Steppenwolf · 1968 · Rockgitarre
Born to Be Wild auf der Gitarre: Riff, Groove und kontrollierte Eskalation.
Das Intro kennt jeder. Schwieriger ist, den Song danach weiterzutreiben: Palm Mutes, kurze Licks, synkopierte Orgelbegleitung, ein Crescendo und ein E7♯9-Akkord greifen ineinander. Horst baut die komplette Gitarrenrolle in klaren Abschnitten auf – elektrisch und akustisch.
Komplette Videolektion
45 Minuten vom E-Riff bis zur Bandrolle im Orgelsolo.
Horst analysiert Intro, Strophe, G- und A-Passagen, Licks, Bridge, Refrain-Zuleitung, Orgelsolo, E7♯9 und Finale. Danach übersetzt er das Arrangement auf eine einzelne Akustikgitarre und nähert sich dem historischen Rocksound mit Fuzz und Marshall-Grundklang.
Song und Wirkung
Mehr als das berühmte Intro: Acht-Takt-Blöcke mit klaren Funktionen.
Mars Bonfire schrieb „Born to Be Wild“, Steppenwolf veröffentlichte den Song 1968. Die Verwendung in Easy Rider von 1969 verknüpfte ihn dauerhaft mit Straße und Aufbruch. Musikalisch bleibt die Energie jedoch präzise organisiert.
E als festes Zentrum
Der Akkord bleibt stehen, während Sechste und Septime die Bewegung liefern. Pausenzeichen formen die rhythmische Kontur.
Palm Mute und Zug
Die tiefe E-Saite wird an der Brücke gedämpft. Der Puls läuft nicht neutral gerade, sondern zieht leicht nach vorn.
Bridge, Orgel und Crescendo
Pausierte Akkorde öffnen den Refrain; im Orgelsolo übernehmen Synkopen, E7♯9 und ein mehrtaktiges Lautstärkewachstum.
Der rhythmische Motor
Der Zug im Rhythmus entsteht aus Attack, Dämpfung und Luft.
Horst lässt die linke Hand zunächst alle Saiten dämpfen und trainiert nur die rechte Bewegung. Rund 80 Prozent der Rhythmusarbeit stecken in diesem wiederkehrenden Muster. Erst danach kommen Akkord, Riffende und Licks hinzu.
- Pausen aktiv erzeugen: Finger links leicht anheben und mit beiden Händen Nebensaiten kontrollieren. Die Stille gehört zum Riff.
- Palm Mute positionieren: Die Handkante liegt direkt vor der Brücke. Der Ton bleibt definiert und verliert nicht vollständig seine Tonhöhe.
- Acht Takte denken: Intro, Strophenmotiv und Zwischenspiele in vollständigen Blöcken lernen, statt Licks ohne Formbezug zu sammeln.
- Tempo später: Die 146–148 BPM sind Zielbereich. Zuerst muss der Bewegungsablauf klein, locker und wiederholbar sein.
Ergonomie vor Eitelkeit
Der große Stretch hat eine klanggleiche Alternative
Die tiefe E-Lage mit kleinem Finger auf Sechste und Septime ist auch für Horst anstrengend. Ein höheres E-Voicing mit offener tiefer E-Saite verkürzt den Abstand deutlich und erfüllt dieselbe harmonische Funktion.
Bandrolle und Klang
Orgelsolo, E7♯9 und Fuzz brauchen musikalische Zuständigkeit.
Begleiten statt übermalen
Während die Orgel soliert, hält die Gitarre den synkopierten Rhythmus. Frage-Antwort mit eigenen Licks funktioniert nur, wenn es mit dem Organisten vereinbart ist.
E7♯9 als Reibung
Der sogenannte Hendrix-Akkord bringt Durterz, kleine Septime und übermäßige None zusammen. Horst setzt ihn als markante Farbe im Orgelsolo und am Akustikfinale ein.
Fuzz vor wenig Gain
Für die historische Klangrichtung zeigt Horst einen alten Marshall-Grundsound mit Höhen und Presence plus zurückgenommenem Fuzz. Der Groove bleibt dennoch die Hauptquelle der Wirkung.
