Peter Green · Fleetwood Mac · 1970
The Green Manalishi auf der Gitarre: Dunkle Riffs, Stopps und E-Moll-Spannung.
Offene Mollakkorde schweben, Powerchords stoppen abrupt, ein Riff sinkt immer tiefer und kehrt im Finale achtmal gedämpft zurück. Horsts Lektion zeigt die Fleetwood-Mac-Originalfassung in ihrer ganzen Form – und vor allem, warum einfach aussehende Griffe noch lange kein einfaches Stück ergeben.
Komplette Videolektion
52 Minuten Originalanalyse – plus kurzer Vergleich mit Judas Priest.
Horst arbeitet Introvoicings, Strophen-Powerchords, mehrere Riffs, Soloabschnitt und das achtfach wiederholte Finale durch. Danach vergleicht er die schnellere, in der Begleitung direktere Judas-Priest-Fassung und ordnet ihre typischen Metal-Licks ein.
Song und Atmosphäre
Ein Song aus offenen Farben, Stopps und langem Atem.
Peter Green schrieb „The Green Manalishi (With the Two Prong Crown)“ für Fleetwood Mac. Die Single erschien im Mai 1970 und erreichte Platz 10 in Großbritannien. Horst konzentriert sich auf die komplexere Originalfassung und nutzt die Judas-Priest-Version erst danach als Kontrast.
Offene Mollfarben
E-Moll, E-Moll9 und Cis-Moll/E lassen offene Saiten weiterklingen. Der Raum zwischen den Anschlägen ist Teil der dunklen Atmosphäre.
Powerchords mit Kanten
E, G und A bilden wenig Material. Palm Mutes, kurze Stopps und die genaue Länge der Schläge machen daraus den markanten Groove.
Wiederholung als Steigerung
Das große absteigende Riff kehrt achtmal mit gedämpfter E-Saite zurück. Schlagzeug und Dynamik bauen daraus eine lange Schlusswelle.
Der technische Kern
Einfache Griffe, schwierige Übergänge: offen, gedämpft, kurz und wieder offen.
Die linke Hand bewegt oft nur vertraute Formen. Der Anspruch steckt in der Artikulation: Ein Akkord soll klingen, die leere E-Saite pumpen, ein Zwischenschlag stoppen und der nächste Griff exakt in den freien Raum fallen.
- Intro zählen: Offene Voicings bis vier beziehungsweise acht ausklingen lassen. Zu frühes Abdämpfen zerstört die schwebende Wirkung.
- Strophenstopp: E-, G- und A-Powerchords nicht nur anschlagen, sondern in der notierten Länge beenden.
- Riffform verschieben: Beim ersten dunklen Riff bleibt die offene E-Saite Zentrum, während die gegriffene Form chromatisch wandert.
- Kontrast planen: Das große Schlussriff zunächst offen lernen; Palm Mutes erst ergänzen, wenn Rhythmus und Abgang sicher sind.
Warum Wiederholung nötig ist
Zwischenschläge machen aus Griffbildern einen Groove
Horst betont, dass das Gefühl nicht beim ersten Versuch entsteht. Gerade die kleinen Schläge zwischen klingenden Akkorden brauchen viele Wiederholungen und zunächst deutlich weniger Tempo.
Vom Tab zum eigenen Spiel
Fragmentieren, erinnern, verbinden – und erst dann improvisieren.
Techniken in Kleinteile zerlegen
Triplet, Pull-offs, Hammer-ons, Lauf und Flageolett werden einzeln geübt. Horst zeigt bewusst kleine Fragmente statt eines langen Bewegungsblocks.
Ablesen ist ein Zwischenstand
Ein kompletter Durchlauf mit Tab kann musikalisch funktionieren. Für die Bühne muss jeder Formwechsel ohne springende Anzeige im inneren Ablauf sitzen.
E-Moll als gemeinsamer Raum
Im verlängerten Finale kann eine zweite Gitarre mit E-Moll-Longscale oder Pentatonik antworten – während die erste das Riff zuverlässig hält.
Kapitel im Video
Direkt zu den entscheidenden Unterrichtsstellen.
- 04:11 · IntrovoicingsOffenes E-Moll, E-Moll9, Cis-Moll/E und Zählweise.
- 09:38 · Palm Mutes und StropheE-, G- und A-Powerchords mit klaren Stopps.
- 15:51 · Erstes dunkles RiffVerschobene Formen, offene E-Saite und Zwischenschläge.
- 22:37 · Das große absteigende RiffOffene Fassung, Abgang und Vorbereitung des Finales.
- 27:45 · SoloabschnittTriplet, Pull-offs, Hammer-ons und Flageolett in Fragmenten.
- 33:16 · Finale mit Palm MutesAcht Wiederholungen und dynamische Steigerung.
- 41:01 · Ehrliche LernbilanzTabulatur, Wiederholungsbedarf und E-Moll-Improvisation.
- 42:42 · Judas-Priest-VergleichSchnellere Begleitung, andere Riffposition und Metal-Solos.
Konkreter Übeplan
Klang, Groove, Gedächtnis – fünf realistische Arbeitsschritte.
Dieser Song wird nicht durch einen Marathondurchlauf gelernt. Jede Artikulationsart und jeder Formwechsel erhält eine eigene Schleife, bevor die Teile zusammengesetzt werden.
- Introfarben: Spiele die vier offenen Voicings mit Metronom und lass jede notierte Länge vollständig ausklingen.
- Strophenmotor: Übe E–G–A nur als Powerchords. Markiere jeden kurzen Stopp und kontrolliere die Stille mit beiden Händen.
- Riff fragmentieren: Teile das absteigende Hauptmotiv in Zweitakter und reduziere das Tempo auf die Hälfte.
- Finalkontrast: Spiele das Riff zweimal offen und zweimal mit Palm Mutes. Der Rhythmus muss identisch bleiben, nur die Klanghülle ändert sich.
- Ohne Tab testen: Notiere die Form auf einer Zeile und spiele jeden Übergang aus dem Gedächtnis. Erst danach folgt eine E-Moll-Improvisation über das Finale.
Für VIP-Guitar Unterstützer
Zusatzmaterial zu The Green Manalishi
Die Ausarbeitung bündelt Introakkorde, Strophenrhythmus, Riffs, Soloabschnitt, Finalform und den Judas-Priest-Vergleich als Ergänzung zur Videolektion.
Diese Dateien sind Horst Kellers Interpretation des Stücks und ausschließlich für privates Studium, Ausbildung oder Forschung bestimmt.
Sinnvolle Vertiefung
Klangbasis und Solovokabular für dunklen Blues-Rock.
Wenn du den Charakter nach der Lektion in eigene Riffs und Soli übertragen willst, helfen dir diese beiden Bausteine. Wichtig: Plexi 2026 ist eine aktuelle Helix-Stadium-Klangbasis für Classic- und Blues-Rock, keine Rekonstruktion von Peter Greens historischem Sound und kein Songpreset. 10 Blues Phrasen ist ein allgemeiner Improvisationskurs, kein Kurs zu The Green Manalishi.
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