VIP-Guitar Live · Strumming-Songs
Pinball Wizard auf Gitarre: Strumming, sus4-Akkorde und Songform
Pete Townshends Akustikgitarre ist bei Pinball Wizard sofort zu erkennen: an den Akzenten, den Vorhalten und der Bewegung der Schlaghand. Ich zeige dir im Video, wie diese Begleitung aufgebaut ist. Wir beginnen langsam und verbinden anschließend Intro, Strophe, Refrain und Bridge.

Die Aufzeichnung vom 8. Oktober 2026
Die Gitarrenstunde zum Mitspielen
Nimm deine Gitarre dazu. Ab 04:06 gehen wir an die Akkordfarben, ab 10:49 an das Strumming. Wenn du nur die Schlaghand üben möchtest, beginne bei 14:04 mit den Akzenten und gehe danach zur langsamen Übung bei 17:03.
Die Schlaghand zuerst
Die Hand läuft weiter, die Akzente verändern den Klang
Spiele zunächst auf gedämpften Saiten. So hörst du, ob die Anschläge gleichmäßig sind und die Akzente an der richtigen Stelle liegen. Die Sechzehntelbewegung läuft weiter, auch wenn du bei einzelnen Bewegungen die Saiten nicht berührst. Im Video zähle ich die Akzentgruppen als 1–2–3, 1–2–3, 1–2.
Bewegung
Lass die Hand locker auf und ab schwingen. Ein ausgelassener Saitenkontakt unterbricht nicht die Bewegung.
Akzente
Unterscheide leichte Schläge und betonte Anschläge. Mehr Kraft auf jedem Schlag macht den Rhythmus nicht genauer.
Plektrum
Ab 16:25 zeige ich ein dünnes Nylonplektrum. Probiere aus, wie leicht es bei deiner Gitarre durch die Saiten geht.
Die Akkordbewegung hören
sus4 und Dur: Eine Fingerbewegung macht den Unterschied
Beim sus4-Akkord ersetzt die Quarte die Terz. Hsus4 enthält H, E und Fis; H-Dur enthält H, Dis und Fis. Wenn E nach Dis geht, löst sich der Vorhalt auf. Höre dir diese Bewegung zunächst ohne Strumming an und setze sie erst danach in den Rhythmus.
Die Songteile verbinden
Vom Intro bis zum Wechsel nach D
Der Beginn steht im Umfeld von H-Moll. Ein wiederholtes Fis bleibt über den ersten Harmoniewechseln erhalten, während sich andere Stimmen bewegen. Danach wird H-Dur zum Zentrum. Die Begleitung enthält auch A und G, also Akkorde außerhalb der reinen H-Dur-Tonleiter.
Intro
Ab 07:04 untersuchen wir die abfallende Akkordfolge. Höre auf den gleichbleibenden Ton und die Stimmen, die sich darum verändern.
Strophe
Das Grundgerüst führt über H, A, G und Fis. Die Vorhaltsbewegungen und die Griffpositionen in den Bünden 7, 5, 3 und 2 bestimmen den Charakter.
Refrain und Bridge
E, Fis und H bilden den Refrain-Kern. Ab 25:07 üben wir die schnellen Wechsel und besprechen die Powerchords.
Zwischenspiel und Schluss
Ab 27:40 geht es um D und D5. Bei 30:03 folgt der Wechsel nach D, drei Halbtöne über H. Danach hörst du das Outro und die elektrische Gitarrenmelodie.
Dein erster Übedurchgang
Übe erst die Bewegung, dann die Verbindung
Stimme deine Gitarre normal; für diese Unterrichtsversion brauchst du keinen Kapodaster. Im Video üben wir bei Tempo 70. Bleibe zunächst dort oder langsamer, bis Rhythmus, Akkordwechsel und Akzente zusammenpassen.
- Spiele den Rhythmus auf gedämpften Saiten und höre nur auf Puls und Akzente.
- Übe Hsus4 und H einzeln. Lass die gemeinsamen Töne liegen und bewege nur den Finger für E und Dis.
- Verbinde zwei benachbarte Griffpositionen. Dämpfe Saiten, die nicht zum Griff gehören.
