein Preset, noch ein Pattern, noch ein Trick. Das fühlt sich im Moment aktiv an, bringt das eigene Spiel aber oft keinen Millimeter weiter.
Besser wirst du nicht, weil du immer mehr Material sammelst. Besser wirst du, wenn du eine Sache so tief bearbeitest, dass sie wirklich in dein Spiel übergeht.
Funk, Groove und die rechte Hand
Auch das Klassikvideo dieser Woche passt dazu. Wir gehen zurück zu Funk und Disco, also zu Groove, Timing und der Frage, ob eine rechte Hand wirklich Musik macht oder nur Saiten bewegt. Gerade bei Funk merkt man sofort, ob jemand nur die richtigen Noten erwischt oder ob der Körper den Puls verstanden hat. Am Donnerstag geht es dann live weiter: zweite Episode zum Fender-/Stratocaster-Thema, neue Entwicklungen, eure Fragen in „Frag Horst“ und meine Einordnung, warum diese Geschichte für Gitarristen viel interessanter ist als eine trockene juristische Meldung und natürlich die klassische Frage und Antwortrunde.
VIP-Guitar Termine
Dazu kommen ein paar wichtige VIP-Guitar-Termine. Dass unser Gitarrencamp mit Sebastian inzwischen ausverkauft ist, freut mich sehr. Nicht wegen der Zahl, sondern weil dahinter etwas steht: Es gibt nach wie vor Gitarristen, die nicht nur konsumieren wollen, sondern echten Kontakt, Korrektur, Austausch und musikalische Praxis suchen. Genau das ist der Kern von VIP-Guitar.
Wer diesen Schritt in diesem Jahr noch live erleben möchte, sollte sich den September vormerken: „Rock-Klassiker Live“ ist kein Workshop, in dem man zuhause ein paar Riffs nachspielt. Dort geht es darum, Klassiker mit Bandgefühl, Druck, Timing und echter musikalischer Reaktion zu spielen. Das ist eine andere Liga als Playback-Sicherheit im Wohnzimmer.
Und auch das 7. VIP-Guitar Treffen am 15. August 2026 steht jetzt als Save the Date im Kalender. Dazu kommt noch eine eigene Nachricht. Aber so viel vorweg: Solche Tage sind wichtig, weil Musik nicht nur aus Kursen, Videos und Material besteht. Musik entsteht zwischen Menschen.
Heute wird es also etwas breiter, aber der rote Faden ist klar: Form ist nicht gleich Identität. Kopie ist nicht gleich Tradition. Vielseitigkeit ist kein Sammeln. Und musikalische Eigenständigkeit entsteht nicht durch Zufall, sondern durch Handwerk, Neugier und die Bereitschaft, Musik wirklich ernst zu nehmen.
Also los: Fender, Stratocaster, PRS Silver Sky, Steve Morse, Funk-Groove, eure monatlichen Fragen und ein paar wichtige VIP-Guitar-Termine.
Halte die Gitarre am Leben!
Euer Horst
Nächstes Livevideo: Donnerstag, 04.06 um 17:00 Uhr: Gitarre live: „Frag Horst S10 EP.06 „Frage & Antwortrunde

In unserer monatlichen Q&A-Session stehen Eure Fragen rund um die Gitarre im Mittelpunkt! Egal, ob Spieltechnik, Equipment, Sounds, Livemusik oder Tipps zum Gitarre spielen – hier bleibt keine Frage unbeantwortet. Nutze die Live-Runde für alles, was dich zum Thema Gitarre bewegt und interessiert. Ich freue mich auf deine Fragen. Ich bringe auch ein Update zur aktuellsten Lage im Rechtsstreit um die Stratocaster-Form.
Klassikvideo der Woche: Rhythmusgitarre Folge 6 – Disco & Funk: Groove Dich frei!

Willkommen zur sechsten Folge! Heute verlassen wir die Welt des Metals und tauchen ein in die funky Grooves von Disco und Funk. Wir betrachten die wichtigsten Merkmale dieser Stile und lernen anhand von bekannten Songs und legendären Gitarristen, wie du den richtigen Groove auf deine Gitarre bringst.
Die Essenz: Groove ist alles!
