VIP-Guitar News · WO39 / 2026
Große Songs bleiben jung, wenn wir sie weitergeben
Jannis Langhorst und Tim Blesing live, der Guitar Summit, zehn neue Helix-Stadium-Songwelten und die nächsten Schritte bei VIP-Guitar.
Liebe Gitarrenfreunde, liebe VIP-Guitar Community,
manche Wochen erinnern mich daran, warum ich VIP-Guitar vor so vielen Jahren aufgebaut habe. Nicht, damit wir immer noch schneller durch immer noch mehr Material hetzen. Sondern damit musikalische Erfahrung weitergegeben wird und Menschen den Mut bekommen, sich an große Musik heranzuwagen.
Am Donnerstag sitzt der 14-jährige Jannis Langhorst bei mir und spielt „Sultans of Swing“. Jannis ist Gitarrist in der Band von Tim Blesing. Tim wird ebenfalls dabei sein und „Blackbird“ singen und spielen.
Das sind zwei Songs, bei denen nichts Beliebiges stehen bleibt. Mark Knopflers Spiel lebt von Anschlag, Timing, Dynamik und der Kunst, nicht jeden freien Moment mit Tönen zuzuschütten. „Blackbird“ wirkt auf den ersten Blick klein, verlangt aber eine rechte Hand, die Puls, Stimmführung und Melodie gleichzeitig trägt.

Bei „Sultans of Swing“ arbeiten Jannis und ich an den Stellen, an denen der Song wirklich zu sprechen beginnt: an den Antworten zwischen den Gesangszeilen, am ersten Solo und natürlich am berühmten Schlusslauf. Entscheidend ist nicht, wie viele Knopfler-Licks man auswendig kennt. Entscheidend ist, ob eine Phrase Richtung besitzt und ob ein einzelner Ton im richtigen Moment mehr sagt als fünf schnelle.
Tim nimmt sich „Blackbird“ vor. Er singt den Song und zeigt, wie die Gitarrenbewegung die Melodie trägt. Wer nur von Griff zu Griff denkt, verliert leicht den Fluss. Wer dagegen die Stimmen hört und den Puls der rechten Hand behält, versteht, weshalb diese scheinbar schlichte Begleitung so vollständig klingt.
Der Livestream beginnt am Donnerstag, 24. September 2026, um 17:30 Uhr. Leg die Gitarre bereit. Wir wollen nicht nur vorspielen, sondern hörbar machen, welche musikalischen Entscheidungen hinter diesen beiden Klassikern stehen.
Vom Livestream direkt zum Guitar Summit
Am Freitag und Samstag bin ich beim Guitar Summit in Mannheim. Die Veranstalter nennen ihn mit gutem Grund Europas größte Gitarrenmesse. Wer Gitarren, Amps, Effekte und die Menschen dahinter liebt, erlebt dort an einem Wochenende eine Dichte, die man sonst kaum findet. Man kann Instrumente nicht nur auf Bildern betrachten, sondern in die Hand nehmen, vergleichen, hören und mit ihren Entwicklern sprechen. Eine Fahrt nach Mannheim lohnt sich deshalb nicht nur für den nächsten Kauf. Sie lohnt sich für neue Ideen.
Ich freue mich besonders darauf, Thomas Blug zu treffen und seinen AMP X endlich selbst anzuspielen. Ebenso freue ich mich auf Marcus Deml und auf viele weitere großartige Musiker, Entwickler und bekannte Gesichter, die diese Messe lebendig machen. Genau diese Mischung aus Handwerk, Technik und Musik ist es, die den Guitar Summit für mich so spannend macht.
Wer mich schon länger begleitet, weiß: Ich fotografiere dort die Instrumente, Geräte und Details, die mich wirklich interessieren. Eine Woche später nehme ich euch in einem Rückblick mit und erzähle, was ich gesehen, gespielt und in den Gesprächen erlebt habe.
Und noch etwas ist mir wichtig: Wenn du mich auf dem Guitar Summit siehst, sprich mich bitte an. Bleib nicht auf Abstand, weil du denkst, ich sei gerade beschäftigt oder müsse irgendwohin. VIP-Guitar besteht nicht aus Klickzahlen, sondern aus Menschen. Ich freue mich wirklich, die Gesichter zu den Namen kennenzulernen, mit euch über Musik zu sprechen und zu hören, woran ihr gerade arbeitet.
