Billy Idol · Steve Stevens · Horst Keller
Sweet Sixteen auf der Gitarre
Vier Grundgriffe, offene Saiten und eine Begleitung, die den Gesang wirklich trägt. Horst zeigt dir seine akustische Fassung mit A-Moll-Farben, Bassmotiven, Bürstenanschlag, Stopps, Dynamik und Picking-Outro. Der Lernwert liegt nicht in vielen Akkorden, sondern in der Kontrolle zwischen zartem Vers und großem Refrain.
Die vollständige Gitarrenstunde
26 Minuten von vier Griffen zum vollständigen Arrangement
Horst orientiert sich an der akustischen Liveidee von Steve Stevens, baut daraus aber eine eigene Solofassung für Gitarre und Gesang. Genau diese Entscheidung ist der Kern der Lektion.
Eine Solofassung braucht andere Prioritäten
Wenn eine zweite Gitarre fehlt, muss eine Begleitung mehr leisten. Horst verbindet deshalb Basslauf, Akkordfarbe, Puls und kleine Antworten in einer Stimme.
Die Akkorde bleiben überschaubar. Anspruchsvoll wird die Lektion durch den Wechsel zwischen einzelnen Basstönen, betonter hoher E-Saite, kompaktem Bürsten über die Saiten und bewusst gesetzter Stille.
Die eigene Fassung ist ausdrücklich keine Tab-für-Tab-Kopie der Liveversion. Sie zeigt, wie aus einer Vorlage eine spielbare persönliche Begleitung entsteht.
Wenige Griffe, viele Farben
A-Moll bleibt das Zentrum, offene Saiten schaffen Weite
Horst nennt zunächst vier Grundgriffe und ergänzt später C-Dur. Am7 und Am2 sind keine neuen harmonischen Welten, sondern Klangvarianten für dieselbe Begleitfunktion.
Grundfarbe und Öffnung
A-Moll trägt große Teile der Form. Am7 öffnet den Griff und lässt die hohe Saite stärker in die Begleitung hineinsprechen.
Leere H-Saite
Ohne Zeigefinger entsteht die offene Sekunde. Horst nutzt auch eine höhere Griffvariante mit offenen H- und E-Saiten.
Tief oder höher greifen
F funktioniert als Barré oder mit Daumenbass. Höhere C-Dur-Formen erzeugen im Refrain einen hörbaren Kontrast.
Formteil markieren
C erscheint später im rockigeren Abschnitt. Der Griff erweitert die Form, ohne das A-Moll-Zentrum zu verdecken.
Der transparente G-Griff ist Absicht. Horst dämpft die A-Saite, damit der Akkord nicht unnötig voll und matschig klingt.
Schlag, Bürsten, Betonung, Picking
Die rechte Hand verbindet Bass und Gesang
Das Begleitmuster lebt nicht von einem durchgehenden Schlag. Einzelne Töne und kurze Akkordflächen antworten auf die Stimme und lassen Platz für die nächste Phrase.
Bassmotiv
Zweimal offene A-Saite, C und H bilden einen wiederkehrenden Einstieg. Spiele die Töne langsam und gleichmäßig.
Bürstenanschlag
Nach einem klaren Schlag streift das Plektrum leicht über die Saiten. Die Bewegung bleibt klein und locker.
Hohe E-Saite
Horst hebt die hohe E-Saite gezielt heraus und pickt anschließend drei Saiten aufwärts.
Stopp
Die Stille trennt Formteile und macht den nächsten Einsatz deutlich. Stoppen gehört zum Rhythmus.
Begleiten heißt zuhören. Die Gitarrenfigur komplementiert den Gesang. Sie darf ihn weder zudecken noch rhythmisch gegen ihn arbeiten.
Von der Strophe bis zum Picking-Outro
Kontrast entsteht durch Lage, Dichte und Dynamik
In der Strophe begleitet Horst die Stimme mit Bassmotiv, offenen A-Moll-Farben und klaren Stopps. Der Refrain bekommt das spanisch gefärbte F-G-Am2-Geflecht und einen kräftigeren Puls.
Später erscheint ein rockiger Abschnitt mit F, C und G. Synkopierte Akkorde folgen direkt der Gesangsphrase. Die Gitarre übernimmt hier eine deutlichere rhythmische Rolle.
Vor der letzten Steigerung nimmt Horst die Dynamik zurück. Leiser Anschlag oder Finger statt Plektrum schaffen Raum, bevor der doppelte Refrain zurückkehrt.
Das Outro wird viermal gepickt. Die Schlussfigur greift eine E-Gitarrenidee aus der Vorlage auf, endet aber in Horsts eigener Variante.
Vier Kontrollpunkte
- Gesang: die Gitarre lässt zwischen den Phrasen Luft.
- Kontrast: tiefe und höhere Akkordlagen klingen unterscheidbar.
- Dynamik: leise Strophe und großer Refrain entstehen ohne Tempoverlust.
- Outro: das Picking bleibt auch nach vier Wiederholungen gleichmäßig.
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20 direkte Kapitel
- 05:52 · EinführungHorst stellt Song, Vorlage und eigene Fassung vor.
- 07:09 · Begleiten und singenWarum eine Solofassung anders gebaut wird.
- 07:31 · Die GrundgriffeAm, Am7, Am2, F, G und später C.
- 08:49 · BassmotivOffene A-Saite, C und H als Einstieg.
- 09:32 · Tiefe E-Saite und GLangsame Ergänzung des Motivs.
- 10:00 · Gitarre und GesangDie Begleitung antwortet auf die Stimme.
- 10:16 · Stopp und RhythmikFormwechsel durch bewusst gesetzte Stille.
