Marcus Deml, Little Wing und das 7. Studententreffen
Nach dem Wochenende bleibt der Ton. Marcus Deml hat Workshop und Konzert gegeben, wir haben Little Wing gespielt, und am Donnerstag gehe ich ins Solo. Dazu kommen die beiden Interviews, das Songtutorial und Rock-Klassiker Live im September.
Marcus, Workshop und Little Wing
Vier Stunden Workshop, eine Stunde Konzert und danach Little Wing live. Kein Star, der sich anliefern lässt. Ein Arbeiter, der seinen Sound selbst aufbaut.
Das Solo am Donnerstag
Am 20. August um 17 Uhr geht es um Bend, Vibrato, Timing und die kleine Pause. Das Songtutorial bleibt die Landkarte für das ganze Stück.
Summit und Rock-Klassiker
Marcus ist vom 25. bis 27. September in Mannheim. Die letzte öffentliche Workshop-Gelegenheit des Jahres ist Rock-Klassiker Live am 12. und 13. September.
Liebe Gitarrenfreunde, liebe VIP-Guitar Community,
es gibt Gitarristen, die man sieht. Und es gibt Gitarristen, die man hört, noch bevor jemand den Namen sagt.
Marcus Deml gehört zur zweiten Sorte. Ich erkenne ihn sofort. An der Stimme, die er aus der Gitarre holt. Am Stöhnen, Weinen, Schreien. Daran, dass der Ton nicht dekoriert, sondern lebt.
Genau deshalb widme ich den größten Teil dieser Ausgabe ihm. Und dem 7. VIP-Guitar Studententreffen.
Marcus und ich sind am selben Tag geboren. Danach haben sich die Wege getrennt und wieder getroffen. Er hat den Weg des Musikers sehr konsequent genommen: Prag, GIT in Los Angeles, Sessionjahre, eigene Bands, eigene Pedale, eigene Alben. Kein Schaulaufen. Ein Leben am Instrument.
Ich kenne ihn seit fast 30 Jahren. Workshop in meiner Musikschule, gemeinsame Zeit bei Line 6, Konzerte, Gespräche. Ihr kennt meine Meinung. Sie hat sich am Samstag nicht relativiert. Sie hat sich verschärft.
Er kam schon am Freitag. Mit 4/12er-Box, 2 Marshall-Röhrenamps und einem weiteren Top. Kein Star, der sich anliefern lässt. Ein Arbeiter, der seinen Sound selbst aufbaut.
Am Samstag hat er früher angefangen. Rund 30 Leute im Raum. Um 13 Uhr lag der erste Ton schon da, eine halbe Stunde Pause, dann durch bis 17 Uhr. Vier Stunden Workshop. Danach eine Stunde Konzert. Alles gegeben. Durch die Bank Begeisterung.
Sein trockener Humor war ein eigenes Highlight. Wer dabei war, weiß: Dieser Mann kann eine Gitarre zum Leben erwecken und denselben Raum eine Sekunde später zum Lachen bringen.
Und dann durfte ich mit ihm Little Wing spielen.
Ich kenne seine Fassung. Für mich ist sie die geilste Version, die es von diesem Stück gibt. Die Energie. Die Gitarrenstimme. Die Art, wie er spielt. Weltweit einzigartig.
Hier ist das Video: https://www.youtube.com/watch?v=5AC8rc5kqDo
Dass ich dieses Stück mit ihm live spielen durfte, war für mich persönlich eine einmalige Geschichte. Danke an Jörgs Band Old Stuff, die uns dabei getragen hat. Danke an alle, die das möglich gemacht haben.
Diesmal war vieles wirklich in Balance. Bombensound. Eine schöne Bühne. Gutes Monitoring. Marcus hat sich rundum wohlgefühlt und hat es mir an diesem Abend mehrfach gesagt. Nach dem letzten Jahr mit Thomas Blug hatte ich im Ohr: Das war schon ein Highlight. Dieses Jahr konnten wir mithalten. In Optik und Sound sogar noch ein Stück zulegen.
Mit Christian Mohr habe ich ein Akustikset gespielt. Sebastian Minet hat solistische Einlagen geliefert, die außergewöhnlich schön waren. Danach Old Stuff mit Classic Rock. Geil. Direkt. Band.
Später haben wir mit Akustikgitarren gejammt. Bis nachts um zwei. Irgendwann bin ich todmüde im Hotel angekommen. Ein paar Tage danach zahlt man dafür. Das ist in Ordnung. Die Musik ist es wert. Die Gitarre ist es wert. Ihr seid es wert.
Ohne euch, ohne eure Unterstützung, ohne eure Liebe zur Gitarre wäre das alles nicht machbar.
Ein ganz großer Dank geht wieder an Jörg Noll. Die gute Seele. Ohne ihn kann man sich diese Veranstaltung nicht vorstellen.
Ich kann euch nicht alle namentlich nennen. Dann würde dieser Brief kein Ende finden. Ich habe die beste Zeit gehabt. Ihr wart wunderbar nett zu mir. Danke auch an Nico Kaiser und Manuel Ali für ihre wunderbaren Gitarren, die man antesten konnte.