Eine Messe ist für mich dann wertvoll, wenn hinter einer Neuheit eine musikalische Idee steckt. Macht sie das Spielen unmittelbarer? Löst sie ein echtes Problem? Hilft sie einem Musiker, seinen eigenen Ton klarer zu finden? Genau mit diesen Fragen gehe ich durch die Hallen.
Der Guitar Summit ist deshalb kein Schaufenster für möglichst viel neues Zeug. Er ist eine Gelegenheit, Entwicklungen einzuordnen und für euch das herauszufiltern, was Substanz besitzt.
Zehn Sounds, an denen ich selbst nicht vorbeigekommen bin

Parallel dazu ist in den vergangenen Tagen eines der aufwendigsten Klangprojekte dieses Jahres entstanden: Helix Stadium Presets, VIP-Guitar Edition 4.
Ich habe jedes Preset am echten Helix Stadium gespielt, korrigiert, wieder gespielt und erst nach dem Rückexport als final behandelt. Nicht ein Ampmodell plus etwas Hall, sondern komplette Songwerkzeuge. Die Snapshots bilden die Rollen ab, die man im Stück wirklich braucht. Rhythmus, Intro, Refrain, Solo, breite Livevarianten und zusätzliche Booststufen sind songbezogen abgestimmt.
Die Tabelle zeigt, weshalb Edition 4 mehr ist als eine Sammlung hübscher Grundsounds. Bei „Comfortably Numb“ muss das erste Solo warm tragen, während das zweite größer und weiter aufgehen darf. „Long Train Runnin’“ braucht rhythmische Präzision und einen Anschlag, der trotz Bewegung durchsichtig bleibt. „Black Velvet“ verlangt dunklen Plexi-Biss, eine akustische Ebene und ein Solo mit deutlich mehr Raum. Bei „Sweet Home Alabama“ waren der helle Grundsound, die gestufte Gainstruktur und ein Raum entscheidend, der den Anschlag nicht verschluckt.
Diese Presets sind nicht am Bildschirm fertig geworden. Sie mussten sich unter den Fingern und im Song bewähren. Genau das spart später die endlose Suche bei Probe, Unterricht oder Auftritt. Man schaltet in die musikalische Rolle, die der Song an dieser Stelle braucht, und kann spielen.
Edition 4 ist eine Investition in zehn sorgfältig ausgearbeitete Songwelten. Wenn du Helix Stadium spielst und dir diese Arbeit nicht zehnmal selbst machen willst, ist dieses Paket jeden Cent wert.
Einzelwert der zehn Presets: 84,00 €. Komplette Edition 4: 55,00 €. Du sparst 29,00 €.
Aktualisiert: zehn Rockgitarren-Songlektionen

Auch auf der Website ist in den vergangenen Wochen weit mehr passiert, als man von außen auf den ersten Blick sieht. Die Serie „Rockgitarre für Fortgeschrittene“ wurde auf zehn Songlektionen ausgebaut. Dazu gehören unter anderem „Back in Black“, „Whole Lotta Love“, „Walk This Way“, „Smells Like Teen Spirit“, „Message in a Bottle“, „Livin’ on a Prayer“, „Black Velvet“, „Sweet Home Alabama“ und „Parisienne Walkways“.
Die bestehende Serie wurde vollständig aktualisiert. Die öffentliche Serie und der Mitgliederkurs wurden zusammengeführt und erweitert. Im Mitgliederbereich kommt zusätzlich ein Pentatonik-Bonus hinzu. Die zentralen Downloads wurden geprüft und die Wege durch die Lektionen neu geordnet. Das klingt nach Arbeit im Hintergrund. Für dich bedeutet es etwas Konkretes: weniger Suchen, klarere Lernschritte und mehr Songs, an denen Technik unmittelbar zu Musik wird.
