Mediterranean Sundance Gitarren-Tutorial mit Horst Keller

Al Di Meola · Akustikgitarre · Songtutorial

Mediterranean Sundance auf der Gitarre: Präzision, Timing und Tempo.

Die ersten Takte verraten sofort, ob beide Hände wirklich zusammenarbeiten. In dieser ausführlichen Lektion zerlegst du das berühmte Thema in spielbare Bausteine: Intro, Akkordfolge, Hookline, Alternate Picking und E-Moll-Longscale.

AlbumElegant Gypsy (1977)
GitarrenAl Di Meola & Paco de Lucía
TonzentrumE-Moll
Zieltemporund 170 BPM

Komplette Videolektion

Eine Stunde Unterricht – vom ersten Griff bis zum Speed-Picking.

Horst Keller erklärt das Thema Takt für Takt. Du bekommst den Fingersatz des Intros, die harmonische Grundlage, die schnellen Terzenmotive und einen konkreten Weg zur Improvisation über die E-Moll-Longscale.

Der Kern: Das Tempo ist das Ergebnis sauberer Bewegungen. Wenn Anschlag und Greifhand nicht gleichzeitig landen, macht schnelleres Üben den Fehler nur hörbarer.

Der Song

1977 treffen Fusion-Präzision und Flamenco-Sprache direkt aufeinander.

„Mediterranean Sundance“ erschien als dritter Titel auf Al Di Meolas Album Elegant Gypsy. Die Studioaufnahme ist ein akustischer Dialog mit Paco de Lucía: Di Meolas kontrollierter Plektrumanschlag trifft auf Pacos Flamenco-Artikulation und Fingertechnik.

Originalaufnahme

Elegant Gypsy

Die Fassung von 1977 bündelt das Thema auf gut fünf Minuten und machte das Duo zu einer festen Referenz für moderne Akustikgitarre.

Live-Referenz

Friday Night in San Francisco

1981 erschien das Thema im Medley „Mediterranean Sundance / Río Ancho“ erneut als hochenergetischer Dialog von Di Meola und Paco de Lucía.

Lernwert

Kontrolle vor Kraft

Das Stück verlangt kleine Bewegungen, saubere Lagenwechsel, klare Akzente und stabile Sechzehntel. Überflüssige Spannung wird sofort hörbar.

Was du lernst

Vier Bausteine, die du getrennt beherrschen solltest.

1 · Intro

Fingersatz und Lagenwechsel

Du lernst die klassische Griffidee des Einstiegs und reduzierst die Bewegungswege, bevor das Tempo steigt.

2 · Harmonie

E-Moll – D – C – H7

Die Kadenz ist überschaubar. Entscheidend sind die Stimmführung, die rhythmische Platzierung und der Druck auf H7 zurück nach E-Moll.

3 · Hookline

Terzen und Sechzehntel

Die schnelle Linie wird nicht als langer Lauf geübt, sondern in kleine Zellen zerlegt und mit konstantem Wechselschlag verbunden.

4 · Improvisation: Die E-Moll-Longscale verbindet das Griffbrett über mehrere Lagen. 2er-, 3er- und 4er-Patterns geben dir daraus musikalisch verwendbare Bewegungsmodelle.

Rechte Hand

Alternate Picking – kein pauschales „Tremolo-Picking“.

Al Di Meolas Klarheit entsteht durch konsequenten Wechselschlag, sehr kleine Plektrumwege und eine präzise Synchronisation beider Hände. Einzelne schnelle Tonwiederholungen können tremoloartig wirken; die zentrale Technik dieses Tutorials ist jedoch Alternate Picking.

  • Das Plektrum nur so tief zwischen die Saiten führen, wie der Ton es verlangt.
  • Auf- und Abschlag gleich laut und gleich lang halten.
  • Saitenwechsel separat üben, weil dort die meisten Timingfehler entstehen.
  • Die linke Hand erst beschleunigen, wenn jeder Ton ohne Nachgreifen sitzt.

Paco de Lucía

Ein anderer Motor – dieselbe rhythmische Konsequenz

Paco arbeitet mit Flamenco-Fingertechnik, Artikulation, perkussiven Akzenten und einer anderen Anschlagslogik. Die Aufnahme ist deshalb mehr als ein Geschwindigkeitsduell: Zwei klar unterscheidbare rechte Hände formen denselben Puls.

Hörübung: Konzentriere dich einmal ausschließlich auf Akzente und Tonlängen. Erst danach hörst du auf die Noten.

Kapitel im Video

Direkt zu den entscheidenden Stellen.

  • 03:34 · Intro-ThemaAnalyse, Grifftechnik und Fingersatz.
  • 09:07 · HauptmotivE-Moll-Kadenz und harmonischer Zusammenhang.
  • 11:33 · HooklineTerzenmotiv und Aufbau der schnellen Linie.
  • 14:16 · 16tel-PatternSpeed-Picking und sinnvolle Zerlegung.
  • 28:27 · E-Moll-LongscaleDas Griffbrett als zusammenhängende Skala.
  • 30:16–35:37 · Patterns2er-, triolische und 4er-Bewegungen kombinieren.
  • 42:31 · KoordinationAnschlag und Greifhand synchronisieren.
  • 55:01 · Speed-TrainingTempo mit kleinen, kontrollierten Bewegungen.

Konkreter Übeplan

Baue das Stück von innen nach außen auf.

Spiele nicht jedes Mal von vorn. Isoliere die Stelle, an der die Synchronisation kippt, und verlängere den Ausschnitt erst nach mehreren sauberen Wiederholungen.

  1. Fingersatz ohne Tempo: Greife Intro und Hookline tonlos oder sehr langsam. Jeder Finger hat einen festen Zielpunkt.
  2. Anschlag isolieren: Spiele die rhythmische Figur auf einer Saite. Auf- und Abschlag müssen identisch klingen.
  3. Zwei Hände verbinden: Arbeite in kurzen Gruppen von zwei bis vier Schlägen und setze die Gruppen erst dann zusammen.
  4. Metronom nutzen: Beginne deutlich unter deinem Grenztempo. Erhöhe in kleinen Schritten, nur wenn drei Durchgänge sauber und locker bleiben.
  5. Aufnahme kontrollieren: Prüfe Timing, Nebengeräusche und Akzente. Erst danach arbeitest du Richtung 170 BPM.

Übetracks und Vertiefung

Die passenden Werkzeuge für Skala, Patterns und Begleitung.

Für VIP-Guitar Unterstützer

Zusatzmaterial zum Tutorial

Das ergänzende Material zu „Mediterranean Sundance“ steht Unterstützern im geschützten Downloadbereich zur Verfügung.

Material herunterladen

Weiterlernen

Von der Skala zur kontrollierten Geschwindigkeit.

Spiele das Thema langsam genug, dass jede Note Absicht bleibt.

Wenn der Anschlag gleichmäßig ist, die Akkordwechsel sitzen und die Hände synchron bleiben, kommt das Tempo nicht mehr aus Kraft – sondern aus Ordnung.

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