Songtutorial · Melissa Etheridge · Rhythmusgitarre

Like The Way I Do auf der Gitarre: Rhythmus und Groove

Vier Akkorde tragen den Song. Die eigentliche Arbeit steckt in der rechten Hand: durchlaufende Bewegung, betonte Aufschläge, kurze Stopps und ein Puls, der mit Bass und Schlagzeug verzahnt bleibt. Horst zerlegt diese Begleitung und zeigt, wie daraus Hookline, E-Gitarrenfarben und Improvisation entstehen.

StimmungTiefe E-Saite auf D
Tempo100 BPM in GP und GPX
HarmonikD-Moll und F-Dur
Form130 Takte im 4/4-Takt

Die vollständige Gitarrenstunde

Der Groove entsteht in der rechten Hand

Horst beginnt nicht mit einer langen Akkordliste. Er hört auf Schlagzeug und Slap-Bass, dämpft alle Saiten mit der linken Hand ab und lässt die rechte Hand gleichmäßig laufen. Erst wenn dieser Zug stabil ist, kommen Dm, B♭, C9 und A hinzu.

Dein Auftrag: Dämpfe die Saiten ab und spiele nur Auf- und Abschläge. Betone die Eins, höre auf die Aufschläge und nimm erst danach einen einzigen D-Moll-Akkord dazu.

Erst der Zug, dann die Verzierung

Die rechte Hand darf nicht bei jedem Akkordwechsel neu starten. Sie läuft weiter, während die linke Hand greift, löst, dämpft und Hammer-ons ergänzt. Genau diese Trennung macht aus einer Folge von Akkorden eine Rhythmusbegleitung.

Horst empfiehlt, den Song lange zu hören und die Livefassungen genau zu beobachten. Nutze die verlinkte Performance mit einer klaren Aufgabe: Achte nur auf Anschlagbewegung, Dämpfung und den Moment, an dem ein Akkord endet.

Das Tempo fordert Konzentration, aber keine übertriebene Kraft. Wenn die Bewegung stockt, gehst du zurück zum stummen Strumming. Der Akkord ist dann nicht das Problem, sondern nur eine zusätzliche Aufgabe für eine noch unsichere Rhythmushand.

Rhythmus in vier Schritten

Baue die Begleitung von innen nach außen

Die beiden Partiturdateien enthalten in den Akustikgitarren mehrere tausend Noten und sehr viele Dead Notes. Das bedeutet nicht, dass du jede Einzelheit sofort kopieren musst. Die Notation bestätigt vor allem, wie dicht Anschlag, Dämpfung und Hammer-ons miteinander verzahnt sind.

Stumm spielen

Linke Hand locker auflegen, rechte Hand ohne Unterbrechung auf und ab bewegen.

Akzent setzen

Die Eins klar markieren und die wichtigen Aufschläge hörbar machen, ohne lauter zu werden.

Akkord einsetzen

Zuerst nur Dm spielen. Die rechte Hand bleibt unabhängig vom Greifwechsel im Puls.

Stopp kontrollieren

Mit linker Hand oder Handkante beenden. Die Stille muss exakt im Raster sitzen.

Akkorde, Voicings und Form

Vier Grundakkorde, viele Klangfarben

Das dreiseitige PDF und Horsts Lektion tragen dieselbe Grundlage. Intro und Refrain kreisen um Dm, B♭ und C9, der Übergang bringt A-Dur. Die Strophe wechselt vor allem zwischen B♭ und C9. GP und GPX bestätigen 130 Takte, 4/4 und 100 BPM.

Dm-Familie

Dm, Dm7 und Dsus2

Im Intro wechselt Horst zwischen Dm und Dm7. Später löst und hämmert er den Zeigefinger oder öffnet den Akkord zum Dsus2.

B♭ und C

Sus-Klang statt Griffstarre

Das kleine Barré auf B♭ ermöglicht den Sus2-Wechsel. C erscheint in der Studiofassung klar, live häufig als offeneres C9.

Form

Strophe, Refrain, Bridge

Die Bridge wird ruhiger und bringt Picking. Danach kehrt der Song in den bekannten Refrain-Groove zurück.

Die tiefe E-Saite ist in Horsts Liveansatz auf D gestimmt. Dadurch entstehen offene Basstöne und breite Voicings. Greifst du die Begleitung in Standardstimmung oder mit einer zweiten Gitarre, musst du diese tiefste Saite bewusst behandeln. Horst trennt diese Rollen in der Lektion ausdrücklich.

Zweite Gitarre und Improvisation

Die Ergänzung drängt sich nicht vor

Die Partitur enthält zwei akustische und zwei elektrische Gitarrenspuren. Horst zeigt eine kurze Hookline, A-Dur-Arpeggios und ein Powerchord-Muster für den Schlussrefrain. Diese Parts ergänzen die Rhythmusgitarre. Sie ersetzen sie nicht.

Die Hookline arbeitet mit wenigen Tönen und Wiederholung. Das ist ihr Zweck: Sie bleibt im Ohr, ohne den Gesang zu überladen. Spiele sie zunächst über einen aufgenommenen Loop aus Dm, B♭ und C.