Im Funk und Disco geht es um mehr als nur um die richtigen Noten. Es geht um den Groove, das Feeling und die Interaktion mit den anderen Instrumenten. Nimm dir Zeit, die Songs anzuhören und versuche, den Groove zu spüren und auf deine Gitarre zu übertragen. Übe langsam und präzise, und vergiss nicht: „schwätz net, üb!“
Steve Morse – Der Vielseitige
Es gibt Gitarristen, die haben einen Stil. Und es gibt Steve Morse. Wer ihm zuhört, hört in einem einzigen Solo eine Bach-Phrase, einen Country-Lauf wie aus Nashville, ein Bluegrass-Picking wie auf einem Banjo, eine Jazz-Wendung und ein Hard-Rock-Riff – und das alles so flüssig, als wäre es die natürlichste Sache der Welt. Steve Morse ist der Gitarrist, vor dem andere Gitarristen den Hut ziehen.
Geboren am 28. Juli 1954 in Hamilton, Ohio, hat er in fünfzig Jahren so ziemlich alles gemacht, was ein Gitarrist machen kann. Er gründete die Dixie Dregs, eine der einflussreichsten Instrumentalbands der Rockgeschichte. Er war achtundzwanzig Jahre lang Gitarrist von Deep Purple – länger als Ritchie Blackmore selbst. Er spielte bei Kansas, bei Flying Colors, in seiner eigenen Steve Morse Band. Und er war zwischendurch sogar Berufspilot. Ritchie Blackmore, sonst nicht für Komplimente bekannt, sagte über ihn schlicht: „Steve Morse ist ein unglaublicher Spieler.“
🎸 Die fünf Prinzipien von Steve Morse
1. Technik ist nur ein Werkzeug
Der wichtigste Satz seines ganzen Lebens. Morse, einer der saubersten Spieler der Welt, warnt seine Schüler ausdrücklich davor, sich zu sehr auf die Technik zu konzentrieren. „Übt meinetwegen zehn Stunden am Tag Technik – aber was ihr spielt, muss immer von Herzen kommen.“ Die Technik ist nie das Ziel, immer nur der Weg.
2. Sauberkeit vor Tempo
Als Jugendlicher las Morse, dass Jimmy Page jede Note konsequent anschlage. Er baute sein ganzes Spiel um – monatelang klang es steif und mühsam, bis der Durchbruch kam. Heute schlägt er jede Note glasklar an. Die Lehre: Wer nie bereit ist, vorübergehend schlecht zu klingen, wird nie wirklich besser.
3. Vielseitigkeit ist selbst eine Technik
Country, Bluegrass, Klassik, Fusion, Hard Rock – Morse wechselt zwischen diesen Welten nicht nur von Song zu Song, sondern oft innerhalb eines einzigen Solos. Wer wie er sprechen will, muss viele musikalische Sprachen lernen. Je mehr Stile im Werkzeugkasten liegen, desto reicher wird das eigene Spiel.
4. Setz dir Grenzen, um kreativ zu werden
Morses Geheimtipp für das Üben: Spiele ein Solo nur auf zwei Saiten. Oder nur mit dem dritten und vierten Finger. Diese künstlichen Beschränkungen zwingen dich, neue Wege über das Griffbrett zu finden, die du sonst nie entdeckt hättest. Aus der Not wird die Erfindung.
5. Du musst nicht der Vorgänger sein
Achtundzwanzig Jahre lang ersetzte Morse Ritchie Blackmore bei Deep Purple – den undankbarsten Job der Rockwelt. Er hat nie versucht, Blackmore zu kopieren, sondern mit Respekt sein eigenes Ding gemacht. Mach mit ganzem Herzen und ganzer Professionalität dein eigenes Ding – dann wird man dich nicht vergessen.
💡 Essenz für dein Spiel
Steve Morse ist kein lautes Genie, sondern ein stiller Handwerker. Was er kann, hat er sich erarbeitet, Note für Note, Stunde um Stunde. Seine Botschaft, dass Technik nur ein Werkzeug ist, sollte sich jeder über sein Übungszimmer hängen – denn sie kommt von einem der besten Spieler der Welt, der trotzdem weiß, dass am Ende die Melodie zählt.