- 10:35 · Abdämpfen und BürstenRechte Hand in kleinen Bewegungen.
- 10:56 · Hohe E-Saite betonenBetonung und dreimaliges Aufwärtspicking.
- 11:27 · F und Am7Dasselbe Muster auf zwei Akkordfarben.
- 12:19 · Transparenter G-DurA-Saite abdämpfen und Matsch vermeiden.
- 13:38 · RefrainrhythmusF, G und offener Am2-Klang.
- 14:49 · Schlag und BürstenDie Basis des rhythmischen Geflechts.
- 15:43 · Höhere AkkordlagenF und G aus verschobenen C-Dur-Formen.
- 16:37 · Strophe und RefrainDie bisherigen Bausteine im Zusammenhang.
- 19:03 · Rockiger MittelteilF, C und G mit deutlicherem Puls.
- 20:13 · Synkopierte AkkordeDie Gitarre folgt der Gesangsphrase.
- 20:52 · Letzte StropheStopps und klingende Akkorde.
- 21:18 · Dynamik zurücknehmenLeiser oder mit den Fingern spielen.
- 22:02 · Picking-OutroVier Wiederholungen und eigene Schlussfigur.
Konkreter Übeplan
Sechs Einheiten vom Griff zum Arrangement
- Griffe: Am, Am7, Am2, F, G und C ohne Rhythmus wechseln. Jede offene Saite klingt kontrolliert.
- Bassmotiv: Spiele die Folge aus offener A-Saite, C und H zehnmal langsam ohne Akkordschlag.
- Rechte Hand: Verbinde Schlag, Bürsten, hohe E-Saite und drei Aufwärtstöne auf nur einem Akkord.
- Form: Übe Strophe, Refrain und rockigen Mittelteil getrennt. Setze jeden Stopp an dieselbe Stelle.
- Dynamik: Spiele denselben Refrain einmal zurückgenommen und einmal kräftig, ohne schneller zu werden.
- Outro: Wiederhole das Picking viermal und entwickle danach eine kleine eigene Schlussvariante.
Die Stimme bestimmt die Dichte
Horsts Ansatz ist konkret: Die Begleitung muss den Gesang ergänzen. Übe schwierige Muster zuerst instrumental, setze die Stimme aber nicht erst ganz am Ende dazu.
Sprich den Text rhythmisch oder summe die Melodie, während du nur die Basspunkte spielst. So erkennst du früh, wo deine rechte Hand zu viel beschäftigt ist.
Nimm anschließend eine Strophe und einen Refrain auf. Prüfe Stille, Lautstärke und hohe Saiten getrennt. Mehr Akkordfläche ist nicht automatisch mehr Ausdruck.
Vorhandene Quellen
Videolektion und Akkordübersicht
Im lokalen VIP-Guitar-Bestand liegt eine Akkordübersicht zur Form vor. Der Live-Beitrag enthält keinen geschützten Download. Horst hat in den vorhandenen Kommentaren außerdem klargestellt, dass es für seine eigene Fassung keine Tabs gibt. Die vollständige praktische Quelle ist deshalb die Videolektion.
Praktische Hauptquelle
Die lokale Übersicht wurde nur zur Strukturprüfung verwendet. Liedtext wird im Beitrag nicht wiedergegeben. Rechte an Komposition, Text, Film und Originalaufnahme verbleiben bei den jeweiligen Rechteinhabern.
Klang und Anschlag
Offene Saiten brauchen Kontrolle, nicht viel Effekt
Transparenz vor Lautstärke
Lass H- und E-Saite bewusst klingen, dämpfe aber unerwünschte tiefe Saiten. Das offene Voicing soll weit, nicht ungeordnet wirken.
Plektrum und Finger
Horst nimmt vor der letzten Steigerung Lautstärke heraus und nennt die Finger als mögliche weichere Klangstufe.
Verstärkter Akustiksound
Wenn du die Fassung live verstärkst, kann ein sauberer Akustik-Preamp die Dynamik erhalten. Das Akustik-Preamp-Preset ist eine sachlich passende Option, kein Sweet-Sixteen-Songpreset.
Getrennter Kontrollpass
Drei Hördurchgänge mit klaren Aufgaben
Höre zuerst nur auf die Stopps. Sind sie eindeutig, oder klingen Saiten ungewollt in den nächsten Formteil?
Im zweiten Durchgang kontrollierst du die offenen H- und E-Saiten. Sie sollen Farbe liefern, ohne dass F, G oder Am2 verschwimmen.
Erst der dritte Durchgang prüft die Dramaturgie. Strophe, Refrain, Mittelteil und Outro müssen unterschiedliche Intensitäten besitzen.
Hörkontrolle
- Bleibt das Bassmotiv gleichmäßig und klar?
- Begleitet die Gitarre die Stimme, statt sie zu überdecken?
- Endet das Picking-Outro nach vier Durchgängen sauber?
Passende nächste Schritte
Vertiefe Picking, Rhythmus und Steve-Stevens-Spiel
Dein nächster Durchgang
Spiele eine Strophe nur mit Basspunkten und Stopps. Ergänze danach Bürstenanschlag und hohe Saiten. Der Refrain wird erst größer, wenn die leise Fassung vollständig trägt.




2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort
Hallo,
Ich habe mich gefragt, ob du zufällig TABS für dein akustisches Cover von Sweet Sixteen (Billy Idol) hast.
Vielen Dank im Voraus
Zu dieser Version (meine eigenen) gibt es leider keine Tabs. Ich denke, das Video ist sehr ausführlich und sollte dir hoffentlich hilfreich genug sein.
Beste Grüße und viel Spaß mit dem Song
Horst Keller