Von mir selbst habe ich zwei, drei Selfies. Mehr nicht. Der Fokus lag auf Marcus. Deshalb bitte ich alle, die dabei waren: Schickt mir eure Bilder und kurzen Clips.
Am einfachsten über WeTransfer: https://wetransfer.com/
Oder über einen Dropbox- oder Google-Ordner. Ordner anlegen, hochladen, Link an mich. Ich sammle das und lege es für euch ab.
Hier kommt der Zugang zu Bildern und Videos, nur für euch. Bitte nichts davon online stellen: Dropbox-Ordner öffnen
Marcus ist auch dieses Jahr beim Guitar Summit. 25. bis 27. September in Mannheim. Seht ihn. Hört ihn. Lernt ihn persönlich kennen, wenn ihr es noch nicht getan habt. Er ist eine einmalige Type. Eine aussterbende Art. Wir werden nicht jünger. https://www.guitarsummit.de/
Ich bin an den ersten beiden Tagen selbst dort. Sprecht mich an. Es ist wichtig, die Gitarre am Leben zu halten. Nicht als Inhalt. Als Begegnung.
Diesen Donnerstag, 20. August, gehe ich noch einmal ins Little-Wing-Solo. Dieses Mal mit dem, was ich von Marcus gehört und mit ihm gespielt habe. Nicht das ganze Epos noch mal erzählen. Das Solo. Die Details. Was man wirklich rausholen kann.
Als Klassikvideo der Woche kommt unser Songtutorial zu Little Wing. Horst und Sebastian, das ganze Stück. Es lohnt jede Mühe. Ich will diesem Lied noch einmal eine Plattform geben. Besonders jetzt, nachdem ich es mit Marcus live spielen durfte.
Nächstes Jahr kommt schnell und das nächste Treffen steht an. In den nächsten Wochen setze ich das Programm auf. Wieder etwas Besonderes. Nicht weil es laut sein muss. Weil ihr es verdient. Sei ihr wieder dabei?
Und zum Schluss, ganz praktisch: Rock-Klassiker Live, 12. und 13. September in Grebenau. Letzte Live Workshop-Gelegenheit des Jahres auf der öffentlichen Liste. Spiele mit mir, spiele mit Band.
Halte die Gitarre am Leben!
Euer Horst
Donnerstag, 20.08. um 17:00 Uhr: Little Wing Solo lernen: Hendrix-Linie, Bend, Vibrato und Klang
Die Hendrix-Linie und die Technik, die sie zum Klingen bringt. Beim Little Wing Solo entscheidet nicht die Zahl der Töne. Entscheidend ist, ob Bend, Vibrato, Timing und die kleine Pause den Ton tragen.
In diesem Tutorial gehe ich die Solo-Linie so durch, dass du sie nicht nur nachspielst. E-Moll-Pentatonik als Gerüst, Akkordtöne als Ziele. Bend und Vibrato sind hier kein Schmuck, sondern der Klang selbst.
Du lernst:
- die zentrale Solo-Linie von Little Wing
- wie ein Bend die Zielnote wirklich trifft
- warum Vibrato und Timing mehr bewirken als zusätzliche Noten
- wie du dieselben Töne musikalisch statt nur richtig spielst
Hendrix begleitet nicht einfach Akkorde. Er verbindet Bassnoten, Dreiklänge, Double Stops und kleine Melodien zu einer einzigen Stimme. Wir zerlegen das Intro, das Solo und die Improvisationsidee in einen klaren Lernweg.
Little Wing wird nicht durch möglichst viele Hendrix-Griffe musikalisch. Entscheidend ist, dass Akkord, Melodie und Rhythmus wie eine gemeinsame Stimme wirken. Ein einziger sauber verbundener Akkord und Fill ist dafür wertvoller als das hastig durchgespielte komplette Intro.
Spiele die Akkordfolge einmal ohne jede Verzierung. Wähle danach genau einen Takt aus dem Intro und übertrage nur seine Bewegungslogik auf einen anderen Akkord.
Sich mit diesem Song zu beschäftigen, ist eine Offenbarung. Es gibt fast keine bessere Harmonie, um darauf Sologitarre zu spielen.
| „Beschäftigt euch damit. Habt Spaß. Geht’s entspannt an.“ |
Marcus Deml: Der Ton sitzt schon unplugged
Am Samstag stand er bei uns im Raum. Nicht als Poster an der Wand. Nicht als YouTube-Fenster. Rund 40 Leute haben ihn gehört: erst den Workshop, dann das Konzert. Wer Marcus Deml nur als schnellen Namen aus der Session-Welt kennt, hat ihn noch nicht wirklich gehört.
Ich kenne ihn seit über 25 Jahren. Sein Ton hat mich von Anfang an getroffen. Nicht weil er laut ist. Weil er nah ist. Intim, überraschend, manchmal fast still. Genau deshalb empfehle ich seine Alben nicht als Hintergrundmusik, sondern als Reise.
