VIP-GUITAR Newsletter WO.04/2026
Liebe Gitarrenfreunde, liebe VIP-Guitar Community,
manche Behauptungen sind zu steil, um sie nicht zu testen. Manche Instrumente sind zu revolutionär, um sie zu ignorieren – und manche Künstler sind zu einzigartig, um sie je aus den Ohren zu verlieren. Diese Woche verbinden wir genau diese Punkte: einen provokativen Klangtest, essentielles Harmoniewissen und die unsterbliche Lektion eines Genies.
Am Donnerstag stelle ich eine These auf die Probe: Marcus Deml behauptet, sein „Angry Gorilla“-Distortion-Pedal bringe jeden cleanen Amp zum Singen – und sei das wichtigste Pedal für reisende Gitarristen. Eine kühne Aussage, die mich direkt herausgefordert hat. Denn ein Pedal, das wirklich mit den meisten Amps harmoniert und dabei dynamisch und lebendig bleibt? Das klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Ist es Marketing oder der „Heilige Gral“? Wir finden es live gemeinsam heraus – Donnerstag um 17:00 Uhr.
Doch wahrer Fortschritt am Instrument kommt nie von einem einzelnen Gerät. Er kommt vom Verstehen. Deshalb ergänzt unser neuer Videokurs „Chord Knowledge“ von Sebastian diesen Hardware-Test perfekt. Er richtet sich an alle, die über Grundakkorde hinauswachsen wollen, die Harmonien nicht nur greifen, sondern verstehen möchten. Denn der beste Sound entsteht dort, wo tiefes Wissen auf das richtige Werkzeug trifft.
Und von wem könnten wir diese Haltung besser lernen als von Prince? Mein lesenswertes PDF-Portrait zeigt ihn als das unterschätzte Gitarrengenie, das immer betonte: „Der Ton kommt aus den Fingern.“ Seine Prinzipien – dass Rhythmus alles ist, dass weniger oft mehr ist und dass Technik stets der Emotion dienen muss – sind eine zeitlose Gebrauchsanweisung für jeden Musiker. Ein must-read, das deine Perspektive auf das Spiel verändern kann.
Dazu wartet wie immer ein kraftvolles Pentatonik-Training mit High-End Rock Licks und das Tutorial zu Lenny Kravitz‘ „It Ain’t Over ‘Til It’s Over“ – einem Song, der weiterhin beweist, dass musikalische Reife nichts mit Geschwindigkeit, sondern alles mit Timing und Feel zu tun hat.
Die Essenz dieser Woche: Ob ein Pedal, ein Akkordkurs oder die Philosophie einer Legende – es geht immer darum, deinen eigenen, unverwechselbaren Sound zu finden. Nicht im Gitarrenladen, sondern durch Wissen, Gefühl und die Bereitschaft, die Dinge zu hinterfragen.
Wir sehen uns am Donnerstag live zum Test. Bis dahin: viel Spaß beim Stöbern, Lernen und Spielen.
Sehenswert: „A Whale Saved My Life“
Es geht um die Meeresbiologin Nan Hauser, die bei einem Tauchgang eine ungewöhnliche Begegnung mit einem Buckelwal hatte. Was zunächst wie eine riskante Annäherung wirkte, stellte sich als Schutzreaktion des Tieres heraus: Der Wal hat sie vor einem Tigerhai abgeschirmt und sie sicher zurück zum Boot geleitet. Besonders bemerkenswert ist das Wiedersehen der beiden ein Jahr später.
Der Beitrag ist eine wunderschöne Beobachtung zum Thema Altruismus in der Natur und zeigt, wie vielschichtig die Kommunikation zwischen den Arten sein kann. Sehr bewegend.
Hier könnt ihr es euch ansehen: A Whale Saved My Life | BBC Earth
Buchempfehlung: „We Did Ok, Kid” – Anthony Hopkins.
Ich habe gerade das Buch „We Did Ok, Kid“ von Anthony Hopkins beendet und muss sagen: Es hat mich tief bewegt.
Es ist keine klassische Biografie, sondern eher eine späte, sehr ehrliche Bestandsaufnahme. Hopkins blickt mit über 80 Jahren zurück auf den kleinen, oft verängstigten Jungen aus Wales und führt einen Dialog mit diesem „Kid“. Er schreibt sehr offen über seine schwierige Beziehung zu seinem Vater, einem hart arbeitenden Bäcker, und über seinen eigenen, jahrzehntelangen Kampf mit dem Alkohol und der inneren Unruhe.
Was mich besonders beeindruckt hat, ist seine Nüchternheit – im wahrsten Sinne des Wortes. Er beschönigt nichts. Er beschreibt, wie er seine fast zwanghafte Arbeitsmoral und Disziplin als Werkzeug nutzt, um seine Dämonen im Zaum zu halten. Es ist eine Lektion darin, wie man Frieden mit seiner Herkunft schließt und akzeptiert, dass die Brüche im Leben einen erst zu dem Menschen machen, der man heute ist.
Gerade für uns, die wir auch schon ein paar Jahrzehnte Lebenserfahrung auf dem Buckel haben, ist seine Erkenntnis „Wir haben das ganz ordentlich gemacht“ unglaublich befreiend. Es ist ein Plädoyer für die Selbstversöhnung, ganz ohne Hollywood-Kitsch. Ich kann euch die Lektüre nur wärmstens empfehlen.
PS: Nutze unsere einzigartige neue KI-Suche, um gezielt genau das zu finden, was dich interessiert: 👉 VIP-Guitar KI Suche
Nächstes Livevideo: Donnerstag, 22.01. um 17:00 Uhr: Im Test: Angry Gorilla – Marcus Deml Signature Distortion

