Born to Be Wild von Steppenwolf – Rockgitarren-Tutorial mit Horst Keller

Steppenwolf · 1968 · Rockgitarre

Born to Be Wild auf der Gitarre: Riff, Groove und kontrollierte Eskalation.

Das Intro kennt jeder. Schwieriger ist, den Song danach weiterzutreiben: Palm Mutes, kurze Licks, synkopierte Orgelbegleitung, ein Crescendo und ein E7♯9-Akkord greifen ineinander. Horst baut die komplette Gitarrenrolle in klaren Abschnitten auf – elektrisch und akustisch.

BandSteppenwolf
AutorMars Bonfire
Jahr1968
Pulsca. 146–148 BPM · 4/4

Komplette Videolektion

45 Minuten vom E-Riff bis zur Bandrolle im Orgelsolo.

Horst analysiert Intro, Strophe, G- und A-Passagen, Licks, Bridge, Refrain-Zuleitung, Orgelsolo, E7♯9 und Finale. Danach übersetzt er das Arrangement auf eine einzelne Akustikgitarre und nähert sich dem historischen Rocksound mit Fuzz und Marshall-Grundklang.

Entscheidend: Das Riff darf nicht nur korrekt gegriffen sein. Der leichte Vorwärtszug, das Abdämpfen und die kurzen Pausen müssen zusammenwirken – sonst bleibt ein bekanntes Tonmuster ohne den Steppenwolf-Charakter.

Song und Wirkung

Mehr als das berühmte Intro: Acht-Takt-Blöcke mit klaren Funktionen.

Mars Bonfire schrieb „Born to Be Wild“, Steppenwolf veröffentlichte den Song 1968. Die Verwendung in Easy Rider von 1969 verknüpfte ihn dauerhaft mit Straße und Aufbruch. Musikalisch bleibt die Energie jedoch präzise organisiert.

Intro

E als festes Zentrum

Der Akkord bleibt stehen, während Sechste und Septime die Bewegung liefern. Pausenzeichen formen die rhythmische Kontur.

Strophe

Palm Mute und Zug

Die tiefe E-Saite wird an der Brücke gedämpft. Der Puls läuft nicht neutral gerade, sondern zieht leicht nach vorn.

Steigerung

Bridge, Orgel und Crescendo

Pausierte Akkorde öffnen den Refrain; im Orgelsolo übernehmen Synkopen, E7♯9 und ein mehrtaktiges Lautstärkewachstum.

Der rhythmische Motor

Der Zug im Rhythmus entsteht aus Attack, Dämpfung und Luft.

Horst lässt die linke Hand zunächst alle Saiten dämpfen und trainiert nur die rechte Bewegung. Rund 80 Prozent der Rhythmusarbeit stecken in diesem wiederkehrenden Muster. Erst danach kommen Akkord, Riffende und Licks hinzu.

  • Pausen aktiv erzeugen: Finger links leicht anheben und mit beiden Händen Nebensaiten kontrollieren. Die Stille gehört zum Riff.
  • Palm Mute positionieren: Die Handkante liegt direkt vor der Brücke. Der Ton bleibt definiert und verliert nicht vollständig seine Tonhöhe.
  • Acht Takte denken: Intro, Strophenmotiv und Zwischenspiele in vollständigen Blöcken lernen, statt Licks ohne Formbezug zu sammeln.
  • Tempo später: Die 146–148 BPM sind Zielbereich. Zuerst muss der Bewegungsablauf klein, locker und wiederholbar sein.

Ergonomie vor Eitelkeit

Der große Stretch hat eine klanggleiche Alternative

Die tiefe E-Lage mit kleinem Finger auf Sechste und Septime ist auch für Horst anstrengend. Ein höheres E-Voicing mit offener tiefer E-Saite verkürzt den Abstand deutlich und erfüllt dieselbe harmonische Funktion.

Stop-Regel: Wenn Handgelenk oder kleiner Finger unter Spannung bleiben, wechselst du zur höheren Lage. Ein wiederholbarer Groove ist musikalisch wertvoller als eine schmerzhafte Griffposition.

Bandrolle und Klang

Orgelsolo, E7♯9 und Fuzz brauchen musikalische Zuständigkeit.

Orgelsolo

Begleiten statt übermalen

Während die Orgel soliert, hält die Gitarre den synkopierten Rhythmus. Frage-Antwort mit eigenen Licks funktioniert nur, wenn es mit dem Organisten vereinbart ist.