Diese aktualisierte Serie ist wichtig, weil sie nicht mit isolierten Übungen beginnt. Sie beginnt mit Songs, die eine klare Aufgabe stellen. Ein Riff verlangt Timing. Ein Chorus verlangt Kontrolle über Dynamik. Ein Solo verlangt Phrasierung. Die Technik bekommt damit sofort einen musikalischen Grund.
Song-Tutorial: Walk This Way
„Walk This Way“ ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie schnell ein Riff seinen Charakter verliert, wenn man nur die richtigen Töne spielt. Der Groove entsteht aus der Verzahnung von Akzenten, kurzen Noten, Pausen und der Kontrolle der rechten Hand.
Übe das Riff zunächst langsamer, aber mit vollständiger Artikulation. Verkürze die Noten bewusst. Lass die Pausen stehen. Erst wenn der Körper den Puls behält, erhöhe das Tempo. So wird aus einer Tonfolge ein Riff, das wirklich läuft.
Zwei Minuten Mark Knopfler: Signature Lick Nr. 1
Mark Knopflers Spiel wirkt nicht deshalb so stark, weil er jede Lücke mit einer weiteren Figur füllt. Seine Phrasen besitzen ein Ende. Die Pause danach gibt dem nächsten Ton Richtung.
Nimm eine kurze Phrase, die du sicher spielen kannst. Lass danach bewusst einen Schlag frei und antworte erst dann. Wenn die Pause Spannung erzeugt, hast du nicht weniger gespielt. Du hast klarer gesprochen.
Das Video dauert nur rund zwei Minuten. Gerade deshalb ist es nützlich: Es konzentriert sich auf einen einzigen Gedanken. Du verbindest die Töne eines D-Moll- und D-Moll-7-Arpeggios zu einer Phrase und hörst, wie aus Akkordtönen eine melodische Aussage wird.
„Ein Lick wird nicht dadurch musikalisch, dass alle Töne richtig sind. Er wird musikalisch, wenn jeder Ton weiß, wohin er will.“
Die verlinkte Seite habe ich vollständig überarbeitet. Dort findest du jetzt den harmonischen Zusammenhang, konkrete Übeschritte, den Vergleich zwischen Plektrum und Fingeranschlag sowie das ergänzende PDF über den „Gitarren-Gentleman“.
Woran wir als Nächstes arbeiten
Hinter den Kulissen wächst bereits das nächste Material. Mit Sebastian Minet arbeiten wir an einem neuen Kurs zu John Mayer. Fabian Ratsak hat angekündigt, wieder neue Kurse für VIP-Guitar zu entwickeln. Und auch die Workshops für 2027 müssen in den kommenden zwei Wochen geplant und finalisiert werden.
Ich nenne das nicht, um eine endlose Liste von Versprechen aufzustellen. Ich möchte dir zeigen, worin deine Unterstützung fließt: in neue Kurse, überarbeitete Lernwege, sorgfältig entwickelte Presets, verständliche PDFs und persönliche Livestreams, in denen musikalische Fragen nicht oberflächlich abgehandelt werden.
Wenn dir meine Arbeit etwas bedeutet

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Zum Schluss eine Frage an dich:
Welcher Song hat dich als jungen Menschen davon überzeugt, dass du Gitarre spielen willst?
Bei mir waren es zwei Songs, die unterschiedlicher kaum sein könnten: „Fever“ von Elvis Presley und „Michelle“ von den Beatles. Der eine lebt von Reduktion, Puls und Raum. Der andere von einer Melodie und Harmonik, die einen nicht mehr loslassen. Damals hätte ich es vermutlich noch nicht so formuliert. Aber genau diese beiden Pole begleiten mich bis heute: ein Ton muss Rhythmus besitzen, und er muss etwas erzählen.
Schreib mir und erzähl mir deinen Song. Vielleicht ist genau dieser Song heute der Grund, warum ein anderer Mensch zur Gitarre greift.
„Eine Gitarre verändert dein Leben nicht, solange sie im Ständer steht. Nimm sie in die Hand. Der nächste Ton kann der Anfang von etwas sein, das dich ein Leben lang begleitet.“
Viel Freude beim Spielen. Haltet die Gitarre am Leben!
Euer Horst
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