The Green Manalishi von Peter Green und Fleetwood Mac – Gitarrentutorial

Peter Green · Fleetwood Mac · 1970

The Green Manalishi auf der Gitarre: Dunkle Riffs, Stopps und E-Moll-Spannung.

Offene Mollakkorde schweben, Powerchords stoppen abrupt, ein Riff sinkt immer tiefer und kehrt im Finale achtmal gedämpft zurück. Horsts Lektion zeigt die Fleetwood-Mac-Originalfassung in ihrer ganzen Form – und vor allem, warum einfach aussehende Griffe noch lange kein einfaches Stück ergeben.

AutorPeter Green
BandFleetwood Mac
SingleMai 1970
UK-ChartsPlatz 10

Komplette Videolektion

52 Minuten Originalanalyse – plus kurzer Vergleich mit Judas Priest.

Horst arbeitet Introvoicings, Strophen-Powerchords, mehrere Riffs, Soloabschnitt und das achtfach wiederholte Finale durch. Danach vergleicht er die schnellere, in der Begleitung direktere Judas-Priest-Fassung und ordnet ihre typischen Metal-Licks ein.

Lernhaltung: Horst verschweigt nicht, dass er beim kompletten Durchlauf fast 90 Prozent aus der Tabulatur las. Genau das ist die realistische Messlatte: Verstehen kommt zuerst, auswendig spielen erst durch viele eigene Wiederholungen.

Song und Atmosphäre

Ein Song aus offenen Farben, Stopps und langem Atem.

Peter Green schrieb „The Green Manalishi (With the Two Prong Crown)“ für Fleetwood Mac. Die Single erschien im Mai 1970 und erreichte Platz 10 in Großbritannien. Horst konzentriert sich auf die komplexere Originalfassung und nutzt die Judas-Priest-Version erst danach als Kontrast.

Intro

Offene Mollfarben

E-Moll, E-Moll9 und Cis-Moll/E lassen offene Saiten weiterklingen. Der Raum zwischen den Anschlägen ist Teil der dunklen Atmosphäre.

Strophe

Powerchords mit Kanten

E, G und A bilden wenig Material. Palm Mutes, kurze Stopps und die genaue Länge der Schläge machen daraus den markanten Groove.

Finale

Wiederholung als Steigerung

Das große absteigende Riff kehrt achtmal mit gedämpfter E-Saite zurück. Schlagzeug und Dynamik bauen daraus eine lange Schlusswelle.

Der technische Kern

Einfache Griffe, schwierige Übergänge: offen, gedämpft, kurz und wieder offen.

Die linke Hand bewegt oft nur vertraute Formen. Der Anspruch steckt in der Artikulation: Ein Akkord soll klingen, die leere E-Saite pumpen, ein Zwischenschlag stoppen und der nächste Griff exakt in den freien Raum fallen.

  • Intro zählen: Offene Voicings bis vier beziehungsweise acht ausklingen lassen. Zu frühes Abdämpfen zerstört die schwebende Wirkung.
  • Strophenstopp: E-, G- und A-Powerchords nicht nur anschlagen, sondern in der notierten Länge beenden.
  • Riffform verschieben: Beim ersten dunklen Riff bleibt die offene E-Saite Zentrum, während die gegriffene Form chromatisch wandert.
  • Kontrast planen: Das große Schlussriff zunächst offen lernen; Palm Mutes erst ergänzen, wenn Rhythmus und Abgang sicher sind.

Warum Wiederholung nötig ist

Zwischenschläge machen aus Griffbildern einen Groove

Horst betont, dass das Gefühl nicht beim ersten Versuch entsteht. Gerade die kleinen Schläge zwischen klingenden Akkorden brauchen viele Wiederholungen und zunächst deutlich weniger Tempo.

Diagnose: Wenn die richtigen Bünde noch nicht wie das Riff klingen, fehlen meist Schlaglänge, Stopp oder Zwischenschlag – nicht ein weiterer Fingersatz.

Vom Tab zum eigenen Spiel

Fragmentieren, erinnern, verbinden – und erst dann improvisieren.

Soloabschnitt

Techniken in Kleinteile zerlegen

Triplet, Pull-offs, Hammer-ons, Lauf und Flageolett werden einzeln geübt. Horst zeigt bewusst kleine Fragmente statt eines langen Bewegungsblocks.