P.S. Eine Geschichte, die alles über diesen Mann erzählt: Als Morse 2022 Deep Purple verließ, übergab er seinem Nachfolger Simon McBride augenzwinkernd „die Schlüssel zum Tresor“ – den Tresor, in dem das Geheimnis liege, wie Blackmore das berühmte Smoke-on-the-Water-Intro aufgenommen hatte. Und fügte trocken hinzu: „Ich schätze, man muss den Schlüssel genau richtig herumdrehen, denn ich habe den Tresor nie aufbekommen.“ Statt verbittert zu sein, ging er mit einem Lächeln. Das ist Steve Morse: Achtundzwanzig Jahre den Schatten eines anderen ausgehalten – und dabei immer er selbst geblieben.
🎬 Unbedingt anschauen
| Titel | Warum anschauen? |
|---|---|
| Dixie Dregs – Take It Off the Top (Live) | Der Dregs-Klassiker live – die ganze Vielseitigkeit in einem Stück |
| Steve Morse Band – Tumeni Notes | Hochschule des sauberen Anschlags – jede Note glasklar |
| Deep Purple – Sometimes I Feel Like Screaming | Die gefühlvolle Seite von Morse bei Deep Purple |
| Deep Purple – Ted the Mechanic (Live) | Eigener Stil im klassischen Purple-Sound |
| Steve Morse – The Definitive Steve Morse (Lehrvideo) | Sein Lehrvideo – Picking, Country, Klassik und Bluegrass erklärt |
| Dixie Dregs – Cruise Control | Country, Rock und Klassik nahtlos verbunden |
| Steve Morse Band – Triangulation (2025) | Das neue Album nach sechzehn Jahren Pause – der Neuanfang |
👉 Den vollständigen Profil-Artikel mit der ganzen Geschichte von Hamilton, Ohio über die Dixie Dregs, Kansas und die achtundzwanzig Jahre bei Deep Purple, der Piloten-Episode, Morses Lehrphilosophie, seinem Equipment von der selbstgebauten Telecaster bis zu den ENGL-Verstärkern und zehn detaillierten Spieltipps findet ihr wie immer hier zum Herunterladen.
Und meiner Seite selbst findet ihr direkt zum Mitspielen:
- Black Night (Deep Purple) – Solotipps von Ritchie Blackmore und Steve Morse
- Speedpicking – Jeder kann das lernen! Ein Kompendium
- Frag Horst – Staffel 7, Folge 11
- Sologitarre: Steve Morse – String Skipping Lick
- Steve Morse – Tonleiterpattern – Sologitarrentipp
- Steve Morse Chromatic Style Picking Lick
🎸 15. August 2026 – Save the Date: 7. VIP-Guitar Treffen
Das legendäre VIP-Guitar Treffen geht in die siebte Runde! Musik, Jam-Sessions, gute Gespräche und die einzigartige Atmosphäre, die dieses Event jedes Jahr zu einem Höhepunkt machen. Den Termin solltest du dir freihalten! Anmeldungen direkt bei Jörg Noll: joergnoll@web.de
Aktuell! 04.2026 – Helix Stadium Presets – VIP-Guitar Edition 2

Von Hendrix über AC/DC bis Prince – jedes Preset fängt die Essenz des Originals ein, optimiert mit der neuesten Agoura-Technologie. Laden, spielen, klingen – genau dafür ist dieses Set gemacht.
Die besten Plektren: VIP-Guitar Plektren
Aktueller Kurs: Chord Knowledge – Sebastian Minet
Wenn du bereit bist, tiefer in die Harmonik einzutauchen, das Akkordspiel zu verstehen und auf ein neues Level zu heben – dann findest du hier genau das, was du benötigst.
Für weiteren Input: https://soundcloud.com/horstkeller
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Ich wünsche dir, dass du jeden Tag ein klein bisschen #besser wirst.

Viel Freude mit der Gitarre
Horst Keller
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PS: Nutze die Gelegenheit und schreibe mir. Sende mir deine Fragen, Wünsche, Ideen, Anregungen hier.
Letzte Workshop-Gelegenheit dieses Jahr: 12./13. September 2026 – Rock-Klassiker Live: Lerne sie, spiele sie mit Band
Onlineshop:
NEU: 04.26 – Line 6 Helix Stadium – VIP-Guitar Edition 2
NEU: 02.26 – Line 6 Helix Stadium – VIP-Guitar Edition 1
NEU: 12.25 – Chord Knowledge – Sebastian Minet
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