Akkordfarbe

E7♯9 als Reibung

Der sogenannte Hendrix-Akkord bringt Durterz, kleine Septime und übermäßige None zusammen. Horst setzt ihn als markante Farbe im Orgelsolo und am Akustikfinale ein.

Sound

Fuzz vor wenig Gain

Für die historische Klangrichtung zeigt Horst einen alten Marshall-Grundsound mit Höhen und Presence plus zurückgenommenem Fuzz. Der Groove bleibt dennoch die Hauptquelle der Wirkung.

Akustikfassung: Allein darfst du voller spielen: ganze E-, G- und A-Akkorde, E6/E7-Farben und kleine Melodietöne in der Begleitung. In der Band lässt du Bass und Orgel ihre Stimmen behalten.

Kapitel im Video

Direkt zu den entscheidenden Unterrichtsstellen.

Konkreter Übeplan

Riff, Zug, Steigerung – in fünf belastbaren Schritten.

Baue das Stück aus Bewegungen auf, nicht aus einer langen Kette von Noten. Jeder Schritt muss bei reduziertem Tempo locker und über mehrere Minuten wiederholbar sein.

  1. Stumme Schlaghand: Dämpfe alle Saiten links und spiele nur das Zugmuster. Akzente und Pausen bleiben auch ohne Ton hörbar.
  2. Intro wählen: Teste tiefe Stretch- und hohe Alternativlage. Verwende konsequent die Version, die ohne dauerhafte Spannung funktioniert.
  3. Acht-Takt-Block: Verbinde Introende, Palm-Mute-Strophe und ersten G/A-Übergang ohne Stopp.
  4. Steigerung messen: Spiele das E-Crescendo über vier Takte von leise bis kräftig, ohne das Tempo zu beschleunigen.
  5. Bandrolle simulieren: Begleite das Orgelsolo mit Synkopen und E7♯9. Eigene Licks kommen nur in bewusst freigelassenen Antworten.

Für VIP-Guitar Unterstützer

Zusatzmaterial zu Born to Be Wild

Die Ausarbeitung bündelt Riff, Rhythmussektionen, Licks, Bridge, Orgelsolo-Begleitung, E7♯9 und Akustikvarianten als Ergänzung zur Videolektion.

Passender Gitarrensound

Der Sound dazu: Plexi als ehrliche Ausgangsbasis.

Im Tutorial arbeitet Horst mit einem Marshall-Grundsound und zurückgenommenem Fuzz. Ein ausdrücklich für Born to Be Wild gebautes Preset ist derzeit nicht im Shop. Diese beiden Presets führen in die passende offene Classic-Rock-Richtung; Gain und Fuzz stimmst du auf deine Gitarre und Anlage ab.

Helix Stadium

Plexi 2026

Ein offener, dynamischer Classic-Rock-Grundsound aus der Helix-Stadium-Kategorie – eine passende moderne Basis für die Marshall-Seite der Lektion.

Plexi 2026 ansehen

Helix Presets

Marshall Super Lead 100

Ein klassischer Plexi-Grundsound aus der Helix-Preset-Kategorie – eine passende Amp-Basis, aber kein ausdrücklich für Born to Be Wild gebauter Songsound.

Marshall-Preset ansehen

Gemeinsam spielen

Vom Üben zum gemeinsamen Spielen.

Ein Rockklassiker bekommt seinen eigentlichen Sinn, wenn du ihn mit anderen spielst. Auf der Workshop-Seite findest du aktuelle Termine, Gitarrencamps und das jeweils aktuelle VIP-Guitar-Treffen – mit Unterricht, Austausch und gemeinsamen Sessions.

Weiterlernen

E7♯9, Rockrhythmus und Boogie-Zug vertiefen.

Wild wird der Song nicht durch mehr Gain, sondern durch Zug, Pause und Energie.

Wähle die ergonomische Rifflage, halte den Acht-Takt-Bogen und gib Orgel, Bass und Gesang ihren Raum. Dann trägt Born to Be Wild auch ohne Sound-Show.

„Das Allerwichtigste ist, dass du Spielfreude hineinpackst und mit viel Freude, Lust und Laune an diesen Song herangehst.“Horst Keller

Danke, dass du dir die Zeit genommen hast, diese Lektion wirklich durchzuarbeiten. Such dir jetzt einen Acht-Takt-Block aus, bring ihn langsam zum Grooven und steigere erst dann das Tempo. Ich wünsche dir viel Freude und viel Erfolg mit Born to Be Wild.

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