Al Di Meola · Akustikgitarre · Songtutorial
Mediterranean Sundance auf der Gitarre: Präzision, Timing und Tempo.
Die ersten Takte verraten sofort, ob beide Hände wirklich zusammenarbeiten. In dieser ausführlichen Lektion zerlegst du das berühmte Thema in spielbare Bausteine: Intro, Akkordfolge, Hookline, Alternate Picking und E-Moll-Longscale.
Komplette Videolektion
Eine Stunde Unterricht – vom ersten Griff bis zum Speed-Picking.
Horst Keller erklärt das Thema Takt für Takt. Du bekommst den Fingersatz des Intros, die harmonische Grundlage, die schnellen Terzenmotive und einen konkreten Weg zur Improvisation über die E-Moll-Longscale.
Der Song
1977 treffen Fusion-Präzision und Flamenco-Sprache direkt aufeinander.
„Mediterranean Sundance“ erschien als dritter Titel auf Al Di Meolas Album Elegant Gypsy. Die Studioaufnahme ist ein akustischer Dialog mit Paco de Lucía: Di Meolas kontrollierter Plektrumanschlag trifft auf Pacos Flamenco-Artikulation und Fingertechnik.
Elegant Gypsy
Die Fassung von 1977 bündelt das Thema auf gut fünf Minuten und machte das Duo zu einer festen Referenz für moderne Akustikgitarre.
Friday Night in San Francisco
1981 erschien das Thema im Medley „Mediterranean Sundance / Río Ancho“ erneut als hochenergetischer Dialog von Di Meola und Paco de Lucía.
Kontrolle vor Kraft
Das Stück verlangt kleine Bewegungen, saubere Lagenwechsel, klare Akzente und stabile Sechzehntel. Überflüssige Spannung wird sofort hörbar.
Was du lernst
Vier Bausteine, die du getrennt beherrschen solltest.
Fingersatz und Lagenwechsel
Du lernst die klassische Griffidee des Einstiegs und reduzierst die Bewegungswege, bevor das Tempo steigt.
E-Moll – D – C – H7
Die Kadenz ist überschaubar. Entscheidend sind die Stimmführung, die rhythmische Platzierung und der Druck auf H7 zurück nach E-Moll.
Terzen und Sechzehntel
Die schnelle Linie wird nicht als langer Lauf geübt, sondern in kleine Zellen zerlegt und mit konstantem Wechselschlag verbunden.
Rechte Hand
Alternate Picking – kein pauschales „Tremolo-Picking“.
Al Di Meolas Klarheit entsteht durch konsequenten Wechselschlag, sehr kleine Plektrumwege und eine präzise Synchronisation beider Hände. Einzelne schnelle Tonwiederholungen können tremoloartig wirken; die zentrale Technik dieses Tutorials ist jedoch Alternate Picking.
- Das Plektrum nur so tief zwischen die Saiten führen, wie der Ton es verlangt.
- Auf- und Abschlag gleich laut und gleich lang halten.
- Saitenwechsel separat üben, weil dort die meisten Timingfehler entstehen.
- Die linke Hand erst beschleunigen, wenn jeder Ton ohne Nachgreifen sitzt.
Paco de Lucía
Ein anderer Motor – dieselbe rhythmische Konsequenz
Paco arbeitet mit Flamenco-Fingertechnik, Artikulation, perkussiven Akzenten und einer anderen Anschlagslogik. Die Aufnahme ist deshalb mehr als ein Geschwindigkeitsduell: Zwei klar unterscheidbare rechte Hände formen denselben Puls.
Kapitel im Video
Direkt zu den entscheidenden Stellen.
- 03:34 · Intro-ThemaAnalyse, Grifftechnik und Fingersatz.
- 09:07 · HauptmotivE-Moll-Kadenz und harmonischer Zusammenhang.
- 11:33 · HooklineTerzenmotiv und Aufbau der schnellen Linie.
- 14:16 · 16tel-PatternSpeed-Picking und sinnvolle Zerlegung.
- 28:27 · E-Moll-LongscaleDas Griffbrett als zusammenhängende Skala.
- 30:16–35:37 · Patterns2er-, triolische und 4er-Bewegungen kombinieren.
- 42:31 · KoordinationAnschlag und Greifhand synchronisieren.
- 55:01 · Speed-TrainingTempo mit kleinen, kontrollierten Bewegungen.
Konkreter Übeplan
Baue das Stück von innen nach außen auf.
Spiele nicht jedes Mal von vorn. Isoliere die Stelle, an der die Synchronisation kippt, und verlängere den Ausschnitt erst nach mehreren sauberen Wiederholungen.
- Fingersatz ohne Tempo: Greife Intro und Hookline tonlos oder sehr langsam. Jeder Finger hat einen festen Zielpunkt.
- Anschlag isolieren: Spiele die rhythmische Figur auf einer Saite. Auf- und Abschlag müssen identisch klingen.
- Zwei Hände verbinden: Arbeite in kurzen Gruppen von zwei bis vier Schlägen und setze die Gruppen erst dann zusammen.
- Metronom nutzen: Beginne deutlich unter deinem Grenztempo. Erhöhe in kleinen Schritten, nur wenn drei Durchgänge sauber und locker bleiben.
- Aufnahme kontrollieren: Prüfe Timing, Nebengeräusche und Akzente. Erst danach arbeitest du Richtung 170 BPM.
Übetracks und Vertiefung
Die passenden Werkzeuge für Skala, Patterns und Begleitung.
Zusätzliche externe Harmonieübung: Entre Dos Aguas – Backing Track in 100 BPM. Dieser Track gehört nicht zu „Mediterranean Sundance“, nutzt aber verwandtes harmonisches Material für das Training.
Für VIP-Guitar Unterstützer
Zusatzmaterial zum Tutorial
Das ergänzende Material zu „Mediterranean Sundance“ steht Unterstützern im geschützten Downloadbereich zur Verfügung.
Diese Dateien sind Horst Kellers Interpretation des Stücks und ausschließlich für privates Studium, Ausbildung oder Forschung bestimmt.
Weiterlernen