Im Test: Angry Gorilla – Marcus Deml Signature Distortion. Dieses Mal mache ich eine echte Ausnahme auf dem Kanal und löse ein Versprechen ein. Marcus Deml hat im Interview eine steile These aufgestellt: Er behauptet, dass sein „Angry Gorilla„ jeden cleanen Amp zum Singen bringt. Für ihn sei es das wichtigste Pedal überhaupt, wenn er in der Ferne unterwegs ist, über fremdes Equipment (Backline) spielen muss und nicht weiß, was ihn erwartet.
Diese Aussage hat mich getriggert. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwer – ja fast schon unmöglich – es ist, ein Distortion-Pedal zu finden, das wirklich die meisten cleanen Amps gut verzerren lässt und dabei noch dynamisch bleibt. Oft klingt es kratzig oder steril. Genau deshalb wollte ich das Pedal unbedingt testen: Ist es nur Marketing, oder der „Heilige Gral“ für reisende Gitarristen? Finden wir es am Donnerstag gemeinsam heraus.
Lenny Kravitz – It Ain’t Over ’til It’s Over | Gitarre Tutorial
It Ain’t Over ’til It’s Over – ein Paradebeispiel für den eleganten Soul-Rock-Sound der frühen 90er. Ein Song, der auf entspannt macht, aber musikalisch höchste Präzision verlangt: Timing, Feel und Kontrolle sind hier alles.
Genau deshalb eignet sich dieser Titel perfekt, um Groove, Rhythmusarbeit und ein geschmackvolles Solo-Spiel auf ein neues Niveau zu bringen. In diesem Tutorial zeige ich dir, wie du sowohl Rhythmus- als auch Solo-Gitarre stilgerecht umsetzt – ohne Schnickschnack, aber mit maximaler Wirkung.
Warum dieser Song dein Spiel verbessert
Die Trainingsvorteile dieses Liedes sind enorm. Du hast eine durchgehende Akkordfolge, die man wunderbar in Dreiklängen und Vierklängen spielen kann. Das zwingt dich dazu, präzise auf den hohen Saiten zu arbeiten und Transparenz im Mix zu schaffen.
Nimm dir Zeit, hör genau hin und lass den Song wirken. It Ain’t Over ’til It’s Over ist eine Meisterklasse in Sachen musikalische Reife. Es geht nicht darum, wie viele Noten du spielst, sondern wie du sie platzierst. Wenn du diesen Song sauber und entspannt durchspielen kannst, hast du einen riesigen Schritt in Richtung „Profi-Groove“ gemacht.
Neuer Videokurs: Chord Knowledge – Sebastian Minet