Was bleibt, wenn das Wettrennen aufhört
In unserem zweiten Gespräch, vier Jahre nach dem ersten, war der Kern noch klarer. Marcus hat aufgeräumt. Nicht nur im Leben. Auch in der Musik. Das Album heißt Pure. Der Titel ist Programm.
Er hat sich von der Höher-schneller-weiter-Mentalität verabschiedet. Die Gitarre soll singen und weinen. Nicht gewinnen. Wer das als Weichspüler versteht, hat nicht zugehört. Das ist die härtere Schule. Melodie statt Skalenfleiß. Haltung hinter den Noten.
Sein Satz sitzt: Fahr einfach weiter. Nicht lauter. Nicht komplizierter. Weiter.
Der Ton entsteht vor dem Verstärker
Marcus besteht auf einem Prinzip, das ich selbst seit Jahrzehnten predige: Der Ton muss schon unplugged in den Fingern sitzen. Nenn es Source-Prinzip. Teste trocken, ohne Amp. Wenn es da nicht klingt, rettet dich kein Pedal.
Das klingt unbequem. Es ist unbequem. Genau deshalb wirkt es.
Natürlich redet er über Gear. Sweet Elephant. Angry Gorilla. Alte Strats, die jahrzehntelang gespielt wurden. Holz, Brücke, eingespielte Instrumente. Aber er dreht die Reihenfolge nie um. Erst die Hand. Dann das Werkzeug.
Wer 200 Overdrives durchprobiert und am Ende wieder beim musikalischen Kern landet, hat verstanden: Equipment ist dazu da, dass der Künstler sich wohlfühlt. Es ist keine Entschuldigung.
Was du daraus üben kannst
Nimm dir diese Woche genau eine Melodie. Kein Lick-Stapel. Eine Linie, die du singen kannst, bevor du sie spielst.
- Spiele sie ohne Verstärker. Langsam. Mit Absicht.
- Wiederhole denselben Ton, bis er trägt. Nicht bis er laut ist.
- Erst danach kommt der Amp. Wenn der trockene Ton fehlt, bleibt er auch nass leer.
Sechs Tage. Dieselbe Melodie. Dann weißt du, ob du übst oder nur beschäftigst.
Zwei Gespräche, ein roter Faden
Im ersten Interview habe ich ihn als Guitarhero der alten Schule vorgestellt. Prag, GIT in Los Angeles, Sessionjahre, Earth Nation, Errorhead, hunderte Produktionen. Die Liste ist lang. Sie erklärt den Lebenslauf.
Das zweite Gespräch erklärt den Musiker:
- warum er seine Stärken bewusst übt, statt sich an Schwächen festzubeißen
- warum der Kopf die Schlacht gewinnt
- warum Social Media kein Maßstab für Ton ist
Beide Texte gehören zusammen. Der eine zeigt den Weg. Der andere zeigt, was übrig bleibt, wenn man aufhört, sich mit der ganzen Welt zu messen.
Nach dem Wochenende
Am Studententreffen war das keine Theorie. Er hat früher angefangen. Um 13 Uhr lag der erste Ton schon im Raum, eine halbe Stunde Pause, dann durch bis 17 Uhr. Genau sein Thema: die Gitarre zum Singen und zum Klingen bringen. Alle im Raum waren hellwach.
Danach das Konzert. Eine Stunde. Sensationell. Unfassbar, welche Klänge er aus der Gitarre holt. In diesem Punkt ist er einzigartig.
Wer ihn dort gehört hat, weiß jetzt nicht nur, dass dieser Ton nicht aus einem Preset kommt. Er kommt aus Disziplin, aus Geschmack und aus der Entscheidung, weniger zu spielen und mehr zu meinen. Gut, dass ihr dabei wart.
Wenn du das nachhören willst, fang bei den beiden Interviews an. Danach das Album Pure am Stück. Nicht als Playlist. Als Weg.
Und wenn du im September live weitermachen willst: Rock-Klassiker Live. Neun Anmeldungen sind zu wenig für das, was dort passiert.
Euer Horst
12. und 13. September 2026 in Grebenau: Rock-Klassiker Live.
Die letzte öffentliche Workshop-Gelegenheit des Jahres. Rock-Klassiker, die du nicht nur übst, sondern mit Bandgefühl, Timing und Dynamik spielst. Neun Anmeldungen sind zu wenig für das, was dort passiert.
Wenn du live weitermachen willst, sichere dir den Platz. Lerne sie. Spiele sie mit Band.
Einmal gespielt und alles verbessert sich. Klang, Tempo, Präzision und Spielgefühl.
Das ist kein Accessoire. Es ist das Werkzeug, das deinen Anschlag sichtbar macht. Wer den Ton in den Fingern haben will, braucht ein Plektrum, das mitgeht statt nachzugeben.
20 % VIP-Guitar Jubiläumsaktion im August! Code VIP20, bis 31. August.
Zehn Songpresets für Helix Stadium, gebaut zum Spielen, nicht zum Staunen. Klare Snapshots, echte Songs, Sounds die auf der Bühne tragen.
Wer das Stadium ernst nimmt, fängt hier an. Kein Sammelsurium. Zehn Stücke, die du sofort auf die Füße stellst.
Für weiteren Input: SoundCloud.
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