- Füge die Akkordwechsel in die laufende Schlagbewegung ein. Bei einem Stocken reduzierst du das Tempo.
- Verbinde erst danach die Abschnitte. Nimm einen kurzen Durchgang auf und prüfe, ob die Akzente auch beim Wechsel hörbar bleiben.
Akustikgitarre und E-Gitarre haben unterschiedliche Aufgaben
Townshend schrieb Pinball Wizard auf seiner Gibson J-200 von 1968. Die Aufnahme verbindet das perkussive Strumming der Westerngitarre mit elektrischen Gitarrenakzenten. Fürs Üben reicht ein heller, klarer Akustiksound mit wenig Hall. Auf der E-Gitarre nimmst du nur so viel Verzerrung, dass die Vorhaltsbewegungen noch deutlich zu hören sind. Bei 34:14 zeige ich zusätzlich die Handgelenkbewegung mit dem Wassertropfen-Vergleich.
Mitnehmen und weiterüben
Pinball Wizard Lernheft
Rhythmusbeispiele, Akzente, Songteile und Übeplan: elf Seiten, mit denen du die Begleitung Schritt für Schritt festigst.
PDF · 11 Seiten · A4
Direkt einsteigen
Alle 22 Kapitel der Gitarrenstunde
Die Zeitmarken führen direkt zur jeweiligen Stelle auf YouTube. Englische Akkordnamen bleiben in den originalen Kapiteltiteln erhalten.
The Who · Tommy · 1969
Der Song hinter dem Gitarrenpart
Pinball Wizard erschien 1969 als erster Vorgeschmack auf die Rockoper Tommy. Pete Townshend schrieb Musik und Text, Kit Lambert produzierte die Aufnahme. Eingespielt wurde sie am 7. Februar 1969 in den Morgan Studios in London.
Band / Album
The Who / Tommy (1969)
Single in Großbritannien
7. März 1969, Platz 4
Single in den USA
22. März 1969, Platz 19
B-Seite
Dogs Part Two
Der Flipper kam spät in die Geschichte. Musikkritiker Nik Cohn war Flipperfan; Townshend ergänzte das Motiv, um ihn für Tommy zu gewinnen. Der Erzähler von Pinball Wizard ist nicht Tommy, sondern ein anderer Flipperchampion. Er muss anerkennen, dass Tommy besser spielt, obwohl dieser in der Geschichte weder sehen noch hören noch sprechen kann.
Townshend nannte Henry Purcells Symphony Upon One Note als Anregung für das Intro: Ein Ton bleibt liegen, während sich die Harmonien verändern. Dazu kommt der kräftige, von Flamenco inspirierte Anschlag. Höre den Anfang einmal nur auf diesen liegenbleibenden Ton hin an.
Auf das Zusammenspiel hören
Vier Musiker, vier Aufgaben im Song
Pete Townshend
Akustik- und E-Gitarre: Die Anschläge und Akkordbewegungen treiben die Begleitung an.
John Entwistle
Bass: Höre, wie die Basslinie die Harmoniewechsel begleitet und neben der Gitarre eine eigene Stimme bleibt.
Keith Moon
Schlagzeug: Achte auf seine Fills und darauf, wie sie mit dem gleichmäßigen Gitarrenpuls zusammenwirken.
Roger Daltrey
Hauptgesang: Er erzählt aus der Sicht des Flipperchampions. Die Gesangseinsätze bleiben über der bewegten Band klar erkennbar.
Vergleiche das Original auch mit Elton Johns Fassung aus dem Tommy-Film von 1975. Dort steht das Klavier im Zentrum. Derselbe Song bekommt durch das andere Instrument und Arrangement einen deutlich anderen Charakter.
Weiterlernen
Nimm dir heute die Schlaghand vor
Beginne mit den gedämpften Saiten. Sobald die Akzente hörbar sind und die Hand ohne Unterbrechung schwingt, nimmst du Hsus4 und H dazu. Mehr brauchst du für den ersten Übedurchgang nicht.
Viel Freude beim Spielen!
Horst Keller







