Songtutorial · Cream · Eric Clapton
White Room auf der Gitarre: Rhythmus, Wah-Wah und Claptons Solosprache
White Room verbindet ein Intro im 5/4-Takt mit einer scheinbar einfachen Rockbegleitung und einem Solo voller typischer Clapton-Ideen. Horst zerlegt die 85-minütige Lektion in spielbare Formen: Dreiklänge, Powerchords, Dur- und Moll-Pentatonik, Repeating Licks, Triller und kontrollierte Bendings.
Komplette Lektion und Hörreferenz
Höre zuerst die Rollen der Gitarren
Die Studiofassung arbeitet mit mehreren Gitarrenspuren. Horst zeigt deshalb eine belastbare Ein-Gitarren-Lösung und vergleicht sie mit der Cream-Livefassung von 2005. Jörg ergänzt den Bass und macht hörbar, wie eigenständig Jack Bruces Linie unter der Gitarre arbeitet.
Intro und Dreiklänge
Vier Akkorde, fünf Viertel und drei Gitarrenebenen
Das Intro folgt zweimal G-Moll, F-Dur, D-Moll und C-Dur, danach führt Am7 in die Strophe. Die Notation bestätigt den 5/4-Takt. Für eine Gitarre reduziert Horst die Studiolagen auf volle Akkorde oder Powerchords. Wer die obere Linie spielen will, nutzt die Dreiklänge im zehnten, achten, fünften und dritten Bund.
G-Moll
Beginne mit dem Dreiklang im zehnten Bund oder dem vollen Mollgriff. Lass den Ton stehen und kontrolliere Nebensaiten.
F-Dur
Die obere Form liegt im achten Bund. Der Wechsel soll fließen, ohne dass die Hand den Kontakt zum Griffbrett verliert.
D-Moll und C
Die Formen im fünften und dritten Bund bilden die fallende Linie. Übe sie zunächst ohne Rhythmusdruck.
Am7 als Tür
Am Ende des Intros steht Am7. Höre den Schlagzeugakzent und beginne die Strophe erst nach diesem Übergang.
Strophe und Chorus
Die Begleitung läuft wie ein musikalisches Uhrwerk
Die Strophe wiederholt D5, Csus2, G/B sowie den kurzen Weg über Bb5 und C5. Horst nennt das ein Perpetuum mobile: wenig Material, das ohne Unterbrechung trägt. Im Chorus wird die Fläche mit C, G, Bb, A und den folgenden Powerchords größer. Die Livefassung ist dabei die klarere Vorlage für eine einzelne Gitarre.
Ein Griffmuster, viele Wiederholungen
Halte die Bassnoten stabil und wechsle Csus2 zu G/B mit möglichst kleiner Bewegung. Bb5 und C5 bleiben kurze, klare Zielpunkte.
Powerchords mit eindeutigen Enden
Clapton spielt live eine druckvolle, vereinfachte Version. Die Akkorde müssen breit klingen, dürfen aber nicht ineinanderlaufen.
Anschlag formt den Filter
Im Studio liegen zusätzliche Wah-Wah-Figuren über der Begleitung. Horst zeigt alternativ einen anschlagdynamischen Filter, der stärker öffnet, wenn du härter spielst.
Form und Originalmaterial
Du musst nicht alle 118 Takte neu lernen
GP und GPX enthalten 118 Takte mit vier Spuren: Eric Clapton, zweite Gitarre, Jack Bruce und Ginger Baker. Beide Dateien speichern 116 BPM. Die Hauptform wiederholt Intro beziehungsweise Bridge, Strophe und Chorus. Dadurch bleibt der Lernaufwand überschaubar, sobald jede Grundfigur einzeln sitzt.
Die Dateien zeigen außerdem, wie viel Ausdruck in der Solospur notiert ist: zahlreiche Bendings, Hammer-ons, Pull-offs, Slides und Vibratos. Diese Zahlen sind kein Übeziel. Sie erklären nur, warum das Solo trotz weniger Pentatonikformen so lebendig klingt.
Die belastbare Reihenfolge
- Introakkorde im 5/4-Takt sichern.
- Dreiklanglinie separat verbinden.
- Strophenfigur als Dauerschleife spielen.
- Chorus und Rückweg ins Intro ergänzen.
- Erst danach Solobausteine auswählen.
Claptons Solosprache
Moll als Basis, Dur als gezieltes Licht
Das Solo steht überwiegend in der D-Moll-Pentatonik. Clapton setzt Dur-Töne und Dur-Double-Stops nur als Farbe ein. Horst arbeitet nicht das komplette Solo Note für Note ab. Er wählt Bausteine, die du in deine eigene Improvisation übertragen kannst.
Hammer-on, Pull-off, Nachbarton
Der kurze Triller auf einer Saite endet auf der tieferen Nachbarsaite. Führe ihn durch mehrere Pentatoniklagen, bis die Bewegung ohne Kraft funktioniert.
Rhythmus vor Geschwindigkeit
Wiederholte Figuren leben von stabiler Gruppierung. Spiele sie langsam, klatsche den Puls und erhöhe erst dann das Tempo.
Halbton, Ganzton, drei Halbtöne
Die großen Bendings bilden Höhepunkte. Prüfe jeden Zielton vorher normal gegriffen und wechsle die Handposition, wenn ein sauberer Zug sonst nicht möglich ist.
Der zentrale Patternlauf geht drei Töne vor und einen zurück. Danach dreht die Bewegung um. Übe dieses Vierer-Muster in einer Pentatonikposition, singe seine Kontur und übertrage es erst später auf weitere Lagen.