Gedächtnis

Ablesen ist ein Zwischenstand

Ein kompletter Durchlauf mit Tab kann musikalisch funktionieren. Für die Bühne muss jeder Formwechsel ohne springende Anzeige im inneren Ablauf sitzen.

Improvisation

E-Moll als gemeinsamer Raum

Im verlängerten Finale kann eine zweite Gitarre mit E-Moll-Longscale oder Pentatonik antworten – während die erste das Riff zuverlässig hält.

Coververgleich: Judas Priest beschleunigen und verdichten den Song. Die Begleitung wird direkter und teilweise leichter; die typischen zweistimmigen und schnellen Sololicks bleiben ein eigenes Lernprojekt.

Kapitel im Video

Direkt zu den entscheidenden Unterrichtsstellen.

Konkreter Übeplan

Klang, Groove, Gedächtnis – fünf realistische Arbeitsschritte.

Dieser Song wird nicht durch einen Marathondurchlauf gelernt. Jede Artikulationsart und jeder Formwechsel erhält eine eigene Schleife, bevor die Teile zusammengesetzt werden.

  1. Introfarben: Spiele die vier offenen Voicings mit Metronom und lass jede notierte Länge vollständig ausklingen.
  2. Strophenmotor: Übe E–G–A nur als Powerchords. Markiere jeden kurzen Stopp und kontrolliere die Stille mit beiden Händen.
  3. Riff fragmentieren: Teile das absteigende Hauptmotiv in Zweitakter und reduziere das Tempo auf die Hälfte.
  4. Finalkontrast: Spiele das Riff zweimal offen und zweimal mit Palm Mutes. Der Rhythmus muss identisch bleiben, nur die Klanghülle ändert sich.
  5. Ohne Tab testen: Notiere die Form auf einer Zeile und spiele jeden Übergang aus dem Gedächtnis. Erst danach folgt eine E-Moll-Improvisation über das Finale.

Für VIP-Guitar Unterstützer

Zusatzmaterial zu The Green Manalishi

Die Ausarbeitung bündelt Introakkorde, Strophenrhythmus, Riffs, Soloabschnitt, Finalform und den Judas-Priest-Vergleich als Ergänzung zur Videolektion.

Sinnvolle Vertiefung

Klangbasis und Solovokabular für dunklen Blues-Rock.

Wenn du den Charakter nach der Lektion in eigene Riffs und Soli übertragen willst, helfen dir diese beiden Bausteine. Wichtig: Plexi 2026 ist eine aktuelle Helix-Stadium-Klangbasis für Classic- und Blues-Rock, keine Rekonstruktion von Peter Greens historischem Sound und kein Songpreset. 10 Blues Phrasen ist ein allgemeiner Improvisationskurs, kein Kurs zu The Green Manalishi.

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10 Blues Phrasen

Zehn Phrasen zum Verstehen, Zerlegen und Übertragen in das eigene Solovokabular – als Ergänzung zur freien E-Moll-Arbeit.

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Gemeinsam arbeiten

Groove entsteht im Zusammenspiel.

In den VIP-Guitar Workshops arbeiten wir genau an solchen Übergängen: Klanglänge, Stopps, Zwischenschläge und Dynamik werden gemeinsam hörbar und kontrollierbar.

Weiterlernen

Original, Cover und E-Moll-Soloraum direkt vergleichen.

Tabulatur zeigt den Weg; Wiederholung macht daraus Musik.

Lerne Klanglänge, Stopp und Zwischenschlag in kleinen Fragmenten. Wenn die Form ohne Anzeige trägt, öffnet sich das Finale für genau die E-Moll-Freiheit, die Peter Greens Song so groß macht.

„Du musst es sehr oft wiederholen. Am Anfang dauert es, bis das Gefühl sich einstellt für den Groove des Riffs.“Horst Keller

Danke, dass du dir für diese lange Lektion wirklich Zeit nimmst. Ich habe beim Durchlauf selbst fast neunzig Prozent aus der Tabulatur gelesen – und genau darin steckt die ehrliche Messlatte: Verstehen ist der erste Schritt, auswendig spielen entsteht erst durch eigene Wiederholungen. Nimm dir ein Fragment nach dem anderen vor und gib dem Groove die Zeit, die er braucht.

Deine Frage zur Lektion

Was fordert dich bei The Green Manalishi am meisten: die offenen Voicings, der Wechsel zwischen Palm Mutes und offenen Schlägen, das Finalriff oder das Auswendigspielen ohne Tabulatur?

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