Für die Improvisation verwendet Horst D-Moll-Pentatonik und F-Dur-Tonleiter. Langsame Melodien funktionieren, weil die Begleitung bereits viel Bewegung liefert. Schnelle Läufe können den Song unnötig hektisch machen.

In der Band bleibt die E-Gitarre sauber und räumt der akustischen Begleitung Platz ein. Etwas Delay kann die Melodie verbreitern. Der wichtigste Soundfaktor bleibt die klare Rollenverteilung.

Der belastbare Loop

  1. Dm, B♭ und C im gleichmäßigen Strumming aufnehmen.
  2. Den Loop ohne Solo anhören und Akkordenden prüfen.
  3. Hookline mit wenigen Tönen darüber setzen.
  4. D-Moll-Pentatonik in einer Lage verwenden.
  5. Erst danach F-Dur-Töne, Bendings oder Vierergruppen ergänzen.

Direkt zu den Stellen

20 direkte Kapitel

Konkreter Übeplan

Sechs Einheiten vom Puls zur Performance

  1. Puls: Zwei Minuten stummes Auf- und Abschlagen.
  2. Akzent: Eins und wichtige Aufschläge markieren.
  3. Dm: Einen Akkord einsetzen, ohne die Bewegung zu stoppen.
  4. Wechsel: B♭ und C9 in einer Vier-Takt-Schleife verbinden.
  5. Form: Strophe, Refrain und Bridge mit dem PDF markieren.
  6. Loop: Dm, B♭, C aufnehmen und Hookline oder Pentatonik ergänzen.

Höre auf das Ende jedes Akkords

Die häufigste Schwierigkeit ist laut Horst nicht der Akkordname, sondern das Abdämpfen und das Treffen der richtigen Saiten. Nimm vier Takte auf und prüfe ausschließlich, ob jeder Stopp klar und im Puls sitzt.

Der Backingtrack läuft 5:35 Minuten. Verwende ihn erst, wenn deine Handbewegung auch ohne Begleitung stabil bleibt. Verlierst du den Wechsel, stoppe, markiere die Stelle und übe nur die Verbindung vor und nach diesem Akkord.

Für B♭ und C9 darf die Greifhand schräger stehen. Horst zeigt die Finger wie eine kleine Treppe und lässt den Daumen entspannt oben. Der Griff soll die Sus-Varianten ermöglichen, nicht eine klassische Lehrbuchhaltung erzwingen.

Ein Ziel pro Einheit reicht. Heute kann das der gleichmäßige Zug sein, morgen der B♭-Wechsel, danach die Hookline. So bleibt der Song musikalisch, statt zu einer Liste gleichzeitig ungelöster Aufgaben zu werden.

Premium-Material

PDF, Guitar Pro und Backingtrack

Das bestehende Unterstützerpaket bleibt unverändert. Es enthält das dreiseitige Akkord- und Formblatt, GP und GPX sowie den vollständig geprüften Backingtrack.

Noch kein Zugriff? Unterstützerstufen ansehen

Sound und Rollenverteilung

Breite Akustikgitarre, zurückhaltende E-Gitarre

Horst verwendet in der Lektion eine Variax mit 12-Saiter-Simulation und tiefer E-Saite auf D. Für die ergänzende E-Gitarre beschreibt er einen sauberen Sound mit etwas Delay. Das Ziel ist Breite und Bewegung, nicht maximale Verzerrung.

Akustische Rolle

12-Saiter und Drop D

Die breite Schwebung trägt den Song. Der tiefe D-Bass vergrößert Dm und die offenen Livevoicings, verlangt aber bewusste Saitenkontrolle.

Elektrische Rolle

Clean, Delay, wenig Platz

Hookline, Arpeggios und Powerchords ergänzen die Hauptbegleitung. Die E-Gitarre bleibt der Stimme und der Akustikgitarre aus dem Weg.

Rhythmusgitarre vertiefen

Wenn die rechte Hand der eigentliche Engpass ist, vertieft die Rhythmusgitarren-Reihe Puls, Akzente, Dämpfung und stilistische Begleitmuster.

Rhythmusreihe ansehen

Passende nächste Schritte

Vertiefe nur das, was der Song verlangt

Deine Erfahrung

Wo reißt dein Rhythmus ab?

Ist es der B♭-Wechsel, der betonte Aufschlag, der Stopp oder die Verbindung zur Hookline? Beschreibe genau eine Stelle. Das native Kommentarformular bleibt offen.

Dein nächster Schritt

Heute nur die rechte Hand

Dämpfe die Saiten, spiele zwei Minuten durch und betone die Eins. Wenn der Zug stabil bleibt, setze Dm dazu. Mehr braucht die erste Einheit nicht.

„Schafft euch diesen Rhythmus drauf. Es ist leichter wie du denkst.“Horst Keller, aus der Videolektion

Ähnliche Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Sie müssen den Bedingungen zustimmen, um fortzufahren.