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31 Kapitel für deinen Übeweg
- 00:00 · BegrüßungStart ins Tutorial.
- 02:11 · Jeff BeckHorsts Würdigung.
- 04:05 · Drei GitarrenspurenStudiofassung und Ein-Gitarren-Lösung.
- 06:08 · Cream und 5/4Intro, Jack Bruce und Ginger Baker.
- 07:19 · IntroakkordeGm, F, Dm und C.
- 08:20 · SoundcheckPlexi, Fuzz und SG.
- 09:28 · DreiklängeObere Formen des Intros.
- 12:41 · Am7Übergang in die Strophe.
- 13:26 · StropheWiederkehrendes Begleitmuster.
- 15:42 · ChorusPowerchords und Präzision.
- 18:03 · Studio und liveVereinfachungen vergleichen.
- 21:25 · Wah-WahFilter und Anschlag.
- 23:43 · RhythmusüberblickBegleitung zusammenfassen.
- 25:26 · GriffbrettDreiklänge visualisieren.
- 27:06 · Cream-ÄraClaptons frühe Solosprache.
- 30:54 · 10-Band-EQSolosound anheben.
- 33:14 · Solo Teil 1D-Moll und Double-Stops.
- 34:55 · Clapton-AbgangTypisches Lick isolieren.
- 38:07 · Der SchlenkerHammer-on und Pull-off.
- 42:05 · Dur und MollPentatonikfarben mischen.
- 46:54 · Repeating LicksTriller und Wiederholungen.
- 51:41 · BassspurJack Bruces Gegenstimme.
- 53:57 · SlidesFließende Übergänge.
- 57:26 · Große BendingsDrei Halbtöne als Höhepunkt.
- 01:02:24 · PatternlaufVorwärts und rückwärts.
- 01:06:03 · WorkshopsHinweise aus dem Livestream.
- 01:10:56 · Gitarre spielenHorsts Appell ans Üben.
- 01:13:09 · Isolierte SpurenGesang und Gitarre hören.
- 01:21:50 · Helix-SoundFuzz, Filter und Abschluss.
- 01:23:48 · RückblickJörg und Horst fassen zusammen.
- 01:24:38 · Nächster SchrittEine Idee auswählen und umsetzen.
Konkreter Übeplan
Sechs Einheiten vom Akkord zum eigenen Lick
- Intro: Gm, F, Dm, C und Am7 langsam im 5/4-Puls verbinden.
- Dreiklänge: Die vier oberen Formen ohne Pause abwärts spielen.
- Strophe: D5, Csus2, G/B, Bb5 und C5 als Endlosschleife üben.
- Chorus: Powerchords mit klaren Akkordenden aufnehmen.
- Solo: Einen Schlenker oder ein Repeating Lick in D-Moll stabilisieren.
- Transfer: Das gewählte Lick rhythmisch verändern und in eine eigene Phrase setzen.
Eine Idee reicht für eine gute Einheit
Horst sagt am Ende ausdrücklich: Nimm die eine oder andere Idee mit und setze sie um. Genau so solltest du arbeiten. Wähle nicht gleichzeitig Dreiklänge, Chorus, Wah-Wah und das komplette Solo. Baue zuerst eine Bewegung, die du hören, singen und kontrolliert wiederholen kannst.
Bei Bendings spielst du den Zielton zuerst normal. Bei Repeating Licks bleibt der Puls hörbar. Beim Patternlauf singst du die Vorwärts- und Rückwärtskontur. Erst wenn diese Kontrolle steht, kommen Tempo und Sound hinzu.
Nutze danach die isolierten Spuren als Kontrolle. Auf der Gitarrenspur hörst du Akkordlängen und Slides, auf der Bassspur die eigenständige Gegenbewegung. Der Backingtrack zeigt schließlich, ob deine Begleitung auch ohne Horsts Vormachen durchgehend trägt.
Stoppe nach jeder Aufnahme einmal bewusst. Notiere nur einen Fehler: Rhythmus, Saitengeräusch oder Zielton. Im nächsten Durchgang korrigierst du genau diesen Punkt.
Premium-Material
PDF, Guitar Pro und isolierte Spuren
Das bestehende Unterstützerpaket bleibt unverändert. Im Archiv liegen die Songausarbeitung, GP und GPX, Backingtrack sowie isolierte Gitarren-, Bass- und Gesangsspuren.
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Hinweis: Das Material ist zum persönlichen Lernen bestimmt. Rechte an Komposition und Originalaufnahme verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern.
Sound aus der Lektion
Sustain für das Intro, Definition für die Sololinien
Horst arbeitet mit einem Plexi-Modell, Jumbo Fuzz, Filter beziehungsweise Wah-Wah und einem 10-Band-EQ als Soloboost. Der EQ hebt nicht nur die Lautstärke an, sondern formt Präsenz und Druck. Die Effektkette stammt aus der Lektion und ist keine Behauptung über Claptons exaktes historisches Setup.
Plexi plus Fuzz
Der Fuzz verlängert die oberen Intro-Töne. In der Begleitung muss trotzdem jeder Anschlag erkennbar bleiben.
Wah-Wah und EQ gezielt
Das Wah färbt die Linie, der EQ setzt sie nach vorne. Beide Effekte verstärken nur, was Timing, Bending und Artikulation bereits liefern.
Passende nächste Schritte
Bleib bei Claptons Vokabular
Deine Bendings treffen den Zielton noch nicht?
Die Gitarrenpedia-Lektion trennt Zielton, Handblock und Intonation. Das ist die passende Ergänzung vor Claptons großen Spannungsbendings.