Kapitel im Video
Direkt zu den entscheidenden Unterrichtsstellen.
- 01:09 · SongsegmenteIntro, Strophe, Bridge, Refrain-Zuleitung und Orgelsolo.
- 02:38 · Intro-Riff und PausenE-Akkord, Fingerbewegung und rhythmische Artikulation.
- 04:47 · Stretch-AlternativeHöheres E-Voicing mit offener tiefer E-Saite.
- 06:41 · Palm-Mute-StropheDer Zug im tiefen E-Motiv und leichtere Fingersätze.
- 15:15 · Rechte-Hand-BasisDie Bewegung hinter rund 80 Prozent des Rhythmus.
- 16:52 · Bridge und SteigerungPausenakkorde als Weg in Refrain und Orgelsolo.
- 22:57 · E7♯9 und OrgelsoloHendrix-Akkord, Dead Notes und synkopierte Begleitung.
- 28:37 · AkustikversionVollere Akkorde und Melodietöne für eine Gitarre.
Konkreter Übeplan
Riff, Zug, Steigerung – in fünf belastbaren Schritten.
Baue das Stück aus Bewegungen auf, nicht aus einer langen Kette von Noten. Jeder Schritt muss bei reduziertem Tempo locker und über mehrere Minuten wiederholbar sein.
- Stumme Schlaghand: Dämpfe alle Saiten links und spiele nur das Zugmuster. Akzente und Pausen bleiben auch ohne Ton hörbar.
- Intro wählen: Teste tiefe Stretch- und hohe Alternativlage. Verwende konsequent die Version, die ohne dauerhafte Spannung funktioniert.
- Acht-Takt-Block: Verbinde Introende, Palm-Mute-Strophe und ersten G/A-Übergang ohne Stopp.
- Steigerung messen: Spiele das E-Crescendo über vier Takte von leise bis kräftig, ohne das Tempo zu beschleunigen.
- Bandrolle simulieren: Begleite das Orgelsolo mit Synkopen und E7♯9. Eigene Licks kommen nur in bewusst freigelassenen Antworten.
Für VIP-Guitar Unterstützer
Zusatzmaterial zu Born to Be Wild
Die Ausarbeitung bündelt Riff, Rhythmussektionen, Licks, Bridge, Orgelsolo-Begleitung, E7♯9 und Akustikvarianten als Ergänzung zur Videolektion.
Diese Dateien sind Horst Kellers Interpretation des Stücks und ausschließlich für privates Studium, Ausbildung oder Forschung bestimmt.
Passender Gitarrensound
Der Sound dazu: Plexi als ehrliche Ausgangsbasis.
Im Tutorial arbeitet Horst mit einem Marshall-Grundsound und zurückgenommenem Fuzz. Ein ausdrücklich für Born to Be Wild gebautes Preset ist derzeit nicht im Shop. Diese beiden Presets führen in die passende offene Classic-Rock-Richtung; Gain und Fuzz stimmst du auf deine Gitarre und Anlage ab.
Helix Stadium
Plexi 2026
Ein offener, dynamischer Classic-Rock-Grundsound aus der Helix-Stadium-Kategorie – eine passende moderne Basis für die Marshall-Seite der Lektion.
Plexi 2026 ansehenHelix Presets
Marshall Super Lead 100
Ein klassischer Plexi-Grundsound aus der Helix-Preset-Kategorie – eine passende Amp-Basis, aber kein ausdrücklich für Born to Be Wild gebauter Songsound.
Marshall-Preset ansehenGemeinsam spielen
Vom Üben zum gemeinsamen Spielen.
Ein Rockklassiker bekommt seinen eigentlichen Sinn, wenn du ihn mit anderen spielst. Auf der Workshop-Seite findest du aktuelle Termine, Gitarrencamps und das jeweils aktuelle VIP-Guitar-Treffen – mit Unterricht, Austausch und gemeinsamen Sessions.
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