Für wen ist dieser Kurs?
Dieser Kurs richtet sich an Gitarristen, die über die Grundakkorde hinauswachsen wollen. Er ist ideal für Musiker, die:
- Die Standardakkorde sicher beherrschen und mehr wollen
- Verstehen möchten, warum bestimmte Akkorde gut zusammen klingen
- Ihr Akkordvokabular systematisch erweitern wollen
- Interesse an Blues, Jazz, Funk, Soul oder anspruchsvoller Popmusik haben
- Nicht nur greifen, sondern auch verstehen wollen
Wenn du bereit bist, tiefer in die Harmonik einzutauchen, dein Akkordspiel zu verstehen und auf ein neues Level zu heben – dann findest du hier genau das, was du benötigst.
Pentatonik für Fortgeschrittene – Teil 8: High-End Rock Licks Level 1
In Teil 8 unserer Pentatonik-Trainingsreihe warten drei hochgradig effiziente Rock-Licks auf dich, die dank klar strukturierter Fingersätze leicht erlernbar sind. Diese Licks lassen sich schnell in dein Repertoire integrieren und garantieren enormen Spaß beim Spielen!
Ich habe bewusst viel Spielgefühl in diese Licks eingebaut, damit sie sowohl auf langsamen als auch auf schnellen Tempi brillieren. Sie verbessern deine Technik in verschiedenen Bereichen und heben dich garantiert auf ein neues Level.
PRINCE – das unterschätzte Gitarren-Genie (lesenswertes PDF)
Prince spielte 27 Instrumente auf seinem Debütalbum – mit gerade einmal zwanzig Jahren. Er schrieb Hits für andere, produzierte alles selbst, dominierte die Bühne in High Heels und revolutionierte Funk, Rock und Pop. Doch Prince Rogers Nelson war vor allem ein außergewöhnlicher Gitarrist, dessen Virtuosität oft hinter seinem Showman-Image und seiner Genre-Grenzenlosigkeit verschwand.
Von Billy Gibbons, der stundenlang das Intro von „When Doves Cry“ zu knacken versuchte, bis zu Eric Clapton, der ihn angeblich als den besseren Gitarristen bezeichnete – die Fachwelt wusste Bescheid. Rolling Stone setzte ihn auf Platz 33, doch viele halten das für einen Witz. Warren Haynes brachte es auf den Punkt: „Prince war der größte Gitarrist der Post-Hendrix-Ära.“
Die Prinzipien von Prince
- Rhythmus ist das Fundament (der Groover): Prince sagte: „Wenn du keinen Rhythmus hast, kannst du genauso gut Stricken anfangen.“ Sein tightes, synkopiertes Funk-Rhythmusspiel war das Rückgrat jedes Tracks – von „Kiss“ bis „Controversy“. Lektion: Ohne Groove ist Lead-Spiel nutzlos. Übe 16tel-Noten mit Off-Beat-Betonung und Metronom, bis die Uhr danach gestellt werden kann.
- Weniger ist mehr (der Minimalist): „Kiss“ ist ein Welthit aus einem perkussiven Riff, Falsett und fast nichts sonst. Prince wusste: Raum und Timing schlagen komplexe Läufe. Lektion: Lass Pausen atmen. Eine perfekt platzierte Note sagt mehr als ein Shred-Feuerwerk.
- Technik dient der Emotion (der Emotionalist): Er konnte shredden wie ein Metal-Gitarrist, tat es aber nur, wenn es der Song verlangte. Sein weites Santana-Vibrato, dramatische Bendings und gesangliche Phrasen ließen jede Note weinen oder schreien. Lektion: Frag dich bei jedem Solo: Was will ich fühlen lassen?
- Stilistische Vielseitigkeit (der Grenzenlose): Funk, Rock, Blues, Jazz, Psychedelia – oft in einem Song. Prince ignorierte Schubladen, weil er alles studiert hatte. Lektion: Beschränke dich nicht auf einen Stil. Lerne von Sängerinnen (sein Tipp!), von Hendrix, von Santana, von Sonny T.
- Der Ton kommt aus den Fingern (der Fingerabdruck): Keine Endorsements, kein Gear-Talk. Madcat-Tele, dünne Picks, Boss-Pedale – aber der Sound war unverwechselbar, weil er aus Anschlag, Dynamik und Kontrolle kam. Lektion: Equipment ist zweitrangig. Deine Hände machen die Musik.
Essenz für dein Spiel
- Baue jeden Groove auf Rhythmus – spiele zu „Kiss“ nur die Rhythmusgitarre mit.
- Übe Bendings und Vibrato langsam: halte eine Note vier Takte, lass sie singen.
- Experimentiere mit 9th- und 13th-Akkorden, integriere Bassnoten in deine Riffs.
- Improvisiere über Funk-Backing-Tracks in A-Moll – aber lass bewusst Raum.
- Nimm dich auf Video auf: Prince performte jede Note. Entwickle Präsenz.
Einstieg: „Purple Rain“ Der Titelsong ist ein Meisterkurs in emotionalem Lead-Spiel. Beginne mit den zarten Arpeggios, baue langsam Intensität auf, explodiere erst im Finale. Weniger ist mehr – bis der Moment für die Ekstase kommt. Wer dieses Solo mit Gefühl statt Tempo spielt, versteht Prince.
Prince bewies, dass wahre Virtuosität nicht in Schubladen oder Perfektionismus steckt, sondern in der Fähigkeit, Genres zu sprengen, Emotion zu transportieren und den Groove zur Religion zu machen. Er war klein, schwarz, aus Minneapolis – und dominierte die Welt, weil er seinen eigenen Weg ging. Seine Botschaft: Ignoriere die Regeln. Finde deinen Sound. Der Ton kommt aus dir – nicht aus dem Gitarrenladen.
Unbedingt anschauen:
Prince’s Solo bei „While My Guitar Gently Weeps“ (Rock & Roll Hall of Fame 2004)
Super Bowl Halftime Show 2007 („Purple Rain“ im Regen)
Lernmaterial (Auswahl):
- Purple Rain – Prince
- Rhythmusgitarre Folge.6 Funk, Disco und mehr
- Gitarre lernen Tag 10 – Funk / Reggae
„Ich versuche immer, die Bassnoten einzuarbeiten, wenn ich Funk-Rhythmen spiele. Kids lernen heute nicht mehr richtig spielen.“ — Prince
Für weiteren Input: https://soundcloud.com/horstkeller
11.2025 – 10 neue Helix Songpresets:

Die besten Presets: Line 6 Helix Presets

Die besten Plektren: VIP-Guitar Plektren
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Ich wünsche dir, dass du jeden Tag ein klein bisschen #besser wirst.

Viel Freude mit der Gitarre
Horst Keller
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Onlineshop:
NEU: 12.25 – Chord Knowledge – Sebastian Minet
NEU: 11.25 – Helix Songpresets VOL.2
NEU: 04.25 – Line 6 Helix TOP 10 Amps VOL.2
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